Johann Eduard Leopold Maaß  1838 - 1917
Ernestine Luise Maaß geb. Kaske  1842 - 1912
Mein Urgroßvater Johann Eduard Leopold Maaß wurde am 29.8.1838 als erstes von vier Kindern des Bauern Wilhelm D. Maaß und seiner Ehefrau Sophie H. Busch auf dem Ulrichshof in Henkenhagen/Krs. Kolberg geboren (auf dem Ulrichshof hatte ab 1926 die pommersche Bauernhochschule ihren Sitz). Er kaufte später in Alt Lülfitz nordöstlich von Belgard an der Persante, wo er auch Ortsvorsteher war, einen Hof, der sich bis 1945 im Besitz der Familie Maaß befand und heiratete dort Ernestine Luise Kaske, die am 24.8.1842 in Alt Lülfitz als Tochter des Bauern Christian Kaske und seiner Ehefrau Wilhelmine geb. Baller geboren wurde. Ernestine brachte einen Lülfitzer Hof mit in die Ehe, der in späteren Jahren bei Maaßens immer als der "andere" Hof bezeichnet wurde.*

Meine Urgroßeltern Eduard & Ernestine Maaß

[Photographien von Frau Helga Wolfgramm geb. Maaß
aus Stolpe freundlicherweise zur Verfügung gestellt]

Eduard und Ernestine hatten sechs Kinder: meinen Großvater Bernhard (*24.11.1867), Elisabeth verehelichte Stieg (sie zog nach Belgard in die Stadt), Erich, der 1903 die ältere Tochter Agathe des Bauern Hermann Manke, Bürgermeister und Amtsvorsteher in Pustchow-Abbau, heiratete und den mütterlichen "anderen" Hof in Alt Lülfitz erbte, Friedrich, welcher mit 24 Jahren an Diabetes starb, Adelheid verehelichte Hohenstein, die nach Berlin zog und Ewald, der am 5.11.1905 die jüngere Tochter Agnes (*18.3.1886) des Bauern Hermann Manke aus Pustchow zur Frau nahm, den väterlichen Hof in Alt Lülfitz übernahm und ihn zur Zeit meiner Kindheit in den zwanziger und dreißiger Jahren bewirtschaftete. Bei der Geburt des ältesten Kindes Bernhard am 24.11.1867 wurde meine Urgroßmutter Ernestine aus mir unbekannten Gründen im Belgarder Kirchenbuch als Albertine Maaß geb. Kaske eingetragen.

Meine Urgroßeltern lebten als Altenteiler zunächst auf dem "mütterlichen" Hof ihres Sohnes Erich in Alt Lülfitz und zogen nach dessen Tod auf den "väterlichen" Hof von Ewald. Ernestine starb dort 1912, Eduard im Dezember 1917.

Hof Maaß in Alt Lülfitz bei Belgard

[Informationen zur Lage der Gehöfte von Herrn Willi Krause
aus Hürup freundlicherweise zur Verfügung gestellt]

Zum Geburtsort meines Großvaters Bernhard Maaß und seiner Geschwister schreibt Fritz Schulze, Redakteur der ehemaligen Belgarder Zeitung ("Presse-Schulze"), nach dem Kriege im Heimat-Rundbrief Aus dem Lande Belgard, Nr. 84, September 1976 auf Seite 8: "Fünf Kilometer von Belgard entfernt, an der Straße vom Stadtholz nach Buchhorst, da liegt das alte Wenden-Runddorf Altlülfitz. In der Mitte des Dorfes stand die einklassige Schule. Die Straßenseite war mit einer Dornenhecke und kleinen Bäumen bepflanzt; rund um die Gehöfte breitete sich ein Wiesenteppich aus. Zum Ort gehörten 30 landwirtschaftliche Betriebe, vier Abbauten, zwei Gasthöfe und eine Schmiede. Da Altlülfitz viele ertragsfähige Wiesen hatte, lieferten die Bauern seit dem Jahre 1898 die Milch an die Molkereigenossenschaft nach Belgard. Im Jahre 1912 wurde der Ort an das Stromnetz der Überlandzentrale Belgard angeschlossen. Am 12. Januar 1920 wurde die gesamte Hoflage des Amtsvorstehers Ewald Maaß durch Kurzschluß eingeäschert. Noch im gleichen Jahre entstand der Bauernhof neu. Durch die Nähe an Belgard wurde Altlülfitz häufig von Spaziergängern (auch Hamstern) aufgesucht und wie gut schmeckte dann bei Rast in ländlicher Luft eine belegte Landbrotstulle mit einem Glas Milch oder auch ein aus drei Eiern mit Schinkenspeck bereitetes Gabelfrühstück zu solidem Preis, der heute garnicht denkbar ist. In kirchlicher Betreuung gehörte Altlülfitz zur St. Mariengemeinde in Belgard. Am 7.3.1945 besetzten die Russen das bis dahin wohlhabende Bauerndorf Altlülfitz und das große Leid begann."
Eleonore Gürge geb. Maaß