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| Belgard an der Persante in alten Ansichten 1885-1945 | ||||||||||||
| und in Erinnerungen von Fritz Schulze und Eleonore Gürge geb. Maaß | ||||||||||||
| Vom Hohen Tor zur Friedrichstraße - Teil 1 | ||||||||||||
| Vom Kreishaus zur Polziner Chaussee - Teil 2 | ||||||||||||
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| Der Marktplatz von Belgard mit Marienkirche und
Neuem Rathaus im Jahre 1931 |
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| Junkers Luftbild Luftaufnahme Fliegeraufnahme
Fliegerphoto Fliegerfoto |
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| Blick von Westen auf den Marktplatz und die Heerstraße,
unten rechts die Kleiststraße |
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| Junkers Luftbild Luftaufnahme Fliegeraufnahme
Fliegerphoto Fliegerfoto |
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| Blick aus Richtung Bahnhof nach Osten: rechts
die Gründerzeit-Bebauung an der Friedrichstraße, in der Bildmitte das Kino "Capitol" und die Schloßmühle Bellin, links die Wiesenstraße und dahinter der Mükepark, im Bildhintergrund der Turm der Marienkirche und der Poetensteig mit den Bäumen entlang der Leitznitz |
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| Junkers Luftbild Luftaufnahme Fliegeraufnahme
Fliegerphoto Fliegerfoto |
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| Blick aus Westen vom Alten Friedhof entlang der
Friedrichstraße in Richtung Stadtzentrum, die Lindenstraße mit dem Amtsgericht vorne links, im Hintergrund links der Mükepark, der Marktplatz mit der Marienkirche am oberen Bildrand |
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| Junkers Luftbild Luftaufnahme
Fliegeraufnahme Fliegerphoto Fliegerfoto |
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| Blick von Südosten auf das Stadtzentrum,
links die Kleiststraße bis zur Einmündung Wilhelmstraße, dort an der Ecke Polziner Straße / An der Binning der Rummelplatz (wo wohl gerade ein kleiner Zirkus mit Zelt und einigen Wagen gastiert), am oberen Bildrand der vordere Teil des Stadtholzes und rechts oben die Pankniner Straße |
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| Junkers Luftbild Luftaufnahme Fliegeraufnahme
Fliegerphoto Fliegerfoto |
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| Ansicht aus Richtung Westen: in der Bildmitte der Schornstein der Belgarder Molkereigenossenschaft, ganz links der Schornstein der Parkettfabrik "Germania" |
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| "[....] aus Meyers Konversations-Lexicon,
3. Auflage, 2. Band von 1874, Verlag des Bibliographischen Instituts zu
Leipzig: Belgard, Kreisstadt an der Persante im preußischen Regierungsbezirk
Köslin, Station der Stettin-Kösliner Eisenbahn, von der hier eine
Zweigbahn nach Kolberg abgeht, ist Sitz eines Landratsamtes und Kreisgerichts,
hat ein Schloß, drei Kirchen, ein Progymnasium, eine Dampfschneidemühle,
eine Eisengießerei, ansehnliche Pferdemärkte und (1871) 6303
vorwiegend evangelische Einwohner, darunter |
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| Blick von der Marienstraße auf das Hohe Tor unweit unseres
Hauses, links Textilien Louis Jacoby im mittleren Gebäude der ursprünglich
aus drei Einzelgebäuden bestehenden Bebauung |
Blick durch die Torstraße auf das Hohe Tor in den dreißiger Jahren: links nun der großzügige Neubau von Louis Jacoby (später Textilien Erich Dreyer, der Vater meiner Klassenkameradin Susi) |
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| Blick durch die Torstraße auf das Hohe Tor, links im Eckhaus Torstraße / Mauerstraße (das Gebäude mit dem Türmchen) hatte zu meiner Zeit Bäcker Papke sein Geschäft |
Blick von der Marienstraße auf das Hohe Tor, der Torbogen im rechts direkt an das Tor angebauten Haus ermöglichte Fußgängern den Durchgang in Richtung Wilhelmstraße |
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| Ganz links Bäckerei Papke, links direkt neben dem Hohen Tor das Milchgeschäft Ewald Guse, rechts im Eckhaus Torstraße / Mauerstraße befand sich Ende der dreißiger Jahre ein Gemüsegeschäft |
Blick durch das Hohe Tor in Richtung Wilhelmstraße.
Die Tür rechts führte über eine Treppe in einen großen
Raum über dem Torbogen, in dem bis Anfang der dreißiger Jahre das Heimatmuseum untergebracht war, bevor es in das Alte Rathaus verlegt wurde. Zu meiner Zeit als Jungmädel beim BDM (ab 1935) fanden hier zeitweise die Heimabende statt. |
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| Die Torstraße in den dreißiger Jahren: Im Gebäude rechts vom Hohen Tor befand sich ein Fahrradladen, wo ich manchmal Ventile gekauft und während des Krieges, als mein Vater und unsere Angestellten zur Wehrmacht eingezogen waren, mein Fahrrad auch einmal zur Reparatur gegeben habe. |
Die Torstraße vor 1914 | |||||||||||
| "Im Gedenken an Eheleute Laser. Zu den gutbürgerlichen Einwohnern unserer Persantestadt gehörten damals Franz Laser und Frau Auguste geb. Spintig. Laser wurde am 30. September 1882 in Neustettin geboren, erlernte im elterlichen Betrieb das Klempnerhandwerk und verbrachte seine Gesellenjahre in Harzburg. In Goslar heiratete er im Jahre 1910 die am 15.1.1884 in Langelsheim geborene Auguste Spintig. Nach seiner 1886 [?] abgelegten Meisterprüfung zog es den eifrigen Jungmeister nach Belgard, wo er sich in der Friedrichstraße einen eigenen Betrieb einrichtete. Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges hinderte an der weiteren friedlichen Entwicklung. Franz Laser leistete damals mit Gott für König und Vaterland von 1914 bis 1918 seinen Wehrdienst bei der Kaiserlichen Kriegsmarine. Als einen flotten 'Blauen Jungen' sah man ihn während dieser Zeit auf Heimaturlaub in Belgard. Nach dem Kriege war er von 1918 bis 1924 Betriebsleiter bei der Belgarder Flachsfabrik. Als dann am Hohen Tor ein Neubau mit zwei modernen Läden entstand, wurde Laser wieder selbständiger Geschäftsmann und Inhaber der bekannten Fahrradhandlung mit Werkstätte am Stadttor. Seitdem war er eifriges Mitglied des Marinevereins und des Radfahrer-Clubs Belgard 1893. Franz Laser ist nicht alt geworden. Nach längerer Krankheit verstarb er 57 Jahre alt im Juni 1939. Seine Ehefrau überlebte ihn um 31 Jahre. Diese wurde 1946 aus Belgard ausgewiesen, wohnte bis 1957 in Osterode / Harz, zuletzt bei ihrer Tochter Annelie in Warmsroth bei Bingen. Hier ist Frau Laser am 24. Februar 1970 hochbetagt mit 86 Jahren sanft entschlafen." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 9, Juni 1970, Seite 4] | ||||||||||||
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| Das Hohe Tor von der Marienstraße aus gesehen (Ende der dreißiger Jahre) |
Der Strillengang an der ehemaligen Stadtmauer unweit unseres Hauses, wo ich als Kind manchmal spielte, links die Rückseite der Gebäude an der Mauerstraße gegenüber unserer Torausfahrt, im Hintergrund die Haube des Hohen Tores (Aufnahme vor 1914) |
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| Die Torstraße von der Wilhelmstraße aus gesehen,
auf der rechten Seite hinter der Einmündung der Wallstraße das Haus von Patentante Ilse Schwedersky (Aufnahme vor 1914) |
Die Torstraße einige Meter weiter in Richtung Hohes
Tor, nach dem Gebäude rechts die Einmündung der Wallstraße,
im Haus links Böttchermeister |
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| Die Torstraße von der Ecke Wallstraße aus gesehen, rechts vorne das Haus meiner Patentante Ilse Schwedersky (Aufnahme aus den dreißiger Jahren) |
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| Blick in der Wilhelmstraße in Richtung Leitznitz bzw. Luisenstraße: links das Eckgebäude an der Einmündung zur Torstraße mit der Fleischerei Otto Ehlert, wo auch meine Mutter einkaufte und ich manchmal in Schüsseln Grieben und süße Blutwurst holte, die es bei uns zu Pellkartoffeln gab; auf der gegenüberliegenden Seite der Wilhelmstraße war zu meiner Zeit ein Lebensmittelgeschäft (Aufnahme vor 1914) |
In der Wilhelmstraße: Der Betrachter ist einige Meter in Richtung Kleiststraße zurückgetreten, auf der rechten Straßenseite weit im Hintergrund "Karows Saal" (Aufnahme vor 1914) | |||||||||||
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| Die Wilhelmstraße einige Gebäude weiter zurück in Richtung Kleiststraße, links vor dem Eckgebäude die Einmündung zur Torstraße (Aufnahme vor 1914) |
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| Die Wilhelmstraße mit Blick in Richtung Polziner Straße, acht Gebäude weiter die Einmündung zur Torstraße. In einem der ersten Häuser auf der rechten Straßenseite entdeckte ich als Kind in einem kleinen Gemüseladen einen unserer Kachelöfen wieder, der nach dem Einbau einer Zentralheizung in unserer Wohnung dorthin verkauft worden war (Aufnahme vor 1914). |
In der Wilhelmstraße einige Häuser weiter in Richtung Polziner Straße: links das "Konzerthaus Paul Maass", später "Karow" oder "Karows Saal" (Aufnahme um 1900). Hier fanden die großen Feiern der lokalen Vereine, Bälle, Jubiläen und gelegentlichen Theateraufführungen statt, auch die Tanzstunden für uns Jugendliche wurden hier im Krieg von einem Tanzlehrer erteilt, der aus Kolberg mit der Bahn anreiste. | |||||||||||
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| In der Wilhelmstraße mit Blick in Richtung Polziner Straße, links "Karows Saal" (Aufnahme vor 1914) | Das Hospital an der oberen Wilhelmstraße kurz vor der Brücke über die Leitznitz (im Hintergrund) | |||||||||||
| "Gedenken an Opa Buchholz. Er war ein gutherziger, biederer Bürger unserer Persantestadt, dessen einjähriger Todestag der 7. Mai ist. Hochbetagt, 84 Jahre alt, fand der Sattlermeister Rudolf Buchholz neben seiner am 3.5.1954 in Gestorf beerdigten Ehegattin seine letzte Ruhe. 1904 begann er seine berufliche Tätigkeit bei Sattlermeister Albert Ristow im Hause Schmieder in der Gartenstraße. Nach der im April 1906 in Stettin abgelegten Meisterprüfung und am 15. Mai des gleichen Jahres erfolgten Eheschließung mit Tochter Emma des Hofbesitzer Bonow aus Kordeshagen, übernahm Buchholz dann pachtweise den Ristow'schen Betrieb. Nach dem Brande im Hause Ristow im Jahre 1910 erwarb Rudolf Buchholz das Haus Wilhelmstraße 52 und richtete dort eine Werkstätte mit Laden ein. Aus dem ersten Weltkrieg kehrte er als Unteroffizier mit dem EK II zurück. 1933 wurde Buchholz Obermeister der Sattler- und Tapezierer-Innung Belgard und blieb bis zum Jahre 1945 letzter Obermeister dieser Innung. Buchholz gehörte ferner seit 1936 dem Stadtparlament an, war Mitbegründer des Artillerievereins und ein beliebter Schützenbruder. Im Sommer 1947 erfolgte die Ausweisung aus dem ihm liebgewesenen Belgard nach Schwerin / Mecklenburg zu seiner Tochter Ilse. Im Jahre 1950 siedelte Buchholz nach Gestorf zu seinem Sohn Gerhard über, wo vier Jahre später seine Lebensgefährtin verstarb. Ein noch ruhiger Lebensabend folgte dem arbeitsreichen Leben dieses Mannes, bis er nach kurzem Krankenlager in die Ewigkeit abberufen wurde." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 8, Mai 1970, Seite 5] | ||||||||||||
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| Die Petrikirche an der Wilhelmstraße, links die Stadtmauer und die Gartenstraße |
Nach dem Gottesdienst | |||||||||||
| Zum Gottesdienst in der Petrikirche anläßlich der Beerdigung meines Großvaters Bernhard Maaß schreibt Fritz Schulze: "Es war bei der damaligen Trauerfeier für den verstorbenen Kaufmann Bernhard Maaß, Marienstraße. Die Petrikirche war fast überfüllt, denn an diesem Nachmittag war viel Landvolk in die Stadt gekommen, um von dem beliebten Kaufmann Abschied zu nehmen. 'Wir singen zu Beginn unserer Trauerfeier', so sagte Superintendent Zitzke, 'Was Gott tut, das ist wohlgetan!' Wie üblich kurzes Orgelvorspiel. Sofort sang ein Bauer laut mit, worauf ihm sein Nachbar mit dem Finger vor dem Mund andeutete, er solle schweigen. Der Einzelsänger war plötzlich still, jedoch fragte laut: 'Wat schal ick?' Darauf der andere: 'Du schalst dat Mul hulle!' Auf diese Zurechtweisung blieb er verstummt. Erst auf dem Friedhof war die markante Stimme wieder zu hören." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 1, Oktober 1969, Seite 3] | ||||||||||||
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| Die katholische Kapelle in der Wilhelmstraße, ehemals Remise eines Schmiedemeisters |
Das Innere der katholischen Kapelle (Andachtsraum von 1915 bis 1921) |
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| Zum Hohen Tor in Belgard: "In den mir übersandten Briefen gedachte man wehmütig des Stadtteils um das alte Wahrzeichen und es bewahrheitete sich der Sinnspruch: 'Eher schätzet man das Gute nicht, als bis man es verlor!' - Eine Leserin schreibt: 'Könnte unser Stadttor erzählen von all dem Geschehen seit seiner Entstehung bis heute, es gäbe darüber ein Buch wohl annähernd der Bibel, so inhaltsreich und stark.' - Rundbrief-Leser Walter Teske, 3436 Hessisch Lichtenau 2, Hollenbachstraße 13: 'Familie Bürstenmacher Paul Hinz war Mieter im Hause Mauerstraße neben dem Stadttor. Es gehörte seit 1900 meinem Vater, dem Schuhmachermeister Fritz Teske. Ich als sein Sohn habe es am 1. Januar 1935 mit Torstraße 15 übernommen.' Interessant auch eine Mitteilung von Rundbrief-Leser Erwin Ehlert, 7073 Lorch / Württemberg, Gmünderstraße 27: 'Unmittelbar hinter dem Hohen Tor lag Haus Torstraße 15, in dem ursprünglich eine Sattelkammer des in Belgard stationierten Militärs war. Dies Haus ließ mein Großvater abreißen und durch einen Neubau ersetzen, in dem sich Schuhhaus F. Teske etablierte. Die Häuser Mauerstraße 2 und Torstraße 15 waren früher im ersten Stock miteinander verbunden und hatten einen gemeinsamen Hof. Ab 1920 war nach Mieter P. Hinz im Laden Mauerstraße 2 bis 1945 Kolonialwarenhändler Ewald Guse'." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 76, Januar 1976, Seite 4] "Gedenkminute. Zum 30jährigen Todestag am 17. Dezember 1975 an Kaufmann Otto Potschka, der auf der damaligen Flucht von Belgard in Löcknitz (DDR) im Alter von 61 Jahren verstarb und dort beerdigt wurde. [....] der von 1909 bis 1919 in der Marienstraße 2 eine Druckerei im Besitz hatte und später von 1924 bis 1938 in seinem Hause Torstraße 4 ein Farben-, Tapeten- und Sportartikelgeschäft innehatte. Die mit Stolz getragene Sängerschleife der Liedertafel 1852 bekundet, daß Otto Potschka außer einem ruhigen Petrijünger auch ein begeisterter Sangesbruder war." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 75, Dezember 1975, Seite 8] "Teilansicht der Torstraße in Belgard mit dem zur Hälfte zu sehenden Stadttor, Haus Bürstenmacherei P. Hinz, Eingang zur Mauerstraße, die um den inneren Stadtkern führte, Haus der Bäckerei Paul Papke und das angrenzende Haus mit Textilgeschäft von Louis Jacoby, vielfach 'Mäuschen' genannt." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 75, Dezember 1975, Seite 8] | ||||||||||||
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| Blick von der Marienstraße auf das Hohe Tor (Aufnahme vor 1914) |
Das Hohe Tor aus Richtung Wilhelmstraße gesehen (vor 1914) |
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| Die Pfarrhäuser in der Karlstraße: 1. Superintendent Zitzke, 2. Pfarrer Wendt, die Bewohner des letzten Pfarrhauses sind mir nicht bekannt |
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| "Belgard hatte damals zwei Drechslerbetriebe: Manske und Klemp in der Karlstraße. Dieser Handwerkerberuf scheint heute fast ausgestorben. Hiermit bringe ich nun Franz Manske in Erinnerung, der am 21. Januar 1950 in Mahlow bei Berlin gestorben ist. Er wurde am 20.5.1870 in Silesen geboren und war mit Bertha geb. Nemitz verheiratet, die am 20. Dezember 1956 in Düren verstarb. Manske, ein gemütlicher, nationalgesinnter Mann, war in Belgard durch seine vielen Ehrenämter eine geschätzte Persönlichkeit. Dadurch, daß er der Handwerkskammer, dem Stadtparlament und dem Gemeindekirchenrat angehörte, Bezirks-Schiedsmann und im Vorstand der Schützengilde, Kriegerkameradschaft und Freiwilligen Sanitätskolonne war, hatte sein Name einen Belgarder Klang. Oft weilte ich in seiner Kunstwerkstätte und sah der Anfertigung von Bett-, Sofa- und Kommodefüßen, Spinnrädern, Fahnenspitzen, kugelartigen Verzierungen für Wanduhren, Pfeiffenköppen und sonst üblichen Holzschnörkeleien zu. Für Sommerfeste der Schulen und Vereine fertigte Manske die großen Holztauben mit zerlegbaren Gliedteilen an, die auf hohen Stangen befestigt, dann mit kleinen Keulen von den Kindern abgeworfen wurden." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 17, Februar 1971, Seite 6] | ||||||||||||
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| Blick vom Eingang des Maaßschen Geschäft
durch die Marienstraße Richtung Marienkirche: ganz links im Eckgebäude
zur Heerstraße Friseur Runge (er kam zu uns ins Haus und schnitt meinem
Urgroßvater Karl Fraedrich Haare und Bart), Else Müllers
Haus, Drogist Troike und ein Tabakwaren-geschäft, rechts das Eckhaus
zur Torstraße Textilwaren Jacoby (später Textilien Erich Dreyer,
Vater meiner Klassenkameradin Susi), am Ende der Straße
das Pfarrhaus von Superintendent Zitzke |
Blick vom Eingang zu Kolonialwaren Bernhard Maaß durch
die Heerstraße auf das Alte Rathaus am Markt: Zu meiner Zeit befand
sich im Eckhaus Heerstraße / Marienstraße vorne links das Geschäft
Haushaltswaren Erwin Steinbach, daneben Bäcker Sellnow, rechts im Eckhaus
zur Marienstraße Friseur Runge (Eingang nicht mehr im Bild), im Gebäude
nach der Einmündung der Speicherstraße Fleischer Pieper (das
Geschäft mit der Markise) |
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| "'Meine Jugend gehörte dem liebenswerten Belgard', das schreibt Rundbriefleser Karl Beihl aus 24 Lübeck, Wakenitzstraße 2. Im Jahre 1894 in Bad Polzin geboren, besuchte er ab 1903 das Belgarder Gymnasium und hatte 1914 seine Lehre bei Kaufmann Bernhard Maaß beendet. Seine Eltern bewohnten damals das letzte Haus in der Pankninerstraße 6 und verkauften es im Jahre 1911 an Lehrer Zuther. Auf dem Wege nach Groß Panknin stand früher eine Wollspinnerei; sonst gab es hier nur Felder und Wiesen. Unvergeßlich sind Karl Beihl die schönen Tanzstunden in Falks Gesellschaftshaus und die Wanderungen nach Siedkow, Boissin und Redlin. Wohl hatte er begriffen, daß zur damaligen Zeit Lehrjahre keine Herrenjahre waren; denn bis um 1910 waren die Geschäfte meistens bis 9 Uhr abends geöffnet. Aber der Sonntag gehörte dann der Jugend. Die langen Arbeitstage der Woche waren vergessen, wenn nach erholsamen Spaziergängen in der herrlichen Umgebung unserer Persantestadt abends noch etwas getanzt wurde. Nach Teilnahme am Weltkrieg 1914/18 beim Füsilier-Regiment 34 fand unser Landsmann Karl Beihl ab 1919 seine Lebensaufgabe im Ostseebad Kolberg." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 22, Juli 1971, Seite 8] | ||||||||||||
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| Der Marktplatz mit Marienkirche, Neuem Rathaus
und Gefallenendenkmal, so wie ich ihn aus meiner Kindheit in Erinnerung habe (Aufnahme von Anfang der dreißiger Jahre) |
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| Der Marktplatz und die Marienkirche um die Jahrhundertwende: im Vordergrund rechts das 1898 eingeweihte Denkmal für Kaiser Wilhelm I., im Hintergrund links neben der Kirche Hotel Deutsches Haus J.S. Prinz und das Markt- Restaurant Carl Noeske (beide 1917 abgebrannt) |
Blick aus Richtung Marienkirche auf das Kaiser Wilhelm I.-Denkmal: ganz links Apotheke Maaß (später Münkner), im Hintergrund das Alte Rathaus mit Uhrturm, vorne rechts Hotel Remus (Aufnahme vor 1914) |
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| Kaiser Wilhelm I.-Denkmal mit Altem Rathaus im Hintergrund, ganz links Hotel Richard Wolter (bis 1902 Ottows Hotel), rechts daneben Textilien Ida Stahnke und Apotheke Maaß (später Münkner) (Aufnahme vor 1914) |
Blick über den Marktplatz auf die Ecke Heerstraße
/ Poststraße, rechts Hotel Wolter (bis 1902 Ottows Hotel), daneben Haushalts- und Eisenwaren Malte Hahn (Aufnahme vor 1914) |
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| Der Marktplatz und die Marienkirche an einem Markttag vor 1914: links das 1898 eingeweihte Denkmal für Kaiser Wilhelm I., im Hintergrund Hotel Deutsches Haus J.S. Prinz und das Markt-Restaurant Carl Noeske (an dessen Stelle von 1923 bis 1926 das Neue Rathaus gebaut wurde) | Der Marktplatz in Belgard mit Marienkirche und dem Denkmal für Kaiser Wilhelm I., davor eine erbeutete Kanone |
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| Zum Markt in Belgard und dem Ehepaar
Schulze, die als Pensionäre in den dreißiger Jahren bei uns
im Haus Marienstraße 15/16 wohnten: "Auf dem Belgarder Wochenmarkt,
der mittwochs und sonnabends abgehalten wurde, ging es immer lebhaft zu.
[....] vor uns der Obst- und Gemüsestand der Eheleute Schulze, jedoch
war Paula die Seele des Geschäfts. Wir Schuljungen stöberten oft
zwischen den Marktständen umher, um 'billig' etwas zu ergattern. Als
wir bei Gemüsefrau Paula für 20 Pfennig angestoßene Äpfel
forderten, meinte diese: 'Ich habe noch keine Zeit zum Anstoßen gehabt,
kommt morgen vormittag ins Geschäft in der Friedrichstra- |
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| Die Marktseite nach der Brandkatastrophe 1917 | Die Nordostseite des Marktplatzes in den dreißiger Jahren, rechts das 1923/26 erbaute Neue Rathaus |
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| "Held des Tages der Brandkatastrophe im August
1917. Es war im dritten Kriegsjahr des Ersten Weltkrieges, genau gesagt
am 18. August 1913. Ein Hochsommertag mit fast unerträglicher Hitze.
Die Schuljugend erfreute sich der großen Ferien. Alt und jung suchte
Abkühlung an der Persante. Manche Kinder hatten ihren eigenen Sport,
indem sie barfuß hinter dem großen roten Sprengwagen stolzierten,
der an heißen Tagen mehrmals durch die Hauptstraßen der Stadt
fuhr. Sonst war es still und die Stadt wie ausgestorben. Jeder suchte Ruhe
und Schatten. Dieser stille Nachmittag wurde dann plötzlich durch die
bekannt erbärmlichen Tuthörner der Freiwilligen Feuerwehr unterbrochen.
Küster Romotzki eilte aus seinem kleinen Haus an der Ritterstraße
zur nahen Marienkirche und gemeinsam mit dem inzwischen dort angelangten
Kirchendiener Knitschak aus dem Hause Haserich am Markt schlug man im Turm
die große, dumpf tönende Feuerglocke an. Schnell wie immer, das
muß gesagt werden, sah man unsere Feuerwehrleute zu ihrem Depot in
der Marienstraße eilen. Dorthin kamen auch sehr bald die zum Feuerlöschdienst
laut Ortsstatut verpflichteten Ackerbürger mit ihren Pferden und schon
trabten die ersten mit den Kübelwagen hin zum Leitznitzbach. Der gerade
unterwegs gewesene Sprengwagen machte eine Kehrtwendung und im Tempo gings
zum Brandherd. In den Hintergebäuden des an der einen Marktseite gelegenen
Hotels 'Deutsches Haus', Inhaber Jakob Prinz, war Feuer ausgebrochen, welches
sich infolge der sommerlichen Hitze und bei den leichten Fachwerkbauten
schnell ausbreitete. Die damals wohl noch mit keiner Brandmauer versehenen
Nachbargebäude der Bäckerei, Holz- und Buchhandlung Wahrendorff
waren somit in höchster Gefahr. Wie üblich bei jedem Brand, waren
auch hier hundertfach mehr Schaulustige als Helfer bei Gefahr. Freilich
bot der Marktplatz eine ideale Zuschauertribüne für solche Menschen,
der dann in kurzer Zeit für einige Tage immer dicht belagert war. Da
brach sich plötzlich ein Mann durch die Menge Bahn und hatte im Nu
eine Anzahl Gymnasiasten um sich. Auf ein Kommando stürmte er mit den
Jugendlichen in die hinteren, schon stark verqualmten Gebäude, aus
dessen Dachluken bereits kleine Feuerzungen emporloderten. Auf dem Boden
eines Hofgebäudes lagerten u.a. lose Getreidevorräte, die der
Hotelbetrieb für seine eigenen Pferdegespanne und auch für solche
von Gästen benötigte. Man muß bedenken, daß es damals
noch mehr Kutsch- und Reisewagen gab als Autos. Hastig wurden von den freiwilligen
Helfern viele Säcke mit Korn gefüllt und mittels der noch unversehrt
gebliebenen Rutschbahnen ins Freie befördert. Tiere konnten zuvor gerettet
werden. Dann ging es, soweit wie möglich, an die Bergung der Mehlvorräte,
die in Doppelzentner gesackt, in der angrenzenden Bäckerei Holz lagerten.
Indes wurde . Lage immer bedrohlicher. Unter der Zuschauermenge stand bangend
die Ehefrau des Mannes, der sich nun mit den jungen Menschen in höchster
Gefahr befand, denn jede Minute drohte das Dachgebälk einzustürzen.
Da kamen auch schon die Gymnasiasten aus ihrer gefährlichen Lage heraus,
beladen mit einige den Flammen entrissenen Gegenständen. Schon hatte
sich das Feuer auf die vorderen drei Gebäude ausgedehnt. Beißender
Qualm erfüllte die Luft im weiten Umkreis des Marktes. Da kam als Letzter,
durchnäßt und vom Rauch gekennzeichnet, der hilfsbereite Reinhard
Schuster ins Freie. Er galt von diesem Moment an als der Held des Tages.
Es war der Tag, an dem er als damaliger Fronturlauber besuchsweise in Belgard
weilte. Diesen Urlaubstag hat Reinhard Schuster, der in Herborn (Dillkreis)
geboren und dort im Jahre 1933 verstorben ist, in steter Erinnerung behalten.
Auch seine Gattin, die eine Tochter des damaligen Gastronomen Hugo Meybem
ist, erinnert sich heute noch mit Stolz ihres stets hilfsbereit gewesenen
Mannes." [Aus dem Lande Belgard, |
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| Neues Rathaus, Marienkirche und Marktplatz mit Gefallenen-Denkmal
(Ende der zwanziger Jahre) |
Die gleiche Ansicht vor dem Ersten Weltkrieg, hier noch mit dem Denkmal für Kaiser Wilhelm I. |
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| "Dadurch, daß der Rundbrief jeweils in der Mitte des Monats und nicht zum Monatsersten erscheint, war es mir nicht vergönnt, meine Leser 'in den April zu schicken'. Bekanntlich war dieser Scherz daheim üblich und wurde allgemein, natürlich stets harmlos, sogar von der Presse angewandt, auch heute noch. Entweder hatte damals der 'Seeger' den Goldfisch- und Karpfenteich seines 'Persanteschlößchen' ausgerechnet am 1. April zur Reinigung abgelassen und verschenkte nun in großzügiger Weise seinen Fischbestand, oder viele Einwohner suchten an diesem Tage den Stadtsekretär Gustav Ristow im alten Rathaus auf zum Empfang eines Gutscheines, mit dem sie dann hingehen konnten wo sie wollten, oder die Fahrzeughandlung Franz Laser am Hohen Tor fühlte sich an diesem Monatsersten veranlaßt, an alle Besitzer motorisierter Fahrzeuge unentgeltlich Luft und Wasser zu spenden. Und welch' ein Andrang überall, Sie glauben es kaum! Aber ich erwähnte bereits, in Belgard war immer was los. Übrigens machte auch damals schon der April was er will, genau wie heute. Aber Geduld, liebe Leser, bis zum Wonnemonat Mai ist es nicht mehr weit." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 7, April 1970, Seite 1] | ||||||||||||
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| Der Marktplatz Ende der zwanziger Jahre: links ein Zigarrengeschäft, Neues Rathaus (erbaut 1923/26), Haushaltswaren Erwin Steinbach (im Neuen Rathaus, später Ecke Heerstraße / Marienstraße), Marienkirche, Kolonialwaren Manke, Textilien Erich Dreyer, ein Korsettgeschäft | Der Marktplatz in der ersten Hälfte der dreißiger Jahre: links die Ratsapotheke, ein Zigarrengeschäft, Neues Rathaus mit Stadtsparkasse, Marienkirche, Kolonialwaren Manke, Textilien Erich Dreyer, ein Korsettgeschäft, Uhrmacher Burzlaff | |||||||||||
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| Marienkirche und Neues Rathaus Mitte der dreißiger Jahre, das Gefallenen-Denkmal ist bereits entfernt. | Der Marktplatz von Belgard in der zweiten Hälfte der
dreißiger Jahre, die alten Gaslaternen sind nun durch elektrische
Beleuchtung ersetzt (ganz rechts das Villnowsche Haus) |
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| "Neun Jahrzehnte vollendete am 4. September 1971 Frau Maria Henning, die ihren Lebensabend in der Familie des Innenarchitekten Erich Henning nebst Gattin Irmgard geb. Pieper in 4048 Grevenbroich am Niederrhein, Schneidweg 32, verbringt. Maria Henning, einst Obermeisterin des Damenschneiderhandwerks, hatte ihr Atelier im Villnowschen Hause am Markt neben Buchhandlung Theodor Heller. Von ihrem damaligen Temperament, freundlichem Wesen, elastischem Gang und ihrer Arbeitsfreudigkeit hat die betagte Belgarderin nichts eingebüßt. Ich wünsche fernerhin alles Gute." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 24, September 1971, Seite 2] | ||||||||||||
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| Der Marktplatz Ecke Kirchstraße / Ritterstraße
Ende der dreißiger Jahre: links ein Lederwaren- geschäft, die
Ratsapotheke, ein Zigarrengeschäft und das Neue Rathaus mit Stadtsparkasse |
Der Marktplatz mit Blick auf die Bebauung Ecke Heerstraße
/ Poststraße (nach 1938): Eckhaus Heerstraße Papierwaren Heller,
gegenüber Textilien Günther Drucker (später Textilwaren Ritter),
Ecke Poststraße Kolonialwaren Walter Beyer, rechts Haushalts- und
Eisenwaren Malte Hahn |
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| "[Seinen] 55. [Geburtstag] feierte am 13. Dezember 1975 Tischlermeister Erich Henning in 4048 Grevenbroich, Schweidweg 32, früher Belgard, Poststraße 5/6. Nach seiner Lehrzeit in Kolberg und Gesellenzeit in Berlin besuchte er die Höhere Fachschule für Möbelbau und Innenarchitektur. Zu seinen Facharbeiten in Belgard sei erwähnt: Foyer im Lichtspielhaus, Tanzpavillon im Cafégarten Langjahr, Inneres der Schwimmbadhalle und Hindenburgschule. Henning gehörte der Meisterprüfungskommission für das Tischlerhandwerk im Regierungsbezirk Köslin an. Nach seiner Militärzeit landete er im Kölner Raum, wo er über 20 Jahre einen Spezialbetrieb leitet. Er beabsichtigt, am 1. Januar 1976 in den Ruhestand zu gehen. Seit 22. Oktober 1935 ist unser Belgarder Junge mit Irmgard geb. Pieper, Tochter des damaligen Fleischermeisters Pieper, überaus glücklich verheiratet." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 75, Dezember 1975, Seite 7] | ||||||||||||
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| Der Markt Ecke Dienerstraße / Heerstraße 1932:
links Haushalts- und Eisenwaren Malte Hahn, Hotel (Richard) Wolter (früher
Ottows Hotel), Textilien Ida Stahnke, Apotheke Münkner (früher
Maaß), hinter der Dienerstraße ein Möbelgeschäft,
übernächstes Geschäft Haushalts- und Spielwaren Walter Maaß
und ein Lederwarengeschäft, rechts das Alte Rathaus |
Blick auf das Alte Rathaus vor 1914, links Ottows Hotel (später Hotel Wolter) |
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| "Belgarder Adler-Apotheke lebt in Rethen
weiter. 50jähriges Berufsjubiläum Pharmazierat Dr. Heinrich Münkner,
früher Belgard. Dieses seltene Apothekerjubiläum beging kürzlich
Dr. Heinrich Münkner, |
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| Der Marktplatz Ecke Dienerstraße / Heerstraße
in den dreißiger Jahren, ganz rechts im Alten Rathaus der Eingang zu Heimatmuseum und Volksbücherei |
Exakt dieselbe Aufnahme der Ecke Dienerstraße / Heerstraße, jedoch die gesamte rechte Seite mit Marktplatz und Altem Rathaus ausgetauscht und die Benzinzapfsäule links vorne wegretuschiert (Photomontage für Hotel Wolter?) |
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| Das Alte Rathaus von der Poststraße aus gesehen |
Der Eingang zum Ratskeller im Alten Rathaus |
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| Neues Rathaus und Marienkirche im Schnee, davor der Weihnachtsbaum aus dem Stadtholz (Aufnahme Ende der dreißiger Jahre) |
Weihnachten in Belgard, links noch das Gefallenendenkmal von Wilhelm Otto (Aufnahme Anfang der dreißiger Jahre) |
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| "Es war einmal.... 'Alle Jahre wieder' -
So sangen wir einst am Heiligabend in der Belgarder St. Marienkirche. An
seiner geliebten Barockorgel begleitete Kantor Albrecht Reichelt dieses
schöne Weihnachtslied. In allen Schulen wurde es in der Adventszeit
immer fleißig geübt. Und in den Abendstunden des 24. Dezember
erklang in den stillen, verschneiten Straßen der Persantestadt diese
einfache, aber eindrucksvolle lodie, gespielt von der unermüdlichen
Stadtkapelle Ernst Klemz. Nicht traurig sein um dies, was einst gewesen,
sondern dankbar und glücklich wollen wir sein, es freudvoll erlebt
zu haben." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 39, Dezember 1972, Seite 3] "Liebe Belgarder! Mit diesem Titelbild rufe ich wehmütige Erinnerungen an Heiligabend in Belgard wach. Damals erstrahlte mit Beginn der Dämmerung vor dem Kriegerdenkmal auf dem Marktplatz der größte Tannenbaum aus dem Stadtholz. Stille und eine festliche Stimmung beherrschte dann dieses sonst geschäftige Viereck. Aus der ehrwürdigen St. Marienkirche drangen Orgelklänge, die unser unermüdliche Kantor Reichelt in kurzen Zeitabständen ertönen ließ, bis Glockengeläut die Gemeinde, oft bei tiefem Schnee und grimmiger Kälte, zur Christmette rief. Indes hörte man aus der Ferne Weihnachtslieder, die unsere Stadtkapelle Ernst Klemz in einzelnen Stadtteilen spielte. Oft sah man emsig einen Weihnachtsmann in ein Haus huschen. Überall flackernder Kerzenschein, fröhliche Kinderstimmen und Gesang alter und junger Menschen. Ach seien wir heute dankbar, einst solche stille und heilige Nacht in Frieden und Eintracht erlebt zu haben - Welt ging verloren, Christ ist geboren." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 51, Dezember 1973, Seite 1] "Erinnern Sie sich als immer am 24. Dezember zur mitternächtlichen Stunde vom verschneiten Turm der Belgarder Marienkirche Weihnachtslieder geblasen wurden und in der Frühe des Neujahrstages von der gleichen Stelle der Choral 'Nun laßt uns gehn und treten, mit Singen und mit Beten zum Herrn, der unserm Leben, bis hierher Kraft gegeben', erklang? Es war der Posaunenchor des evangelischen Jünglingsvereins, der sich dieser schönen, zugleich auch mühevollen Aufgabe gestellt hatte. Ach ja, uns wurde viel geboten, wir haben so manches Gute gehabt. Darum wollen wir nicht nur klagen, was alles wir verloren, sondern dankbar sein, daß wir viel Gutes erleben durften." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 87, Dezember 1976, Seite 3] |
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| "Zum 25. Todestag von Richard Wolter: Ottows
Hotel im Glanze der Vergangenheit. Am 26. Januar ist der "Turbulenter Abend in Wolters Hotel: Die kürzlich in Berlin beendete 'Grüne Woche' gibt mir Veranlassung, einiges von den damaligen Belgarder Vorbereitungen für das seit jeher traditionelle Ereignis zu berichten. Gerade für Pommern mit seinen gutsituierten Gütern und bekannten Erzeugnisfirmen in vielen Städten war die 'Grüne Woche' immer 'dasjenige, welches....' Ob nun die Pommersche Saatzuchtgenossenschaft, Belgarder Samendarre Theil oder landwirtschaftlicher Einkaufsverein, alles war mit der Grünen Woche verwandt oder verschwägert. Natürlich gehörten dazu auch die 'Schlachtenbummler', und ihrer, allein schon aus dem Kreise Belgard, waren bestimmt nicht wenig. So hatte die Kreisgruppe des Pommerschen Landbundes alle 'G. W.'-Interessenten zu einer Versammlung in Wolters Hotel am Markt eingeladen. Proben mannigfacher Erzeugnisse wurden gemustert und, soweit diese eß- und trinkbar, ergiebig gekostet. Es würde zuweit führen, die einzelnen Verbrauchsgüter zu benennen, von denen viele schon seit Jahren medaillenmäßig prämiiert waren, sei es Burmeisters Molkereibutter, Gebrüder Bellins Mühlenfabrikate mit 'Kaiser-Auszugs'-Mehl (was nichts mit Wilhelms Abdankung zu tun hatte), oder die vielen mit Neuerungen versehenen landwirtschaftlichen Geräte und sonstigen Produkte aller Art. Das Gebiet Jagd- und Forstwesen übte immer wieder eine Anziehungskraft aus. So war der Büchsenmacher Erich Schröder aus der Blumenstraße stets mit eigenen Konstruktionen dabei. Erwähnenswert auch seine Ratschläge zur Vereinfachung des Jägerlateins, doch meistens waren diese noch komplizierter. Alles in allem: Jeder bot vom Besten das Beste. Meine Umgebung in der sehr lebhaften Versammlung war Karl Ziemer vom Pommerschen Landbund, Gutssekretär Kurt Raddatz aus Groß Tychow und ein Sonderberichterstatter von der 'Pommerschen Tagespost' Stettin. Letztere war bekanntlich das Leib- und Magenblatt der Großgrundbesitzer, Bauernschaft und prominenten Geschäftswelt. Den Kollegen von dieser Zeitung, ein ausgereifter Hase im Pressewesen, hätten wir bald in unser Herz geschlossen, jedoch nur gewisser Absichten wegen. Eilig wollte er sich mit einem vorläufigen Schlagzeilenbericht noch vor Schluß der Versammlung aus dem Staube machen. Unser erster Versuch, daß er den Redaktionsschluß verpassen möge, mißlang. Wie ein Fuchs hatte er sich zum Telefon geschlichen und das vorläufige Ergebnis seiner Mission nach Stettin in Druck gegeben. Nun kam er erleichtert zurück und gab zu verstehen, jetzt könne nichts mehr passieren, es sei denn, er versäume den Frühzug, aber er werde sich rechtzeitig wecken lassen. Dies genügte uns. Nach etlichen Wohlgenüssen von verschiedenen edlen Tropfen redeten wir auf unseren Gast aus Stettin ein, daß man gewisse Bedenken wegen rechtzeitigen Weckens habe, denn hier sei ja alles, einschließlich Dienstpersonal, total besoffen! Zudem lohne es sich nicht, die knapp verbleibenden zwei Stunden ins Bett zu steigen. Diese unnötigen Kosten könne er sich ersparen und diese besser wertbeständig anlegen. Wir empfahlen ihm, dafür ein Nickerchen in der auf dem Hofe stehenden Hotelkutsche zu machen. Hierdurch habe er die Gewähr, dann sicher zum Frühzug zu gelangen. Dies schien dem müden Reporter sofort einleuchtend, und wie ein gehorsamer Junge folgte er unserem 'gutgemeinten' Vorschlag. Als wir uns lange nach Mitternacht trennten, waren Karl Ziemer, Kurt Raddatz und ich dahin einig, am nächsten Tage das Endresultat unseres Streiches zu ermitteln. Ich erfuhr nachmittags bei einer guten Tasse Kaffee vom Chef persönlich, daß der Kutscher einen übernächtigten Tippelbruder im Wagen zu haben glaubte, weil sonst die zum Bahnhof mitfahrenden Gäste des Hauses nach Einnahme ihres Frühstücks vor dem Hoteleingang in den Wagen stiegen. Wie dem auch sei, so hob der Kutscher lobend hervor, habe dieser Herr die Übernachtung und Fahrt zum Bahnhof kavaliermäßig belohnt. Auch dies war einer der gesellschaftlichen Scherze von damals, die man sich gegenseitig ohne Argwohn leisten konnte." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 35, August 1972, Seite 6] |
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| Haushalts- und Eisenwaren Malte Hahn am Markt |
Blick durch die Poststraße in Richtung Marktplatz (kurz hinter der Einmündung Mauerstraße, Aufnahme aus den dreißiger Jahren) |
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| Blick über den Marktplatz auf die Ecke Heerstraße
/ Poststraße, rechts Hotel Wolter (bis 1902 Ottows Hotel), daneben Haushalts- und Eisenwaren Malte Hahn (Aufnahme vor 1914) |
Blick vom Alten Rathaus über den Markt in die Heerstraße,
am Ende der Straße das Gebäude Marienstraße 15/16 mit Eingang
und Schaufenstern von Kolonialwaren Bernhard Maaß
(Aufn. vor 1914) |
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| Das Alte Rathaus am Markt in den dreißiger Jahren |
In den zwanziger Jahren: links Hotel Wolter, Berliner Warenhaus, Apotheke Maaß bzw. Münkner, ein Möbelgeschäft, Altes Rathaus mit Heimatmuseum & Volksbücherei, ein Hutgeschäft, ein Blumenladen |
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| Blick über den Marktplatz in der zweiten Hälfte
der dreißiger Jahre: links Haushalts- und Eisenwaren Malte Hahn, Hotel Wolter, Textilien Ida Stahnke und Apotheke Münkner, ein Möbelgeschäft, Altes Rathaus (rechts der Eingang zum Neuen Rathaus) |
Der gleiche Blick einige Jahre zuvor, das Gefallenen-Denkmal auf dem Marktplatz steht noch |
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| Links das Alte Rathaus, ein Hutgeschäft, ein Blumenladen, Hotel Remus mit Buchhandlung Weiße (der Marktplatz bereits mit elektrischer Beleuchtung, Aufnahme Ende der dreißiger Jahre) |
Der Eingang zum Neuen Rathaus, im Hintergrund Hotel Remus (Aufnahme dreißiger Jahre) |
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| Blick von Hotel Remus in Richtung Altes Rathaus, Hotel Remus hier noch ohne Erweiterungsbau (Ausschnitt aus einer Ansichtskarte, um 1900) |
Hotel Remus Ecke Marktplatz / Ritterstraße (hier bereits mit Anbau, Aufnahme vor 1914) |
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| "Namen mit Belgarder Klang. Im Jahre 1905 zog es Herrn Eduard Dallach aus der Regierungsstadt Köslin zur Persantestadt Belgard. Anziehungspunkt war die Aktien-Bier-Brauerei Noeske & Kittelmann mit dem vorzüglichen Bismarck-Kanzlerbräu. Unter der Regie von Eduard Dallach gewann das in der Kämpenstraße gelegene Unternehmen noch mehr an Bedeutung und Produktion über die Grenzen Belgards hinaus. Jahre später mag der frühere Hotelbesitzer Karl Remus, der aus Zoppot stammte, eine kleine Ahnung von dem bevorstehenden Ausbruch des Ersten Weltkrieges gehabt haben, was wohl zur Aufgabe seines großen Eckhotels am Markt veranlaßte. Kurzentschlossen übernahm Eduard Dallach dieses bekannte Hotel und mit viel Geschick leitete er das angesehene Haus über die Kriegszeit hinweg. Vielen Landsleuten wird dieser Mann mit vornehmen Eigenschaften, stets im eleganten dunkelblauen Anzug gekleidet und mit dem gütigen Gesichtsausdruck, wohl noch gut bekannt sein. Den Hausdiener Doege beurteilte der Chef als äußerst fleißigen Mann, als treue Seele Nr. 1 des Hauses. Zur Stammtischrunde gehörten Kaufmann Hermann Krey, Fleischermeister Otto Gauger, die Rendanten Wendt und Mahnke, Kürschnermeister Matz, Onkel Ihle, Lehrer Böttcher und nicht zu vergessen Wilhelm Schneemann, der immer den Schalk im Nacken hatte. Die damaligen Kriegsfreiwilligen von 1914 hielten stets in Dallachs Hotel ihre Abschiedsfeiern ab, an denen ganze Schulklassen teilnähmen. Jeder nationale Gedenktag wurde hier würdig begangen. Hoch im Kurs standen in diesem Hause die Kaisergeburtstage, wie überhaupt hier preußische Gesinnung vorherrschend war. Nur schwer konnte Eduard Dallach den Umsturz 1918 überwinden und dies war wohl mit der Grund zum Stellungswechsel. Am 1. Juli 1919 folgte Dallach einer Berufung zum städtischen Kurhausdirektor nach Bad Polzin. Als das Kurhaus 1928 in den Besitz eines Arztes überging, trat Dallach in den Ruhestand, dessen er sich nicht allzu lange erfreuen konnte. Der Tod ereilte ihn am 10. Oktober 1936. Seine Gattin folgte zehn Jahre später. Beide Eheleute liegen in Bad Polzin beerdigt. Heute leben noch Tochter Käte und die Söhne Wilhelm, Ernst und Franz Dallach, die alle stolz bekennen: es war damals doch eine köstliche Zeit. Wilhelm ist besonders stolz, am 27. Januar Geburtstag zu haben, vielleicht aus folgendem Grund: Am Vorabend des Kaisergeburtstages gab es früher immer einen imposanten Fackelzug der Belgarder Garnison durch die Stadt. Dallachs wohnten in der Friedrichstraße neben dem Hause des Justizrat Koeppel. Als der Fackelzug von der Kaserne her anrückte, mußte die Musik beim Überschreiten des Bahnüberganges aussetzen. Korpsführer Max Schäbitz, Hausfreund der Familie Dallach, erhob wenige Schritte vor deren Wohnhaus den Taktstock und die Musik setzte zugleich als Begrüßung der am Fenster stehenden Familie Dallach ein. Diese schöne Erinnerung von einst belebt unserm Landsmann Dallach, der heute in 84 Regensburg, Gerickestraße Nr. 12, wohnt, immer wieder aufs neue." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 2, November 1969, Seite 1-2] | ||||||||||||
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| Blick von der Ecke Kirchstraße / Ritterstraße
auf Hotel Remus (auch hier noch ohne Anbau): rechts das Markt-Restaurant Carl Noeske, an des- sen Stelle von 1923 bis 1926 das Neue Rathaus errichtet wurde (Aufnahme vor 1914) |
Das Neue Rathaus Anfang der dreißiger Jahre | |||||||||||
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| Der Marktplatz vor 1898 noch ohne Kaiser Wilhelm I.-Denkmal, Hotel Remus noch ohne Erweiterung und auch an der Ecke Ritterstraße / Jägerstraße noch die ursprüngliche Bebauung |
Der Marktplatz mit Denkmal für Kaiser Wilhelm I. im Jahre 1905: Hotel Remus noch ohne Erweiterung und noch keine neue Bebauung Ecke Ritterstraße / Jägerstraße mit dem charakteristischen Türmchen (später Kolonialwaren Banatz) | |||||||||||
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| Der Marktplatz einige Jahre später, Hotel Remus noch ohne Erweiterung, jedoch bereits neue Bebauung Ecke Ritterstraße / Jägerstraße mit dem charakteristischen Türmchen (später Kolonialwaren Banatz, Aufnahme vor 1914) |
Ende der zwanziger Jahre: links das Alte Rathaus, ein Hutgeschäft, ein Blumenladen, Hotel Remus mit Buchhandlung Weiße und bereits mit Erweiterungsbau, Ecke Ritterstraße / Jägerstraße jetzt Kolonialwaren Banatz | |||||||||||
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| Der Markt in der zweiten Hälfte der dreißiger Jahre:
Hotel Remus, Kolonialwaren Banatz (das Gebäude mit Türmchen, hier
beendete unser Lehrling seine Ausbildung,
nachdem meine Mutter Bertha
Maaß 1940 unser Geschäft kriegsbedingt
schließen mußte), Leder- warengeschäft, Zigarrengeschäft,
Ratsapotheke |
Blick in Richtung Jägerstraße Ende der dreißiger Jahre: Hotel Remus, Kolonialwaren Banatz, Leder- warengeschäft, Zigarrengeschäft, Ratsapotheke |
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| "70. Geburtstag beging am Sonntag nach Pfingsten der Bäckermeister Hugo Pagel, 24 Lübeck, Friedensstraße 48, früher Café Pagel in der Jägerstraße. Trotz seiner 70 Lenze ist Meister Pagel heute noch der Erste in der Backstube, nach geruhsamen Mittagsschläfchen dann meist noch nebenberuflich tätig. So ist er Bauvorsteher der Evangelischen Matthäuskirche und im Vorstand des Seemannsmissionsheimes. Bestes Wohlergehen nun fernerhin, damit das 45jährige Geschäftsjubiläum im nächsten Jahre ganz groß vonstatten gehen kann." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 9, Juni 1970, Seite 3] | ||||||||||||
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| Das Alte Rathaus und der Marktplatz Ecke Heerstraße / Dienerstraße vor 1914, links Ottows Hotel (ab 1902 Hotel Wolter) und das Berliner Waarenhaus Carl Hamburger |
Das Alte Rathaus und der Marktplatz Ecke Heerstraße / Dienerstraße zu Beginn des 19. Jahrhunderts |
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| Marktplatz mit Altem Rathaus und dem Denkmal für Kaiser Wilhelm I., im Vordergrund neben der Gaslaterne eine öffentliche Wasserzapfstelle (Schlegelpumpe) |
Marktplatz mit Altem Rathaus und Denkmal für Kaiser Wilhelm I., die öffentliche Wasserpumpe wurde bereits entfernt (Aufnahme vor 1914) |
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| Das Alte Rathaus und der Marktplatz Ecke Heerstraße / Dienerstraße, links Haushaltswaren Malte Hahn, Ottows Hotel (ab 1902 Hotel Wolter) und Berliner Waarenhaus Carl Hamburger, rechts das Gefallenendenkmal, dahinter das Alte Rathaus (Aufnahme aus den zwanziger Jahren) | Blick vom Alten Rathaus über den Markt in die Heerstraße, rechts Apotheke Maaß, Berliner Warenhaus und Ottows Hotel, am Ende der Straße das Gebäude Marienstraße 15/16 mit Eingang und Schaufenstern von Kolonialwaren Bernhard Maaß (Aufnahme vor 1914) | |||||||||||
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| Enthüllung des Kaiser- und Kriegerdenkmals in Belgard am 14. August 1898 |
Parade anläßlich der Einweihung des Gefallenen- Denkmals von Wilhelm Otto auf dem Marktplatz am 10. August 1924 [Reiter-Regiment 5 mit Trompeterkorps und Kesselpauker im Vorbeiritt]. Im Hintergrund am Ende der Heerstraße interessierte Zuschauer an drei Fenstern der Maaßschen Wohnung im ersten Stock |
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| "Gedenken an Paul Hesse. Über vier Jahrzehnte
hat dieser gebürtige Belgarder seiner Vaterstadt in vorbildlicher Weise
treue Dienste geleistet. Am 21. April 1897 begann seine Berufslaufbahn beim
Katasteramt Belgard, wo er 1912 Leiter des Büros wurde. Dann zog es
ihn zur Stadtsparkasse, wo er alsbald den Posten als Rendant bezog. 1937
konnte Paul Hesse auf ein 40jähriges Dienstjubiläum zurückblicken.
Bei der Einwohnerschaft und im Vereinsleben erfreute sich Hesse großer
Beliebtheit. Als begeisterter Sänger und Vorstandsmitglied der 'Liedertafel
1852' fehlte er zu fast keiner Veranstaltung. Im Mai 1946 erfolgte die Vertreibung
der Familie Hesse aus Belgard, die zunächst in einem Lager bei Lübeck
landete. Am |
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| Der Marktplatz mit dem Gefallenen-Denkmal Anfang der dreißiger Jahre: links Hotel Remus mit Buchhandlung Weiße, Kolonialwaren Banatz (Ecke Ritterstraße / Jägerstraße, das Gebäude mit dem Türmchen), Lederwarengeschäft, ein Zigarrengeschäft, die Ratsapotheke | Marienkirche und Neues Rathaus, links der Eingang zur Stadtsparkasse (Ende der dreißiger Jahre) |
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| Das Gefallenen-Denkmal von Wilhelm Otto, 1924 eingeweiht und Anfang der dreißiger Jahre entfernt (Inschrift: "Herr mach uns frei"), im Hintergrund Hotel Remus und Kolonialwarengeschäft Banatz | Das Gefallenen-Denkmal auf dem Markt Anfang der dreißiger
Jahre, im Hintergrund links ein Blumengeschäft und rechts Hotel Remus |
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| Das Alte Rathaus an der Nordost-Seite des Marktplatzes |
Das Neue Rathaus neben der Marienkirche (1926 fertiggestellt) |
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| "Erinnerungen an Belgards ältesten Stadtbeamten.
Zum einjährigen Todestag des Rendanten Otto Wendt. In seltener Treue
und Gewissenhaftigkeit diente unserer Persantestadt Belgard von 1900 bis
1934 der am |
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| "Zum 85. Geburtstag eines Meisters der Tonkunst,
Albrecht Reichelt, dem letzten Kantor von Belgard. In seltener geistiger
und körperlicher Frische beging am 15. Mai 1971 der in 6553 Sobernheim,
Dammstraße 41 wohnhafte Lehrer und Kantor i.R. Albrecht Reichelt seinen
85. Geburtstag. Es würde den Rahmen des Rundbriefes sprengen, wenn
ich über die 85 Jahre dieses begnadeten Menschen erzählen würde.
Daher seien kurz die wichtigsten Begebenheiten aus dem so inhaltsreichen
Leben erwähnt. Nach dem Orgelstudium an der Kaiser Wilhelm-Gedächtniskirche
zu Berlin kam Albrecht Reichelt als bestbegabter Schüler des bekannten
Prof. Heitmann zu uns nach Belgard. Hier bot sich ihm ein ungeahntes Arbeitsfeld,
welches er mit viel Liebe, Sorgfalt und großer Schaffensfreude zu
meistern verstand. War es als Lehrer der vielen Schulklassen, als Organist
und Chorleiter der St. Marienkirche, als Dirigent der Liedertafel 1852,
als Musikberater der Kirchenkreise Belgard, Schivelbein und Bublitz oder
als Leiter des Belgarder Konzertvereins, niemals ist es ihm zu viel geworden,
durch diese seine Tätigkeit der Allgemeinheit zu dienen. Sein immer
vorbildliches, freundliches Wesen, was ihn heute noch auszeichnet, seine
außergewöhnliche Begabung für Musik und Gesang, haben bei
jedem, der mit Kantor Reichelt in Verbindung gestanden, die Erkenntnis vermittelt,
daß dieser Mensch seinen Beruf als von Gott gegeben erachtete und
dem der Dienst an der Orgel eine heilige Sache war. Soli deo gloria! Möge
unserm verehrten Albrecht Reichelt, dem letzten Kantor von Belgard, noch
ein schöner Lebensabend beschieden sein. Möge er täglich
empfinden, daß er seine große Lebensaufgabe treu erfüllt
und sich dadurch viel Liebe und Wertschätzung bei ungezählten
Mitmenschen, vornehmlich aber auch bei der Jugend, erworben hat." [Aus
dem Lande Belgard, |
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| Die Marienkirche von der Karlstraße aus gesehen | Im Mittelschiff der Marienkirche hängt noch heute ein im 17. Jahrhundert gestifteter Kronleuchter, der die folgende Widmung trägt: "Gott zu Ehren und dieser Marienkirche in Kolberg hat weiland Herr Matthaeus lieber Herr königlich schwed. auch hochfürstl. Lüneburg-Celler Rath und wolverdienter dreißigjähriger Bürgermeister und Syndicus der Stadt Rostock diese Krone vermacht welche dessen Erben im Jahre Christi unseres Erlösers MDCXCIX den XXXI Dezember anhero bevördert haben Gott erhalte dieses Werck bis an den jüngsten Tag" [Text von Frau Barbara Haverland aus Soest freundlicherweise zur Verfügung gestellt] |
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| "Zum 36. Todestag und 100. Geburtstag der
Belgarder Mitbürgerin Martha Batt geb. Horn. Eine im Musikleben Belgards
maßgeblich beteiligte Sopranistin war die Gattin des Kaufmanns Emil
Batt. Sie ist am 3. August 1871 in Stargard geboren und am 5. Oktober 1935
in Belgard verstorben und dort beerdigt. Ihre gesangliche Ausbildung genoß
sie in Stettin. Bei vielen Kirchenkonzerten hat sie mitgewirkt sowohl auch
bei Wohltätigkeitsveranstaltungen mit ihrer schönen Stimme zur
Freude der Zuhörer beigetragen. In guter Erinnerung ist noch ihre Solopartie
im Programm des Pommerschen Musikfestes in Belgard, welches damals Musikdirektor
Boelke-Stolp dirigierte. Auch ihre Mitwirkung bei der Aufführung 'Die
Glocke' unter Leitung des damaligen Kantors Schaller mit Robert Langjahr
(Tenor), Lehrer Otto Kempin (Baß) und Major Schreiber (Bariton) verdient
erwähnt zu werden, zumal diese Veranstaltung auf vielseitigen Wunsch
tagsdarauf wiederholt werden mußte. Während des Ersten Weltkrieges
betreute Frau Martha Batt die Verwundeten im Reserve-Lazarett Butzke-Maaß
und wurde in Anerkennung ihrer Verdienste mit der Rotkreuz-Medaille ausgezeichnet.
Auch im Vaterländischen Frauenverein wirkte sie aktiv mit. Wir Belgarder
können stolz sein, solche Mitbürger gehabt zu haben und werden
der Frau Batt ein ehrendes Andenken bewahren." [Aus dem Lande Belgard,
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| Beerdigungen in Belgard: "Friedhofskapellen,
wie heute in fast jeder Dorf- oder Vorortsgemeinde, gab es damals nicht.
Allerdings in Großstädten wie Stettin, Kolberg und sogar Köslin
waren sie im modernsten Stil schon vorhanden. Nur in Belgard mit seinen
über hundert Landgemeinden war ein solcher Fortschritt noch nicht akut.
So erfolgten die Trauerfeiern immer im Sterbehaus mit Leichenbegängnis
durch die Stadt zum Alten Friedhof am Bahnübergang, zum Neuen Friedhof
an der Körliner Chaussee oder zum Windmühlenfriedhof an der Polziner
Chaussee. Später wurde die nicht mehr zu Gottesdiensten benutzte, viele
Jahrhunderte alte |
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| Blick vom Turm der Marienkirche in Richtung Heerstraße / Poststraße, der Marktplatz noch mit dem Gefallenendenkmal von Wilhelm Otto und zahlreichen Marktständen des Belgarder Wochenmarktes (Aufn. vor 1933) |
Blick vom Markt in die Heerstraße: drittes Haus links
Haushalts- und Spielwaren Walter Maaß, daneben ein Lederwarengeschäft
(mit einem großen Pferd im Schaufenster), gegenüber das Buch-
und Papierwarengeschäft von Werner Johannsen, dem Verleger der Belgarder
Zeitung, im Hintergrund im Gebäude Heerstraße 8 Drogerie Rasinski,
rechts vorne der Eingang zum Ratskeller im Alten Rathaus |
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| Blick durch die Heerstraße in Richtung Marktplatz, am Ende der Straße unser Haus Marienstraße 15/16 mit dem Geschäft Kolonialwaren Bernhard Maaß (Aufnahme vor 1914) | Derselbe Blick kurz nach der Jahrhundertwende | |||||||||||
| "Was in Belgard immer wieder gesungen wurde: Dieses schöne Lied hat schon mehrere Generationen überlebt. Ich hörte es schon meine liebe Mutter vor 65 Jahren bei Ausübung ihrer mühsamen Stickereien singen. Die montags und mittwochs durch die Straßen Belgards ziehenden Leierkastenmänner spielten es auch und bei Konzerten der Kapelle von M. Schäbitz in Falks Gesellschaftshaus fehlte dieses Lied auf keinem Programm. Vielleicht wird sich noch mancher Rundbrief-Leser dieser Melodie oder des Textes erinnern: 'Ich bin so gern, so gern daheim / Daheim in meiner stillen Klause / Wie tut es doch dem Herz so wohl / Das eine traute Wort 'Zuhause' / Wohl nirgends auf der weiten Welt / Fühl ich so frei mich von Beschwerden / Ein braves Weib ein herzig Kind / Das ist mein Himmel hier auf Erden // Allabend, wenn der Tag zur Ruh / Und ich mich leg zum Schlummer nieder / Dann bete ich zum Herrn der Welt / Eh schließen sich die Augenlider / Dann falt ich meine Hände fromm / Und bete still zum Vater droben / Du guter Gott, erhalte lang / Mir meinen Himmel auf der Erden'." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 79, April 1976, Seite 4] | ||||||||||||
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| Drogerie Gebrüder Breidenbach am Anfang der Heerstraße, links die Brücke über die Leitznitz, davor Färberei Maronde (nicht mehr im Bild), hinter der Brücke links das Gebäude der Bank, für dessen Besitzer mein Großvater Bernhard Maaß mit 60.000 Goldmark bürgte; das Haus im Hintergrund wurde Anfang des Krieges durch den Neubau der Kreissparkasse ersetzt. | ||||||||||||
| "75. Geburtstag beging am Sonntag, 12. April
1970, der seit Dezember 1946 in 325 Hameln, Wittekindstraße 40 lebende
ehemalige Sparkassenleiter Erich Clawien. Clawien war Kriegsteilnehmer 1914/18
beim Stabe Oberbefehlshaber Ost, Generalfeldmarschall von Hindenburg. Im
Jahre 1921 begann er seine Berufslaufbahn in Belgard bei der Kreissparkasse,
die ihm 1929 die Leitung ihrer Nebenstelle in Groß Tychow übertrug.
Dieses Amt hatte Clawien bis Kriegsende 1945 inne. Ein Jahr später
erfolgte die Vertreibung über Flüchtlingslager Schivelbein-Stettin
nach Wilster in Holstein. Nach 48jähriger, glücklicher Ehe verstarb
seine Gattin am Rechts neben der Drogerie Breidenbach lag am Anfang der Kleiststraße das Café Bonow: "80. Geburtstag beging am 4. Januar Bäckermeister und früherer Cafébesitzer Franz Bonow, Kleiststraße 22, jetzt 5 Köln 80, Grafenmühlenweg 176, wohnhaft. Bonow wurde in Griebow Kreis Kolberg geboren und verlebte dort seine Kindheit. 1906 erlernte er in Kolberg das Bäcker- und Konditorhandwerk. Den ersten Weltkrieg machte Bonow nach kurzer Ausbildung bei der Feldgendarmerie bis November 1918 in Ost und West mit. Am 15.4.1920 legte er die Meisterprüfung ab und erwarb in Belgard das obenerwähnte Grundstück. In Fräulein Finger aus Degow Kreis Kolberg fand er alsbald die ersehnte Ehegattin und tüchtige Geschäftsfrau. Zur damaligen Zeit, es war in den 'goldenen' zwanziger Jahren, brachte dem Ehepaar, wie mir der Landsmann Bonow mitteilte, noch der Klapperstorch die Kinder, zwei Mädchen und einen Jungen. In seinem gemütlichen Café mit besonderer Note fühlten sich damals auch die ehemaligen Leibhusaren mit ihren Bräuten sehr wohl. Als die Russen am 3. März 1945 vor Belgard standen, gelang es den Eheleuten Bonow, mit ihren Töchtern über Kolberg-Swinemünde zunächst nach Thüringen zu flüchten. Seit dem 1. Oktober 1952 verbringen die Bonows ihren Lebensabend in Köln." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 16, Januar 1971, Seite 4] |
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| Färberei - Chemische Reinigungsanstalt Gebrüder Maronde in der Friedrichstraße |
Blick von der Leitznitz-Brücke auf die Seitenfront von Haus Maronde |
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| "Gedenken an Färbereibesitzer Paul Maronde. Sein Todestag jährte am 13.3.1971. Im Bilde links das damalige, 1910 übernommene Geschäftshaus in der Friedrichstraße 1. Im gleichen Jahr heiratete Paul Maronde die Bauerntochter Marta Priebe aus Rostin Kreis Belgard. 1946 wurde Familie Maronde ausgewiesen, lebte zunächst auf der Insel Fehmarn und bis 1964 in Kappeln / Schlei. Dort verstarb am 2. Januar 1960 die Ehefrau des Maronde. Die Söhne Franz und Kurt holten ihren betagten Vater zu sich nach Eckernförde, wo er am 13. März 1970 im biblischen Alter von 89 Jahren verstarb. Seinem letzten Wunsche gemäß wurde er nach Kappeln überführt und an der Seite seiner dort ruhenden Gattin beigesetzt." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 18, März 1971, Seite 4] Zur Aufnahme rechts: "Ein Stückchen 'Alt-Venedig' in Belgard. Auf dem Foto erkennt man die Hinterfront der damaligen Färberei von Gebr. Maronde in Belgard, Friedrichstraße 3. Hier sah man fast täglich sich abwechselnd Max oder Paul Maronde beim Spülen der Stoffballen und Bekleidungsstücke. Die Firma Maronde war damals die alleinige chemische Reinigungsanstalt in Belgard. Beide Inhaber sind seit Jahren verstorben." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 81, Juni 1976, Seite 4] | ||||||||||||
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| Blick von der Heerstraße in die Friedrichstraße, links gerade nicht mehr im Bild Kolonialwaren Bernhard Reichow, zweites Geschäft auf der linken Straßenseite Drogerie Gebrüder Breidenbach, im Hintergrund links das Postamt (dreißiger Jahre) | Blick von der Ecke Heerstraße / Kleiststraße in
die Friedrichstraße, links der Pavillon (Blumengeschäft) der
Gärtnerei Arthur Gutzke, vier Gebäude weiter auf der linken Straßenseite
das Postamt (Ende der zwanziger Jahre) |
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| Zu Kolonialwaren Reichow: "Der in Hamburg-Rissen
als Architekt und Städteplaner lebende Prof. Dr. Ing. Hans Bernhard Reichow beging am
25.11.1969 den 70. Geburtstag. Reichow ist der älteste Sohn des damals
in Belgard sehr bekannten Kolonialwaren-Kaufmann Bernhard Reichow und seiner
Ehefrau Margarete geb. Paske. In der benachbarten Landgemeinde Roggow erblickte
er das Licht der Welt, besuchte mit dem sechsten Lebensjahr die Volksschule
und im Anschluß das Humanistische Gymnasium in Belgard, welches er
mit dem Reifezeugnis verließ. Vom 15.6.1917 bis 16.12.1918 war Reichow
Kriegsteilnehmer in Frankreich. In den Folgejahren konnte er sich dann ergiebig
seiner so viel versprechenden Berufslaufbahn widmen. Kurz seine wesentlichen
Erfolge: Studium in München und Danzig, wo er die Diplom-Hauptprüfung
im März 1923 'mit Auszeichnung', den Doktor-Ingenieur am 13.3.1926
ebenfalls 'mit Auszeichnung' und das Regierungsbaumeister-Examen am 4.2.1928
in Berlin bestand. Bis 1945 war Prof.
Reichow als Stadtbaudirektor in Stettin und nachdem in Hamburg selbständig
tätig. Er ist seit 7. Februar 1929 verheiratet und Vater von Dirk,
Daniela, Dorette und Hans-Detlef Reichow. Für heute möchte ich
mich auf die vorstehenden Ausführungen beschränken, da ich über
den 'Großen Sohn der Persantestadt' in der laufenden Artikelserie
'Namen mit Belgarder Klang' noch besonders berichten werde. Unser Kreis
Belgard kann stolz auf einen so begabten und in seinem Beruf vielfach mit
Erfolgen gekrönten Landsmann sein, dem weitere Schaffensfreude und
Gesundheit, nicht zuletzt bestes Wohlergehen für seine Familie hiermit
gewünscht wird." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 3, Dezember 1969,
Seite 4] "Namen mit Belgarder Klang. Im weiteren Verlauf dieser Artikelserie seien heute Kaufmann Arthur Paske und Gattin Frieda geborene Gutzke erwähnt. Paske wurde am 30. Juni 1883 in Roggow / Krs. Belgard geboren und verstarb am 1.11.1962 in Schwaan / Mecklenburg. Seine Ehefrau war eine am 11. Aug. 1881 gebürtige Belgarderin und ist am 23. März 1952 ebenfalls in Schwaan verstorben. Nach kaufmännischer Lehre im damaligen Bankgeschäft Franz Hartwig in Belgard war Paske ab 1902 'Junger Mann' in verschiedenen Städten. 1910 machte er sich sodann selbständig, erwarb das Grundstück Friedrichstraße 4 und richtete dort ein Lebensmittelgeschäft mit Destillation ein. 1912 wurde durch ein im Nachbarhaus des Fleischermeisters Wendt ausgebrochenes Feuer auch sein Haus eingeäschert. Es erfolgte in Kürze ein Neubau mit einer im Hintergebäude versehenen Ausspannung für ca. 45 Fuhrwerke. Von 1914 bis 1918 diente Arthur Paske seinem Vaterlande als Kriegsteilnehmer. Er war Vorsitzender des Kaufmännischen Vereins, im Ausschuß der Kreis- und Stadtverwaltung sowie Vereinsführer der ehemaligen 9er (Pommersches Grenadier-Regiment) Am 4. März 1945 wurde die Flucht der Eheleute Paske, wie bei vielen anderen Belgardern, durch vordringende Besatzungsmacht vereitelt. Erst im November 1945 erfolgte nach vielen Strapazen die Ausweisung der Paske'schen Eheleute, die sich in und über Belgards Grenzen hinaus allgemeiner Wertschätzung erfreuten." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 39, Dezember 1972, Seite 5] |
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| Blick von Ecke Heerstraße in die Friedrichstraße: links der Pavillon (Blumengeschäft) von Gärtnerei Gutzke, ein Friseur, das Postamt, rechts Färberei Maronde (an der Leitznitz), Papierwaren Schwenke, übernächstes Haus Juwelier Weidauer, wo meine Mutter Bertha Maaß die Silberbestecke für unsere Aussteuer kaufte (Aufnahme dreißiger Jahre) | Die Friedrichstraße im Winter, drittes Gebäude auf der linken Straßenseite das Kaiserliche Postamt (Aufnahme vor 1914) |
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| Zur Gärtnerei Gutzke: "Wenn man in Belgard
den Poetensteig entlangging, sei es nach dem nahen Siedkow oder zu den Klempiner
Bergen, sah man zur rechten Hand am Koppelweg die mustergültige Gärtnereianlage
mit Wohnhaus von Arthur Gutzke. Es war ein Familienbetrieb und blieb es
bis in dritter Generation. Arthur Gutzke wurde am 16. Dezember 1879 in Belgard
geboren. Er war mit Martha geb. Jahn aus Groß Tychow Kreis Belgard
verheiratet, die dort am |
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| Anfang des Jahrhunderts: Blick von der Heerstraße in die Friedrichstraße, das Grundstück neben dem Kaiserlichen Postamt ist noch nicht bebaut | Blick in die obere Friedrichstraße Richtung stadtauswärts, links das Postamt (Aufnahme vor 1914) |
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| "Ein treues Gedenken zum 36. Todestag am 13. Mai für Bäckermeister Paul Wittstock früher Belgard, Friedrichstraße 70 wohnhaft gewesen. Wittstock war immer stolz, einst bei der Kaiserlichen Marine gedient zu haben und zwar von 1896 bis 1899 in Kiel. Während dieser Zeit wurde er auch für Tsingtau und Kiautschou abkommandiert. Am 16. Juni 1905 heiratete Paul seine Anna geborene Naß und mit Lust und Liebe übernahm das jungvermählte Ehepaar dann die Bäckerei Friedrichstraße 70. Nach dem Ersten Weltkrieg, den Wittstock von 1914 bis 1918 mitmachte, wurde seiner Initiative zufolge ein Belgarder Marineverein gegründet. Fünf Jahre nach der im Juni 1930 gehabten Silberhochzeit schloß Paul Wittstock am 13. Mai seine Augen für immer. Ein guter, nationaler Bürger der Persantestadt wurde unter großem Trauergefolge zur letzten Ruhe geleitet." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 20, Mai 1971, Seite 5] | ||||||||||||
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| Das Kaiserliche Postamt in der Friedrichstraße (Aufnahme Anfang des Jahrhunderts, das Nachbargrundstück noch unbebaut) |
Blick in die obere Friedrichstraße Richtung Heerstraße, rechts das Postamt (Ende des 19. Jahrhunderts) |
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| "Bernhard Rutzen, einst kaiserlicher Postschaffner. Rutzen wurde am 4. Januar 1860 in Schwessin Krs. Köslin geboren, genügte von 1881 bis 1883 in Stargard seiner Militärpflicht und trat dann in den Dienst der Oberpostdirektion Köslin. 1891 erfolgte seine Versetzung nach Belgard, wo er im Jahre 1912 zum Oberpostschaffner ernannt wurde. Im Stadtbild war Bernhard Rutzen eine allgemein beliebte Persönlichkeit. Ich fand schon als Junge Zuneigung zu diesem Postmann, der die Zustellungen in unserer Friedrichstraße wie auch die Leerung des am Emil Ury'schen Hause befindlichen Briefkastens besorgte. Wir Kinder durften ihn immer 'Onkel Rutzen' nennen. In diesem Zusammenhang bringe ich später eine kleine Episode 'Briefkasten spendet Eisbonbon'. Seinen beiden Söhnen Fritz und Otto ermöglichte Bernhard Rutzen durch Fleiß und preußische Sparsamkeit das Studium der Theologie, welches damals noch ziemlich teuer war. Als Postbetriebsassistent wurde Rutzen 1921 pensioniert, das war in dem Jahre, in welchem seine Gattin starb. Rutzen war seit 1884 bis 1945 das älteste Mitglied der Kriegerkameradschaft und Inhaber des Verdienstkreuzes für Kriegshilfe im Ersten Weltkrieg. Bei Kriegsende 1945 wurde Rutzen mit Sohn Fritz aus der ihm liebgewordenen Persantestadt ausgewiesen. Beide landeten in Glücksburg, wo Vater Rutzen im gesegneten Alter von 85 Jahren am 20. Dezember 1945 verstarb und dort beerdigt wurde." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 17, Februar 1971, Seite 5] | ||||||||||||
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| In der Friedrichstraße mit Blick in Richtung Heerstraße: rechts das Postamt, auf der linken Straßenseite vor dem Geschäft Emil Rautenberg eine öffentliche Wasserpumpe (vor 1914) | Dieselbe Ansicht einige Jahre zuvor, ganz rechts Ernst Plinzberg |
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| "Noch ein bekannter Altersveteran 'aus dem Lande Belgard' ist der einstige Brauereibesitzer Carl Fuhrmann, früher Bad Polzin, der am 22. Juni 1972 seinen 82. Geburtstag beging. Fuhrmann hatte die 1823 von seinem Urgroßvater gegründete Brauerei 1925 übernommen und zur größten Privatbrauerei Ostdeutschlands entwickelt. Ehepaar Fuhrmann setzte sich im September 1945 von Liegnitz nach Westdeutschland ab. Carl Fuhrmann übernahm in Heidelberg eine Position bei der dortigen Brauerei, die er bis November 1960 innehatte. Nach sechsjährigem Krankenlager verstarb die Gattin unseres Landsmannes Fuhrmann, der heute als bescheidener, sogenannter LAG-Rentner seinen Lebensabend in Heidelberg, Alte Eppelheimerstraße 84 verbringt." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 34, Juli 1972, Seite 3] | ||||||||||||
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Heerstraße, vorne rechts eine Brauerei und das Kaiserliche Postamt |
Derselbe Blick einige Jahre später, das Grundstück neben der Post nun bebaut |
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| "Erinnerungen an Palmsonntag 1916. Alljährlich am Sonntag vor Karfreitag denke ich an meine Konfirmation in Belgard. Als ich mich damals mit meinen Angehörigen zur Marienkirche begab, kamen wir in der Friedrichstraße an der noch lodernden Brandstätte der drei Häuser Fleischermeister Wendt, Kaufmann Paske, Glasermeister Venzke vorbei. Das Großfeuer war tags zuvor in der Räucherkammer der Fleischerei Wendt ausgebrochen. Ich wurde von Superintendent Dr. Emil Klar konfirmiert. Auf meinem Einsegnungsschein stand der Bibelspruch: 'Trachtet am ersten nach dem Reiche Gottes'. Oft hat sich in meinem Leben der Spruch mahnend bemerkbar gemacht, so als ich bis 1945 Kriegsteilnehmer an der Ostfront war, später als Heimatvertriebener und nicht zuletzt im Zeichen des Wirtschaftswunders. Am Tage nach der Konfirmation machte man Visite bei den Gratulanten. Von diesen möchte ich Kreissparkassendirektor Hildebrandt und Frau erwähnen, deswegen weil ich meines Erachtens dort das schönste Geschenk erhielt. Mit der Familie Hildebrandt waren wir befreundet, weil Mutter für diese schon seit Jahren Stickereien ausführte. Hildebrandts legten mir ans Herz, die 10 Gebote als Grundlage meines Lebens zu beachten, dann würde ich immer vorankommen. Beim Abschied drückte mir Herr Hildebrandt einen Taler in die Hand, dessen eine Seite die Prägung des Kaiserbildnis und die andere ein Relief von 1813 zeigte mit der Inschrift: 'Der König rief und alle, alle kamen'. Stolz und eilig kehrte ich heim und vergaß dabei, noch weitere Gratulanten zu beehren. Unser Untermieter, Gerhard Krahe, der Techniker im Baugeschäft Utech war, schenkte mir eine Ankeruhr mit Kette. Ihr Leuchtzifferblatt und Sprungdeckel mit meinem Monogramm 'F.S.' imponierten ungemein. Ich wußte nun nicht, ob Uhr oder Taler das bessere Geschenk war. Beides verwahrte ich in einem Samtetui in Mutters Vertiko. Letztmalig sah ich diese Kleinods im Jahre 1942 bei meinem Fronturlaub. Aus dem Kriege kam ich nicht mehr nach Belgard zurück. Mutter wurde 1946 in 10 Minuten aus der Wohnung vertrieben und so fielen Uhr und Taler mit Wohnungseinrichtung den nachfolgenden Leuten in die Hände. Mir blieb als Trost mein Konfirmationsspruch...." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 31, April 1972, Seite 2] | ||||||||||||
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| Die Friedrichstraße mit Blick in Richtung Heerstraße (Aufnahme vor 1914) | Blick von der Ecke Heerstraße / Kleiststraße in die Friedrichstraße, links das Postgebäude, rechts das Geländer zur Leitznitz (Aufnahme vor 1914) | |||||||||||
| "Erinnerungen an die Belgarder 'Kunst'-Schule. Der Monat April gibt Veranlassung, an das 1909 von Dachdeckermeister Kunst in der Kleiststraße erbaute stattliche Wohnhaus zu erinnern. Dieses wurde 1910 der Stadtverwaltung für Schulzwecke vermietet. Das Haus hatte acht Schulklassen, ein Konferenzzimmer, eine Lehrerwohnung und Wohnung für die Familie Kunst. Als im Oktober 1928 die neue Hindenburgschule an der Pankniner Straße bezugsfertig war, ließ Kunst die im Volksmunde nach seinem Namen benannte Schule zu Wohnungen umbauen. Februar 1929 ist Kunst dann verstorben. Seine Töchter Klara und Emma wurden Erben dieses Anwesens, welches sie im Februar 1946 als Heimatvertriebene verlassen haben. Heute verbringen die Geschwister Kunst ihren Lebensabend im Neuen Rentnerheim 2251 Hattstedt über Husum. [....] Das der damaligen Schule gegenüberliegende Wohn- und Geschäftshaus von Hugo Klauke (vormals Jandt) wurde [....] dem Erdboden gleichgemacht." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 19, April 1971, Seite 3] Fräulein Emma Kunst, eine seiner beiden Töchter, half zeitweise bei uns im Maaßschen Geschäft an der Kasse aus und unterstützte meine Mutter Anfang des Krieges, als sie nach der Einberufung meines Vaters zur Wehrmacht das Kolonialwarengeschäft alleine führen mußte. | ||||||||||||
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| Die Friedrichstraße in Richtung Einmündung der
Hindenburgstraße gesehen, links vor der Einmündung die "Schauburg",
eines der beiden Belgarder Kinos, daß ich ebenso wie das um die Ecke
gelegene "Capitol" in
meiner Jugend häufig besuchte (Aufn. 2. Hälfte der 30er Jahre) |
Die Friedrichstraße einige Gebäude weiter in Richtung Zentrum, links die Einmündung der Hindenburgstraße (Aufnahme vor 1914). Im vierten Gebäude auf der rechten Straßenseite unmittelbar vor der Post hatten Trudchen und Piet Czepluch, gute Freunde meiner Eltern, eine Drogerie. |
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| "Goldenes Ehejubiläum begingen der frühere Drogeriebesitzer Emil Czepluch und Gattin Gertrud geb. Dreyer, jetzt 741 Reutlingen, Heilbronnerstraße 8 wohnhaft. Czepluch führte damals in seinem eigenen Hause zwischen Post und Gaststätte Otto Eyrich in der Friedrichstraße vom Oktober 1924 bis Juli 1938 eine Drogerie ersten Ranges. Das Geschäft wurde pachtweise an die Kösliner Seifenfabrik Bruno Kelm als Filialbetrieb überlassen. Czepluch erwarb ein Grundstück in Falkenstein im Vogtland, von wo er im Juli 1960 mit Gattin flüchten mußte. Seitdem lebt das bekannte Belgarder Ehepaar im schönen Württemberg und läßt durch 'Presseschulze' seine einstigen Geschäftskunden und alle noch lebenden Belgarder recht herzlich grüßen." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 2, November 1969, Seite 4] | ||||||||||||
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| Central-Drogerie Emil Czepluch Friedrichstraße 86 | Photoatelier Gustav Köppen | |||||||||||
| 85. Geburtstag beging am 12. November 1972 der
frühere Drogeriebesitzer Emil Czepluch, 741 Reutlingen, Heilbronnerstraße
28. Das Foto zeigt sein einstiges Geschäftshaus in Belgard, Friedrichstraße
86 neben der Post. Beide Läden wurden im Juli 1938 vereint und an die
Kösliner Seifenfabrik Bruno Kelm für zehn Jahre verpachtet. Czepluch
siedelte nach Falkenstein / Vogtland, wo er ein Grundstück mit Drogerie
erwarb. Seit |
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| Die Friedrichstraße an der Einmündung Hindenburgstraße
mit Blick in Richtung Heerstraße, im Eckgebäude links war zu
meiner Zeit Café Klotz (Café Central), ein vor dem Kriege
beliebtes Tanzcafé (Aufnahme vor 1914) |
Café Klotz (Café Central) in den dreißiger Jahren | |||||||||||
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| Die Friedrichstraße auf Höhe Hotel Schwarzer Adler, Blick in Richtung Stadtzentrum (Aufnahme vor 1914) |
Im Hotel Schwarzer Adler in der Friedrichstraße (Aufnahme aus den dreißiger Jahren) |
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| Zur Aufnahme links: "Das Haus Nr. 73 Ackerbürger Hahn, Nr. 74 Bäckermeister Paul Raasch mit 50-Pfg-Basar der Geschwister Sprengel, Nr. 75 Gasthof 'Zum schwarzen Adler', Inhaber Albert Reblin, Nr. 76 Ackerbürger Beilfuß mit Uhrmacher M. Köster, Nr. 77 Schneidermeister Albert Henke, Nr. 78 Textil-Chaitkin, Nr. 79 Fleischerei August Wedig, Nr. 80-81 Bäckermeister Max Klotz. Gegenüber war die 'Süße Ecke' mit Conditorei Geschwister Küker, Goldschmied Johannes Bastian und Filmtheater der Eheleute Pätzold. Die Straße hatte 'Bonbonpflaster' und Gaslaternenbeleuchtung, die ab zehn Uhr abends auf halbdunkel eingestellt wurde." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 42, März 1973, Seite 1] "Schicksal Belgarder Jungens. Heute vor 30 Jahren, Herbst 1941, fanden sich die vier Brüder Robert, Walter, Albert und Fritz Conradt zu einer Wiedersehensfeier in Kiel ein. Keiner ahnte, daß es ihr letztes Beisammensein war. Wir gedenken ihrer! [....] Robert, geb. 2.1.1906, begann seine Berufslaufbahn bei Kaufmann Bernhard Maaß, Marienstraße 15/16 und wird vielen Belgardern noch als Torwart beim VfB 1911 und Mitglied des DHV bekannt sein. Im Kriege wurde er schwer verwundet, ist im Reserve-Lazarett Tübingen im Dezember 1944 verstorben und wurde auf dem dortigen Ehrenfriedhof beigesetzt. Walter, geb. 15.12.1901, hatte eine Ausbildung als Friseur bei Laschkowski, Torstraße und diente nach beendeter Lehrzeit von 1923 bis 1936 bei der Marine, wo er als Oberfeuerwerker entlassen wurde. Später als Soldat eingezogen und in Frankreich verwundet, ist er im Jahre 1965 an den Folgen eines Unfalles verstorben. Albert, geb. 5.4.1898, der Älteste der vier Brüder, wohnte in den dreißiger Jahren im Hause Friedrichstraße 81/82 und später in seinem Eigenheim im Grünen Winkel. Er war als Oberturnwart des TV Belgard 1861 mit den damaligen Otto Kölpin und Erhard Witt ein Favorit des Sports. Seit 1945 herrscht über sein Verbleiben völlige Ungewißheit. Fritz, als der Jüngste von den Vieren, mußte damals auf Vaters Verlangen das ehrbare Schuhmacherhandwerk lernen. Fritz hatte gegen diesen Beruf 'Abneigung'. Er verließ nach beendeter Lehrzeit sein so liebes Belgard. Was ihm in der Heimat versagt blieb, gelang ihm in der Fremde: Fritz wurde Bürokrat. Über Arbeitsdienst, Luftwaffe und Kriegsmarine kam er nach Kiel. Dort fand er sein großes Glück: die hübsche Belgarder Hildegard Genz, Friedrichstraße 53. Es wurde geheiratet und von amtswegen nach Brunsbüttel verzogen. Seitdem haben sich die beiden so eingelebt, daß sie im Mai 1972 das Fest der Silberhochzeit begehen wollen." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 26, November 1971, Seite 7] | ||||||||||||
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| Konditorei Kückers in der Friedrichstraße (Aufnahme vor 1914) |
Die Friedrichstraße Ende des 19. Jahrhunderts, rechts die Häuser der Belgarder Ackerbürger |
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| "[Seinen] 70. [Geburtstag] hofft am 3. Januar 1976 der Uhrmachermeister Herbert Lutter in 674 Landau/Pfalz, Hindenburgstraße 3 zu begehen. Er erblickte einst im benachbarten Schlawe an der Wipper das Licht der Welt. Wie vom Magnet angezogen, wandte er sich später der Persantestadt Belgard zu. Hier hatte es ihm scheinbar Koesters Nichte angetan. Jedenfalls er kam, siegte; 1930 war die Hochzeit. Mit der jungen Frau, die das Uhrmacherhandwerk gründlich erlernt hatte, übernahm Herbert das alteingeführte Uhrenfachgeschäft in der Friedrichstraße 77 im Hause des Ackerbürgers Beilfuß samt der großen Pendeluhr im Schaufenster. Neu etabliert hat sich das junge Paar dann im Neubauladen der Schauburg. Seit August 1939 war Lutter Soldat, im April 1946 wurde seine Familie vertrieben und einige Zeit später starb seine Lebensgefährtin. Zeit eilt, Zeit heilt. So verkündete es die in der Heimat zurückgebliebene Reklameuhr, deren Pendel allein 70 Pfund wog. In Landau fand Herbert Lutter neue Heimat, neues Eheglück und viel Arbeit durch ehrenamtliche Tätigkeit. Seine charmante Roselies gibt sich erdenkliche Mühe, den Lebensabend ihres Herbert so angenehm als möglich zu machen." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 75, Dezember 1975, Seite 7] | ||||||||||||
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| Die Friedrichstraße Anfang des Jahrhunderts auf Höhe Hotel Schwarzer Adler, Blick stadtauswärts, im Hintergrund rechts Ackerbürgerhäuser | Die Friedrichstraße einige Gebäude weiter stadtauswärts, auf der rechten Straßenseite nun die zweigeschossigen Häuser der Belgarder Ackerbürger. Während des Krieges war ich zum Ernteeinsatz bei einem Ackerbürger dienst-verpflichtet, der seine Felder am Stadtrand hatte und mit seiner Familie in einem dieser Häuser wohnte. | |||||||||||
| "Bartel der Feilenschlucker. Zum Vergnügen
der Einwohner, vielleicht auch zwecks Kundenwerbung, bot der im Hause des
Ackerbürgers Hohenwaldt in der Friedrichstraße wohnende Schuhmacher
Bartel den Leuten hin und wieder ein ergötzliches Zauberspiel: Sobald
Bartel auf der Straße schöne Frauen erblickte, sprang er von
seinem Schusterschemel auf, verbeugte sich und jonglierte mit einer langen
Schusterfeile. Dadurch hatte er die Aufmerksamkeit des Passanten auf sich
gelenkt. Dann markierte er, als verschlucke er die Feile, in Wirklichkeit
ließ er diese hinter seine blaue Schusterschürze verschwinden.
Mit ausgebreiteten Armen und geschlossenen Augen fiel er 'besinnungslos'
zu Boden. Ein Teil der Gaffer draußen lachte, andere waren sichtlich
bestürzt, und diejenigen, die dieses Schauspiel schon des öfteren
gesehen, gingen ruhig weiter mit der Bemerkung: 'Meister Bartel zaubert
mal wieder!' Nach einer Weile kam Bartel wieder zu sich und tat, als habe
er heftige Magenkrämpfe. Aus weit geöffnetem Munde kam dann die
Feile (hinter der Schürze) wieder zum Vorschein. Nach einer eleganten
Verbeugung, in der erhobenen Rechten die Feile, in der linken Hand eine
große weiße Glaskugel, nahm Meister Bartel als dann wieder seine
Arbeit auf." [Aus dem Lande Belgard, "Nachruf zum Tode des Kreisoberinspektor i.R. Paul Scheiwe. Zu meiner Kurzmeldung im Januar-Rundbrief |
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| Aus der Festschrift zum Sängerfest anläßlich
des 75jährigen Jubiläums der Belgarder Liedertafel von 1852, an dem als langjähriges Mitglied auch mein sangesfreudiger Großvater Johannes Alverdes teilgenommen haben dürfte. |
Hotel Pommerscher Hof in der Friedrichstraße / Ecke Brückenstraße |
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| Zur Abbildung links: "Dem Gedenken an Julie
Ludwig. Dichterische Ader einer liebenswerten Belgarderin. Im Hause Friedrichstraße
46 neben dem Landwirtschaftlichen Einkaufsverein wohnte einst Klavierlehrerin
Julie Ludwig, eine dichterisch begabte, stets freundliche Dame, für
alle edlen und nationalen Bestrebungen begeistert. Zum Sängerfest der
Liedertafel 1852 welches am 28. und 29. Juni vor 75 Jahren in Belgards Mauern
in großem Rahmen veranstaltet wurde, widmete sie für die Festschrift
folgenden poetischen Erguß: 'Es wohnt die Ahnung eines guten Rechts
/ auf Erdenglück in jedem Menschenherzen: / wir fühlen, daß
wir göttlichen Geschlechts, / und suchen, was uns fehlt, mit großen
Schmerzen. // Ein Tropfen Wehmut fällt in jede Freud', / und für
das Leid ist auch ein Trost vorhanden: / du brauchst ihn suchen gar nicht
in der Welt / der treuste Freund ist dir im Lied erstanden. // Im sanften
Säuseln wie im Sturmgebraus / hat Sangeszauber jedes Herz bezwungen.
/ Ja, wo man singt, da ist man gleich zu Haus, / da fühlt man sich
von Liebe ganz durchdrungen.'" [Aus dem Lande Belgard, Nr. 81, Juni
1976, Seite 7] "Dr. Rustemeyers fünfter Todestag jährt am 22. August. Otto Rustemeyer wurde am 13. Januar 1898 im Kreise Regenwalde geboren und bestand in Halle / Saale das Studium für Landwirtschaft. Wir Belgarder kennen ihn als Diplomlandwirt beim Landwirtschaftlichen Einkaufsverein in der Friedrichstraße, wo er von 1928 bis 1939 tätig war. Den zweiten Weltkrieg machte Dr. Rustemeyer als Offizier an der Westfront mit und fand nach seiner Entlassung aus der französischen Kriegsgefangenschaft eine Anstellung beim Landkreis Hann.-Münden. 1963 trat er in den Ruhestand und verzog mit Familie nach Crailsheim, wo ihn Krankheit mit Todesfolge ereilte. Rustemeyer liegt in Crailsheim beerdigt und war ein Schwiegersohn des Gutsbesitzer Fritz Graßmann-Ackerhof bei Belgard. Im obigen Foto sieht man Oma Graßmann im Sommer 1944 mit ihren Enkeln Dörte und Friedrich-Christoph Rustemeyer, Elisabeth, Bärbel und Christina Modrow. Letztere sind drei Töchter der zweiten Graßmanntochter Christel." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 11, August 1970, Seite 5] |
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| Die Friedrichstraße kurz nach der Jahrhundertwende | Hotel Kaiserhof in der unteren Friedrichstraße (Aufnahme vor 1914) |
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| "Zum zehnten Todestag von Arthur Priebe. Wer erinnert sich des 1885 geborenen Belgarders Arthur Priebe, der sich einen der schönsten, aber auch der schwersten Berufe - den eines Gärtners - erwählt hatte. 1900 begann seine Lehre im Kösliner Gartenbaubetrieb Buske. Am 5. August 1919 heiratete Priebe seine 'Schlawinerin' Alma geborene Maaß, die am 6.12.1892 in Schlawin das Licht der Welt erblickte. Ein Jahr später erwarb Meister Priebe die damalige Gärtnerei Reichow, Baumstraße 3 nebst Blumenhalle Heerstraße 34. Eheleute Priebe waren wie für ihren Beruf geschaffen. Freude und Leid teilten sie aufrichtig mit ihrer Kundschaft. Als eifriger Sangesbruder der 'Liedertafel', selten treues Mitglied der Kriegerkameradschaft und der Schützengilde, deren erster Ritter er 1944 war und in seinem Beruf als Ortsfachwart des Gärtnerhandwerks, war er ein geschätzter Bürger seiner Vaterstadt. Im Jahre 1950 erfolgte die Ausweisung der Eheleute Priebe nach Gaggenau Kreis Rastatt zu ihrer Tochter Charlotte. Dort waren dem auch dann noch mit der Pflanzenwelt verbundenen Heimatvertriebenen knapp zehn ruhige Lebensjahre beschieden. Am 25. Juli 1960 wurde Arthur Priebe in Gaggenau zu Grabe getragen. Seine Gattin folgte ihm acht Monate später in die Ewigkeit." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 10, Juli 1970, Seite 4] | ||||||||||||
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| In der unteren Friedrichstraße mit Blick in Richtung Amtsgericht, rechts das Bahnhofs-Hotel |
Kleendehns Gasthof in der unteren Friedrichstraße (vor 1900) |
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| Zur Abbildung links: "So kennt man die untere
Friedrichstraße, Nähe Bahnübergang, vor vielen Jahrzehnten.
Das Bahnhofs-Hotel existierte später nicht mehr, das Haus mit Toreinfahrt
gehörte der Mehlhandlung Bernhard Melms. Beide Gebäude erwarb
der Landwirtschaftliche Einkaufsverein. Das Nachbarhaus gehörte Klavierlehrerin
Hanna Ludwig, das angrenzende Haus dem Stadtrat Pagel. Besitzer des nächsten
Hauses mit Schaufenster war Sattlermeister Pötschke. Dort führte
die kurze Brückenstraße zum Leitznitzbach. Gegenüber, hinter
der Baumreihe, war das Königliche Amtsgericht. Anschließend das
Haus des Kupferschmieds Kohls und das des Justizrates Koeppel. An diesen
Straßenteil wird sich Landsmann "Als man noch unbesorgt mit Geldbeutel einherging. In meiner Geburtsstadt Belgard befand sich in der Friedrichstraße 53 die Reichsbank. Ein heller Renaissancebau mit hohen Fenstern und großem Torbogeneingang. Im Erdgeschoß befanden sich die Kassenräume mit kunstgeschmiedeten Gitterfenstern, oberhalb die Zimmerflucht des seinerzeitigen Reichsbankdirektors Elias. Ein übergroßes Messingschild am Hause verkündete kurz 'Reichsbank'. So wußte jedermann, daß hier die Quelle war, wo Sparkassen und größere Geschäftsunternehmen ihr 'Moos' schöpften. - Es war die Zeit vor dem ersten Weltkrieg. Das geschäftliche Leben nahm ungestört und ohne besondere Vorkommnisse seinen Lauf. In unserem Zeitalter mit den häufigen Banküberfällen mutet es eigenartig an, wenn man heute erzählt, wie damals die Leute ohne jeglichen Argwohn mit ihren, zumeist mit Goldstücken und Silbertalern gefüllten Geldsäckel, zur Reichsbank gingen oder von dort kamen. Niemand kam auf den Gedanken, eine so auffällig mit Geld beladene Person zu überfallen. So selbstsicher war auch der damaligen Reichsbankbote und zugleich als Hausmeister amtierende Herr Martin Genz, wenn er mehrmals derart beladen am Tage zur Post oder zu den Sparkassen ging. Es war eben die 'gute alte Zeit', die in vielem etwas für sich hatte, dann aber der fortschreitenden Entwicklung den Vorrang geben mußte." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 11, August 1970, Seite 5] |
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| Die Landwirtschaftsschule in der Friedrichstraße 43 / Ecke Bismarck-Allee, im Haus nebenan wohnten die Eltern von Walter Fritzke, einem Freund meines Vaters Erwin Maaß, der mit seiner Familie in den dreißiger Jahren für die Firma Siemens nach Tokio ging (Aufnahme von Ende der zwanziger Jahre) |
Ein Umzug vor dem 1. Weltkrieg am unteren Ende der Friedrichstraße: rechts das Eckhaus Friedrich- straße 43 / Bismarck-Allee (die spätere Landwirtschaftsschule) | |||||||||||
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| Blick von der Kleiststraße zum Alten Amt | Auffahrt zum Alten Amt | |||||||||||
| An ihrem anderen Ende mündete die Kastanienallee, welche zum Alten Amt hinaufführte, in die Kleiststraße ein; unweit der Einmündung lag das Haus der Familie Dumjahn (Kleiststraße 27): "Goldenes Ehejubiläum gedenken am 8. Juli 1971 Oberstudienrat i.R. Max Dumjahn und Frau Gertrud geb. Krüger in 477 Soest, de Rode-Weg Nr. 5, früher in Belgard, Kleiststraße wohnhaft. Die Trauung fand seinerzeit in der Marienkirche ihres Heimatortes Greifenberg / Pommern statt. Die Hochzeitsfeier war in der Königstraße 45, dem Geburtshaus der Frau. Dumjahn, welches insofern historische Bedeutung hat, daß Fürst Otto von Bismarck als Offizier bei einer Reserveübung der 3. Dragoner im Jahre 1842 dort gewohnt hat. Ehepaar Dumjahn hat sechs Kinder, einen Sohn und fünf Töchter. Der Sohn wurde nach dem Abitur Soldat und wird seit Juli 1944 vor Wilna vermißt. Von den Töchtern ist Marianne als Oberin eines Missionshospitals in Südafrika tätig und hat ihren Besuch zu diesem seltenen Ehejubiläum bereits angekündigt." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 21, Juni 1971, Seite 3] | ||||||||||||
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| Das Alte Amt Ende der dreißiger Jahre: Als ich einmal meinen Vater Erwin Maaß zu Rittmeister Mahnke in das äußerlich recht unscheinbare Amtshaus begleitete, war ich von der repräsentativen Eingangshalle und der großen, zweiflügeligen Treppe zu den Räumen im ersten Stock sehr überrascht. | Das Alte Amt im Winter | |||||||||||
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| Frühjahrshochwasser am Alten Amt | ||||||||||||
| "Not macht erfinderisch. Dieses Sprichwort bewahrheitete sich in den Kriegsjahren 1916/17. Die damaligen Zeiten wurden immer schlechter. Lebensmittel gab es nur auf Marken, Bekleidung und Ersatzgegenstände nach Bedarfsprüfung nur auf Bezugsscheine. Wer ein Fahrrad besaß, mußte dessen Benutzung als kriegswichtig nachweisen und bekam dann eine Dringlichkeitsbescheinigung für weitere Benutzung der Gummischläuche und -mäntel seines Fahrrades, anderenfalls mußten diese an einer behördlichen Sammelstelle abgeliefert werden. Wollte dennoch jemand dem Radsport huldigen, konnte er sich bei Julius Küken oder Franz Westphal eine Ersatzbereifung kaufen. Das war ein in den Radfelgen einzuspannender Spiralfederschlauch. Auf glatter Chaussee oder festen Radwegen ging es so leidlich, jedoch eine Fahrt auf dem üblichen Betonpflaster der Belgarder Straßen führte allemal zum Schüttelfrost für den Radler. Immerhin gewöhnte man sich allmählich an die Benutzung solcher Vehikel, die meist als Lastenträger für Sammelholz aus dem Walde oder Beutegut von einer Hamstertour benutzt wurden. Als Besitzer eines 'Brennabor' mit solchen Spiralschläuchen begab ich mich damals nach der hinter dem Stadtholz gelegenen Landgemeinde Lülfitz, um den uns bekannten Bauernhofsbesitzer und Amtsvorsteher Ewald Maaß heimzusuchen. Zu der dreifachen Kraftaufwendung für ein solches Fahrzeug kam die sommerliche Hitze des Tages, so daß ich für die etwa zehn Kilometerstrecke über eine Stunde benötigte. Der Rückweg dauerte länger, weil das beladene Fahrrad geleitet wurde. Doch die Fahrt belohnte sich den damaligen Zeitumständen entsprechend immer. Mit einem halben Bauernbrot, einigen Kilo Kartoffeln, Steckrüben, Roggen zum Kaffeebrennen, einer Flasche Milch, Backobst, etwas Butter, nur in Verbindung mit einem Vergrößerungsglas zu verwenden, und 'Anteilen' von einer im Dorf 'zufällig' gehabten 'Notschlachtung' kehrte ich befriedigt heim." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 77, Februar 1976, Seite 8] | ||||||||||||
| 341 historische Ansichten und 47 Vergrößerungen weitere Motive und Vergrößerungen folgen [letzte Aktualisierung am 10. Oktober 2008] Alle Bildunterschriften von Eleonore Gürge geb. Maaß Alle Texte von Fritz Schulze, Redakteur der ehemaligen Belgarder Zeitung ("Presse-Schulze"), im Heimat-Rundbrief Aus dem Lande Belgard der Jahre 1969 bis 1982 ![]() |
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| "Echte Kameradschaft beweist der nachstehende Pressebericht, entnommen der 'Kolberger Zeitung', Dezember-Ausgabe 1969. Zu Beginn der zwanziger Jahre war ich auch für diese Zeitung Berichterstatter für Stadt- und Landkreis Belgard / Persante. Jetzt nach fast fünfzig Jahren gedenkt der damalige Redakteur Erich Müller seines derzeitigen Mitarbeiters Fritz Schulze in so besonders schönen Weise. Dafür möchte ich Landsmann Müller, jetzt 5672 Leichlingen wohnhaft, hiermit herzlichen Dank aussprechen. '[....] Wir hatten unlängst von der Verbindungsaufnahme mit unserem alten Belgarder Berichterstatter, Schriftleiter Fritz Schulze (6202 Wiesbaden-Biebrich, Rathausstraße 37) berichtet. Als geborener Belgarder kennt Landsmann Schulze seine Heimatstadt Belgard natürlich wie seine Westentasche und er hat auch schon mancherlei Ereignisse aus der Belgarder Lokalchronik aufgezeichnet. Jetzt ist Landsmann Schulze sogar unter die Herausgeber von Heimatbriefen gegangen. 'Aus dem Lande Belgard' nennt er einen sogenannten 'Persönlichen Brief mit heimatlichen Erinnerungen'. Es gehört in der heutigen Zeit Courage dazu, als Herausgeber von Heimatbriefen auf den Plan zu treten. Freund Schulze scheint über die dazu gehörige Portion Courage zu verfügen, die beiden vorliegenden Briefe beweisen das. So möchten wir dem Belgarder Nachbarn von der Körliner Warte aus ein herzliches Glückauf zurufen. Besonders gelegen ist ihm an der Bekanntgabe von Adressen ehemaliger Belgarder Bürger. Sicherlich werden unsere Körliner Freunde ihm dabei behilflich sein können.'" [Aus dem Lande Belgard, Nr. 4, Januar 1970, Seite 2] | ||||||||||||