Therese Mathilde Franziska Fraedrich geb. Lafin (Lawin) 1857 - 1937 |
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Meine Urgroßmutter Mathilde Fraedrich geb.
Lafin (in meinem Ahnenpaß "Lafin", sonst in der Regel "Lawin"
geschrieben) wurde am 3.12.1857 als Tochter des Gutsinspektors Hermann Friedrich Bogislav Lawin
(1830-1907) und seiner Ehefrau Friederike Johanna Lawin geb. Ratzmann (gest.
1892) in Schmenzin
im Kreis Belgard (etwa 10 km nordöstlich von Groß Tychow) auf
dem Gut der Familie von Kleist
geboren. Sie wuchs in Viverow (Kreis Köslin) auf, wo ihr Vater das Gut für
den Fürsten von Hohenzollern / Sigmaringen verwaltete. Dieses Gut umfaßte
zur Zeit ihrer Jugend die gesamte Fläche der Rodung. Nach der Auflösung
des Gutsbetriebes wahrscheinlich Ende der zwanziger oder Anfang der dreißiger
Jahre (das Gut wurde "gesiedelt") übernahmen vorwiegend ehemalige
Tagelöhner die Siedlerstellen. Herr Joeres als letzter Verwalter des
Gutes übernahm das Verwalterhaus und eine etwas größere
landwirtschaftliche Fläche als die anderen (vielleicht 80 Morgen).
Das von Mathildes Eltern bewohnte Verwalterhaus stand an der Stelle, wo
später die mit Fraedrichs befreundete Familie
Joeres ihren Hof hatte. Meine Urgroßmutter soll fünf Brüder
gehabt haben, von denen zu meiner Zeit nur noch Ernst Lawin,
der Jüngste der sechs Geschwister, lebte, welcher mit seiner Familie
in Greifswald wohnte und zu dem ich während meines
Studiums an der Universität Greifswald im Sommer 1944 häufig
Kontakt hatte (er wurde 1869 geboren und lebte damals als Konrektor im Ruhestand
mit seiner mehr als
Zu den Bewohnern des Hauses Pankniner Straße 10 erinnere ich noch folgendes: Mathilde Scheel, die Schwiegermutter des Hauswirtes Zuther, hatte ein einzelnes Zimmer mit Zugang vom Hausflur im ersten Stock neben der Wohnung ihres Schwiegersohnes. Sie war recht häufig bei meiner Urgroßmutter Mathilde Fraedrich ein Stockwerk höher zu Gast und fertigte währenddessen Spitzentaschentücher in Schiffchenarbeit an, was ich als Kind hier zum ersten Mal sah und dabei vor allem ihre flinken Finger bewunderte. An einem Sonntagvormittag, als sie gemeinsam mit Zuthers die Kirche besuchte, entstand unter ihrem Bett ein Brand, da sie einen Kasten mit einigen bereits angeglühten Kohlen vor dem Kirchgang darunter geschoben hatte. So brannte schließlich auch das Bett, der Rauch zog unter der Tür in den Hausflur und wurde von Horst Fraedrich bemerkt, der gerade aus Berlin bei seinen Großeltern zu Besuch war. Nach einem Anruf beim Küster forderte der Pfarrer die Familie Zuther von der Kanzel herab auf, wegen eines Notfalles sofort nach Hause zurückzukehren. Es gab einen großen Familienkrach und die arme Frau Scheel mußte sich von meinem Vetter Horst auch noch bei einem späteren Besuch in der Pankniner Straße fragen lassen: "Na, Frau Scheel, haben Sie mal wieder Kohlen unter Ihr Bett geschoben?" Von diesem Vorfall berichtet auch Fritz Schulze, Redakteur der ehemaligen Belgarder Zeitung ("Presse-Schulze"), nach dem Kriege im Heimat-Rundbrief Aus dem Lande Belgard, Nr. 85, Oktober 1976 auf Seite 8, wobei seine Schilderung jedoch in verschiedenen Details von meiner eigenen Erinnerung abweicht und vor allem das Verdienst meines Vetters Horst Fraedrich unerwähnt läßt: "Eines der schönsten Wohnhäuser in der Pankniner Straße in Belgard war das Haus Nr. 10. Dieses erwarb im Jahre 1908 der damalige Volksschullehrer, späterhin Rektor an der Hindenburgschule, Franz Zuther. Er verstarb kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges. Sein Sohn Georg ist als Soldat im Osten gefallen. Die Gattin von Franz Zuther, damalige Lehrerin Elsbeth Scheel, flüchtete im März 1945 nach Hamburg, wo sie im gleichen Monat 1958 verstorben ist. Ihre Mutter, Frau Scheel, wohnte in der Pankniner Straße und fand mit zunehmenden Alter Aufnahme bei Familie Zuther. Da ereignete sich an einem Herbstsonntag in der Frühe folgender Vorfall: Oma Scheel hatte ihr Zimmer geheizt und war im Begriff, zur Kirche zu gehen. Zuvor nahm sie zwei der nachgelegten Briketts wieder aus dem Ofen, beträufelte diese mit Wasser und legte sie zu den übrigen in einer Vorratskiste unter dem Bett. Dann trat Oma ihren Kirchgang an. Nach fast einer halben Stunde hatte das glimmende Brikett die anderen entfacht und das Bett in Brand gesetzt. Rechtzeitig bemerkte der Hausherr den Brandgeruch, der aus dem Zimmer der Oma drang. Mit Hilfe der herbeigeeilten Hausbewohner konnte der Zimmerbrand gelöscht werden. In der Marienkirche brachte Küster Romotzki der alten Frau Scheel schonend bei, sie möge besonderer Vorkommnisse wegen sofort nach Hause gehen. Dort hat dann Franz Zuther in schulmeisterischer Art seiner Schwiegermutter, anspielend auf die biblische Geschichte von den sieben törichten Jungfrauen, zu verstehen gegeben, daß ihm diese leichtsinnige Handlungsweise einer zwar betagten, aber doch klugen Dame aufs tiefste erschüttert habe." |
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| Eleonore Gürge geb. Maaß | |||