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| Belgard an der Persante in alten Ansichten 1885-1945 | ||||||||||||
| und in Erinnerungen von Fritz Schulze und Eleonore Gürge geb. Maaß | ||||||||||||
| Teil 1 - Vom Hohen Tor zum Marktplatz | ||||||||||||
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| Der Marktplatz von Belgard mit Marienkirche und
Neuem Rathaus im Jahre 1931 |
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| Junkers Luftbild Luftaufnahme
Fliegeraufnahme Fliegerphoto Fliegerfoto |
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| Blick von Westen auf den Marktplatz und die Heerstraße,
unten rechts die Kleiststraße |
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| Junkers Luftbild Luftaufnahme
Fliegeraufnahme Fliegerphoto Fliegerfoto |
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| Blick aus Richtung Bahnhof nach Osten: rechts
die Gründerzeit-Bebauung an der Friedrichstraße, in der Bildmitte das Kino "Capitol" und die Schloßmühle Bellin, links die Wiesenstraße und dahinter der Mükepark, im Bildhintergrund der Turm der Marienkirche und der Poetensteig mit den Bäumen entlang der Leitznitz |
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| Junkers Luftbild Luftaufnahme
Fliegeraufnahme Fliegerphoto Fliegerfoto |
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| Blick aus Westen vom Alten Friedhof entlang der
Friedrichstraße in Richtung Stadtzentrum, die Lindenstraße mit dem Amtsgericht vorne links, im Hintergrund links der Mükepark, der Marktplatz mit der Marienkirche am oberen Bildrand |
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| Junkers
Luftbild Luftaufnahme Fliegeraufnahme Fliegerphoto Fliegerfoto |
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| Blick von Südosten auf das Stadtzentrum,
links die Kleiststraße bis zur Einmündung Wilhelmstraße, dort an der Ecke Polziner Straße / An der Binning der Rummelplatz (wo wohl gerade ein kleiner Zirkus mit Zelt und einigen Wagen gastiert), am oberen Bildrand der vordere Teil des Stadtholzes und rechts oben die Pankniner Straße |
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| Junkers Luftbild Luftaufnahme
Fliegeraufnahme Fliegerphoto Fliegerfoto |
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| Ansicht aus Richtung Westen: in der Bildmitte
der Schornstein der Parkettfabrik "Germania", ganz links der Schornstein der Belgarder Molkereigenossenschaft |
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| "[....] aus Meyers Konversations-Lexicon,
3. Auflage, 2. Band von 1874, Verlag des Bibliographischen Instituts zu
Leipzig: Belgard, Kreisstadt an der Persante im preußischen Regierungsbezirk
Köslin, Station der Stettin-Kösliner Eisenbahn, von der hier eine
Zweigbahn nach Kolberg abgeht, ist Sitz eines Landratsamtes und Kreisgerichts,
hat ein Schloß, drei Kirchen, ein Progymnasium, eine Dampfschneidemühle,
eine Eisengießerei, ansehnliche Pferdemärkte und (1871) 6303
vorwiegend evangelische Einwohner, darunter |
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| Blick von der Marienstraße auf das Hohe Tor unweit unseres
Hauses, links Textilien Louis Jacoby im mittleren Gebäude der ursprünglich
aus drei Einzelgebäuden bestehenden Bebauung |
Blick durch die Torstraße auf das Hohe Tor in den dreißiger Jahren: links nun der großzügige Neubau von Louis Jacoby (später Textilien Erich Dreyer, der Vater meiner Klassenkameradin Susi) |
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| Blick durch die Torstraße auf das Hohe Tor, links im Eckhaus Torstraße / Mauerstraße (das Gebäude mit dem Türmchen) hatte zu meiner Zeit Bäcker Papke sein Geschäft |
Blick von der Marienstraße auf das Hohe Tor, der Torbogen im rechts direkt an das Tor angebauten Haus ermöglichte Fußgängern den Durchgang in Richtung Wilhelmstraße |
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| Ganz links Bäckerei Papke, links direkt neben dem Hohen Tor das Milchgeschäft Ewald Guse, rechts im Eckhaus Torstraße / Mauerstraße befand sich Ende der dreißiger Jahre ein Gemüsegeschäft |
Blick durch das Hohe Tor in Richtung Wilhelmstraße.
Die Tür rechts führte über eine Treppe in einen großen
Raum über dem Torbogen, in dem bis Anfang der dreißiger Jahre das Heimatmuseum untergebracht war, bevor es in das Alte Rathaus verlegt wurde. Zu meiner Zeit als Jungmädel beim BDM (ab 1935) fanden hier zeitweise die Heimabende statt. |
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| Die Torstraße in den dreißiger Jahren: Im Gebäude rechts vom Hohen Tor befand sich ein Fahrradladen, wo ich manchmal Ventile gekauft und während des Krieges, als mein Vater und unsere Angestellten zur Wehrmacht eingezogen waren, mein Fahrrad auch einmal zur Reparatur gegeben habe. |
Die Torstraße vor 1914 | |||||||||||
| "Im Gedenken an Eheleute Laser. Zu den gutbürgerlichen Einwohnern unserer Persantestadt gehörten damals Franz Laser und Frau Auguste geb. Spintig. Laser wurde am 30. September 1882 in Neustettin geboren, erlernte im elterlichen Betrieb das Klempnerhandwerk und verbrachte seine Gesellenjahre in Harzburg. In Goslar heiratete er im Jahre 1910 die am 15.1.1884 in Langelsheim geborene Auguste Spintig. Nach seiner 1886 [?] abgelegten Meisterprüfung zog es den eifrigen Jungmeister nach Belgard, wo er sich in der Friedrichstraße einen eigenen Betrieb einrichtete. Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges hinderte an der weiteren friedlichen Entwicklung. Franz Laser leistete damals mit Gott für König und Vaterland von 1914 bis 1918 seinen Wehrdienst bei der Kaiserlichen Kriegsmarine. Als einen flotten 'Blauen Jungen' sah man ihn während dieser Zeit auf Heimaturlaub in Belgard. Nach dem Kriege war er von 1918 bis 1924 Betriebsleiter bei der Belgarder Flachsfabrik. Als dann am Hohen Tor ein Neubau mit zwei modernen Läden entstand, wurde Laser wieder selbständiger Geschäftsmann und Inhaber der bekannten Fahrradhandlung mit Werkstätte am Stadttor. Seitdem war er eifriges Mitglied des Marinevereins und des Radfahrer-Clubs Belgard 1893. Franz Laser ist nicht alt geworden. Nach längerer Krankheit verstarb er 57 Jahre alt im Juni 1939. Seine Ehefrau überlebte ihn um 31 Jahre. Diese wurde 1946 aus Belgard ausgewiesen, wohnte bis 1957 in Osterode / Harz, zuletzt bei ihrer Tochter Annelie in Warmsroth bei Bingen. Hier ist Frau Laser am 24. Februar 1970 hochbetagt mit 86 Jahren sanft entschlafen." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 9, Juni 1970, Seite 4] | ||||||||||||
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| Das Hohe Tor von der Marienstraße aus gesehen (Ende der dreißiger Jahre) |
Der Strillengang an der ehemaligen Stadtmauer unweit unseres Hauses, wo ich als Kind manchmal spielte, links die Rückseite der Gebäude an der Mauerstraße gegenüber unserer Torausfahrt, im Hintergrund die Haube des Hohen Tores (Aufnahme vor 1914) |
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| Die Torstraße von der Wilhelmstraße aus gesehen,
auf der rechten Seite hinter der Einmündung der Wallstraße das Haus von Patentante Ilse Schwedersky (Aufnahme vor 1914) |
Die Torstraße einige Meter weiter in Richtung Hohes
Tor, nach dem Gebäude rechts die Einmündung der Wallstraße,
im Haus links Böttchermeister |
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| Die Torstraße von der Ecke Wallstraße aus gesehen, rechts vorne das Haus meiner Patentante Ilse Schwedersky (Aufnahme aus den dreißiger Jahren) |
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| Blick in der Wilhelmstraße in Richtung Leitznitz bzw. Luisenstraße: links das Eckgebäude an der Einmündung zur Torstraße mit der Fleischerei Otto Ehlert, wo auch meine Mutter einkaufte und ich manchmal in Schüsseln Grieben und süße Blutwurst holte, die es bei uns zu Pellkartoffeln gab; auf der gegenüberliegenden Seite der Wilhelmstraße war zu meiner Zeit ein Lebensmittelgeschäft (Aufnahme vor 1914) |
In der Wilhelmstraße: Der Betrachter ist einige Meter in Richtung Kleiststraße zurückgetreten, auf der rechten Straßenseite weit im Hintergrund "Karows Saal" (Aufnahme vor 1914) | |||||||||||
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| Die Wilhelmstraße einige Gebäude weiter zurück in Richtung Kleiststraße, links vor dem Eckgebäude die Einmündung zur Torstraße (Aufnahme vor 1914) |
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| Die Wilhelmstraße mit Blick in Richtung Polziner Straße, acht Gebäude weiter die Einmündung zur Torstraße. In einem der ersten Häuser auf der rechten Straßenseite entdeckte ich als Kind in einem kleinen Gemüseladen einen unserer Kachelöfen wieder, der nach dem Einbau einer Zentralheizung in unserer Wohnung dorthin verkauft worden war (Aufnahme vor 1914). |
In der Wilhelmstraße einige Häuser weiter in Richtung Polziner Straße: links das "Konzerthaus Paul Maass", später "Karow" oder "Karows Saal" (Aufnahme um 1900). Hier fanden die großen Feiern der lokalen Vereine, Bälle, Jubiläen und gelegentlichen Theateraufführungen statt, auch die Tanzstunden für uns Jugendliche wurden hier im Krieg von einem Tanzlehrer erteilt, der aus Kolberg mit der Bahn anreiste. | |||||||||||
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| In der Wilhelmstraße mit Blick in Richtung Polziner Straße, links "Karows Saal" (Aufnahme vor 1914) | Das Hospital an der oberen Wilhelmstraße kurz vor der Brücke über die Leitznitz (im Hintergrund) | |||||||||||
| "Gedenken an Opa Buchholz. Er war ein gutherziger, biederer Bürger unserer Persantestadt, dessen einjähriger Todestag der 7. Mai ist. Hochbetagt, 84 Jahre alt, fand der Sattlermeister Rudolf Buchholz neben seiner am 3.5.1954 in Gestorf beerdigten Ehegattin seine letzte Ruhe. 1904 begann er seine berufliche Tätigkeit bei Sattlermeister Albert Ristow im Hause Schmieder in der Gartenstraße. Nach der im April 1906 in Stettin abgelegten Meisterprüfung und am 15. Mai des gleichen Jahres erfolgten Eheschließung mit Tochter Emma des Hofbesitzer Bonow aus Kordeshagen, übernahm Buchholz dann pachtweise den Ristow'schen Betrieb. Nach dem Brande im Hause Ristow im Jahre 1910 erwarb Rudolf Buchholz das Haus Wilhelmstraße 52 und richtete dort eine Werkstätte mit Laden ein. Aus dem ersten Weltkrieg kehrte er als Unteroffizier mit dem EK II zurück. 1933 wurde Buchholz Obermeister der Sattler- und Tapezierer-Innung Belgard und blieb bis zum Jahre 1945 letzter Obermeister dieser Innung. Buchholz gehörte ferner seit 1936 dem Stadtparlament an, war Mitbegründer des Artillerievereins und ein beliebter Schützenbruder. Im Sommer 1947 erfolgte die Ausweisung aus dem ihm liebgewesenen Belgard nach Schwerin / Mecklenburg zu seiner Tochter Ilse. Im Jahre 1950 siedelte Buchholz nach Gestorf zu seinem Sohn Gerhard über, wo vier Jahre später seine Lebensgefährtin verstarb. Ein noch ruhiger Lebensabend folgte dem arbeitsreichen Leben dieses Mannes, bis er nach kurzem Krankenlager in die Ewigkeit abberufen wurde." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 8, Mai 1970, Seite 5] | ||||||||||||
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| Die Petrikirche an der Wilhelmstraße, links die Stadtmauer und die Gartenstraße |
Nach dem Gottesdienst | |||||||||||
| Zum Gottesdienst in der Petrikirche anläßlich der Beerdigung meines Großvaters Bernhard Maaß schreibt Fritz Schulze: "Es war bei der damaligen Trauerfeier für den verstorbenen Kaufmann Bernhard Maaß, Marienstraße. Die Petrikirche war fast überfüllt, denn an diesem Nachmittag war viel Landvolk in die Stadt gekommen, um von dem beliebten Kaufmann Abschied zu nehmen. 'Wir singen zu Beginn unserer Trauerfeier', so sagte Superintendent Zitzke, 'Was Gott tut, das ist wohlgetan!' Wie üblich kurzes Orgelvorspiel. Sofort sang ein Bauer laut mit, worauf ihm sein Nachbar mit dem Finger vor dem Mund andeutete, er solle schweigen. Der Einzelsänger war plötzlich still, jedoch fragte laut: 'Wat schal ick?' Darauf der andere: 'Du schalst dat Mul hulle!' Auf diese Zurechtweisung blieb er verstummt. Erst auf dem Friedhof war die markante Stimme wieder zu hören." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 1, Oktober 1969, Seite 3] | ||||||||||||
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| Die katholische Kapelle in der Wilhelmstraße, ehemals Remise eines Schmiedemeisters |
Das Innere der katholischen Kapelle (Andachtsraum von 1915 bis 1921) |
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| Zum Hohen Tor in Belgard: "In den mir übersandten Briefen gedachte man wehmütig des Stadtteils um das alte Wahrzeichen und es bewahrheitete sich der Sinnspruch: 'Eher schätzet man das Gute nicht, als bis man es verlor!' - Eine Leserin schreibt: 'Könnte unser Stadttor erzählen von all dem Geschehen seit seiner Entstehung bis heute, es gäbe darüber ein Buch wohl annähernd der Bibel, so inhaltsreich und stark.' - Rundbrief-Leser Walter Teske, 3436 Hessisch Lichtenau 2, Hollenbachstraße 13: 'Familie Bürstenmacher Paul Hinz war Mieter im Hause Mauerstraße neben dem Stadttor. Es gehörte seit 1900 meinem Vater, dem Schuhmachermeister Fritz Teske. Ich als sein Sohn habe es am 1. Januar 1935 mit Torstraße 15 übernommen.' Interessant auch eine Mitteilung von Rundbrief-Leser Erwin Ehlert, 7073 Lorch / Württemberg, Gmünderstraße 27: 'Unmittelbar hinter dem Hohen Tor lag Haus Torstraße 15, in dem ursprünglich eine Sattelkammer des in Belgard stationierten Militärs war. Dies Haus ließ mein Großvater abreißen und durch einen Neubau ersetzen, in dem sich Schuhhaus F. Teske etablierte. Die Häuser Mauerstraße 2 und Torstraße 15 waren früher im ersten Stock miteinander verbunden und hatten einen gemeinsamen Hof. Ab 1920 war nach Mieter P. Hinz im Laden Mauerstraße 2 bis 1945 Kolonialwarenhändler Ewald Guse'." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 76, Januar 1976, Seite 4] "Gedenkminute. Zum 30jährigen Todestag am 17. Dezember 1975 an Kaufmann Otto Potschka, der auf der damaligen Flucht von Belgard in Löcknitz (DDR) im Alter von 61 Jahren verstarb und dort beerdigt wurde. [....] der von 1909 bis 1919 in der Marienstraße 2 eine Druckerei im Besitz hatte und später von 1924 bis 1938 in seinem Hause Torstraße 4 ein Farben-, Tapeten- und Sportartikelgeschäft innehatte. Die mit Stolz getragene Sängerschleife der Liedertafel 1852 bekundet, daß Otto Potschka außer einem ruhigen Petrijünger auch ein begeisterter Sangesbruder war." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 75, Dezember 1975, Seite 8] "Teilansicht der Torstraße in Belgard mit dem zur Hälfte zu sehenden Stadttor, Haus Bürstenmacherei P. Hinz, Eingang zur Mauerstraße, die um den inneren Stadtkern führte, Haus der Bäckerei Paul Papke und das angrenzende Haus mit Textilgeschäft von Louis Jacoby, vielfach 'Mäuschen' genannt." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 75, Dezember 1975, Seite 8] | ||||||||||||
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| Blick von der Marienstraße auf das Hohe Tor (Aufnahme vor 1914) |
Das Hohe Tor aus Richtung Wilhelmstraße gesehen (vor 1914) |
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| Die Pfarrhäuser in der Karlstraße: 1. Superintendent Zitzke, 2. Pfarrer Wendt, die Bewohner des letzten Pfarrhauses sind mir nicht bekannt |
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| "Belgard hatte damals zwei Drechslerbetriebe: Manske und Klemp in der Karlstraße. Dieser Handwerkerberuf scheint heute fast ausgestorben. Hiermit bringe ich nun Franz Manske in Erinnerung, der am 21. Januar 1950 in Mahlow bei Berlin gestorben ist. Er wurde am 20.5.1870 in Silesen geboren und war mit Bertha geb. Nemitz verheiratet, die am 20. Dezember 1956 in Düren verstarb. Manske, ein gemütlicher, nationalgesinnter Mann, war in Belgard durch seine vielen Ehrenämter eine geschätzte Persönlichkeit. Dadurch, daß er der Handwerkskammer, dem Stadtparlament und dem Gemeindekirchenrat angehörte, Bezirks-Schiedsmann und im Vorstand der Schützengilde, Kriegerkameradschaft und Freiwilligen Sanitätskolonne war, hatte sein Name einen Belgarder Klang. Oft weilte ich in seiner Kunstwerkstätte und sah der Anfertigung von Bett-, Sofa- und Kommodefüßen, Spinnrädern, Fahnenspitzen, kugelartigen Verzierungen für Wanduhren, Pfeiffenköppen und sonst üblichen Holzschnörkeleien zu. Für Sommerfeste der Schulen und Vereine fertigte Manske die großen Holztauben mit zerlegbaren Gliedteilen an, die auf hohen Stangen befestigt, dann mit kleinen Keulen von den Kindern abgeworfen wurden." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 17, Februar 1971, Seite 6] | ||||||||||||
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| Blick vom Eingang des Maaßschen Geschäft
durch die Marienstraße Richtung Marienkirche: ganz links im Eckgebäude
zur Heerstraße Friseur Runge (er kam zu uns ins Haus und schnitt meinem
Urgroßvater Karl Fraedrich Haare und Bart), Else Müllers
Haus, Drogist Troike und ein Tabakwaren-geschäft, rechts das Eckhaus
zur Torstraße Textilwaren Jacoby (später Textilien Erich Dreyer,
Vater meiner Klassenkameradin Susi), am Ende der Straße
das Pfarrhaus von Superintendent Zitzke |
Blick vom Eingang zu Kolonialwaren Bernhard Maaß durch
die Heerstraße auf das Alte Rathaus am Markt: Zu meiner Zeit befand
sich im Eckhaus Heerstraße / Marienstraße vorne links das Geschäft
Haushaltswaren Erwin Steinbach, daneben Bäcker Sellnow, rechts im Eckhaus
zur Marienstraße Friseur Runge (Eingang nicht mehr im Bild), im Gebäude
nach der Einmündung der Speicherstraße Fleischer Pieper (das
Geschäft mit der Markise) |
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| "'Meine Jugend gehörte dem liebenswerten Belgard', das schreibt Rundbriefleser Karl Beihl aus 24 Lübeck, Wakenitzstraße 2. Im Jahre 1894 in Bad Polzin geboren, besuchte er ab 1903 das Belgarder Gymnasium und hatte 1914 seine Lehre bei Kaufmann Bernhard Maaß beendet. Seine Eltern bewohnten damals das letzte Haus in der Pankninerstraße 6 und verkauften es im Jahre 1911 an Lehrer Zuther. Auf dem Wege nach Groß Panknin stand früher eine Wollspinnerei; sonst gab es hier nur Felder und Wiesen. Unvergeßlich sind Karl Beihl die schönen Tanzstunden in Falks Gesellschaftshaus und die Wanderungen nach Siedkow, Boissin und Redlin. Wohl hatte er begriffen, daß zur damaligen Zeit Lehrjahre keine Herrenjahre waren; denn bis um 1910 waren die Geschäfte meistens bis 9 Uhr abends geöffnet. Aber der Sonntag gehörte dann der Jugend. Die langen Arbeitstage der Woche waren vergessen, wenn nach erholsamen Spaziergängen in der herrlichen Umgebung unserer Persantestadt abends noch etwas getanzt wurde. Nach Teilnahme am Weltkrieg 1914/18 beim Füsilier-Regiment 34 fand unser Landsmann Karl Beihl ab 1919 seine Lebensaufgabe im Ostseebad Kolberg." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 22, Juli 1971, Seite 8] | ||||||||||||
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| Der Marktplatz mit Marienkirche, Neuem Rathaus
und Gefallenendenkmal, so wie ich ihn aus meiner Kindheit in Erinnerung habe (Aufnahme von Anfang der dreißiger Jahre) |
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| Wappen der Stadt Belgard an der Persante | Magistrat der Stadt Belgard (Siegelmarke der Stadtverwaltung) |
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| Der Marktplatz und die Marienkirche um die Jahrhundertwende: im Vordergrund rechts das 1898 eingeweihte Denkmal für Kaiser Wilhelm I., im Hintergrund links neben der Kirche Hotel Deutsches Haus J.S. Prinz und das Markt- Restaurant Carl Noeske (beide 1917 abgebrannt) |
Blick aus Richtung Marienkirche auf das Kaiser Wilhelm I.-Denkmal: ganz links Apotheke Maaß (später Münkner), im Hintergrund das Alte Rathaus mit Uhrturm, vorne rechts Hotel Remus (Aufnahme vor 1914) |
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| Kaiser Wilhelm I.-Denkmal mit Altem Rathaus im Hintergrund, ganz links Hotel Richard Wolter (bis 1902 Ottows Hotel), rechts daneben Textilien Ida Stahnke und Apotheke Maaß (später Münkner) (Aufnahme vor 1914) |
Blick über den Marktplatz auf die Ecke Heerstraße
/ Poststraße, rechts Hotel Wolter (bis 1902 Ottows Hotel), daneben Haushalts- und Eisenwaren Malte Hahn (Aufnahme vor 1914) |
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| Der Marktplatz und die Marienkirche an einem Markttag vor 1914: links das 1898 eingeweihte Denkmal für Kaiser Wilhelm I., im Hintergrund Hotel Deutsches Haus J.S. Prinz und das Markt-Restaurant Carl Noeske (an dessen Stelle von 1923 bis 1926 das Neue Rathaus gebaut wurde) | Der Marktplatz in Belgard mit Marienkirche und dem Denkmal für Kaiser Wilhelm I., davor eine erbeutete Kanone |
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| Marienkirche und Denkmal für Kaiser Wilhelm I. | Der gleiche Blick aus einer anderen Perspektive | |||||||||||
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| Blick von der gegenüberliegenden Marktseite auf das Denkmal für Kaiser Wilhelm I., rechts das Alte Rathaus, links Hotel Wolter (Aufnahme vor 1914) | ||||||||||||
| Zum Markt in Belgard und dem Ehepaar
Schulze, die als Pensionäre in den dreißiger Jahren bei uns
im Haus Marienstraße 15/16 wohnten: "Auf dem Belgarder Wochenmarkt,
der mittwochs und sonnabends abgehalten wurde, ging es immer lebhaft zu.
[....] vor uns der Obst- und Gemüsestand der Eheleute Schulze, jedoch
war Paula die Seele des Geschäfts. Wir Schuljungen stöberten oft
zwischen den Marktständen umher, um 'billig' etwas zu ergattern. Als
wir bei Gemüsefrau Paula für 20 Pfennig angestoßene Äpfel
forderten, meinte diese: 'Ich habe noch keine Zeit zum Anstoßen gehabt,
kommt morgen vormittag ins Geschäft in der Friedrichstra- |
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| Die Marktseite nach der Brandkatastrophe von 1917 | Die Nordostseite des Marktplatzes in den dreißiger Jahren, rechts das 1923/26 erbaute Neue Rathaus |
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| "Held des Tages der Brandkatastrophe im August
1917. Es war im dritten Kriegsjahr des Ersten Weltkrieges, genau gesagt
am 18. August 1913. Ein Hochsommertag mit fast unerträglicher Hitze.
Die Schuljugend erfreute sich der großen Ferien. Alt und jung suchte
Abkühlung an der Persante. Manche Kinder hatten ihren eigenen Sport,
indem sie barfuß hinter dem großen roten Sprengwagen stolzierten,
der an heißen Tagen mehrmals durch die Hauptstraßen der Stadt
fuhr. Sonst war es still und die Stadt wie ausgestorben. Jeder suchte Ruhe
und Schatten. Dieser stille Nachmittag wurde dann plötzlich durch die
bekannt erbärmlichen Tuthörner der Freiwilligen Feuerwehr unterbrochen.
Küster Romotzki eilte aus seinem kleinen Haus an der Ritterstraße
zur nahen Marienkirche und gemeinsam mit dem inzwischen dort angelangten
Kirchendiener Knitschak aus dem Hause Haserich am Markt schlug man im Turm
die große, dumpf tönende Feuerglocke an. Schnell wie immer, das
muß gesagt werden, sah man unsere Feuerwehrleute zu ihrem Depot in
der Marienstraße eilen. Dorthin kamen auch sehr bald die zum Feuerlöschdienst
laut Ortsstatut verpflichteten Ackerbürger mit ihren Pferden und schon
trabten die ersten mit den Kübelwagen hin zum Leitznitzbach. Der gerade
unterwegs gewesene Sprengwagen machte eine Kehrtwendung und im Tempo gings
zum Brandherd. In den Hintergebäuden des an der einen Marktseite gelegenen
Hotels 'Deutsches Haus', Inhaber Jakob Prinz, war Feuer ausgebrochen, welches
sich infolge der sommerlichen Hitze und bei den leichten Fachwerkbauten
schnell ausbreitete. Die damals wohl noch mit keiner Brandmauer versehenen
Nachbargebäude der Bäckerei, Holz- und Buchhandlung Wahrendorff
waren somit in höchster Gefahr. Wie üblich bei jedem Brand, waren
auch hier hundertfach mehr Schaulustige als Helfer bei Gefahr. Freilich
bot der Marktplatz eine ideale Zuschauertribüne für solche Menschen,
der dann in kurzer Zeit für einige Tage immer dicht belagert war. Da
brach sich plötzlich ein Mann durch die Menge Bahn und hatte im Nu
eine Anzahl Gymnasiasten um sich. Auf ein Kommando stürmte er mit den
Jugendlichen in die hinteren, schon stark verqualmten Gebäude, aus
dessen Dachluken bereits kleine Feuerzungen emporloderten. Auf dem Boden
eines Hofgebäudes lagerten u.a. lose Getreidevorräte, die der
Hotelbetrieb für seine eigenen Pferdegespanne und auch für solche
von Gästen benötigte. Man muß bedenken, daß es damals
noch mehr Kutsch- und Reisewagen gab als Autos. Hastig wurden von den freiwilligen
Helfern viele Säcke mit Korn gefüllt und mittels der noch unversehrt
gebliebenen Rutschbahnen ins Freie befördert. Tiere konnten zuvor gerettet
werden. Dann ging es, soweit wie möglich, an die Bergung der Mehlvorräte,
die in Doppelzentner gesackt, in der angrenzenden Bäckerei Holz lagerten.
Indes wurde . Lage immer bedrohlicher. Unter der Zuschauermenge stand bangend
die Ehefrau des Mannes, der sich nun mit den jungen Menschen in höchster
Gefahr befand, denn jede Minute drohte das Dachgebälk einzustürzen.
Da kamen auch schon die Gymnasiasten aus ihrer gefährlichen Lage heraus,
beladen mit einige den Flammen entrissenen Gegenständen. Schon hatte
sich das Feuer auf die vorderen drei Gebäude ausgedehnt. Beißender
Qualm erfüllte die Luft im weiten Umkreis des Marktes. Da kam als Letzter,
durchnäßt und vom Rauch gekennzeichnet, der hilfsbereite Reinhard
Schuster ins Freie. Er galt von diesem Moment an als der Held des Tages.
Es war der Tag, an dem er als damaliger Fronturlauber besuchsweise in Belgard
weilte. Diesen Urlaubstag hat Reinhard Schuster, der in Herborn (Dillkreis)
geboren und dort im Jahre 1933 verstorben ist, in steter Erinnerung behalten.
Auch seine Gattin, die eine Tochter des damaligen Gastronomen Hugo Meybem
ist, erinnert sich heute noch mit Stolz ihres stets hilfsbereit gewesenen
Mannes." [Aus dem Lande Belgard, |
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| Neues Rathaus, Marienkirche und Marktplatz mit Gefallenen-Denkmal
(Ende der zwanziger Jahre) |
Die gleiche Ansicht vor dem Ersten Weltkrieg, hier noch mit dem Denkmal für Kaiser Wilhelm I. |
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| "Dadurch, daß der Rundbrief jeweils in der Mitte des Monats und nicht zum Monatsersten erscheint, war es mir nicht vergönnt, meine Leser 'in den April zu schicken'. Bekanntlich war dieser Scherz daheim üblich und wurde allgemein, natürlich stets harmlos, sogar von der Presse angewandt, auch heute noch. Entweder hatte damals der 'Seeger' den Goldfisch- und Karpfenteich seines 'Persanteschlößchen' ausgerechnet am 1. April zur Reinigung abgelassen und verschenkte nun in großzügiger Weise seinen Fischbestand, oder viele Einwohner suchten an diesem Tage den Stadtsekretär Gustav Ristow im alten Rathaus auf zum Empfang eines Gutscheines, mit dem sie dann hingehen konnten wo sie wollten, oder die Fahrzeughandlung Franz Laser am Hohen Tor fühlte sich an diesem Monatsersten veranlaßt, an alle Besitzer motorisierter Fahrzeuge unentgeltlich Luft und Wasser zu spenden. Und welch' ein Andrang überall, Sie glauben es kaum! Aber ich erwähnte bereits, in Belgard war immer was los. Übrigens machte auch damals schon der April was er will, genau wie heute. Aber Geduld, liebe Leser, bis zum Wonnemonat Mai ist es nicht mehr weit." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 7, April 1970, Seite 1] | ||||||||||||
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| Der Marktplatz Ende der zwanziger Jahre: links ein Zigarrengeschäft, Neues Rathaus (erbaut 1923/26), Haushaltswaren Erwin Steinbach (im Neuen Rathaus, später Ecke Heerstraße / Marienstraße), Marienkirche, Kolonialwaren Manke, Textilien Erich Dreyer, ein Korsettgeschäft | Der Marktplatz in der ersten Hälfte der dreißiger Jahre: links die Ratsapotheke, ein Zigarrengeschäft, Neues Rathaus mit Stadtsparkasse, Marienkirche, Kolonialwaren Manke, Textilien Erich Dreyer, ein Korsettgeschäft, Uhrmacher Burzlaff | |||||||||||
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| Marienkirche und Neues Rathaus Mitte der dreißiger Jahre, das Gefallenen-Denkmal ist bereits entfernt. | Der Marktplatz von Belgard in der zweiten Hälfte der
dreißiger Jahre, die alten Gaslaternen sind nun durch elektrische
Beleuchtung ersetzt (ganz rechts das Villnowsche Haus) |
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| Der Nordost-Seite des Marktes mit Marienkirche,
Neuem Rathaus und Gefallenendenkmal (Aufnahme zweite Hälfte der zwanziger Jahre) |
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| "Neun Jahrzehnte vollendete am 4. September 1971 Frau Maria Henning, die ihren Lebensabend in der Familie des Innenarchitekten Erich Henning nebst Gattin Irmgard geb. Pieper in 4048 Grevenbroich am Niederrhein, Schneidweg 32, verbringt. Maria Henning, einst Obermeisterin des Damenschneiderhandwerks, hatte ihr Atelier im Villnowschen Hause am Markt neben Buchhandlung Theodor Heller. Von ihrem damaligen Temperament, freundlichem Wesen, elastischem Gang und ihrer Arbeitsfreudigkeit hat die betagte Belgarderin nichts eingebüßt. Ich wünsche fernerhin alles Gute." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 24, September 1971, Seite 2] | ||||||||||||
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| Der Marktplatz Ecke Kirchstraße / Ritterstraße
Ende der dreißiger Jahre: links ein Lederwaren- geschäft, die
Ratsapotheke, ein Zigarrengeschäft und das Neue Rathaus mit Stadtsparkasse |
Der Marktplatz mit Blick auf die Bebauung Ecke Heerstraße
/ Poststraße (nach 1938): Eckhaus Heerstraße Papierwaren Heller,
gegenüber Textilien Günther Drucker (später Textilwaren Ritter),
Ecke Poststraße Kolonialwaren Walter Beyer, rechts Haushalts- und
Eisenwaren Malte Hahn |
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| "[Seinen] 55. [Geburtstag] feierte am 13. Dezember 1975 Tischlermeister Erich Henning in 4048 Grevenbroich, Schweidweg 32, früher Belgard, Poststraße 5/6. Nach seiner Lehrzeit in Kolberg und Gesellenzeit in Berlin besuchte er die Höhere Fachschule für Möbelbau und Innenarchitektur. Zu seinen Facharbeiten in Belgard sei erwähnt: Foyer im Lichtspielhaus, Tanzpavillon im Cafégarten Langjahr, Inneres der Schwimmbadhalle und Hindenburgschule. Henning gehörte der Meisterprüfungskommission für das Tischlerhandwerk im Regierungsbezirk Köslin an. Nach seiner Militärzeit landete er im Kölner Raum, wo er über 20 Jahre einen Spezialbetrieb leitet. Er beabsichtigt, am 1. Januar 1976 in den Ruhestand zu gehen. Seit 22. Oktober 1935 ist unser Belgarder Junge mit Irmgard geb. Pieper, Tochter des damaligen Fleischermeisters Pieper, überaus glücklich verheiratet." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 75, Dezember 1975, Seite 7] | ||||||||||||
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| Der Markt Ecke Dienerstraße / Heerstraße 1932: links Haushalts- und Eisenwaren Malte Hahn, Hotel (Richard) Wolter (früher Ottows Hotel), Textilien Ida Stahnke, Apotheke Münkner (früher Maaß), im Eckgebäude hinter der Einmündung Dienerstraße ein größeres Möbelgeschäft, übernächstes Geschäft Haushalts- und Spielwaren Walter Maaß und ein Lederwarengeschäft, rechts das Alte Rathaus | Blick auf das Alte Rathaus vor 1914, links Ottows Hotel (später Hotel Wolter) |
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| "Belgarder Adler-Apotheke lebt in Rethen
weiter. 50jähriges Berufsjubiläum Pharmazierat Dr. Heinrich Münkner,
früher Belgard. Dieses seltene Apothekerjubiläum beging kürzlich
Dr. Heinrich Münkner, |
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| Der Marktplatz Ecke Dienerstraße / Heerstraße
in den dreißiger Jahren, ganz rechts im Alten Rathaus der Eingang zu Heimatmuseum und Volksbücherei |
Exakt dieselbe Aufnahme der Ecke Dienerstraße / Heerstraße, jedoch die gesamte rechte Seite mit Marktplatz und Altem Rathaus ausgetauscht und die Benzinzapfsäule links vorne wegretuschiert (Photomontage für Hotel Wolter?) |
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| Die westliche Marktseite mit Altem Rathaus, am Ende der Heerstraße das Haus von Drogerie Rasinski. Das ehemalige Rathaus mit seiner steinernen Vortreppe an der Marktseite ist mir sowohl aus den Kriegsjahren, in denen wir Schülerinnen mehrmals das dort untergebrachte Heimatmuseum besuchten oder ich für meine Mutter Bücher aus der städtischen Volksbücherei entlieh, recht vertraut. So wollte ich mich dann im Jahr 1945 auch einmal vor dem Zugriff russischer Soldaten, die regelmäßig Deutsche als Arbeitskräfte - etwa für die Pflege des russischen Friedhofes in der Körliner Straße - wahllos von der Straße aufgriffen und auf dem Marktplatz sammelten, dort verstecken. Dabei entdeckte mich eine Frau und wollte mich aus einem Ziegenstall an der Hofseite, in dem ich Unterschlupf gesucht hatte, rauswerfen. Es gelang mir aber doch, zumindest so lange dort zu bleiben, bis die von den Russen auf dem Markt zusammengetriebenen deutschen Frauen und Mädchen zur Arbeit abmarschiert waren. | ||||||||||||
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| Das Alte Rathaus aus einer ungewöhnlichen Perspektive: Blick von der Dienerstraße auf die Heerstraßenseite des Gebäudes mit dem Eingang zum Ratskeller, den ich zu deutscher Zeit nie besucht habe, und in den ich während einer unserer Reisen nach Belgard im Jahre 1992 nur einmal kurz hineingeschaut habe. | Der Eingang zum Ratskeller im Alten Rathaus von der Heerstraße aus |
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| Neues Rathaus und Marienkirche im Schnee, davor der Weihnachtsbaum aus dem Stadtholz (Aufnahme Ende der dreißiger Jahre) |
Weihnachten in Belgard, links noch das Gefallenendenkmal von Wilhelm Otto (Aufnahme Anfang der dreißiger Jahre) |
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| "Es war einmal.... 'Alle Jahre wieder' -
So sangen wir einst am Heiligabend in der Belgarder St. Marienkirche. An
seiner geliebten Barockorgel begleitete Kantor Albrecht Reichelt dieses
schöne Weihnachtslied. In allen Schulen wurde es in der Adventszeit
immer fleißig geübt. Und in den Abendstunden des 24. Dezember
erklang in den stillen, verschneiten Straßen der Persantestadt diese
einfache, aber eindrucksvolle lodie, gespielt von der unermüdlichen
Stadtkapelle Ernst Klemz. Nicht traurig sein um dies, was einst gewesen,
sondern dankbar und glücklich wollen wir sein, es freudvoll erlebt
zu haben." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 39, Dezember 1972, Seite 3] "Liebe Belgarder! Mit diesem Titelbild rufe ich wehmütige Erinnerungen an Heiligabend in Belgard wach. Damals erstrahlte mit Beginn der Dämmerung vor dem Kriegerdenkmal auf dem Marktplatz der größte Tannenbaum aus dem Stadtholz. Stille und eine festliche Stimmung beherrschte dann dieses sonst geschäftige Viereck. Aus der ehrwürdigen St. Marienkirche drangen Orgelklänge, die unser unermüdliche Kantor Reichelt in kurzen Zeitabständen ertönen ließ, bis Glockengeläut die Gemeinde, oft bei tiefem Schnee und grimmiger Kälte, zur Christmette rief. Indes hörte man aus der Ferne Weihnachtslieder, die unsere Stadtkapelle Ernst Klemz in einzelnen Stadtteilen spielte. Oft sah man emsig einen Weihnachtsmann in ein Haus huschen. Überall flackernder Kerzenschein, fröhliche Kinderstimmen und Gesang alter und junger Menschen. Ach seien wir heute dankbar, einst solche stille und heilige Nacht in Frieden und Eintracht erlebt zu haben - Welt ging verloren, Christ ist geboren." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 51, Dezember 1973, Seite 1] "Erinnern Sie sich als immer am 24. Dezember zur mitternächtlichen Stunde vom verschneiten Turm der Belgarder Marienkirche Weihnachtslieder geblasen wurden und in der Frühe des Neujahrstages von der gleichen Stelle der Choral 'Nun laßt uns gehn und treten, mit Singen und mit Beten zum Herrn, der unserm Leben, bis hierher Kraft gegeben', erklang? Es war der Posaunenchor des evangelischen Jünglingsvereins, der sich dieser schönen, zugleich auch mühevollen Aufgabe gestellt hatte. Ach ja, uns wurde viel geboten, wir haben so manches Gute gehabt. Darum wollen wir nicht nur klagen, was alles wir verloren, sondern dankbar sein, daß wir viel Gutes erleben durften." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 87, Dezember 1976, Seite 3] |
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| "Zum 25. Todestag von Richard Wolter: Ottows
Hotel im Glanze der Vergangenheit. Am 26. Januar ist der "Turbulenter Abend in Wolters Hotel: Die kürzlich in Berlin beendete 'Grüne Woche' gibt mir Veranlassung, einiges von den damaligen Belgarder Vorbereitungen für das seit jeher traditionelle Ereignis zu berichten. Gerade für Pommern mit seinen gutsituierten Gütern und bekannten Erzeugnisfirmen in vielen Städten war die 'Grüne Woche' immer 'dasjenige, welches....' Ob nun die Pommersche Saatzuchtgenossenschaft, Belgarder Samendarre Theil oder landwirtschaftlicher Einkaufsverein, alles war mit der Grünen Woche verwandt oder verschwägert. Natürlich gehörten dazu auch die 'Schlachtenbummler', und ihrer, allein schon aus dem Kreise Belgard, waren bestimmt nicht wenig. So hatte die Kreisgruppe des Pommerschen Landbundes alle 'G. W.'-Interessenten zu einer Versammlung in Wolters Hotel am Markt eingeladen. Proben mannigfacher Erzeugnisse wurden gemustert und, soweit diese eß- und trinkbar, ergiebig gekostet. Es würde zuweit führen, die einzelnen Verbrauchsgüter zu benennen, von denen viele schon seit Jahren medaillenmäßig prämiiert waren, sei es Burmeisters Molkereibutter, Gebrüder Bellins Mühlenfabrikate mit 'Kaiser-Auszugs'-Mehl (was nichts mit Wilhelms Abdankung zu tun hatte), oder die vielen mit Neuerungen versehenen landwirtschaftlichen Geräte und sonstigen Produkte aller Art. Das Gebiet Jagd- und Forstwesen übte immer wieder eine Anziehungskraft aus. So war der Büchsenmacher Erich Schröder aus der Blumenstraße stets mit eigenen Konstruktionen dabei. Erwähnenswert auch seine Ratschläge zur Vereinfachung des Jägerlateins, doch meistens waren diese noch komplizierter. Alles in allem: Jeder bot vom Besten das Beste. Meine Umgebung in der sehr lebhaften Versammlung war Karl Ziemer vom Pommerschen Landbund, Gutssekretär Kurt Raddatz aus Groß Tychow und ein Sonderberichterstatter von der 'Pommerschen Tagespost' Stettin. Letztere war bekanntlich das Leib- und Magenblatt der Großgrundbesitzer, Bauernschaft und prominenten Geschäftswelt. Den Kollegen von dieser Zeitung, ein ausgereifter Hase im Pressewesen, hätten wir bald in unser Herz geschlossen, jedoch nur gewisser Absichten wegen. Eilig wollte er sich mit einem vorläufigen Schlagzeilenbericht noch vor Schluß der Versammlung aus dem Staube machen. Unser erster Versuch, daß er den Redaktionsschluß verpassen möge, mißlang. Wie ein Fuchs hatte er sich zum Telefon geschlichen und das vorläufige Ergebnis seiner Mission nach Stettin in Druck gegeben. Nun kam er erleichtert zurück und gab zu verstehen, jetzt könne nichts mehr passieren, es sei denn, er versäume den Frühzug, aber er werde sich rechtzeitig wecken lassen. Dies genügte uns. Nach etlichen Wohlgenüssen von verschiedenen edlen Tropfen redeten wir auf unseren Gast aus Stettin ein, daß man gewisse Bedenken wegen rechtzeitigen Weckens habe, denn hier sei ja alles, einschließlich Dienstpersonal, total besoffen! Zudem lohne es sich nicht, die knapp verbleibenden zwei Stunden ins Bett zu steigen. Diese unnötigen Kosten könne er sich ersparen und diese besser wertbeständig anlegen. Wir empfahlen ihm, dafür ein Nickerchen in der auf dem Hofe stehenden Hotelkutsche zu machen. Hierdurch habe er die Gewähr, dann sicher zum Frühzug zu gelangen. Dies schien dem müden Reporter sofort einleuchtend, und wie ein gehorsamer Junge folgte er unserem 'gutgemeinten' Vorschlag. Als wir uns lange nach Mitternacht trennten, waren Karl Ziemer, Kurt Raddatz und ich dahin einig, am nächsten Tage das Endresultat unseres Streiches zu ermitteln. Ich erfuhr nachmittags bei einer guten Tasse Kaffee vom Chef persönlich, daß der Kutscher einen übernächtigten Tippelbruder im Wagen zu haben glaubte, weil sonst die zum Bahnhof mitfahrenden Gäste des Hauses nach Einnahme ihres Frühstücks vor dem Hoteleingang in den Wagen stiegen. Wie dem auch sei, so hob der Kutscher lobend hervor, habe dieser Herr die Übernachtung und Fahrt zum Bahnhof kavaliermäßig belohnt. Auch dies war einer der gesellschaftlichen Scherze von damals, die man sich gegenseitig ohne Argwohn leisten konnte." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 35, August 1972, Seite 6] |
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| Haushalts- und Eisenwaren Malte Hahn am Markt |
Blick durch die Poststraße in Richtung Marktplatz (kurz hinter der Einmündung Mauerstraße, Aufnahme aus den dreißiger Jahren) |
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| Blick vom Alten Rathaus über den Markt in die Heerstraße,
am Ende der Straße das Gebäude Marienstraße 15/16 mit Eingang
und Schaufenstern von Kolonialwaren Bernhard Maaß
(Aufn. vor 1914) |
Blick über den Markt in die Heerstraße, am Ende der Straße wieder unser Haus Marienstraße 15/16 (Aufnahme Anfang des Jahrhunderts) |
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| Das Alte Rathaus am Markt in den dreißiger Jahren |
In den zwanziger Jahren: links Hotel Wolter, Berliner Warenhaus, Apotheke Maaß bzw. Münkner, auf der Ecke Heerstraße / Dienerstraße ein größeres Möbelgeschäft, gegenüber Altes Rathaus mit Heimatmuseum und Volksbücherei, dann ein Hutgeschäft und ein Blumenladen | |||||||||||
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| Blick über den Marktplatz in der zweiten Hälfte
der dreißiger Jahre: links Haushalts- und Eisenwaren Malte Hahn, Hotel Wolter, Textilien Ida Stahnke und Apotheke Münkner, ein Möbelgeschäft, Altes Rathaus (rechts der Eingang zum Neuen Rathaus) |
Der gleiche Blick einige Jahre zuvor, das Gefallenen-Denkmal auf dem Marktplatz steht noch |
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| Links das Alte Rathaus, ein Hutgeschäft, ein Blumenladen, Hotel Remus mit Buchhandlung Weiße (der Marktplatz bereits mit elektrischer Beleuchtung, Aufnahme Ende der dreißiger Jahre) |
Mitte der dreißiger Jahre: Blick vom Eingang des Neuen Rathauses auf den Marktplatz Ecke Ritterstraße / Jägerstraße mit Hotel Remus |
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| Blick von Hotel Remus in Richtung Altes Rathaus, Hotel Remus hier noch ohne Erweiterungsbau (Ausschnitt aus einer Ansichtskarte, um 1900) |
Hotel Remus Ecke Marktplatz / Ritterstraße (hier bereits mit Anbau, Aufnahme vor 1914) |
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| "Namen mit Belgarder Klang. Im Jahre 1905 zog es Herrn Eduard Dallach aus der Regierungsstadt Köslin zur Persantestadt Belgard. Anziehungspunkt war die Aktien-Bier-Brauerei Noeske & Kittelmann mit dem vorzüglichen Bismarck-Kanzlerbräu. Unter der Regie von Eduard Dallach gewann das in der Kämpenstraße gelegene Unternehmen noch mehr an Bedeutung und Produktion über die Grenzen Belgards hinaus. Jahre später mag der frühere Hotelbesitzer Karl Remus, der aus Zoppot stammte, eine kleine Ahnung von dem bevorstehenden Ausbruch des Ersten Weltkrieges gehabt haben, was wohl zur Aufgabe seines großen Eckhotels am Markt veranlaßte. Kurzentschlossen übernahm Eduard Dallach dieses bekannte Hotel und mit viel Geschick leitete er das angesehene Haus über die Kriegszeit hinweg. Vielen Landsleuten wird dieser Mann mit vornehmen Eigenschaften, stets im eleganten dunkelblauen Anzug gekleidet und mit dem gütigen Gesichtsausdruck, wohl noch gut bekannt sein. Den Hausdiener Doege beurteilte der Chef als äußerst fleißigen Mann, als treue Seele Nr. 1 des Hauses. Zur Stammtischrunde gehörten Kaufmann Hermann Krey, Fleischermeister Otto Gauger, die Rendanten Wendt und Mahnke, Kürschnermeister Matz, Onkel Ihle, Lehrer Böttcher und nicht zu vergessen Wilhelm Schneemann, der immer den Schalk im Nacken hatte. Die damaligen Kriegsfreiwilligen von 1914 hielten stets in Dallachs Hotel ihre Abschiedsfeiern ab, an denen ganze Schulklassen teilnähmen. Jeder nationale Gedenktag wurde hier würdig begangen. Hoch im Kurs standen in diesem Hause die Kaisergeburtstage, wie überhaupt hier preußische Gesinnung vorherrschend war. Nur schwer konnte Eduard Dallach den Umsturz 1918 überwinden und dies war wohl mit der Grund zum Stellungswechsel. Am 1. Juli 1919 folgte Dallach einer Berufung zum städtischen Kurhausdirektor nach Bad Polzin. Als das Kurhaus 1928 in den Besitz eines Arztes überging, trat Dallach in den Ruhestand, dessen er sich nicht allzu lange erfreuen konnte. Der Tod ereilte ihn am 10. Oktober 1936. Seine Gattin folgte zehn Jahre später. Beide Eheleute liegen in Bad Polzin beerdigt. Heute leben noch Tochter Käte und die Söhne Wilhelm, Ernst und Franz Dallach, die alle stolz bekennen: es war damals doch eine köstliche Zeit. Wilhelm ist besonders stolz, am 27. Januar Geburtstag zu haben, vielleicht aus folgendem Grund: Am Vorabend des Kaisergeburtstages gab es früher immer einen imposanten Fackelzug der Belgarder Garnison durch die Stadt. Dallachs wohnten in der Friedrichstraße neben dem Hause des Justizrat Koeppel. Als der Fackelzug von der Kaserne her anrückte, mußte die Musik beim Überschreiten des Bahnüberganges aussetzen. Korpsführer Max Schäbitz, Hausfreund der Familie Dallach, erhob wenige Schritte vor deren Wohnhaus den Taktstock und die Musik setzte zugleich als Begrüßung der am Fenster stehenden Familie Dallach ein. Diese schöne Erinnerung von einst belebt unserm Landsmann Dallach, der heute in 84 Regensburg, Gerickestraße Nr. 12, wohnt, immer wieder aufs neue." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 2, November 1969, Seite 1-2] | ||||||||||||
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| Blick von der Ecke Kirchstraße / Ritterstraße
auf Hotel Remus (auch hier noch ohne Anbau): rechts das Markt-Restaurant Carl Noeske, an des- sen Stelle von 1923 bis 1926 das Neue Rathaus errichtet wurde (Aufnahme vor 1914) |
Das Neue Rathaus Anfang der dreißiger Jahre | |||||||||||
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| Der Marktplatz vor 1898 noch ohne Kaiser Wilhelm I.-Denkmal, Hotel Remus noch ohne Erweiterung und auch an der Ecke Ritterstraße / Jägerstraße noch die ursprüngliche Bebauung |
Der Marktplatz mit Denkmal für Kaiser Wilhelm I. im Jahre 1905: Hotel Remus noch ohne Erweiterung und noch keine neue Bebauung Ecke Ritterstraße / Jägerstraße mit dem charakteristischen Türmchen (später Kolonialwaren Banatz) | |||||||||||
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| Der Marktplatz einige Jahre später, Hotel Remus noch ohne Erweiterung, jedoch bereits neue Bebauung Ecke Ritterstraße / Jägerstraße mit dem charakteristischen Türmchen (später Kolonialwaren Banatz, Aufnahme vor 1914) |
Die nordöstliche Marktseite mit der Ecke Ritterstraße / Jägerstraße vor 1914, ganz rechts Hotel Deutsches Haus J.S. Prinz |
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| Ende der zwanziger Jahre: links das Alte Rathaus, ein Hutgeschäft, ein Blumenladen, Hotel Remus mit Buchhandlung Weiße und bereits mit Erweiterungsbau, Ecke Ritterstraße / Jägerstraße jetzt Kolonialwaren Banatz | ||||||||||||
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| Der Markt in der zweiten Hälfte der dreißiger Jahre:
Hotel Remus, Kolonialwaren Banatz (das Gebäude mit Türmchen, hier
beendete unser Lehrling seine Ausbildung,
nachdem meine Mutter Bertha
Maaß 1940 unser Geschäft kriegsbedingt
schließen mußte), Leder- warengeschäft, Zigarrengeschäft,
Ratsapotheke |
Blick in Richtung Jägerstraße Ende der dreißiger Jahre: Hotel Remus, Kolonialwaren Banatz, Leder- warengeschäft, Zigarrengeschäft, Ratsapotheke |
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| "70. Geburtstag beging am Sonntag nach Pfingsten der Bäckermeister Hugo Pagel, 24 Lübeck, Friedensstraße 48, früher Café Pagel in der Jägerstraße. Trotz seiner 70 Lenze ist Meister Pagel heute noch der Erste in der Backstube, nach geruhsamen Mittagsschläfchen dann meist noch nebenberuflich tätig. So ist er Bauvorsteher der Evangelischen Matthäuskirche und im Vorstand des Seemannsmissionsheimes. Bestes Wohlergehen nun fernerhin, damit das 45jährige Geschäftsjubiläum im nächsten Jahre ganz groß vonstatten gehen kann." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 9, Juni 1970, Seite 3] | ||||||||||||
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| Das Alte Rathaus und der Marktplatz Ecke Heerstraße / Dienerstraße vor 1914, links Ottows Hotel (ab 1902 Hotel Wolter) und das Berliner Waarenhaus Carl Hamburger |
Das Alte Rathaus und der Marktplatz Ecke Heerstraße / Dienerstraße zu Beginn des 19. Jahrhunderts |
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| Marktplatz mit Altem Rathaus und dem Denkmal für Kaiser Wilhelm I., im Vordergrund neben der Gaslaterne eine öffentliche Wasserzapfstelle (Schlegelpumpe) |
Marktplatz mit Altem Rathaus und Denkmal für Kaiser Wilhelm I., die öffentliche Wasserpumpe wurde bereits entfernt (Aufnahme vor 1914) |
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| Das Alte Rathaus und der Marktplatz Ecke Heerstraße / Dienerstraße, links Haushaltswaren Malte Hahn, Ottows Hotel (ab 1902 Hotel Wolter) und Berliner Waarenhaus Carl Hamburger, rechts das Gefallenendenkmal, dahinter das Alte Rathaus (Aufnahme aus den zwanziger Jahren) | Blick vom Alten Rathaus über den Markt in die Heerstraße, rechts Apotheke Maaß, Berliner Warenhaus und Ottows Hotel, am Ende der Straße das Gebäude Marienstraße 15/16 mit Eingang und Schaufenstern von Kolonialwaren Bernhard Maaß (Aufnahme vor 1914) | |||||||||||
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| Blick vom Turm der Marienkirche auf die Ecke am Marktplatz mit den in der zweiten Hälfte der dreißiger Jahre angelegten Blumenbeeten, mit den neuen elektrischen Straßenlaternen und der Telefonzelle: in der Bildmitte die Front des Alten Rathauses, rechts daneben Hotel Remus, im Vordergrund rechts die neugotischen Spitzen des Ziergiebels am neuen Rathaus, links vom Alten Rathaus die Heerstraße mit der Einmündung der Dienerstraße, dem Standort des Belgarder Fischmarktes, wohin ich von meiner Mutter öfter zum Kauf von Flundern geschickt wurde. Rechts von der Einmündung befand sich im Eckgebäude ein größeres Möbelgeschäft. Auch war ich manchmal in der Apotheke Maaß (später Münkner) links von der Einmündung Dienerstraße, einem Gebäude mit Balkon und einem Eisengitter an der Vortreppe, um zum Beispiel Spalttabletten oder Pflaster zu kaufen. Das danebenliegende Textilgeschäft Ida Stahnke habe ich nie betreten, denn dort kaufte meine Mutter nicht. | Blick vom Turm der Marienkirche in Richtung Nordwesten, d.h. von der Marktstraße in die Ritterstraße, vorbei an Hotel Remus bis zur Karlstraße. Auf der rechten Seite der Ritterstraße lag das Geschäft von Kürschnermeister Matz, wo meine Mutter ihren Pelzmantel über Sommer zur Aufbewahrung gab und man für die Oberschule die Schülermützen kaufte. | |||||||||||
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| Enthüllung des Kaiser- und Kriegerdenkmals in Belgard am 14. August 1898 |
Parade anläßlich der Einweihung des Gefallenen- Denkmals von Wilhelm Otto auf dem Marktplatz am 10. August 1924 [Reiter-Regiment 5 mit Trompeterkorps und Kesselpauker im Vorbeiritt]. Im Hintergrund am Ende der Heerstraße interessierte Zuschauer an drei Fenstern der Maaßschen Wohnung im ersten Stock |
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| "Gedenken an Paul Hesse. Über vier Jahrzehnte
hat dieser gebürtige Belgarder seiner Vaterstadt in vorbildlicher Weise
treue Dienste geleistet. Am 21. April 1897 begann seine Berufslaufbahn beim
Katasteramt Belgard, wo er 1912 Leiter des Büros wurde. Dann zog es
ihn zur Stadtsparkasse, wo er alsbald den Posten als Rendant bezog. 1937
konnte Paul Hesse auf ein 40jähriges Dienstjubiläum zurückblicken.
Bei der Einwohnerschaft und im Vereinsleben erfreute sich Hesse großer
Beliebtheit. Als begeisterter Sänger und Vorstandsmitglied der 'Liedertafel
1852' fehlte er zu fast keiner Veranstaltung. Im Mai 1946 erfolgte die Vertreibung
der Familie Hesse aus Belgard, die zunächst in einem Lager bei Lübeck
landete. Am |
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| Der Marktplatz mit dem Gefallenen-Denkmal Anfang der dreißiger Jahre: links Hotel Remus mit Buchhandlung Weiße, Kolonialwaren Banatz (Ecke Ritterstraße / Jägerstraße, das Gebäude mit dem Türmchen), Lederwarengeschäft, ein Zigarrengeschäft, die Ratsapotheke | Marienkirche und Neues Rathaus, links der Eingang zur Stadtsparkasse (Ende der dreißiger Jahre) |
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| Das Gefallenen-Denkmal von Wilhelm Otto, 1924 eingeweiht und Anfang der dreißiger Jahre entfernt (Inschrift: "Herr mach uns frei"), im Hintergrund Hotel Remus und Kolonialwarengeschäft Banatz | Das Gefallenen-Denkmal auf dem Markt Anfang der dreißiger
Jahre, im Hintergrund links ein Blumengeschäft und rechts Hotel Remus |
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| Blick über den Marktplatz auf das Alte Rathaus und die Ecke Heerstraße / Dienerstraße, in dem Eckgebäude befand sich ein größeres Möbelgeschäft. Im Vordergrund das Denkmal mit dem knienden Krieger für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges, das bis Anfang der dreißiger Jahre hier seinen Platz hatte. | Blick von der Ecke Kirchstraße / Ritterstraße über den Markt auf Hotel Remus, rechts Deutsches Haus J.S. Prinz mit Außenbewirtschaftung und - nur noch halb im Bild - das Markt-Restaurant Carl Noeske, beide 1917 abgebrannt, an ihrer Stellen 1923 / 1926 das Neue Rathaus errichtet (Aufnahme um 1900) | |||||||||||
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| Das Alte Rathaus an der Nordost-Seite des Marktplatzes |
Das Neue Rathaus neben der Marienkirche (1926 fertiggestellt) |
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| Das Neue Rathaus an der Ecke Kirchstraße / Ritterstraße |
Blick über den Marktplatz in der zweiten Hälfte
der dreißiger Jahre: links Textilien Ida Stahnke und Apotheke Münkner, an der Ecke Dienerstraße ein Möbelgeschäft, gegenüber dann das Alte Rathaus (ganz rechts der Eingang zum Neuen Rathaus) |
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| "Erinnerungen an Belgards ältesten Stadtbeamten.
Zum einjährigen Todestag des Rendanten Otto Wendt. In seltener Treue
und Gewissenhaftigkeit diente unserer Persantestadt Belgard von 1900 bis
1934 der am |
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| "Zum 85. Geburtstag eines Meisters der Tonkunst,
Albrecht Reichelt, dem letzten Kantor von Belgard. In seltener geistiger
und körperlicher Frische beging am 15. Mai 1971 der in 6553 Sobernheim,
Dammstraße 41 wohnhafte Lehrer und Kantor i.R. Albrecht Reichelt seinen
85. Geburtstag. Es würde den Rahmen des Rundbriefes sprengen, wenn
ich über die 85 Jahre dieses begnadeten Menschen erzählen würde.
Daher seien kurz die wichtigsten Begebenheiten aus dem so inhaltsreichen
Leben erwähnt. Nach dem Orgelstudium an der Kaiser Wilhelm-Gedächtniskirche
zu Berlin kam Albrecht Reichelt als bestbegabter Schüler des bekannten
Prof. Heitmann zu uns nach Belgard. Hier bot sich ihm ein ungeahntes Arbeitsfeld,
welches er mit viel Liebe, Sorgfalt und großer Schaffensfreude zu
meistern verstand. War es als Lehrer der vielen Schulklassen, als Organist
und Chorleiter der St. Marienkirche, als Dirigent der Liedertafel 1852,
als Musikberater der Kirchenkreise Belgard, Schivelbein und Bublitz oder
als Leiter des Belgarder Konzertvereins, niemals ist es ihm zu viel geworden,
durch diese seine Tätigkeit der Allgemeinheit zu dienen. Sein immer
vorbildliches, freundliches Wesen, was ihn heute noch auszeichnet, seine
außergewöhnliche Begabung für Musik und Gesang, haben bei
jedem, der mit Kantor Reichelt in Verbindung gestanden, die Erkenntnis vermittelt,
daß dieser Mensch seinen Beruf als von Gott gegeben erachtete und
dem der Dienst an der Orgel eine heilige Sache war. Soli deo gloria! Möge
unserm verehrten Albrecht Reichelt, dem letzten Kantor von Belgard, noch
ein schöner Lebensabend beschieden sein. Möge er täglich
empfinden, daß er seine große Lebensaufgabe treu erfüllt
und sich dadurch viel Liebe und Wertschätzung bei ungezählten
Mitmenschen, vornehmlich aber auch bei der Jugend, erworben hat." [Aus
dem Lande Belgard, |
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| Die Marienkirche von der Karlstraße aus gesehen | Im Mittelschiff der Marienkirche hängt noch heute ein im 17. Jahrhundert gestifteter Kronleuchter, der die folgende Widmung trägt: "Gott zu Ehren und dieser Marienkirche in Kolberg hat weiland Herr Matthaeus lieber Herr königlich schwed. auch hochfürstl. Lüneburg-Celler Rath und wolverdienter dreißigjähriger Bürgermeister und Syndicus der Stadt Rostock diese Krone vermacht welche dessen Erben im Jahre Christi unseres Erlösers MDCXCIX den XXXI Dezember anhero bevördert haben Gott erhalte dieses Werck bis an den jüngsten Tag" [Text von Frau Barbara Haverland aus Soest freundlicherweise zur Verfügung gestellt] |
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| "Zum 36. Todestag und 100. Geburtstag der
Belgarder Mitbürgerin Martha Batt geb. Horn. Eine im Musikleben Belgards
maßgeblich beteiligte Sopranistin war die Gattin des Kaufmanns Emil
Batt. Sie ist am 3. August 1871 in Stargard geboren und am 5. Oktober 1935
in Belgard verstorben und dort beerdigt. Ihre gesangliche Ausbildung genoß
sie in Stettin. Bei vielen Kirchenkonzerten hat sie mitgewirkt sowohl auch
bei Wohltätigkeitsveranstaltungen mit ihrer schönen Stimme zur
Freude der Zuhörer beigetragen. In guter Erinnerung ist noch ihre Solopartie
im Programm des Pommerschen Musikfestes in Belgard, welches damals Musikdirektor
Boelke-Stolp dirigierte. Auch ihre Mitwirkung bei der Aufführung 'Die
Glocke' unter Leitung des damaligen Kantors Schaller mit Robert Langjahr
(Tenor), Lehrer Otto Kempin (Baß) und Major Schreiber (Bariton) verdient
erwähnt zu werden, zumal diese Veranstaltung auf vielseitigen Wunsch
tagsdarauf wiederholt werden mußte. Während des Ersten Weltkrieges
betreute Frau Martha Batt die Verwundeten im Reserve-Lazarett Butzke-Maaß
und wurde in Anerkennung ihrer Verdienste mit der Rotkreuz-Medaille ausgezeichnet.
Auch im Vaterländischen Frauenverein wirkte sie aktiv mit. Wir Belgarder
können stolz sein, solche Mitbürger gehabt zu haben und werden
der Frau Batt ein ehrendes Andenken bewahren." [Aus dem Lande Belgard,
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| Beerdigungen in Belgard: "Friedhofskapellen,
wie heute in fast jeder Dorf- oder Vorortsgemeinde, gab es damals nicht.
Allerdings in Großstädten wie Stettin, Kolberg und sogar Köslin
waren sie im modernsten Stil schon vorhanden. Nur in Belgard mit seinen
über hundert Landgemeinden war ein solcher Fortschritt noch nicht akut.
So erfolgten die Trauerfeiern immer im Sterbehaus mit Leichenbegängnis
durch die Stadt zum Alten Friedhof am Bahnübergang, zum Neuen Friedhof
an der Körliner Chaussee oder zum Windmühlenfriedhof an der Polziner
Chaussee. Später wurde die nicht mehr zu Gottesdiensten benutzte, viele
Jahrhunderte alte |
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| Blick in den sechziger Jahren über den Marktplatz
auf Marienkirche und Neues Rathaus (links) bzw. Altes Rathaus (rechts): Nach der Besetzung Belgards durch die Russen am 5. März 1945 brannte die südwestliche Marktseite vollständig nieder - von der Ecke Poststraße bis zur Ecke Dienerstraße mit den Gebäuden Kolonialwaren Beyer, Haushalts- und Eisenwaren Malte Hahn, Hotel Richard Wolter, Textilien Ida Stahnke und Apotheke Maaß (später Münkner) blieb nur noch Schutt und Asche, die große Freifläche wurde von den Polen später lediglich bepflanzt (siehe oben) und erst Jahrzehnte später wieder bebaut. |
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| mehr als 400 historische Ansichten und 50 Vergrößerungen weitere Motive und Vergrößerungen folgen [letzte Aktualisierung am 14. Juni 2010] Alle Bildunterschriften von Eleonore Gürge geb. Maaß Alle Texte von Fritz Schulze, Redakteur der ehemaligen Belgarder Zeitung ("Presse-Schulze"), im Heimat-Rundbrief Aus dem Lande Belgard der Jahre 1969 bis 1982 ![]() |
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| "Echte Kameradschaft beweist der nachstehende Pressebericht, entnommen der 'Kolberger Zeitung', Dezember-Ausgabe 1969. Zu Beginn der zwanziger Jahre war ich auch für diese Zeitung Berichterstatter für Stadt- und Landkreis Belgard / Persante. Jetzt nach fast fünfzig Jahren gedenkt der damalige Redakteur Erich Müller seines derzeitigen Mitarbeiters Fritz Schulze in so besonders schönen Weise. Dafür möchte ich Landsmann Müller, jetzt 5672 Leichlingen wohnhaft, hiermit herzlichen Dank aussprechen. '[....] Wir hatten unlängst von der Verbindungsaufnahme mit unserem alten Belgarder Berichterstatter, Schriftleiter Fritz Schulze (6202 Wiesbaden-Biebrich, Rathausstraße 37) berichtet. Als geborener Belgarder kennt Landsmann Schulze seine Heimatstadt Belgard natürlich wie seine Westentasche und er hat auch schon mancherlei Ereignisse aus der Belgarder Lokalchronik aufgezeichnet. Jetzt ist Landsmann Schulze sogar unter die Herausgeber von Heimatbriefen gegangen. 'Aus dem Lande Belgard' nennt er einen sogenannten 'Persönlichen Brief mit heimatlichen Erinnerungen'. Es gehört in der heutigen Zeit Courage dazu, als Herausgeber von Heimatbriefen auf den Plan zu treten. Freund Schulze scheint über die dazu gehörige Portion Courage zu verfügen, die beiden vorliegenden Briefe beweisen das. So möchten wir dem Belgarder Nachbarn von der Körliner Warte aus ein herzliches Glückauf zurufen. Besonders gelegen ist ihm an der Bekanntgabe von Adressen ehemaliger Belgarder Bürger. Sicherlich werden unsere Körliner Freunde ihm dabei behilflich sein können.'" [Aus dem Lande Belgard, Nr. 4, Januar 1970, Seite 2] | ||||||||||||