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| Belgard an der Persante in alten Ansichten 1885-1945 | |||||
| und in Erinnerungen von Fritz Schulze und Eleonore Gürge geb. Maaß | |||||
| Teil 3 - Vom Kreishaus zum Bahnhofspark | |||||
| Junkers
Luftbild Luftaufnahme Fliegeraufnahme Fliegerphoto Fliegerfoto |
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| Vom Gymnasium (im Vordergrund links das Dach
des Gebäudes) führte der Weg durch den Gymnasialpark über die im Bild nicht sichtbare Brücke über die Leitznitz in die Kirchstraße und zur Marienstraße, wo wir unser Haus und unser Geschäft hatten. Dem Gymnasium vorgelagert war links der sogenannte Turnplatz mit dem Turm zum Trocknen der Feuerwehrschläuche. Hier habe ich einmal als Kind während eines Sonntagsspa- zierganges mit meinen Eltern gemeinsam mit anderen neugierigen Spaziergängern und weiteren Kindern von der Leitznitz aus einer Übung der freiwilligen Feuerwehr Belgard zugeschaut, wobei die Männer in Uniform auch die Schläuche aus dem Turm holten. Die Bildmitte nimmt die Marienkirche umgeben von den Gebäuden der Innenstadt ein. Rechts vorn sieht man der Verlauf der Jägerstraße an den Anlagen des Mükeparks vorbei in Richtung Marktplatz, links im Hintergrund erkennt man den Wasserturm, an dem die Polziner Straße vorbei in Richtung Boissin führt. |
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| Das Belgarder Kreishaus, wo mein Großvater Johannes Alverdes als Rentmeister an der Kreiskasse tätig war |
Im rechten Flügel des Kreishauses an der Luisenstraße war im Souterrain das Belgarder Gesundheitsamt untergebracht, wo meine Patentante Ilse Schwedersky als Fürsorgerin arbeitete (Aufnahme vor 1914). | ||||
| "Das nach Entwurf von Landesbaurat Drews und Baufirma Kettner, beide aus Stettin, fertiggestellte Kreishaus wurde im Herbst 1906 seiner Bestimmung übergeben. Zu diesem Zeitpunkt war Graf von Kleist-Retzow, Groß Tychow, amtierender Landrat. Die Vorbereitungen zu dieser im großen Rahmen geplanten Einweihung nahmen Wochen in Anspruch. Einladungen an Kreistagsabgeordnete, Kreisausschußmitglieder, Gemeinde- und Amtsvorsteher, Geistliche und sonstiger Prominenz wurden handschriftlich von schönschreibenden Angestellten der Kreisverwaltung adressiert. Seit dem Tage der Einweihung wehte immer zu besonderen Anlässen vor dem Kreishaus die altdeutsche Reichsfahne schwarz-weiß-rot, vom Dache des Landratsgebäudes die Preußenfahne schwarz-weiß und vom Verwaltungsgebäude die Pommernfahne blau-weiß mit dem Greif. Der in weißem Gips gewölbte Saal hatte zur Gartenseite bunte Bogenfenster mit Wappen der Adelsgeschlechter des Kreises. Ein zwölfarmiger Kristallkronleuchter mit passenden Wandleuchten an der 1,50 m hohen Holztäfelung, der glänzende Parkettfußboden, die dunkeleichenen, grünbefilzten Tische mit Bestuhlung, das alles machte einen erhabenen Eindruck. Ja, der Kreis Belgard war bekanntlich sehr reich. Zur musikalischen Umrahmung der Feier trug das Trompeterkorps der Garnison unter Stabführung von M. Schäbitz bei. Den gewürzten Reden und Toasten folgten in vorgerückter Stunde lebhafte Diskussionen mannigfacher Art. Der erste Weltkrieg machte es erforderlich, die Keller- und Bodenräume für Kriegswirtschaftsabteilungen herzurichten. Seitdem nahm der Verkehr in diesem Verwaltungsgebäude ständig zu. Auch die Landräte wechselten oft. So amtierten während meiner Dienstzeit im Kreishaus vom Mai 1916 bis April 1926 die Landräte von Hagen, Dr. Ahrendts, Dr. Braun, Dr. Janzen und die Regierungs-Assessoren von Herzenberg, von der Lühe und Dr. Fehrmann. Das Kreishaus hat bis heute vier Zeitepochen gedient: Der Monarchie bis November 1918, der ersten Republik bis 1933, dem Dritten Reich bis 1945 und dann...." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 84, September 1976, Seite 2] "Montagmorgen im Kreishaus. Als Nachfolger des volkstümlichen Kreissekretärs, Rechnungsrat Robert Dickmann, wurde damals in Zimmer 9 ein auswärtiger Herr Kurt Krahnke unser Bürochef. Am Montagmorgen standen mehrere Angestellte des Landratsamtes in der Registratur und tauschten ihre Erlebnisse vom Wochenende aus. Plötzlich öffnete sich die Tür und der 'Neue' schnarrte: 'Meine Herren, ist hier Konvent, haben Sie nichts zu tun?' - Seitdem wußten wir, daß ein neuer Wind durch die Hallen des Hohen Hauses weht! - Heute verbringt der Herr Krahnke als Regierungsoberinspektor a.D. seinen Lebensabend in 3388 Bad Harzburg, Stübchenthalstraße 3 und schmunzelt beim Lesen des Belgarder Rundbriefes." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 25, Oktober 1971, Seite 8] | |||||
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| Das Kreishaus kurz nach seiner Erbauung 1905/1906, damals noch Königl. Landratsamt | Das Kreishaus vor 1914 | ||||
| Zu Kreisbaurat Dipl. Ing. Paul Westphal: "[....] Paul Westphal wurde am 23. April 1896 als Sohn einer Bauernfamilie in Klempin Kreis Belgard geboren, besuchte das Belgarder Gymnasium und bestand dort die Reifeprüfung. [....] 1919 bis 1922 studierte er an der Technischen Hochschule in Berlin-Charlottenburg und war danach in leitender Position in Königsberg und Leipzig. Im Jahre 1931 zog es ihn zu den Stätten seiner Heimat, wo er bei der Kreisverwaltung Belgard Kreisbaumeister wurde. Der Initiative von Paul Westphal ist es zu verdanken, daß alle Gemeinden des Kreises an das Straßennetz angeschlossen und zu der Verwaltung von 630 km Landstraßen noch 45 km neu hinzugebaut wurden. Die Betonbrücke über die Persante bei Vorwerk ist sein Werk sowie die Regulierung der Persante zwischen Belgard und Körlin. Von 1939 bis 1945 war er Stabsoffizier im Eisenbahn-Pionier-Regiment, lag 1944 im Reserve-Lazarett in Belgard und geriet im Mai 1945 in russische Gefangenschaft, aus der er erst im Dezember 1949 krank heimkehrte." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 90, März 1977, Seite 3] "Zum dritten Todestag der Diakonissin Hedwig Wendt, in Pustchow geboren, in Belgard-Köslin-Minden gewirkt. Im August 1968 veröffentlichte die Pommersche Zeitung und kurz danach der Rundbrief des Herrn Pastor Scheel das Ableben der Diakonissin Hedwig Wendt in 495 Minden in Westfalen. Beim Lesen dieser Nachricht weilten meine Gedanken in der alten Heimatstadt Belgard. Dort verlebte ich meine besten Jugendjahre als Angestellter beim Königlich-Preußischen Landratsamt, dessen derzeitiger Chef Landrat Gustav von Hagen war. Meine Lehrzeit sah auch eine Beschäftigung im Kreisausschuß vor, wo ich als Mitarbeiterin Fräulein Hedwig Wendt, Stenotypistin in Zimmer 25 des Hohen Hauses, kennen und schätzen lernte. Sie war dem aus Roggow gebürtigen Kreisassistenten Beilfuß zugeteilt. Ich bearbeitete im gleichen Dienstzimmer die Registratur. Von den übrigen Damen der Kreisverwaltung unterschied sich Hedwig Wendt durch ihr vornehmlich stilles Wesen, eine Art Frömmigkeit, die ihren Mitarbeiterkreis oftmals beeindruckte. Vielleicht, daß die ländliche Herkunft aus der zum Amtsbezirk Kösternitz gehörenden Gemeinde Pustchow ihre Charaktereigenschaft bestimmte. Bei ihrem Abschied aus dem Kreishause im August 1920 fand ich meine Vermutung bestätigt, daß Hedwig Wendt mehr Fähigkeit und Begabung als allein für eine behördliche Stenotypistin besaß und in ihr noch wertvollere Kräfte schlummerten, die ihrer Entfaltung harrten. Jahre später begegneten wir uns in Köslin. In Schwesterntracht der 'Salemer vom Gollenrand' stand sie mir in der Danziger Straße im leutseligen Gespräch gegenüber, und an ihrem gütigen, von sanftem Lächeln umspielten Antlitz konnte ich merken, wie froh und dankbar Schwester Hedwig war, daß nun die Erfüllung ihres Lebens, Gott und den Mitmenschen dienen zu dürfen, Wirklichkeit geworden war. So hatte ich damals meine einstige Kollegin im Amt zum letzten Male gesehen, und so werde ich sie als begnadete Diakonissin in meiner Erinnerung behalten." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 23, August 1971, Seite 5] | |||||
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| Das Kreishaus in den zwanziger Jahren | Das Kreishaus aus einer etwas ungewöhnlichen Perspektive |
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| "Nachruf Otto Paul Franz Giletzki, früher
Belgard an der Persante, Luisenstraße Nr. 4. Wieder hat der unerbittliche
Tod mir einen lieben Heimatfreund genommen. Otto Giletzki wurde am Montag,
dem 27. April 1981, auf dem St. Johannisfriedhof in Nürnberg beerdigt.
Er begann seine Berufslaufbahn am 18. April 1915 beim damals noch Königl.-Preuß.
Landratsamt in Belgard. Ich tat das gleiche am 1. April 1916. So wurden
wir Freunde, 1917 meldete sich Giletzki freiwillig zum Militärdienst
und kehrte nach 2-jähriger Dienstzeit zum Landratsamt zurück.
Unser Bürochef war damals Kreissekretär und Rechnungsrat Robert
Dieckmann, der alle Angestellten, mitunter auch Beamte, mit 'mein Herzchen'
anredete. Im Oktober 1938 wurde Giletzki zum Aufbau der Kreisverwaltung
nach Falkenau / Sudetengau berufen, kam später zur Regierung nach Aussig
und danach als leitender Bürobeamter nach Friedland / Isergebirge.
Nach seiner dortigen Vertreibung fand er in Hersbruck eine neue Heimat.
Dort war er bis zum 65. Lebensjahre als Reg. Oberinspektor beim Ausgleichsamt
tätig. Im April 1965 konnte Otto Giletzki sein 50jähriges Berufsjubiläum
begehen und verzog dann nach Nürnberg. In jungen Jahren gehörte
auch Otto der Jungsturmabteilung 38 Belgard 'Frh. von Lützow' an. Als
er im Jahre 1977 in Bad Schwalbach zur Kur weilte, stattete er mir unerwartet
einen Besuch ab. Es war nach über 50 Jahren ein Wiedersehen und zugleich
das letzte." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 140, Mai 1981, |
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| Das Kreishaus Ende der dreißiger Jahre | Das Kreishaus in den zwanziger Jahren | ||||
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| Belgard an der Persante Königreich Preußen / Provinz Pommern Regierungs-Bezirk Köslin |
Der Königliche Landrath des Kreises Belgard (Siegelmarke der Kreisverwaltung vor 1918) |
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| Zu meinem Großvater Johannes Alverdes und seiner Arbeit im Kreishaus schreibt Fritz Schulze: "Namen mit Belgarder Klang. Meist nur noch die älteren Landsleute werden sich des liebwerten Johannes Alverdes als Staatsbeamten der alten Schule erinnern. Am 8. März 1864 im benachbarten Schlawe geboren, begann Alverdes nach Beendigung seiner Schul- und Militärzeit bei der Regierung in Köslin seine Beamtenlaufbahn. 1914 wurde Alverdes die staatliche Rentmeisterstelle bei der Kreiskasse Belgard übertragen. Durch meine damalige Berufstätigkeit beim königl. Landratsamt machte ich 1917 die Bekanntschaft dieses vom Preußengeist beseelten Menschen. Auch er hatte wie ich die wechselvolle Zeit der sechs amtierenden Landräte im Belgarder Kreishaus seit dem Ausscheiden des Landrats Gustav von Hagen mit dem Sturz der Monarchie im November 1918 miterlebt. Rendant Alverdes avacierte später zum Oberrentmeister und anläßlich seines 40jährigen Dienstjubiläums wurde ihm der Titel Rechnungsrat verliehen. Nach seiner Pensionierung widmete er sich zwei vornehmen Hobbys: dem Anglersport nur für Forellen und der Edelrosenzucht im Hausgarten seiner in der Pankniner Straße 10 innegehabten Wohnung. Nur wenige Jahre des Ruhestandes waren ihm vergönnt. Am 22.2.1936 schloß der auch als Sänger begabte Landsmann Johannes Alverdes für immer die Augen und wurde in seinem liebgewonnenen Belgard beerdigt. Die Ehefrau Elfriede geb. Fraedrich überlebte ihren Gatten um 22 Jahre. An seinem Geburtstag im Jahre 1958 verstarb sie im 81. Lebensjahre und fand nach der Vertreibung aus der Heimat in Halle/Saale ihre letzte Ruhestätte." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 5, Februar 1970, Seite 1 bis 2] | |||||
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| Anzeigenseite der Belgarder Zeitung vom 12. Mai 1941 |
Gustav Johannsens Buchhhandlung Belgard |
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| Zur Belgarder Zeitung: "Zum 35. Todestag
des Zeitungsverleger Gustav Johannsen. Mit Monat April 1971 jährt zum
35ten Male der Todestag des am 20. Juli 1866 in Sieseby Kreis Schleswig
geborenen Gustav Johannsen. Nach Besuch der Mittelschule, Lehre als Setzer
und Buchdrucker und den seinerzeit üblichen Wanderjahren wurde Johannsen
Geschäftsführer und später Direktor renommierter Buchdruckereien
und Verlage. Am 1.4.1918 erwarb er von den Klempschen Erben die 'Belgarder
Zeitung', die damals noch in Köslin hergestellt wurde. Lediglich die
Anzeigen- und Lokalseiten wurden in Belgard eingedruckt. Mit besonderer
Schaffensfreude setzte sich Gustav Johannsen für eine grundlegende
Verbesserung des Betriebes ein. Die Aufstellung von zwei Typograph-Setzmaschinen
und einer Doppelschnellpresse ermöglichten die Gesamtherstellung der
Zeitung am Heimatort, wenn auch zunächst im Umfang von acht Seiten.
Den weiteren Fortschritt hemmte dann die plötzlich einsetzende Inflation,
bis die stabile Reichsmark im Jahre 1924 diesem Dilemma ein Ende bereitete.
Unermüdlich plante Johannsen weiter, um auf den neuesten Stand der
Technik für einen Zeitungsverlag zu kommen. Sehr bald stand er im Ansehen
der Persantestadt und gehörte u.a. der Stadtverordnetenversammlung
und dem Stadtsparkassenvorstand an. Dann aber kam der unglückliche
Umschwung anfangs der dreißiger Jahre und lähmte auch den Betrieb
der 'B.Z.'. Bei vielen Provinzzeitungen begann die sogenannte Gleichschaltung,
oder aber sie waren zum Sterben verurteilt. Zweifellos wirkte sich dieses
Zeitgeschehen auf den Gesundheitszustand des Verleger Johannsen aus. Am
13. April 1936 verstarb der so willensstarke, weit über Belgards Grenzen
hinaus bekannte, wegen seiner nationalen Gesinnung und seines vornehmen
Bürgersinns allgemein geschätzte Einwohner unserer Stadt, in der
sein Name einen guten Klang hatte. Er fand seine letzte Ruhe auf dem sogenannten
Alten Eisenbahnfriedhof." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 19, April 1971,
Seite 2] "Dem Gedenken an Werner Johannsen. Sein Name ist mit der Belgarder
Zeitung verewigt. Am 28. Mai 1976 jährt sich der einjährige Todestag
eines bekannten Mitbürgers, des letzten Verlegers der Belgarder
Zeitung Werner Johannsen. Am |
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| Falks Gesellschaftshaus in der Blumenstraße (der späteren Hindenburgstraße) schräg gegenüber dem Kreishaus, die Straße noch ungepflastert (Aufnahme Anfang des Jahrhunderts) |
In Falks Gesellschaftshaus besuchten meine Eltern in den ersten Jahren ihrer Ehe regelmäßig Abendveranstaltungen. Im rechten Teil des Gebäudes lag der große Saal für die Veranstaltungen; es wurde in Belgard auch Falk-Wolter genannt, denn Inhaber waren Ernst Wolter und seine Frau Else geb. Falk (Bruder von Richard Wolter, dem Besitzer von Hotel Wolter am Markt). | ||||
| "'Hoher' Gast in Falks Gesellschaftshaus: Immer wenn es Frühling wurde, kam ein Herr Adebar aus dem Fernen Süden nach Belgard und bezog auf dem Schornstein der Heizungsanlage von Falks Gesellschaftshaus seine Sommerresidenz. Eifrig begann er mit dem Nestbau und bereitete den Empfang für die nachfolgende 'Gattin' vor. Dieses Idyll wurde von Familie Wolter und den Straßenpassanten mit Interesse verfolgt. Später dann konnte man den Zuwachs dort oben beobachten. Täglich kehrte der Storch mit Fröschen aus dem nahen Stadtholzteich zurück und versorgte brav seine Familie. Seinem Logiewirt Wolter gegenüber blieb er jedoch ein undankbarer Patron. Sobald es anfing zu herbsten, machte sich Adebar mit Familie auf und davon. Das Nachsehen hatte Ernst Wolter auch insofern, daß er zu den 'Mietschulden' noch die Kosten für die Schornsteinreinigung übernehmen mußte, denn bei dem Nestbau damals im Frühling fiel eine Menge Gestrüpp und Dreck in den Schornstein, dessen Reinigungskosten nicht unerheblich waren. Im nächsten Frühjahr wiederholte sich das Schauspiel und man war erfreut, das alte Storchenpaar wieder als Gast hier zu haben. Freude hierüber und Kosten dafür hielten sich wohl die Waage. Übrigens fiel es dem tierliebenden Landsmann Wolter nicht schwer, die Familie Adebar unentgeltlich und mit zusätzlichen Kosten durchs Leben zu bringen, obwohl er schon vieles für seine Vereine und Gäste des bekannten Gesellschaftshauses seit Jahrzehnten bis zum bitteren Ende getan hatte." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 7, April 1970, Seite 5] | |||||
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| "Zu Beginn des Winterhalbjahres veranstaltete
die Belgarder Stadtkapelle ihre Abonnementskonzerte in Falks Gesellschaftshaus Ernst Wolter. Unser prächtiges Foto zeigt Ernst Klemz mit seinem 35 Mann starken Orchester bei einem dieser Konzerte, das Richard Wagner gewidmet war." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 14, November 1970, Seite 1] |
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| "Hans Streu zum Gedächtnis. Am 24. März 1971 war sein einjähriger Todestag. Auf dem Nordfriedhof in Minden fand er seine letzte Ruhe. Wir Belgarder kannten ihn als Versicherungskaufmann und Schwiegersohn des Tischlermeisters August Göcks, Karlstraße 18. Mit dessen Tochter Marie führte Hans eine 45jährige Ehe, die nur durch das Flüchtlingsschicksal und die letzten Jahre seiner Krankheit getrübt war. [....] Oft hat Sangesbruder Streu von seinem schönsten Erlebnis eines jeden Jahren erzählt: Das traditionelle, vornehme Fastnachtsvergnügen der Belgarder 'Liedertafel' in allen Räumen des Falk'schen Gesellschaftshauses, dessen Tore sich dann immer erst mit dem ersten Hahnenschrei am Aschermittwoch schlossen." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 18, März 1971, Seite 3] | |||||
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| Blick von der Hindenburgstraße in die Luisenstraße, links das Königl. Landratsamt und spätere Kreishaus (Aufnahme vor 1914) | In der Musikalienhandlung Ignatz in der Hindenburgstraße gegenüber der Einmündung Bahnhofstraße kaufte ich Mitte der dreißiger Jahre Blockflöte und Blockflötenschule |
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| "Aus 3381 Herzog Juliushütte im Harz bekam ich einen schwarzumränderten Brief. Er brachte Kunde vom Tode des mir bekannten Belgarder Walter Ignatz und daß er am 18. Oktober 1969 auf dem Friedhof in Astfeld bei Goslar beerdigt wurde. Der Verstorbene, Sohn des Inhabers der Musikalienhandlung Bruno Ignatz (Blumenstraße), leitete vor seiner Vertreibung aus Belgard eine Filiale seines väterlichen Geschäfts in Köslin (Bergstraße). Von Walter Ignatz konnte man in den jüngeren Jahren sagen: Im Wald und auf der Heide, da suchte er seine Freude, denn er war ein begeisterter Natur- und Jagdfreund. Schon möglich, daß er aus diesem Grunde für seine zweite Heimat den schönen Harz ausersehen hatte. Hier fand er auch letzthin die Ruhe und Atmosphäre, um sich intensiv seinem künstlerischen Schaffen zu widmen. Viele Motive seiner unvergeßlichen Ostsee sowie seiner pommerschen Scholle überhaupt, hat er in wundervollen Gemälden der Nachwelt hinterlassen. Auch seine musikalische Begabung, sein stilles und vornehmes Wesen machten ihn liebenswert. So behalten wir Walter Ignatz in guter Erinnerung." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 2, November 1969, Seite 5] | |||||
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| Blick vom Kreishaus in der Hindenburgstraße (früher Blumenstraße) in Richtung Friedrichstraße: Café Langjahr auf der linken Straßenseite an der Ecke Wiesenstraße im Haus mit dem Türmchen, links gerade nicht mehr im Bild das Gebäude der Belgarder Zeitung, dessen Verleger Werner Johannsen in der Heerstraße noch ein Buch- und Papierwarengeschäft hatte (Aufnahme vor 1914). | Blick von der Friedrichstraße in die untere Hindenburgstraße, rechts Uhrmacher Herbert Heym, zwei Gebäude weiter die Verbindung zur Schloßmühle Bellin, links an der Ecke die Drogerie der Tochter von Frau Minna Pätzold, welcher der gesamte Gebäudekomplex Friedrichstraße Ecke Hindenburgstraße einschließlich der Kinos Schauburg und Capitol, das für Belgarder Verhältnisse recht groß (mit Rang und Logen) und anspruchsvoll ausgestattet war, gehörte. Zwischen dem Eckhaus mit der Drogerie und dem Kino Capitol befand sich in der Hindenburgstraße eine Leihbücherei, bei der ich für meine Mutter im Kriege ab und zu Bücher ausgeliehen habe, und eine hauswirtschaftliche Beratungsstelle, wo während meiner Zeit auf der Oberschule zeitweise unser Kochunterricht stattfand. | ||||
| "In der Hindenburgstraße 9 (Haus Kaufmann
Holznagel) führte Mechanikermeister Julius Kücken mit Frau Margarete
und seinen beiden Töchtern Emmy und Grete ein Fahrradgeschäft
mit Werkstätte. Kücken gehörte als Vorsitzender des Mietervereins
dem Stadtparlament an. Als solcher setzte er sich leidenschaftlich mit hartnäckigen
Widersachern und seines Erachtens unmenschlichen Gerichtsurteilen auseinander.
Julius Kücken wurde am 7.9.1867 geboren, verstarb 75jährig und
liegt in Belgard beerdigt. Seine Ehefrau ist am |
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| Café Langjahr vor dem Ersten Weltkrieg | Café Langjahr Ecke Hindenburgstraße / Wiesenstraße, wo ich mit meinen Eltern im Sommer vor allem im Garten des Cafés saß, den ich einschließlich eines freilaufenden Pfaus, der zwischen den Tischen herumstolzierte, in sehr schöner Erinnerung habe (Aufnahme aus den dreißiger Jahren). | ||||
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| "Zum 10. Todestag Cafébesitzer Robert
Langjahr. Gemütlicher Wirt, begabter Sänger, Tierfreund, guter
Schütze und nationaler Bürger, das waren einige der Eigenschaften,
die Robert Langjahr besaß. Im benachbarten Schivelbein geboren, kam
er 1911 nach Belgard und erwarb das Grundstück Blumenstraße 9.
Seitdem existierte in Belgard das größte Konzertcafé,
welches dann mit ständigen Erneuerungen wie Straßen-Veranda und
botanischen Garten mit Tanzdiele die Gäste erfreute. Langjahr, der
viele Jahre Vorsitzender des Gaststättengewerbes war sowie auch König
und oft Ritter der Schützengilde, konnte im Jahre 1959 das Fest der
Goldenen Hochzeit feiern. Als Hobby hatte Robert Langjahr einen kleinen
Tierpark im Garten und ein großes Aquarium im Café. Viele junge
Menschen lernten sich in Café Langjahr kennen und schlossen alsbald
den Bund fürs Leben. Das Ehepaar Langjahr trat 1946 die Flucht aus
Belgard an und landete in Warnemünde. Von hier holte dann die in Gießen
verheiratete Tochter Edith ihre Eltern zu sich, wo Robert Langjahr am |
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| Das Offizierskasino in der Goethestraße | Das alte Offizierskasino an der Körliner Straße (Aufnahme vor 1914) |
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| "Im August der zwanziger Jahre feierte die
Belgarder Kriegerkameradschaft ihr 300jähriges Bestehen. Am Vorabend
fand in Falks Gesellschaftshaus ein Kommers statt, bei dem von der Stadtkapelle
eine Komposition v. Ernst Klemz über 'Der alte Barbarossa' uraufgeführt
wurde. Dem Festzuge am nächsten Tage ritten sechs Fanfarenbläser
in Uniform der Seydlitz-Kürassiere voraus mit Hans Kliewer als Kesselpauker.
Dann folgte das Fußvolk, an deren Spitze das Musikkorps des Infanterie-Regiments
Nr. 4 aus Kolberg unter Leitung des Obermusikmeisters Weichselgärtner."
[Aus dem Lande Belgard, Nr. 35, August 1972, Seite 4] "Erinnerung an ein Leichenbegräbnis vor 60 Jahren. Von den damals zahlreichen Vereinen in Belgard trat die Kriegerkameradschaft am häufigsten, meist bei Beerdigungen, an die Öffentlichkeit. Hierfür gab es folgendes Reglement: War ein Kamerad verstorben, der seiner Wehrpflicht in Friedenszeiten nachgekommen, somit an keinem Kriege teilgenommen hatte, wurde er mit einer Musikkapelle in Civil und ohne Gewehrgruppe zu Grabe geleitet. Anders dagegen, wenn ein Veteran von 1870/71 zur großen Armee abberufen. Dann erschien das von der Garnison, dem 1. Pommerschen Feld-Artillerie Regiment Nr. 2 gestellte Trompeterkorps in seiner zu Friedenszeiten blauen Uniform und vor dem Friedhof schloß sich eine 8 Mann starke Gewehrgruppe für die Ehrensalve an. Zudem nahm immer der erste Vorsitzende, Landrat z. D. und Rittmeister a.D. Gustav von Hagen, in der weißen Galauniform der Pasewalker Kürassiere teil. Als ich damals solch ein Ehrengeleit vor Falks Gesellschaftshaus antreten sah, mußte ich neugieriger Schuljunge dem Verlauf der Dinge folgen. Der Trauerzug bewegte sich von der in der Wilhelmstraße gelegenen St. Petrikirche durch die Stadt zum Friedhof an der Körliner Chaussee. Es war Regenwetter. Als die Spitze des Trauergefolges den Bahnübergang in der unteren Friedrichstraße passiert hatte, war man des unebnen Straßenpflasters mit Regenpfützen leid und ging links auf die breite Promenade. Plötzlich kommt ein Hinweis des im Gefolge stolzierenden Rittmeisters a.D.: 'Im geschlossenen Zuge bleibt man auf der Straße!' Ein Soldat hatte gesprochen, 80 ehemalige hatten verstanden. Und weiter ging es auf dem nassen Bonbonpflaster, ich mit einigen Schuljungen in aufgeweichten Schuhen immer neben der Musik. Doch der Vorfall hatte auch sein Gutes. In der nächsten Kreistagssitzung erfolgte einstimmiger Beschluß: 'Stadtverwaltung Belgard wird angehalten, in Kürze die Asphaltierung der Körlinerstraße bis hin zum Neuen Friedhof ausführen zu lassen'. Für dieses Dringlichkeitsprojekt bewilligte der Kreis eine 5-stellige Beihilfe. Drei Jahre später war Landrat von Hagen mein Vorgesetzter im Landratsamt, bis November 1918. Dann nahm er, beeindruckt durch den Sturz der Monarchie, seinen Abschied und zog sich auf sein Erbgut Premslaff, Kreis Regenwalde, zurück." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 54, März 1974, Seite 8] |
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| Das katholische Pfarrhaus mit Herz-Jesu-Kirche in der Pankniner Straße (ab 1921) |
Herz-Jesu-Kirche und katholisches Pfarrhaus |
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| "Namen mit Belgarder Klang. Ein biederer und ehrbarer Handwerksmeister, der seinen Beruf noch treu und gewissenhaft als Dienst am Kunden ausübte und wegen seines christlichen Lebenswandels und seiner nationalen Gesinnung in Belgard sehr geachtet wurde, das war der Obermeister der Dachdecker-Innung Fritz Mittelstädt. Sogar die Polen schätzten diesen Spezialisten und hielten ihn bis 1951 in Belgard zurück. Nach viel Leid und Entbehrungen kam Ehepaar Mittelstädt frei und begab sich zu seinen nach Wankendorf / Holstein geflüchteten Töchtern. Für die Gattin waren die Erlebnisse zu schwer. Nach kurzer Zeit starb sie infolge eines Herzinfarkts und wurde in Wankendorf beerdigt. Vater Mittelstädt zog mit der älteren Tochter und deren Familie nach Preetz / Holstein, wo er seinen Lebensabend verbrachte, im festen Glauben, doch noch einmal in sein vertrautes Belgard zurückkehren zu können. Durch Fleiß und preußische Sparsamkeit hatte es der am 1.1.1879 im Kreis Posen gebürtige, seit 1911 in Belgard ansässig gewesene Fritz Mittelstädt zu einem bescheidenen Eigenheim in der Jahnstraße gebracht. Unzähligen Personen war er im Laufe der Zeit 'aufs Dach gestiegen' und dreimal hatte er die Würde eines 'Königs' errungen. Mittelstädt gehörte der Schützengilde und der Kriegerkameradschaft an und war Innungs- und Prüfungsmeister des Dachdeckerhandwerks für den Kreis Belgard-Schivelbein. Zu den schönsten Ereignissen zählte er seine Silberhochzeit im Jahre 1927. Im biblischen Alter von 81 Jahren wurde Obermeister Fritz Mittelstädt am 7. Mai 1960, im nächsten Monat vor zehn Jahren, in die Ewigkeit abberufen und Belgard war um einen seiner besten Mitbürger ärmer geworden." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 7, April 1970, Seite 1-2] | |||||
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| Die Hindenburgschule an der Pankniner Straße, die zum Oktober 1928 bezugsfertig wurde, war eine Schule für Jungen, die von 1910 bis 1928 in der "Kunst"-Schule in der Kleiststraße bzw. im linken Flügel der Volksschule in der Karlstraße, der späteren Mädchenvolksschule, unterrichtet wurden. Der Rektor der Hindenburgschule, Franz Zuther, war der Hausbesitzer von Pankniner Straße 10, wo meine Großeltern Alverdes und meine Urgroßeltern Fraedrich wohnten. | Die Hindenburgschule aus nordwestlicher Richtung, dahinter die Turnhalle, wo auch wir Mädchen einige Male Turnunterricht hatten. Als Knabenvolksschule erbaut bot sie mit ihrer großen Turnhalle auch uns Schülerinnen des Lyzeums zeitweise Raum für die Sportstunden (warum die dafür sonst genutzte Turnhalle des nur wenige Schritte von unserer Schule entfernten Gymnasiums während dieser Zeit nicht zur Verfügung stand, kann ich heute nicht mehr sagen). Auch unser Kochunterricht fand zeitweise in der modernen Schulküche der Hindenburgschule statt, wurde aber später in die Lehrküche der hauswirtschaftlichen Beratungsstelle am Anfang der Hindenburgstraße verlegt, bis schließlich Anfang 1943 unsere eigene Schule im Souterrain mit schönen Küchenräumen ausgestattet wurde. Außer zur Turnhalle und zu den Küchenräumen hatten wir zu anderen Bereichen der Hindenburgschule jedoch keinen Zugang, so habe ich das Gebäude zum Beispiel auch niemals durch den großen, repräsentativen Eingang des Hauptbaues betreten. | ||||
| "Zum Gedenken an Belgards erstes Kriegsopfer
1939: Georg Zuther. Durch den Tod des letzten Sproß am 1.8.1980 Familienname
Zuther erloschen. Am 3. September 1980 waren 41 Jahre vergangen, seit Georg
Zuther, Sohn des damaligen Rektors Franz Zuther aus Belgard am zweiten Kriegstag
des Polenfeldzuges beim Fliegerangriff den Heldentod fand. Zuther war damals
erst jung verheiratet. Drei Wochen nach seinem Tode wurde sein Sohn, ebenfalls
Georg genannt, geboren. Dieser lebte letzthin als Physiker in Rostock und
war dort an der Universität als Dozent tätig. Dr. Georg Zuther
ist nun am 1. August 1980 im besten Mannesalter von |
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| "Dipl. Kfm. Dr. Siegfried Schmolke in 5090 Leverkusen Sebastiansweg Nr. 8 Telefon 02172 / 61941 übermittelt über den Belgarder Rundbrief herzliche Grüße an alle ehemaligen Lehrer und Schüler und bringt in Erinnerung: 'Die Belgarder Handelsschullehrgänge (1/2 J.) hatten die Einrichtung einer zweijährigen Städtischen Handelsschule und einer einjährigen Städtischen Höheren Handelsschule zum Ziele. Wir waren damals in der früheren 'Kunst'-Schule in der Kleiststraße Nr. 17, mit Verwaltungsbüro und Schulraum, vorläufig untergebracht. Der Krieg hat dann alle Absichten zunichte gemacht. Damalige Lehrer in diesen Lehrgängen waren Lehrer Tuschy, wohnhaft im Hause Kleiststraße 17, Gewerbeoberlehrer Heinz Frenz und Walter Kiekow und ich. Die kaufmännisch-gewerblichen und hauswirtschaftlichen Berufsschulklassen hatten in der Hindenburgschule (Pankninerstraße) Unterricht. Daselbst befand sich eine hervorragende, eingebaute Schulküche im Keller. - Vom 24. Juni bis 18. Juli 1980 bin ich in Alaska, Rocky Mountain Vancouver Victoria.'" [Aus dem Lande Belgard, Nr. 130, Juli 1980, Seite 4] | |||||
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verursacht durch den Bomben-Notabwurf eines Flugzeuges der deutschen Luftwaffe |
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| "45 Jahre Eheglück war Mittelschulkonrektor
i.R. Konrad Weiher nebst Gattin Gertrud geb. Haese, früher Jahnstraße
26, jetzt 2058 Lauenburg an der Elbe, Hermann Löns-Weg 6 wohnhaft,
am 30. September 1969 beschieden. Weiher amtierte von 1922 bis 1939 an der
Belgarder Hindenburgschule unter Leitung des damaligen Rektors Franz Zuther
und dessen Nachfolger Gerhard Brandt. Letzterer war bis 1916 mein Schulklassenfreund.
Seit 1923 nebenamtlich und ab August 1939 hauptamtlich, war Konrad Weiher
Oberlehrer bei der Heeresfachschule Belgard. 1924 heiratete Weiher die Tochter
des Lehrers und Organisten Franz Haese aus Saager Kreis Regenwalde, wo das
Paar in der dortigen Dorfkirche getraut wurde. Seine beiden Töchter
besuchten in Belgard die Oberschule für Mädchen, bis am 6. Dezember
1945 auch für die Familie Weiher eine Vertreibung aus ihrer pommerschen
Heimat erfolgte. Heute verbringt das Ehepaar Weiher seinen Lebensabend im
Hause der ältesten Tochter." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 2, November
1969, Seite 5] "Eines der schönsten Wohnhäuser in der Pankniner Straße in Belgard war das Haus Nr. 10. Dieses erwarb im Jahre 1908 der damalige Volksschullehrer, späterhin Rektor an der Hindenburgschule, Franz Zuther. Er verstarb kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges. Sein Sohn Georg ist als Soldat im Osten gefallen. Die Gattin von Franz Zuther, damalige Lehrerin Elsbeth Scheel, flüchtete im März 1945 nach Hamburg, wo sie im gleichen Monat 1958 verstorben ist. Ihre Mutter, Frau Scheel, wohnte in der Pankniner Straße und fand mit zunehmenden Alter Aufnahme bei Familie Zuther. Da ereignete sich an einem Herbstsonntag in der Frühe folgender Vorfall: Oma Scheel hatte ihr Zimmer geheizt und war im Begriff, zur Kirche zu gehen. Zuvor nahm sie zwei der nachgelegten Briketts wieder aus dem Ofen, beträufelte diese mit Wasser und legte sie zu den übrigen in einer Vorratskiste unter dem Bett. Dann trat Oma ihren Kirchgang an. Nach fast einer halben Stunde hatte das glimmende Brikett die anderen entfacht und das Bett in Brand gesetzt. Rechtzeitig bemerkte der Hausherr den Brandgeruch, der aus dem Zimmer der Oma drang. Mit Hilfe der herbeigeeilten Hausbewohner konnte der Zimmerbrand gelöscht werden. In der Marienkirche brachte Küster Romotzki der alten Frau Scheel schonend bei, sie möge besonderer Vorkommnisse wegen sofort nach Hause gehen. Dort hat dann Franz Zuther in schulmeisterischer Art seiner Schwiegermutter, anspielend auf die biblische Geschichte von den sieben törichten Jungfrauen, zu verstehen gegeben, daß ihm diese leichtsinnige Handlungsweise einer zwar betagten, aber doch klugen Dame aufs tiefste erschüttert habe." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 85, Oktober 1976, Seite 8] Wobei diese Schilderung von Fritz Schulze jedoch in verschiedenen Details von meiner eigenen Erinnerung abweicht und vor allem das Verdienst meines Vetters Horst Fraedrich unerwähnt läßt: Mathilde Scheel, die Schwiegermutter des Hauswirtes Zuther, hatte ein einzelnes Zimmer mit Zugang vom Hausflur im ersten Stock neben der Wohnung ihres Schwiegersohnes. Sie war recht häufig bei meiner Urgroßmutter Mathilde Fraedrich ein Stockwerk höher zu Gast und fertigte währenddessen Spitzentaschentücher in Schiffchenarbeit an, was ich als Kind hier zum ersten Mal sah und dabei vor allem ihre flinken Finger bewunderte. An einem Sonntagvormittag, als sie gemeinsam mit Zuthers die Kirche besuchte, entstand unter ihrem Bett ein Brand, da sie einen Kasten mit einigen bereits angeglühten Kohlen vor dem Kirchgang darunter geschoben hatte. So brannte schließlich auch das Bett, der Rauch zog unter der Tür in den Hausflur und wurde von Horst Fraedrich bemerkt, der gerade aus Berlin bei seinen Großeltern zu Besuch war. Nach einem Anruf beim Küster forderte der Pfarrer die Familie Zuther von der Kanzel herab auf, wegen eines Notfalles sofort nach Hause zurückzukehren. Es gab einen großen Familienkrach und die arme Frau Scheel mußte sich von meinem Vetter Horst auch noch bei einem späteren Besuch in der Pankniner Straße fragen lassen: "Na, Frau Scheel, haben Sie mal wieder Kohlen unter Ihr Bett geschoben?" |
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| Stadtholz-Promenade | Promenade im Stadtholz (Aufnahme um die Jahrhundertwende) |
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| Das Ausflugslokal am Rande des Stadtholzes, links das Schützenhaus des Belgarder Schützenvereins. Etwas weiter links lag der Sportplatz, wo zum alljährlichen Schützenfest die Belgarder Schützengesellschaft aufmarschierte, im Frühjahr der Maibaum aufgerichtet und die Maikönigin gekrönt wurde (Aufnahme vor 1914). | Schützenhaus und Stadtholz-Restaurant (rechts) | ||||
| "Der Wonnemonat Mai! Seit jeher wird er gelobt, besungen und gefeiert. Im Volksmund sagt man, die Maienkinder sind vom guten Stern begünstigt! Da können wir uns ja glücklich schätzen, liebwerter Herr Curt Wilde-Naffin, zudem wir noch am gleichen Tage geboren sind. Und dann beschert uns der Mai das lieblichste Fest: Pfingsten. Bekanntlich hatte dieses Fest in Belgard immer vier Feiertage, nämlich zwei kirchliche und zwei weltliche. Landsmann Ernst Klemz, Du weißt ja Bescheid, was so beim Schützenfest alles gefällig war! Auch Ihr Schützenbrüder Georg Reblin und Franz Bonow (vielleicht leben noch mehrere) werdet Euch wohl noch wehmütig dieser berauschenden zwei Tage erinnern? Nach Pfingsten waren dann an jedem Sonntag bis in den Herbst hinein die Königsschießen der Kriegervereine in den einzelnen Landgemeinden. Ich mußte als Pressevertreter jedem dieser Volksfeste eine kurze Visite abstatten. Nicht zu vergessen seien die Herrenpartie am Himmelfahrtstag, die Familienausflüge ins erste frische Grün und die meist bis Mitternacht ausgedehnten 'Erkundungsgänge' natürlich zu zweien am Poetensteig oder im Stadtholz. Ja, Ihr lieben Leute, der Wonnemonat Mai hatte es schon immer in sich und ist sehr verlockend für ein Spiel im Freien. Das Erwachen in der Natur und die Neubelebung der Menschen, alles das verdanken wir dem schönen Mai. Ich schließe diese Monatsbetrachtung mit leisem Gesang nach der Walzermelodie 'Einmal noch lieben, wie einst im Mai, Stadtholz ist blieben, sonst alles vorbei'." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 8, Mai 1970, Seite 1] | |||||
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| Links das Stadtholz-Restaurant, wo wir im Sommer während unserer Spaziergänge am Sonntagnachmittag manchmal einkehrten und drei oder vier Musiker der Stadtkapelle Klemz Kaffeehausmusik auf der Veranda darboten. Gegenüber wurde Ende der dreißiger Jahre eine Konzertmuschel gebaut, wo dann auch die gesamte Stadtkapelle Konzerte gab. |
Das Restaurant im Stadtholz: Auf der Veranda vor dem Lokal habe ich in den dreißiger Jahren manchmal mit meinen Eltern und meiner Schwester bei Kaffee und Kuchen gesessen; hier befand sich auch ein Automat in Form einer großen, bunten Blechhenne, die nach dem Einwerfen eines Groschens ein mit Süßigkeiten gefülltes Blechei legte (Aufnahme zwanziger Jahre). |
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| Stadtholz-Restaurant und Schützenhaus (links) | Hauspostkarte des Stadtholzrestaurants (Aufnahme aus den dreißiger Jahren) |
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| Stadtkapelle Klemz während eines Konzertes im Stadtholz |
Vor dem Schützenhaus im Stadtholz | ||||
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| Belgarder Schützengesellschaft auf dem Marktplatz (1926) |
Ausmarsch der Belgarder Schützengesellschaft | ||||
| Zur Abbildung rechts: "Am dritten und vierten
Pfingsttag war immer Schützenfest. Das obige Foto zeigt den Ausmarsch
der Schützen zum Stadtholz. Damaliger Schützenkönig war Gustav
Schwenke, ihm zur Seite als Ritter Carl Janz und Robert Langjahr. Derzeitiger
Kommandeur war Karl Pade." [Aus dem Lande Belgard, |
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| Belgarder Honoratioren beim Festumzug zum 25. Landesschützenfest vom 4. bis 6. Juli 1926 in Belgard |
Geschäftsanzeige
Kolonialwaren Bernhard Maaß, erschienen in der "Festschrift für das 25. Hinterpommersche Landes- Schützenfest" 1926 in Belgard |
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| "Erinnerung an das vom 4. bis 6. Juli 1926 in Belgard stattgefundene Landesschützenfest. Auf dem Festwagen: Robert Langjahr, dahinter Georg Reblin, rechts: Gustav Fritz mit einer Urkunde, daneben Johannes Specht, Rosemarie Reblin, heute Frau Hoffmann in 872 Schweinfurth, Schultesstraße 5-7, sowie Edith Langjahr, heute Frau Mohr in 282 Bremen St. Magnus, Chaukenhügel 14." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 34, Juli 1972, Seite 6] | |||||
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| Von gelegentlichen Fahrradtouren in das Belgarder Stadtholz brachte ich manchmal einen großen Strauß Anemonen mit |
An einem Teich im Stadtholz (Aufnahme vor 1914) |
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| "85. Geburtstag beging am 22. September 1971 Rektor i.R. Wilhelm Kaleschke, 45 Osnabrück, Meranerstraße 10. Vielen ist er wohl noch als Kreisjugendpfleger bekannt. Seit 1920 hat er sich in Belgard im Turn- und Sportwesen verdient gemacht. Seine turnerische Tätigkeit hat seinem Leben einen besonderen Inhalt gegeben. So gehörte er anfangs dem Turnverein Belgard 1861 an und war später als Jugend- und Turnführer in dem von ihm mitgegründeten TV Jahn und als stellvertretender Gauoberturnwart des Persantegaues tätig. Unter seiner Leitung fand in Belgard das erste Handballspiel im Stadtholz gegen eine kombinierte Mannschaft Kolberg-Köslin statt. Am ersten Weltkrieg nahm Kaleschke als Offizier teil. Anfang 1945 verließ er mit Familie die ihm liebgewordene Persantestadt." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 25, Oktober 1971, Seite 7] | |||||
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| Die Liebesinsel im Stadtholz, etwas weiter hinter dem Teich lagen die Tennisplätze, wo meine Mutter Bertha Maaß als junges Mädchen und noch bis in die ersten Jahre ihrer Ehe Tennis spielte, wobei ihr jüngerer Bruder Karl Alverdes als Balljunge fungierte und den Mädchen teils recht verwegene Streiche spielte, etwa ihrer Freundin einen Frosch aus einem nahegelegenen Teiche in den Ausschnitt steckte (Aufnahme aus den zwanziger Jahren). | Die Liebesinsel im Frühjahr von den Tennisplätzen aus gesehen (Aufnahme vor 1914). |
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| Der Teich mit der Liebesinsel; zum Teich gehörte auch ein Schwanenhaus und ein Paar Schwäne. |
Die Liebesinsel im Stadtholz von der gegenüberliegenden Seite des Teiches aus gesehen (Aufnahme vor 1914) |
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| "Tragödie auf der Liebesinsel im Stadtholz. Drei interessante 'Wallfahrtsorte' gab es in der Persantestadt, die von der Jugend sowohl auch von älteren Semestern gern aufgesucht wurden: Der Poetensteig, Müke- oder Kitzelpark und die Liebesinsel im Stadtholz. Diese drei 'Zufluchtsstätten' trugen ihre Bezeichnung mit Recht, was wohl noch manche Belgarder, vielleicht aus eigener Erfahrung bestätigen können! Zu jeder Jahreszeit, doch am liebsten bei Mondschein oder im Altweibersommer, zog es viele Bedürftige hier oder dort hin. Nun zum damaligen Ereignis: Inmitten des von Goldfischen belebten Teiches war ein Schwanenhaus, dessen zwei Bewohner sich scheinbar bewußt waren, Beherrscher dieser Insel zu sein. Für die idyllische Anlage mit Ruhebänken hatte der Verschönerungsverein mit Stadtältesten Gotthelf Kittelmann gesorgt, dem, wie er oft hervorhob, die Erhaltung dieses Belgarder Paradieses sehr am Herzen lag. Über die sich dann hier abgespielte Tragödie kam Vater Kittelmann nicht so schnell hinweg. Der Oberkellner der Bahnhofsgaststätte führte bei seinem Frühspaziergang zum Stadtholz die beiden Hunde seines Betriebsherrn mit sich. Die keineswegs bösartigen Tiere sollten und durften sich hier ergiebig austummeln. Der unglückliche Zufall wollte es, daß sich die Hunde zu dicht dem Ufer des Teiches genähert und die Reichweite der Schwanenhälse unterschätzt hatten, oder aber die Gänsevögel wollten sich als kühner erweisen und hatten nicht mit so robusten Tiergenossen gerechnet. Doch wie dem auch gewesen, es war nur Augenblickssache, da trieb das Schwanenpaar leblos auf dem Teich. Das tragische Ereignis wurde sofort dem alten Kittelmann gemeldet, der, ohnehin immer schnell gerührt, tief erschüttert war. Mit einer Geldbuße und zwar ein Zehner-Goldstück pro Schwan, also zwanzig Mark, wurde dieser Vorfall gesühnt. Einige Zeit später bezog ein neues Schwanenpaar die Liebesinsel und die sich hier einst abgespielte Tiertragödie war vergessen oder wurde, wie so manches damals, totgeschwiegen." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 23, August 1971, Seite 8] | |||||
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| "Im Stadtpark - Liebesinsel" | Spazierweg im Stadtholz | ||||
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| An einem der Teiche im Stadtholz | Ganz links das Bismarck-Denkmal im Stadtholz unweit des Schwanenteiches, einem von drei Waldteichen in der Nähe der Tennisplätze. | ||||
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| Das auf Initiative von Stadtverordneten und Ehrenbürger Gotthelf Kittelmann errichtete Bismarck-Denkmal im Stadtholz |
Das Bismarck-Denkmal im hinteren Teil des Stadtholzes |
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| Zu Gotthelf Kittelmann, seinen Verdiensten um
die Belgarder Liedertafel von 1852 und das Bismarck-Denkmal im Stadtholz:
"Gotthelf Kittelmann. Der Name war in Belgard einmalig, wie auch der
Namensträger selbst. Brauerei Kittelmann war ein Begriff. Als streng
gläubiger Christ wurde er in den Gemeindekirchenrat berufen. Er war
ein Patriot und Verehrer des damaligen Reichskanzlers Fürst Otto von
Bismarck. Als begeisterter Sänger von Jugend an war er später
im Vorstand des Deutschen Sängerbundes für Pommern und den Regierungsbezirk
Köslin. In Würdigung seiner Verdienste um städtische Belange
ernannte man ihn zum Ehrenbürger der Stadt Belgard. [....] Seiner Initiative
zufolge hatte die Liedertafel in früheren Jahren Bismarck einen Besuch
in Varzin im Kreis Rummelsburg abgestattet. Auf seine Veranlassung entstand
im Stadtholz ein Bismarckdenkmal nach Entwurf des damaligen Kreisbaumeisters
Julius Kleedehn. Gotthelf Kittelmann veranlaßte, daß die Marienkirche
in Belgard einen Kronleuchter als Spende von der Brauerzunft bekam. Daß
häufig Sängerfeste in Belgards Mauern stattfanden, verdankte man
Gotthelf Kittelmann. [....] zeigt, wie schlicht aber herzlich das Ehepaar
Kittelmann häufig Gäste aus allen Schichten der Bevölkerung
in seinem Garten empfing und mit dem bekannten 'Kanzlerbräu' bewirtete.
Viele Rundbrief-Leser werden sich der Eheleute Kittelmann noch erinnern
und ich bin stolz, Kontakt mit solchem Manne gehabt zu haben, so schon jeden
Mittwochabend in der Gesangsstunde der Liedertafel." [Aus dem Lande
Belgard, Nr. 79, April 1976, Seite 6] "[Ihren] 88. [Geburtstag] beging
am 10. Dezember 1975 Frau Emmi Opitz geborene Kittelmann, 7302 Ost Fildern
4, Panoramastraße 34. Ihr Geburtsname war in Belgard einmalig und
hatte einen guten Klang. Der über die Grenzen Belgards hinaus bekannte
Brauereidirektor Gotthilf Kittelmann war ihr Vater. Viele werden sich noch
der einstigen Brauerei 'Kanzlerbräu' in der Kämpenstraße
mit gegenüber liegender Villa erinnern. Es ist erstaunlich, wie bei
der alten Frau Opitz Erinnerungen an ihr schönes Belgard und Elternhaus
heute noch so lebendig sind. Den Belgarder Rundbrief hütet sie wie
ein Kleinod und oft muß er ihr zweimal vorgelesen werden. So wünschen
wir der betagten Belgarderin, daß sie wohlbehalten auch den 90. erleben
möge." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 75, Dezember 1975, Seite 5]
"Geburtstaggeschenk für Bismarck. Am 1. April, dem Geburtstag
des Altreichskanzlers Otto von Bismarck, ließ die Belgarder Aktien-Bierbrauerei
Noeske & Kittelmann, deren Betrieb sich in der Kämpenstraße
befand, dem Reichskanzler ein Körbchen mit Kiebitzeiern und ein kleines
Faß 'Kanzlerbräu' überreichen. Gotthelf Kittelmann war ein
Patriot und Verehrer des Fürsten von Bismarck, dem zu Ehren er sein
Bier 'Kanzlerbräu' nannte. Auf seine Veranlassung als Stadtältester
entstand im Stadtholz ein Bismarckdenkmal und die Straße neben der
Kaiserpromenade wurde Bismarckstraße genannt." [Aus dem Lande
Belgard, Nr. 31, April 1972, Seite 3] "Handschreiben des Altreichskanzlers von Bismarck an Gotthelf Kittelmann in Belgard. Der am 22. August 1942 verstorbene Brauereibesitzer Gotthelf Kittelmann in Belgard war ein Verehrer des Altreichskanzlers Fürst v. Bismarcks. Ihm zu Ehren veranlaßte Kittelmann die Errichtung eines Bismarckdenkmals im Stadtholz, regte im Stadtparlament die Benennung einer in Bahnhofsnähe gelegenen Straße als Bismarck-Straße an und nannte das in seinem Betrieb gebraute Bier "Kanzlerbräu". Zum 1. April, dem Geburtstag Bismarcks, sandte Gotthelf Kittelmann ein Fäßchen Bier und einen Korb mit Kiebitzeiern nach Varzin. Aus dem Nachlaß des Verstorbenen sandte nun die Enkelin von Kittelmann, unsere eifrige Rundbrief-Leserin, Frau Erika Eyb geb. Opitz aus 7302 Ostfildern, ein persönliches Dankschreiben Bismarcks an ihren Großvater, welches ich hiermit den Lesern zum Abdruck bringe." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 138, März 1981, Seite 2] |
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| Das Kleist-Retzow-Stift in der Luisenstraße | |||||
| "Zum Tode von Kleist-Retzow (Kieckow). Unser
Kreis ist wieder um eine Persönlichkeit ärmer. 82-jährig
verstarb im Feierabendwerk Simeonshaus Wiesbaden der frühere Gutsherr
auf Kieckow, Hans-Jürgen von Kleist-Retzow, Ritter des Johanniterorden.
Durch den frühzeitigen Tod seines Vaters übernahm er, kaum großjährig,
die Bewirtschaftung des Gutes. Er vermählte sich 1913 mit Maria von
Diest-Glötzin. Der Ehe entsprossen sechs Kinder, von denen zwei Söhne
im letzten Kriege gefallen sind. Das Leben des Verstorbenen war erfüllt
von rastloser Tätigkeit auf seiner pommerschen Scholle und vornehmlich
hat er sich den Aufgaben der damals Bekennenden Kirche gewidmet. Durch seinen
unerschütterlichen, im Familienverband verwurzelten christlichen Glauben
zog er sich den Unwillen der damaligen Machthaber zu. Mit seinem engsten
Freund, dem benachbarten Gutsbesitzer Ewald von Kleist-Schmenzin, wurde
er des öfteren von der Gestapo verhaftet, einmal sogar mittels Flugzeug
in das Staatsgefängnis nach Berlin gebracht. Später wieder freigegeben,
fand er sich mit seiner Familie in Bremen zusammen. Beim Evangelischen Hilfswerk
Deutschland und als Bauherr der Bremer Thomaskirche hat sich der Verstorbene
verdient gemacht. Der Tod seiner am 8. Juli 1965 verstorbenen Gattin betrübte
ihn sehr und veranlaßte ihn, sein Bremer Eigenheim aufzugeben, um
Zuflucht im Simeonshaus zu suchen. Nur kurze Zeit war ihm hier vergönnt.
Am 2. Oktober 1969 erfolgte die Überführung nach Bremen, wo er
neben seiner verstorbenen Gattin nun die letzte Ruhe gefunden hat."
[Aus dem Lande Belgard, Nr. 2, November 1969, Seite 3] "Hans-Jürgen von Kleist-Retzow, der letzte Besitzer des Rittergutes Kieckow, Krs. Belgard/Pers., verstorben am 27. September 1969 in 6200 Wiesbaden, beerdigt in 2800 Bremen neben seiner am 8.7.1965 verstorbenen Gattin Maria geborene von Diest (Näheres über v. Kleist-Retzow ist zu lesen in der Dokumentenmappe des Heimatkreisarchiv in Celle)." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 141, Juni 1981, Seite 10] |
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| Das Kleist-Retzow-Stift Anfang des Jahrhunderts, die Luisenstraße damals nur teilweise bebaut und noch nicht gepflastert |
Neben unserer Oberschule in der Luisenstraße lag das Kleist-Retzow-Stift, wo ich im Jahre 1941 ein Praktikum im Kindergarten der NSV machte |
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| "Namen mit Belgarder Klang. Zu dieser Artikelserie
gehört auch der Name Walter Hank. Schon der Vater, einst Hausmeister
der Kleist-Retzow-Stiftung in der Luisenstraße, war ein bekannter
Mann. Vor dem Ersten Weltkrieg gründete Walter Hank ein Baugeschäft
und heiratete die Belgarderin Elisabeth Knop. Von den drei Kindern: Ulrich,
Gerhard, Ursula, fiel Gerhard 1943 im Rußlandfeldzug. Hank gehörte
dem Stand der Handwerkskammer und Prüfungsausschuß der Staatlichen
Ingenieurschule in Stettin an, war Initiator zweier Wohnungsbau-GmbH, Mitglied
im Stadtparlament und letzter Kreishandwerksmeister. 1945 wurde Walter Hank
verschleppt, kam am Jahresende zu seiner inzwischen aus Belgard vertriebenen
Familie nach Magdeburg, wo er 1948 schwer erkrankte und 1949 verstarb. Ein
Jahr später folgte ihm seine Gattin Elisabeth in die Ewigkeit."
[Aus dem Lande Belgard, |
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| Blick von meiner
Schule auf das evangelische Gemeindehaus an der Luisenstraße / Ecke Pankniner Straße |
Im evangelischen Gemeindehaus fand meistens auch unser Konfirmandenunterricht statt |
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| Zum evangelischen Gemeindehaus in der Luisenstraße:
"Es ist das vertraute evangelische Gemeindehaus mit großem Saalanbau
und Nebenräumen in der Luisenstraße. Während der 45 Jahre
des Bestehens dieser Wirkungsstätte der Inneren Mission sind ungezählte
Belgarder Bürger, Frauen noch häufiger, hier täglich ein-
und ausgegangen. Das eigentliche Gemeindehaus, also der vordere Altbau,
wurde zur Amtszeit des damaligen Superintendenten Zum Stifter des evangelischen Gemeindehauses Baron von Hewald und Schloß Podewils: "Dies ist eines der schönsten Schlösser der über 40 im Kreise Belgard gehabter Rittergüter: Schloß Podewils, erbaut in Mitte des 19. Jahrhunderts. Baron Max von Hewald bis 1885 Landwirt in Berlin-Schöneberg, hatte das Gut Podewils im gleichen Jahre käuflich erworben und das Schloß in den Jahren 1890/91 ausgebaut. Bis 1908 bewohnte Familie von Hewald das Schloß, welches dann nebst Gut in den Besitz derer von Holtzendorff überging. Als Letztere bewohnte die Witwe Maria von Holtzendorff das Schloß. Sie ist nach der Vertreibung 1946 in Halberstadt verstorben. Heute wird das Schloß als Kindererholungsheim verwandt (Foto und Angaben spendete Heimatkreisbearbeiter Paul Dallmann, der in Podewils geboren ist)." [Aus dem Lande Belgard, |
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| Luisenstraße mit evangelischem Gemeindehaus, hier befand sich auch die Spielschule (evangelischer Kindergarten) |
Trauerzug 1934 anläßlich der Beerdigung von Bäckerinnungs-Obermeister Ernst Ruske |
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| "Namen mit Belgarder Klang. Obermeister Ernst Ruske und Frau Margarete geb. Hapke waren Bürgersleute, denen Arbeit und Freude ein Begriff war. Seit 15. Oktober 1906 waren sie glücklich verheiratet. Im 1. Weltkrieg stand Ernst als Unteroffizier in der Feldbäckerei treu und redlich seinen Mann, während Margarete den Gewerbebetrieb und Haushalt mit vier lebhaften, gesunden Sprößlingen betreute. Nach dem Kriege brachte Ruske seinen Betrieb zur Blüte, er wurde Mitbegründer der Bäcker-Einkaufs-GmbH, Obermeister der Innung und tonangebend im Prüfungsausschuß. Als Stadtverordneter war er an Diskussionen im Rathaus immer beteiligt und häufig erzielte seine Stimme und Fraktion den Mehrheitsbeschluß. Mit ganzem Herzen hing er an der 'Liedertafel' und versäumte jahrelang keine Übungsstunde, wofür er als Anerkennung jedes Jahr einen Ehrenbecher bekam. Auch der Schützengilde ging er stets voran. Da war immer was gefällig, wenn Ruske die Königswürde oder die eines Ritters errang. Ein besonderes Fest für das Ehepaar war deren 25jähriges- Ehejubiläum am 15. Oktober 1931. So temperamentvoll und lebenslustig Ernst Ruske war, achtete er nicht auf seine Gesundheit. Nach kurzem Krankenlager schloß er, erst 57 Jahre alt, seine Augen für immer. Ein großes Trauergefolge zeugte von der Liebe und Verehrung, der sich Ruske als nationaler Bürger seiner Stadt erfreute. In folgenden Rundbriefen bringe ich Episoden aus dem Leben dieses Mitbürgers. Im Foto: Die letzte Fahrt. Stadtkapelle, Schützengilde, Kriegerverein, Liedertafel und Körperschaften. Es war ein imposanter Abschied und Ereignis für Belgard." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 18, März 1971, Seite 2] | |||||
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| Die Präparandenanstalt in der Luisenstraße, später
Höhere Töchterschule, dann Lyzeum und ab 1939 Oberschule für
Mädchen (Blick von der Jägerstraße) |
Die Präparandenanstalt von der Luisenstraße aus gesehen |
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| Die Präparandenanstalt einige Jahre später |
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| "In 236 Bad Segeberg wurde am 27. März
1971 Rektor i.R. Otto Wendt in die Ewigkeit abberufen. In den zwanziger
Jahren besuchte Wendt die Belgarder Präparandenanstalt und im Anschluß
das Lehrerseminar in Dramburg. Nach seiner Lehrerprüfung und einem
Kursus an der Reichssportschule in Berlin-Spandau wurde Otto Wendt als Turn-
und Sportlehrer nach Belgard versetzt. Diese Stelle hatte er aber nicht
angetreten, weil infolge Kriegsausbruch die Einberufung zum Wehrdienst den
Vorrang hatte. Nach dem Kriege wurde Lehrer Wendt Hauptlehrer in Fehrenbötel
Kreis Segeberg und die letzten zwei Dienstjahre Konrektor in Rickling über
Neumünster, wo er nach heimtückischer Krankheit verstarb und beerdigt
wurde." [Aus dem Lande Belgard, |
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| Das Lyzeum an der Luisenstraße / Ecke Jägerstraße, wo ich von 1936 bis 1944 die Oberschule besuchte | Das Lyzeum (später Oberschule für Mädchen) von der Jägerstraße aus gesehen |
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| "Betrübende Nachricht. Rundbrief-Leserin
Frau Gerda Müller in 4630 Bochum 7, Iserlohnstraße 39, teilt
mit, daß Frau Oberstudienrätin i. R. Gertrud Ellmann, geb. am
14.6.1904 in Stettin, am 3. April 1981 nach schwerer Krankheit im Alter
von 77 Jahren in 3150 Peine verstorben ist. Die Verstorbene war einst am
Belgarder Lyzeum tätig und wurde von ihren Schülerinnen sehr geschätzt,
die bis zuletzt herzlichen Kontakt mit ihr hatten." [Aus dem Lande
Belgard, Nr. 141, Juni 1981, Seite 8] Von der Mutter von Fritz Schulze wurden vermutlich auch unsere Schülermützen mit Monogrammen bestickt: "Der |
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| Blick über den Mükepark auf das Lyzeum (ab 1939 höhere Mädchenschule ), links vorne ein Teil des großen Teiches, rechts der Sockel des 1918 auf dem Marktplatz abgebauten Denkmales von Kaiser Wilhelm I., dahinter am Bildrand das Gymnasium (Aufnahme Anfang der dreißiger Jahre). | Das Lyzeum aus der Nähe, der Sockel des ehemaligen Kaiser Wilhelm I.-Denkmals nun am linken Bildrand | ||||
| "Gedanken schweifen zurück. Rektor i.R.
Reinhold Guse, 2 Hamburg 57, Fuchsienweg 6, früher als Lehrer an der
Belgarder Höheren Töchterschule unter Rektor Centgraf tätig
gewesen, schreibt: 'Ich habe gern in Belgard mit seiner reizvollen Umgebung
gelebt. Das um 1920 noch in seiner Ursprünglichkeit mit dichtem Baum-
und Kräuterbestand bekannte Stadtholz vermittelte mir so manche Erkenntnis
für den Biologie-Unterricht. Nach meiner Durchwanderung des Stadtholzes
kehrte ich in das Pankniner Schulhaus ein und verbrachte dort mit Lehrer
Karl Zuther und dessen Schwiegereltern Peglow manche fröhliche Stunde.
Auch die Spaziergänge an der Persante, in die Vorwerker Fichten, im
Poetensteig, zu den Klempiner Bergen und nach Kiefheide sind mir noch in
guter Erinnerung. Ich freue mich sehr, daß es den Belgarder Rundbrief
gibt, obwohl man mit wehem Herzen bekennen muß: Es war einmal!'"
[Aus dem Lande Belgard, Nr. 23, August 1971, |
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| Meine Schule, das Lyzeum (seit 1939 Oberschule für Mädchen, Aufnahme Ende der dreißiger Jahre), von der Jägerstraße aus gesehen: Rechts das ursprüngliche Schulgebäude, die frühere Präparandenanstalt, links der spätere Anbau mit der Aula im ersten Stock. Im Winkel der im ersten Stock mit einem Balkon überbaute Eingang. Klassenräume, an die ich mich besonders erinnere, lagen im Erdgeschoß des linken Flügels mit Fenstern zum Kleist-Retzow-Stift (wo wir die meisten Jahre ab Beginn der Unterstufe unterrichtet wurden), ein anderer im Ergeschoß des rechten Flügels mit Blick auf den Hof wenige Jahre in der Oberstufe, und dann im Abiturjahr für das letzte Schuljahr in einem kleinen Raum im Dachgeschoß des rechten Flügels mit Blick auf die Luisenstraße. Das Lehrerzimmer, der Biologieraum sowie das Kartenzimmer im Erdgeschoß hatten Fenster zur Luisenstraße, der Physikraum und der Zeichensaal im ersten Stock ebenfalls. Von der Aula aus dem ersten Stock konnte man sowohl den Schulhof als auch die Anlage des Kleist-Retzow-Stiftes übersehen. Der Werkraum, in dem wir mit Herrn Utech arbeiteten, lag im Dachgeschoß des rechten Flügels, wo auch Hausmeister Scharfschwert wohnte. Die Leitung der Schule, der Oberstudiendirektor Dr. Claus samt Sekretär Herrn Wodtke besetzte im Oberstock des rechten Flügels zwei Räume, dazu gehören die drei oder vier Fenster ganz rechts. | Das Gymnasium (später Oberschule für Jungen, Aufnahme Mitte der dreißiger Jahre) und das Lyzeum lagen sich an der Ecke Jägerstraße / Luisenstraße gegenüber, die Schüler und Schülerinnen der beiden Schulen benutzten dieselbe Turnhalle, welche als Anbau an das Gymnasium am oberen Ende des Turnplatzes errichtet worden war. In der Pause vor Beginn des Turnunterrichtes warteten wir Mädchen an der Pforte unseres Schulhofes auf Fräulein Kraul und später auf Fräulein Trepel, überquerten dann gemeinsam mit unserer Lehrerin die Jägerstraße und erreichten mit wenigen Schritten - am Eingang zum Gymnasium vorbei - die danebenliegende Turnhalle. Ich kann mich nicht erinnern, zu dieser Zeit jemals Gymnasiasten auf dem schmalen Platz vor dem Gebäude, der für die Jungen den Schulhof ersetzen mußte, gesehen zu haben (die Pausen waren am Gymnasium wohl absichtlich nicht zu denselben Zeiten wie bei uns am Lyzeum angesetzt). Wie oft mag manche von uns Mädchen dabei nach Freunden Ausschau gehalten haben - und auch auf dem Rückweg war dann alles Gucken vergeblich, so daß hier keine Kontakte geknüpft werden konnten und dies dem nachmittäglichen Bummel auf der Friedrichstraße vorbehalten bleiben mußte.Bei Spaziergängen mit meinem blinden Urgroßvater Karl Fraedrich am Nachmittag gingen wir oft durch den Gymnasialpark und am Gymnasium vorbei, unser Ziel war dabei jedoch der Mükepark, wo wir dann auf einer der zahlreichen Bänke Platz nahmen und mir mein Urgroßvater aus seinem Leben erzählte. | ||||
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| Das Gymnasium mit Gymnasialpark an der dem Lyzeum gegenüberliegenden Ecke der Jägerstraße / Luisenstraße | Das Gymnasium von der Ecke Jägerstraße / Luisenstraße aus gesehen (Anfang des Jahrhunderts) |
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| "Schon in früheren Zeiten hatte unsere
Persantestadt den Ehrgeiz, sich von Nachbarstädten nicht übertreffen
zu lassen, wenn es galt, etwas für das Erziehungs- und Bildungswesen
zu tun. So denke ich z.B. an die Umwandlung des zu meiner Zeit noch unter
Leitung des Studiendirektors Hoffmann und dessen Nachfolger |
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| Blick von der Jägerstraße durch den Gymnasialpark auf das Gymnasium (Anfang der zwanziger Jahre) |
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| Das Gymnasium vom Gymnasialpark aus gesehen | Das Belgarder Gymnasium vor 1890 | ||||
| "Es war im letzten Kriegsjahr 1918. Lebensmittel wurden immer knapper und die Rationen immer kleiner. Wie viele Belgarder zog auch Papa Groth, Hausmeister des Gymnasiums, zwei Schweine groß, um die Fleischrationen seiner kinderreichen Familie zu vergrößern. Eines Morgens herrschte vor der 'Penne' große Aufregung. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Verlautbarung, daß dem Hausmeister Groth in der Nacht seine beiden Schweine gestohlen seien. Immerhin eine Sensation. Viele wollten helfen und so kam man auf die Idee, den im Hause Geßler an der Leitznitzpromenade wohnenden Elektromonteur Östereich zu alarmieren. Dieser hatte sich als besonderes Hobby die Dressur von Hunden aller Art erwählt. Unsere Ortspolizei hatte damals noch keine ausgebildeten Polizeihunde. Dieses Vorkommnis schien Östereich nun günstig, seine Intelligenz zu erproben oder in der Öffentlichkeit unter Beweis zu stellen. Der weite Platz rund um das Gymnasium war von Schuljungen schon sehr vertrampelt und so sah es für den Spürhund nahezu hoffnungslos aus. Endlich aber schien 'Hasso' eine Spur in der Nase zu haben. Er riß sich plötzlich von der Leine des Herrn Östereich und lief kläffend auf den friedlich aus der Wilhelmstraße zum Gymnasium gehenden Studienrat Professor Seidel zu. Ein großes Gejohle der Schüler setzte ein, aber jeder wußte, daß Professor Seidel, der von den Schülern 'Puma' genannt wurde, kein Schweinedieb war. Wie alle sensationellen Stadtgespräche, so verrauschte auch dieses. Jedenfalls kamen die zwei Schweine nicht mehr in ihren heimatlichen Stall." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 83, August 1976, Seite 8] | |||||
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| Das Gymnasium vom Gymnasialpark aus gesehen | Gymnasium und Gymnasialpark | ||||
| "Zum zehnten Jahrestag einer Marschmusik. Text und Musik von einem Belgarder. Der seit frühester Jugend musisch veranlagt in den Bann gelehrter Tonkünste gezogene Walter Butt, früher Zimmerstraße 4 wohnhaft, vor seinem Liebling dem Flügel in 445 Lingen / Ems, Baccumerstraße Nr. 22. Walterchen, nach dem Ersten Weltkrieg als musikalisches Genie in Café Langjahr, Café Klindt, bei Hausbällen auf den Gütern sowie auch in Tanzschulen bekannt und beliebt, hatte mit der Marschkomposition am 2. Juli 1960 großen Erfolg. In der Umgebung seines Wohnortes Lingen fand damals ein Bundeswehr-Manöver statt. Unser Belgarder war helle und fand Kontakt mit Hauptmann Schade, der Leiter eines vierzig Mann starken Musikzuges der Luftwaffe war. So würde der dem Vereinigten Schützenbund Lingen gewidmete Ehrenmarsch 'Alte Schützen-Kameraden' während der Manövertage erstmalig von diesem Bundeswehr-Musikzug intoniert, also uraufgeführt. Seitdem ist der Marsch, der sich den bekannten Armeemärschen in jeder Hinsicht gut an schließen kann, nun schon ein Jahrzehnt häufig in der Öffentlichkeit erklungen. Damit ist irgendwie auch der Name Belgard in die Welt hinausposaunt worden. Ja, lieber Leser, Belgard hatte schon immer seine Umwelt aufhorchen lassen!" [Aus dem Lande Belgard, Nr. 11, August 1970, Seite 6] | |||||
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| "[....] feiert am 28. April 1972 der Musiklehrer
Walter Butt in 445 Lingen / Ems, Baccumerstraße 22, seinen "Mit dem Tode von Walter Butt ist mein Belgarder Freundeskreis wieder kleiner geworden. Wir kannten uns schon als Schulkinder und verlebten unsere jungen Jahre in Belgards Mauern so angenehm als möglich. Seit der Vertreibung 1945 war es uns nur möglich, schriftlich, telefonisch und über den Belgarder Rundbrief die Beziehungen zu pflegen. In zahlreichen Briefen hat Walter Butt sein Leben und Wirken in seiner neuen Heimat Lingen geschildert und ich freute mich, daß er sich dort wieder mit Leib und Seele der Musik widmete. Über seine Erfolge hat der Rundbrief mehrfach berichtet. Leider war ihm ein angenehmer Lebensabend nicht beschieden. Häufige Erkrankungen machten ihn des Lebens nicht froh. In dem letzten von ihm erhaltenen Brief vom 14. Mai 1980 teilte mir Walter mit, daß er wegen schwerer Erkrankung seinen Haushalt aufgelöst hat und mit seiner Frau nun den Rest seines Lebens in einem Altenpflegeheim verbringen müsse. Seitdem ging es unserm Belgarder immer schlechter. Am 28. Oktober 1980 erhielt ich die Todesanzeige. Es ist schlimm, wenn man einen guten und so begabten Heimatfreund verliert. Im Gedächtnis vieler Belgarder wird er fortleben. Eine Reportage 'Walter Butt, der Belgarder Tonkünstler' bringt der Belgarder Rundbrief in der nächsten Ausgabe." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 134, November 1980, Seite 9] |
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| Blick von der gegenüberliegenden Seite des Gymnasialparks in Richtung Kirchstraße, links der Zaun zum Schulhof der Mädchenvolksschule in der Karlstraße, die auch ich als Kind Anfang der dreißiger Jahre besuchte |
Blick vom Gymnasialpark in Richtung Kirchstraße, rechts die Schiller-Eiche |
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| "Erinnerungen an Lehrer Förster. Auffallend klein, immer eilig, ein Lächeln im Gesicht und mit Selbstgesprächen beschäftigt, so sah man ihn oft durch die Straßen huschen, den stadtbekannten und biederen Schneidermeister aus der Georgenstraße, der Förster hieß. Und kam man mit dem alten Herrn ins Gespräch, war stets sein dritter Satz: 'Nun ja, mein Sohn der Herr Lehrer!' Er war stolz auf den Sohn und konnte es auch sein, denn in früheren Zeiten zählte es doppelt, wenn Kinder minderbemittelter Eltern im Beruf etwas geworden, aufgrund ihrer Begabung und des zusätzlichen Fleißes. Wie peinlich als damals der Sohn eines wohlhabenden Bürgers, 'wohlvorbereitet mit den üblichen Tröstungen' des bekannten Hausmeisters Karl Groth, die 'Penne' verlassen mußte, weil endgültig Hopfen und Malz verloren waren. Anders dagegen war es bei Lehrer Förster von der Knabenvolksschule, obgleich er noch, wie man zu sagen pflegte, an einem alten Zopf hing. Diese seine damalige Treue zu einem alten Sprachschatz erregte aber keineswegs Aufsehen und die Schüler glaubten, daß einer vom Lehrerkollegium betraut war, alte Tradition wachzuhalten, denn nur bei Lehrer Förster hörte man die Ausdrucksweise wie 'Pagel, komme ER mal vor und zeig' ER uns auf der Karte die Nebenflüsse der Donau!' oder 'Siehe da, der Scheunemann, warum kommt ER so spät zur Schule?' oder 'Redieske, sag' ER mir die Berechnung eines Dreiecks!' So sprach Lehrer Förster mit den Schülern stets in dritter Person und das noch während meiner Schulzeit im Jahre 1916." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 20, Mai 1971, Seite 7] | |||||
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| Derselbe Blick in den dreißiger Jahren | Kurz vor der Brücke Kirchstraße | ||||
| "Je älter jemand ist, pflegt er stets zu sagen, daß die Schulzeit das Schönste in seinem Leben war. Wer wollte dies auch bestreiten? Natürlich, zieht man Vergleiche im Schulwesen von einst und jetzt, ist der Unterschied zwar ein gewaltiger. Trotzdem wir damals noch ohne Sexatlas auskommen und mancherlei moderne Erneuerungen entbehren mußten, haben doch alle ehemaligen Abc-Schützen das Notwendigste in der Schule mitbekommen, konnten es nach ihren Wünschen auswerten und sind meist tüchtige Menschen geworden. Auch hinsichtlich des Lehrpersonals bei den Belgarder Volksschulen hatte ich damals schon den Eindruck, daß sich ein Schulmeister seines Berufes bewußt und daraufhin auch stolz genug war. Wieviel mehr waren es erst die akademischen Lehrkörper. Nur einer unserer Volksschullehrer, Albert Rexilius, hat oft gesagt, wenn es früher nach ihm gegangen wäre, würde er heute kein Lehrer sein. Mein damaliger Klassenlehrer war August Trapp und hatte in der Pankniner Straße ein schönes Eigenheim mit großem Garten, wie es bei uns fast alle Lehrer hatten. Als er eines Tages krank war, wurde unsere sechzig Schüler zählende Klasse auf drei Parallelklassen verteilt. Dieser 'Ausnahmezustand' dauerte zum Glück nur zwei Tage. Ich kam mit zwanzig Schulkameraden in die Klasse des Fräulein Anna Beermann. Wir mußten mit unseren Grimassen schneidenden Gesichtern die oberen drei Bänke einnehmen, also absichtlich hinter den Mädchen sitzen. Der erste Tag in der ungewohnten Umgebung verlief ohne besondere Vorkommnisse. Doch schon am nächsten Vormittag rügte die Lehrerin bei den Schülern deren Anstand und rauhe Sitten. Und ausgerechnet befanden sich bei diesen zwanzig Abkommandierten die zwei, die auch immer in der Gesamtklasse bei Lehrer Trapp irgendwie unangenehm auffielen. Paul Milbradt und Franz Völz waren diejenigen, die selbst bei ihren Mitschülern nicht beliebt waren. Erst glaubte man, es sei die alte lange Schulbank, die ein komisches Knarren verursachte. Als aber nach und nach mehrere Schulmädchen sich ihre Nasenlöcher zuhielten, fragte die Lehrerin entsetzt: 'Wer fürzet denn da so viel?' Bei den Bengels erhob sich ein Gelächter, und die Mädchen verhielten sich mit gesenkten Köpfen und mit Recht zutiefst in ihrer Seele gekränkt. Da kein Resultat erzielt wurde, zog die Lehrerin in der großen Pause den Rektor Klemz zu Rate. Dieser kam dann zu Beginn der Stunde und nahm sich einen verdächtigen Burschen unter die Lupe, der jedoch heftig bestritt, nichts gesehen zu haben. Darauf Rektor Klemz: 'Du Teekessel, so etwas sieht man auch nicht, das riecht man!' Er habe auch nichts gerochen, meinte frech der vermutliche Stänker, und außerdem habe er ja Schnupfen. Die Ermittlungen verliefen völlig ergebnislos. Wir Jungen und wohl noch mehr Fräulein Beermann waren heilfroh, als am nächsten Morgen sich wieder Lehrer Trapp als gesund vorstellte." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 21, Juni 1971, Seite 6] | |||||
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| Der benachbarte Mükepark | |||||
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| Der Mükepark Mitte der dreißiger Jahre, im Hintergrund die Bebauung an der Parkstraße |
Im Mükepark Ende der dreißiger Jahre, auch hier wieder im Hintergrund der Sockel des ehemaligen Kaiser Wilhelm I.-Denkmals | ||||
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| Der Mükepark noch vor meiner Zeit mit Blick auf die Villen in der Parkstraße, rechts wieder der Sockel des ehemaligen Kaiser Wilhelm I.-Denkmals vom Marktplatz (vermutlich in den zwanziger Jahren kurz nach Fertigstellung der Parkanlagen). | Der Sockel des ehemaligen Kaiser Wilhelm I.-Denkmals im Mükepark, das zuvor auf dem Marktplatz stand. Quer dahinter verläuft die Jägerstraße, links im Hintergrund überragt das Türmchen des evangelischen Gemeindehauses die Baumgruppen (Aufnahme aus den zwanziger Jahren). | ||||
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| Der große Teich und die dahinterliegende Parkstraße
in den zwanziger Jahren kurz nach der Anlage des Mükeparkes |
Der große Teich und die Parkstraße einige Jahre später, rechts nun das Haus von Joachim Utech, nach eigenem Entwurf im Bauhaus-Stil errichtet | ||||
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| Blick über den großen Teich im Mükepark in Richtung Parkstraße Anfang der vierziger Jahre: rechts Utechs Haus (mit Flachdach), der Giebel links gehört zur Villa des Drogisten Rasinski aus der Heerstraße | Blick über den großen Teich im Mükepark in Richtung Luisenstraße, im Hintergrund das Kleist-Retzow-Stift. Auf der Brücke mit dem weißen Geländer stand ich als Kind in den dreißiger Jahren oft mit meinem Urgroßvater Karl Fraedrich und fütterte die Karpfen und die Enten. | ||||
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| Blick über den großen Teich im Mükepark auf Utechs Haus und eine weitere Villa an der Parkstraße. Als meine Urgroßeltern Fraedrich ab 1936 bei uns im Haus in der Marienstraße 15/16 wohnten, habe ich bei Spaziergängen mit meinem blinden Urgroßvater Karl Fraedrich oft auf der kleinen Brücke gestanden und die Enten und Karpfen mit Brot gefüttert. |
Im Mükepark: Blick von der kleinen Brücke über den großen Teich in Richtung Marienkirche. Auf die Schwäne in diesem Teil des Parks kann ich mich jedoch nicht mehr besinnen, wir beobachteten und fütterten sie immer nur an der nahegelegen Leitznitz. |
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| Auf der gegenüberliegenden Seite des Mükeparkes mit Blick in Richtung Leitznitz / Mühlengang: Der von Büschen (rechts vielleicht mit Dahlien) eingefaßte Weg läuft auf eine Bank zu, hinter der die Leitznitz fließt, wendet sich dann nach links und mündet vor der Brücke über die Leitznitz in die Jägerstraße. Auch auf dieser Bank habe ich bei Spaziergängen mit Urgroßvater Fraedrich gesessen. An der anderen Seite der Leitznitz stand damals ein kleines Gebäude, aus dem man manchmal Musik hören konnte. Kapellmeister Klemz von der Stadtkapelle und Kapellmeister Butz übten dann dort mit ihren Musikern. Rechts im Hintergrund ist wohl eines der Gebäude der Schloßmühle von der Familie von Ilse Bellin zu sehen. | |||||
| "Dem Gedenken an Ewald von Kleist-Schmenzin: Sein am 9. April 1970 zum 25. Male jährender Todestag veranlaßt, dieses Mannes zu gedenken. Man kannte ihn als einen der 62 Gutsbesitzer aus dem Lande Belgard. Der am 22.3.1890 gebürtige Ewald von Kleist wurde nach 1918 über den Kreis Belgard-Polzin-Schivelbein, ja sogar über Pommern hinaus eine Persönlichkeit, die in den zwanziger und noch mehr dreißiger Jahren im politischen Leben Aufsehen erregte. Als streng gläubiger Christ und konservativer Preuße richtete von Kleist seinen Lebenslauf dahin aus und fühlte sich zum unbeirrbaren Kampf gegen Hitler berufen. Intellekt und eine erstaunliche politische Voraussicht waren ihm eigen. Einst ausgeprägte und bewährte Ideen waren ihm zu glühendem Leben geworden. Er lebte nur der Überzeugung, daß durch göttlichen Ratschluß die Weltordnung vorgezeichnet sei. Unerschrocken und zäh kämpfte er um diese seine Erkenntnis auch noch als es deutlich war, daß sein Kampf gegen die Mächte und Strömungen seiner Zeit vergeblich war. Ergreifend sind seine Aufzeichnungen während der Haftzeit. Trotz aller Fehlschläge und Heimsuchungen bekannte er, daß sein Leben reich und gesegnet war. Als man ihm die Anklageschrift zur Äußerung vorlegt, sagte von Kleist mit wenigen Worten: 'Jawohl, ich habe Hochverrat getrieben und zwar seit dem 30. Januar 1933, immer und mit allen Mitteln. Ich habe aus meinem Kampf gegen Hitler und den Nationalsozialismus nie ein Hehl gemacht. Ich halte diesen Kampf für ein von Gott verordnetes Gebot. Gott allein wird mein Richter sein!' Aufrecht und in stoischer Ruhe ging er den Weg zur Hinrichtung durch die Guillotine in Plötzensee. Wenngleich auch jede Epoche Neuerungen und Fortschritte mit sich bringt, dennoch muß man der Eigenart des einstigen Ewald von Kleist-Schmenzin Hochachtung und Anerkennung zollen." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 7, April 1970, Seite 3] | |||||
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| Die Lindenstraße Anfang des Jahrhunderts |
In der Lindenstraße, Anfang des Jahrhunderts noch am Rande der Stadt |
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| "Ergötzliches aus Belgards Manöverzeit um 1913. Sopranstimme erregt Ärgernis in der Lindenstraße. Vor dem ersten Weltkrieg fanden häufig Manöver statt. In den Ortschaften, die mit kriegsmäßigen Truppen im Frieden bedacht wurden, herrschte dann immer reges Leben und Treiben. Für die Geschäftswelt und Jugend waren die Tage solcher Manöver besonders schön. Schon die in allen Lokalen abgehaltenen Manöverbälle hatten es in sich. 'Etwas' davon blieb immer zurück, und waren es für manche Jungfrau auch nur wehmütige Erinnerungen. Einige Tage zuvor kam ein Kommando als Quartiermacher in den Ort und wählte, je nach Beschaffenheit eines Grundstückes, die Unterkünfte für Mannschaften, Pferde und den Wagenpark aus. Bald sah man viele Haustüren mit Kreide beschriftet: 1 Feldwebel, 2 Unteroffiziere, 10 Mann oder nur 1 Uffz. und 4 Mann usw. Manches vornehme Haus beherbergte einen Offizier, einen Burschen und ein Pferd. Viele Schuljungen suchten Quartiere auf, wo Soldaten vom Musikkorps und vom Spielmannszug untergebracht waren. Zu diesen gehörte ich. Das Achtfamilienhaus des Reichsbahn-Lokomotivführers Robert Th. in der Lindenstraße Nr. 32 war mit einem Unteroffizier und acht Mann belegt. Der Sohn Paul des Hausbesitzers war mein Schulkamerad und 'bohrte' damals in der Präparandenanstalt weiter, um Lehrer zu werden. Der Tag nach der Ankunft der Truppe war meist Ruhetag. Es war nur Putz- und Flickstunde sowie Reinigen der 'Braut' (das Gewehr) angesetzt. Trotz der gewöhnlich herrschenden Juli- oder Augusthitze und der Strapazen der Vortage scherzten und sangen die Soldaten, wie sie es in ihrer Kaserne gewohnt waren. Der durch das Haus dringende Gesang ließ die Hausbewohner aufhorchen und sofort hielten drei Mietfrauen auf dem Hausflur die Köpfe zusammen, mit erbosten Blicken nach oben. Eine wunderschöne, vermutliche Frauenstimme verstockte ihnen fast den Atem. Man zog für alle Fälle die Hauswirtin, Frau Th. hinzu, da alle Männer beruflich fort waren. Auf keinen Fall wäre es zu dulden, daß in so einem gesitteten Wohnhaus ein fremdes Mädchen in einem zur Verfügung gestellten Bodenquartier für Soldaten heimlich Unterschlupf findet. Hierin waren sich alle Mietparteien einig und als auch Frau Th. die Überzeugung gewonnen, eine Frauenperson dort oben gehört zu haben, ging sie die Bodentreppe hinauf. Da plötzlich verstummte der Gesang. Der Unteroffizier fragte: 'Na, Frau Wirtin, was gibts, suchen Sie jemand?' 'Ja', kam die Erwiderung, 'ich suche die Frauenperson, die Ihr hier oben habt!' 'Nee', sagte lachend der Unteroffizier, 'sowat haben wir nich' hier!' Darauf Frau Th.: 'Na, die habt Ihr wohl versteckt, sie hat doch eben noch mitgesungen!' Erneut die Versicherung: 'Nee, nee, Frau Wirtin, uff Ehre, dat keene Frauensperson hier oben nich is, sowat suchen wir uns uft'n Manöverball!' Nach kurzem Gelächter wurde dann der Gesang 'Puppchen, du bist, mein Augenstern' mit der herrlichen Tenorstimme des einen Soldaten fortgesetzt. Als die Hauswirtin nun von ihrem unberechtigten Argwohn überzeugt war, bat sie beschämend um Entschuldigung und mußte herzhaft über dieses Vorkommnis lachen. Im Treppenhaus aber sangen die übrigen Hausfrauen den Soldatenschlager begeistert mit." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 24, September 1971, Seite 8] | |||||
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| Die Lindenstraße nach dem Ersten Weltkrieg | Blick von der Friedrichstraße in die Lindenstraße, links das Amtsgericht (Aufnahme vor 1914) |
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| "80. Geburtstag begeht am 1. Januar 1970 der jetzt in 205 Hamburg, Wiesnerring 31b wohnhafte, frühere Prokurist Wilhelm Kühl, manchem Belgarder aus Stadt und Land von Schloßmühle Bellin her bestens bekannt! Als gebürtiger Polziner hatte er in der damaligen Germaniadrogerie gelernt und war zuletzt als Drogist in Ratzeburg tätig. Der Weltkrieg 1914 überraschte ihn in Filehne. Da er nur 'gvH' befunden, diente er seinem Vaterlande in der Militärkrankenpflege, meist in Lazarettzügen. Im Frühjahr 1924 kam er nach Belgard, wo seine Eltern ansässig waren. Zufällig war bei der Schloßmühle die Stelle eines Prokuristen frei. Kühl hatte bei seiner Bewerbung Glück. Bis zum Russeneinmarsch in Belgard am 4.3.1945 konnte er diesen Posten gewissenhaft bekleiden. Am 2.1.1926 verstarb sein Vater, der Postassistent war, am 5.10.1926 seine Schwester Hertha, die Ehefrau des Bäckermeisters G. Henke. Wilhelm Kühl heiratete am 9. November 1926 eine am 10. Dezember 1893 geborene Berlinerin und bezog bis Oktober 1936 eine 'zeitgemäße Notwohnung' in der Lindenstraße 6. Dann war es den jungen Eheleuten erst möglich, das mit Unterstützung des Arbeitgebers Martin Bellin erbaute Eigenheim in der Goethestraße zu beziehen. Doch die Freude währte nur bis 18.4.1945, da dann das Haus für den russischen Ortskommandanten geräumt werden mußte. Im Mai 1946 erfolgte die Ausweisung der Eheleute Kühl aus Belgard über Stettin-Lübeck in ein Flüchtlingslager bei Geesthacht. Doch mit Gottes Hilfe hat Wilhelm Kühl sich allen Gewalten zum Trotz erhalten! Möge ihm noch ein langer Lebensabend beschieden sein." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 3, Dezember 1969, Seite 3] | |||||
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| Das Amtsgericht an der Ecke Lindenstraße / Friedrichstraße | Blick vom Amtsgericht in die Lindenstraße | ||||
| "Willy Gabbert einem Schlaganfall erlegen. Wie ich erst am 23. März 1981 erfuhr, wurde wieder ein bekannter Belgarder Mitbürger plötzlich in die Ewigkeit abberufen. Der nach Vertreibung in Bremen ansässige Ingenieur Willy Gabbert kam am 17. Februar 1981 mit seinem Auto heim und verlor beim Aussteigen das Bewußtsein, aus dem er nicht wieder erwachte. In gleicher Weise entriß uns der Tod am 15.1.1979 Hans Ruske und am 15.8.1979 Herbert Lutter. Der Verstorbene wurde am 28. September 1900 in Stettin geboren und kam mit Zuzug seiner Eltern 1914 nach Belgard, im Hause des Fleischermeisters Treichel in der Lindenstraße 3a. Nach Besuch des Gymnasiums war er später bei der Überlandzentrale Belgard als Techniker tätig. Von hier erfolgte seine Versetzung zur Betriebsdirektion nach Stettin. Von 1942 bis 1945 war Gabbert Kriegsteilnehmer und kehrte als Feldwebel heim. Die schönste Zeit seines Lebens, so schrieb mir Willy Gabbert, sei die in Belgard gewesen. So war er dort Obersturmwart der Jungsturm-Abteilung 38 'Freiherr von Lützow' und nahm als solcher an dar damaligen Einweihung des Jungsturmdenkmals in Swinemünde teil. Ferner war er ein begeisterter Radsportler und ging fast immer siegreich beim traditionellen 30-km-Straßenrennen des Radfahrer-Clubs Belgard 1863 am Himmelfahrtstag hervor. Auch beim Kunstfahren der 6er-Saalmannschaft in Falks Gesellschaftshaus war Willy Gabbert immer dabei. Unter dem Dirigentenstab von Kantor Reichelt sang er in der Liedertafel und im Kirchenchor. Verheiratet war Heimatfreund Gabbert mit Tochter Johanna des Malermeisters Erich Combes aus Belgard. Der so plötzlich Dahingeschiedene war ein liebenswerter Mensch." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 139, April 1981, Seite 8] | |||||
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| Das Amtsgericht von der Lindenstraße aus gesehen | Das im Jahre 1892 erbaute Amtsgericht | ||||
| "25. Todestag des Justizinspektors Otto Gülzow ist der 19. Juli 1972. Der am 28. Oktober 1890 in Belgard geborene Otto Gülzow war viele Jahre beim Amtsgericht Belgard bedienstet und fand seine letzte Ruhe in unserer Patenstadt Celle. Im Jahre 1946 kehrte Gülzow mit einem Nierenleiden aus russischer Kriegsgefangenschaft zurück und fand damals eine zweite Heimat bei seinem Bruder, dem Polizeimeister Ernst Gülzow in Celle, Burgstraße 1. Trotz seines Leidens versah er noch seinen Dienst beim Amtsgericht in Hannover. Eine notwendige Operation überlebte Otto Gülzow nicht mehr. Im Foto rechts: Otto Gülzow mit Frau Charlotte geborene Schulze und Sohn Claus während eines damaligen Sommerurlaubs im Ostseebad Kolberg." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 34, Juli 1972, Seite 3] | |||||
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| Das Amtsgericht aus Richtung Friedrichstraße (Anfang des Jahrhunderts) |
Das Amtsgericht aus Richtung Lindenstraße (Anfang des Jahrhunderts) |
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Ende des 19. Jahrhunderts |
(Siegelmarke vor 1918) |
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| "Ruhe ist die erste Bürgerpflicht. Nach diesem Grundsatz wurde früher streng gelebt. In unserem Zeitalter, wo Lärm und Unruhen fast zur Tagesordnung gehören und sich die Nacht, allein schon durch den ständig zunehmenden Autoverkehr, nicht mehr viel vom Tage unterscheidet, mutet wohl folgender Bericht eigenartig an: Um zehn Uhr abends wurde die Hausflurbeleuchtung, meist eine kleine Petroleumlampe (in vornehmen Häusern war Gas) gelöscht und die Haustür geschlossen. Der Einsatz der drei Stadtnachtwächter und das 'zu Bett-Signal' der Garnison waren äußere Zeichen, daß die Nacht begonnen hatte. Wenn dann später noch 'Heimkehrer' angeheitert, singend oder mit lautem Redeschwall durch mitternächtlichen Straßen zogen, hatte sie schon der Nachtwächter am Wickel. Daher kamen kluge Leute von Vergnügungen meistens beim ersten Hahnenschrei nach Hause, denn einmal war es dann schon wieder Tag, und zum andern hatte ja bekanntlich Morgenstunde Gold im Munde! Peinlich war für den damaligen Bürgermeister Dr. Paul Trieschmann ein Ereignis um die Mitternachtsstunde. Im Offizierskasino fand eine besondere Gedenkfeier statt. Nach ihrer Beendigung wurde der Standortälteste, Oberstleutnant von Eigenbrodt, von einem Geleitzug heimgebracht. Musik und Pferdegetrampel unterbrachen die nächtliche Stille. Aus dem Schlaf aufgeschreckte Bürger eilten neugierig an die Fenster und sahen, teils mit Lächeln oder mit gähnendem Gesichtsausdruck, sich diesen Aufzug an. Das Ehrengeleit mit Musikkorps passierte die Körliner, Friedrich- und Lindenstraße bis zur Villa von Eigenbrodt in der Bahnhofstraße, dessen späterer Besitzer Zahnarzt Dr. Rudolph war. Der Rückzug ging natürlich sang- und klanglos vor sich. Schon am nächsten Morgen sah sich das Stadtoberhaupt, schon von amtswegen, veranlaßt, diesen ungewöhnlichen Vorfall mit einer Ordnungsstrafe gemäß dem Ortsstatut zu ahnden. In großzügiger Weise spendete das Offizierskorps der Belgarder Stadthauptkasse einen 'Sühnebetrag'." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 80, Mai 1976, Seite 8] | |||||
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| Aufnahme vor 1914: Blick von der Hindenburgstraße / Ecke Jahnstraße in die damals noch weitgehend unbebaute Bahnhofstraße |
Am Anfang der Bahnhofstraße Richtung Bahnhof, im Rücken
des Betrachters die Musikalienhandlung Ignatz (in der Hindenburgstraße
gegenüber der Einmündung Bahnhofstraße), wo ich meine erste
Schulblockflöte kaufte (Noten waren auch noch bei Buchhandlung und
Schreibwaren Gustav Johannsen in der Heerstraße erhältlich). |
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| In der Bahnhofstraße an der Einmündung Zimmerstraße mit Blick in Richtung Bahnhof |
Blick in die Bahnhofstraße in Richtung Bahnhof, rechts das Eckgebäude zur Zimmerstraße |
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| Blick von der Hindenburgstraße in die Bahnhofstraße Richtung Lindenstraße |
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| In der Bahnhofstraße Ecke Lindenstraße mit Blick in Richtung Hindenburgstraße |
in Richtung Hindenburgstraße |
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| Die Bahnhofstraße in Richtung Hindenburgstraße, rechts ein Kolonialwarengeschäft (Aufn. vor 1914) | Hotel Graf Zeppelin in der Bahnhofstraße (Aufnahme Ende der zwanziger Jahre) |
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| Blick vom Bahnhof in die Bahnhofstraße Richung
Hindenburgstraße / Stadtmitte (Aufnahme Mitte der dreißiger Jahre) |
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| Der rechte Wohnblock in der Bahnhofstraße kurz vor dem Bahnhof von der Stadt aus gesehen, links gegenüber stand noch einmal ein identischer Gebäude, in dem mein Onkel Karl Alverdes wohnte | Der gleiche Wohnblock in der Bahnhofstraße vom Bahnhofsvorplatz aus gesehen (Aufnahme Anfang der dreißiger Jahre) |
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| Der gegenüberliegende Wohnblock in der Bahnhofstraße (vom Bahnhof aus gesehen, rechts die Bismarck-Allee) |
Blick von der Bahnhofstraße auf die Hauseingänge, hier wohnte mein Onkel Karl Alverdes |
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| Von der Ecke Kämpenstraße / Bahnhofstraße in Richtung Bahnhof gesehen |
Blick vom Hauseingang auf die Fontäne | ||||
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| Bahnhof
und Bahnhofsvorplatz in den dreißiger Jahren; hinter den Bäumen rechts befand sich zu meiner Zeit direkt am Bahnhofsvorplatz unter einer grasbewachsenen Erdaufschüttung ein künstlich angelegter Eiskeller, aus dem im Sommer Eis zum Kühlen an Gastwirte und Geschäftsleute geliefert wurde, so auch an unser Geschäft |
Der Bahnhof Anfang der dreißiger Jahre | ||||
| "Im Juli ging es immer an die Ostsee. Jahresausflug
des Belgarder Eisenbahnvereins. Das Fest des Jahres der 'Belgarder Eisenbahnfamilie',
wie sich der vor 50 Jahren gegründete Eisenbahnverein stolz nannte,
war immer ein Ausflug mit zwei Sonderzügen nach Ostseebad Kolberg.
Dies war für die zur großen Familie gehörenden Kinder, aber
auch für die Alten, immer ein besonders schöner Tag. Allein schon
die Vorbereitungen und die Reise selbst verursachten besonderen Wirbel.
Der vielen Mitgliedern und Angehörigen wegen erfolgte der Ausflug in
zwei Gruppen und zwar für die mit Familienname von A bis L an dem ersten
und die mit dem von |
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| Bahnhof und Bahnhofsvorplatz von der Bahnhofstraße aus gesehen (Aufnahme vor 1914) |
Bahnhof und Bahnhofsvorplatz vor 1914 | ||||
| "Reichsbahnoberzugführer Hermann Molzahn wohnte in Belgard, Pankninerstraße 6. Er war ein stiller, gläubiger und national gesinnter Mann, ein Beamter der alten Schule. Über 40 Jahre stand er im Dienste der damaligen Deutschen Reichsbahn. Ihm wurde bei seiner Pensionierung das Preußische Verdienstkreuz in Silber mit einer eigenhändig von Kaiser Wilhelm II. unterschriebenen Urkunde ausgehändigt." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 36, September 1972, Seite 7] | |||||
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| Der Bahnhof vor 1914, links im Hintergrund das Gebäude der Bahnpost | Der Bahnhof im Winter | ||||
| "Kaisertochter erinnerte sich an Belgard.
'Viktoria Luise Prinzessin von Preußen, deren Memoirenwerk zu einem
großen Erfolg geworden ist, hat sich auf vielfachen Wunsch liebenswürdigerweise
bereiterklärt, eine Signierstunde zu geben.' Dieser im Wiesbadener
Kurier veröffentlichte Hinweis war für mich ein Grund zur Aufwartung
bei Prinzessin Viktoria Luise von Preußen. Wie auf dem Foto ersichtlich,
übergab ich der Prinzessin drei Rundbriefe Aus dem Lande Belgard,
die Bilder und Erinnerungsberichte über Kronprinzenbesuche in Belgard,
also der ihres Bruders, enthielten. Sichtlich erfreut dankte Königliche
Hoheit für diese kleine Aufmerksamkeit und erinnerte sich, daß
der Hofzug des einstigen Kaiserhauses in Belgard wegen Maschinenwechsel
stets halten mußte, wenn die kaiserliche Familie zu ihrem Besitztum
nach Ostpreußen fuhr." [Aus dem Lande Belgard, |
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| Bahnhofsgaststätte mit Wartesaal 3. Klasse | Bahnhofsgaststätte mit Wartesaal 2. Klasse | ||||
| "Die Einwohnerschaft Belgards fühlte
sich mit dem ca. 30 Kilometer entfernten Kolberg sehr verbunden. Der günstige
Zugverkehr lockte allemal zum Besuch dieser einst so schönen Stadt
mit herrlichem Ostseebad und den vielen Kurgästen. Wenn auch nur morgens
oder nachmittags zum Kurkonzert, man fuhr eben mal schnell hin. Einmal in
der Woche wurde das Kurkonzert von dem Musikkorps des II. Inf. Regt. 4 ausgeführt.
Dann gab es immer eine Welle der Begeisterung von Besuchern, die den Frühkonzertplatz
mit angrenzendem Laubengang nahezu überfüllten. Oder wenn die
Soldaten durch die Stadt marschierten, folgte alt und jung dem Musikkorps
und Spielmannszug nebenher. Den Abschluß der Herbstmanöver bildete
alljährlich der Große Zapfenstreich auf der Strandschloßplatte.
Na da war immer was gefällig! Dieses letzte militärische Schauspiel
erlebte ich Ende der zwanziger Jahre. Zum 50jährigen Bestehen der Belgarder
Kriegerkameradschaft war es die Militärmusik aus Kolberg, die den einmaligen
Festzug anführte und 'Schwung' in die Kolonne brachte. Und wieder waren
es Belgarder, die ihr Interesse für die Kolberger Jägerkapelle
zum Ausdruck brachten. Demzufolge erging späterhin von Seiten des Kreiskriegerverbandes
eine Bitte an das Standortkommando Kolberg, dessen Obermusikmeister mit
seinen Mannen für ein Konzert nach Belgard zu beordern. Gesagt, getan
und alsbald waren Musikkorps und Spielmannszug zur Stelle. Wohl selten zuvor
war Falks Gesellschaftshaus derart bevölkert. Für Aufführungen
mit Spielmannszug mußte die Bühne in den Saal hinein vergrößert
werden. Im ersten Teil des Programms wurde klassische Musik vom Streichorchester
geboten, der zweite Teil sah Marschmusik vor. Durch die Klangfülle
kamen auch die Zaungäste auf der Straße auf ihre Kosten. Auch
der Hausherr Ernst Wolter lauschte den Klängen, vielleicht mit gemischten
Gefühlen, denn er meinte am Schluß der Aufführung: 'Obermusikmeister
glaubte sich wohl auf der Strandschloßplatte!' Dieser konterte: 'Aber
nein, es fehlte ja als Begleitmusik das Rauschen der Ostsee!'" [Aus
dem Lande Belgard, |
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| Das Bahnhofsgebäude von den Gleisen aus gesehen (Aufnahme vor 1914) |
Blick auf den Bahnsteig 1 in Belgard (Aufnahme aus den dreißiger Jahre) |
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| Mit dem Eisenbahnverein Belgard an die Ostsee: "[....] weckt so viele Erinnerungen an das einst herrliche Ostseebad Kolberg. Ungezählte Belgarder, wie auch Landbevölkerung, waren Nutznießer dieses Wellenbades mit 'Zuckerstrand', der idealen Strandschloßplatte mit Seestegen, des Kurparks mit lebendem Stadtwappen, dem Hafen mit der Mole usw. usw. Der Eisenbahnverein Belgard mit seinem rührigen Vorsitzenden Helmuth Schwedler kam immer an zwei Sonntagen im Juli zur Erholung an die Ostsee. Dann wimmelte es hier von Belgardern vom Säuglings- bis ins Greisenalter. Namen 'besserer' Kurgäste aus dem Lande Belgard konnte man in dem wöchentlich erscheinenden Kur-Anzeiger für Kolberg lesen. Weiter zog der 2. Juli als nationaler Festtag von Kolberg viele 1000 Menschen von auswärts an, darunter natürlich auch Belgarder. Und wenn im Herbst zum Abschluß der üblichen Manöver auf der Strandschloßplatte der Große Zapfenstreich von den vereinigten Musikkorps (Kolberg, Köslin, Stargard, Schneidemühl) aufgeführt wurde, dann beherrschten Tausende, ganz gleich bei welcher Witterung, bis nach Mitternacht den Ostseestrand. Ich denke an die wundervollen Frühkonzerte mit Musikdirigent Hagen und im Anschluß des so wohlschmeckenden Potsdamer Bieres bei Roock. Oder der Sondereinlage im Kurprogramm: einmal in der Woche nachmittags Militärkonzert des Jäger-Bataillons mit Obermusikmeister Weichselgärtner. Im Café Schneemann gab es sogar einen Stammtisch für Belgarder. [....] Eines Tages spazierte der aus Belgard stammende Privatdetektiv und Winkeladvokat Willi Kl. auf der Strandpromonade. Er fühlte sich hier als unbekannter Kurschatten in weißen Turnschuhen, gelber Flanellhose mit blauem Jackett und schräg auf dem Kopf einen Panama. In der Rechten eine kleine Reitgerte, die wohl verraten sollte, daß er auch 'Pferdeverstand' hatte. Zum Verhängnis wurde ihm dann die Frage an einen Passanten, wo denn hier das historische Hotel Bellevue sei, welches einst als Großes Hauptquartier von Hindenburg diente. Doch der Gefragte hatte den feinen Herrn erkannt und meinte: 'Du Döskopp, warum bleibst Du nich' in Belgard, wenn'ste Dich hier nicht auskennst?'" [Aus dem Lande Belgard, Nr. 82, Juli 1976, Seite 2] | |||||
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| Auf dem Bahnsteig 1 (Aufnahme vor 1914) | In den dreißiger Jahren an einem Schnellzug der Reichsbahn
auf dem Bahnhof in Belgard |
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| "Nikolaus auf dem Belgarder Bahnsteig. Diese
Idee war von Kurt Meybem. In früheren Zeiten gingen auf den Bahnsteigen
immer Kellner mit ihren 'Bauchläden' an den Zügen entlang. Den
Reisenden waren diese Verkäufer mit ihren vielen Kleinigkeiten sehr
willkommen, konnte man doch noch erwerben, was vor Antritt der Reise vergessen
oder nun beim Aufenthalt notwendig wurde. In der vorweihnachtlichen Zeit
war der Kellner dann im Nikolausgewand und lenkte somit noch mehr die Aufmerksamkeit
der Reisenden auf sich. Sein 'Bauchladen' zeigte um diese Zeit immer besonders
verlockende Sächelchen, so daß der Nikolaus (Kellner) ständig
umlagert war. Wenn man auch damals noch mit den 'Kupfernen', allgemein schon
mit dem Groschen rechnete, war der Reklame-Einfall immer lohnend. Dazu die
Kritik eines kleinen Fahrgastes: Als der Nikolaus an einem Wagen vorbeikam,
meinte ein Knirps zu seinem Vater: 'Ach Pappi, hier gibt's keine guten Nikoläuse,
wenn der jemand was schenkt, läßt er sich auch immer gleich was
geben!'" [Aus dem Lande Belgard, "Vorsorge war schon immer gut! Unsere Rundbrief-Leserin Frau Ruth v. d. Chevallerie in 6200 Wiesbaden-Sonnenberg, Pfahlerstraße 4 schreibt: Winter 1924 in Belgard. Es war ein eisiger Winter mit hohem Schnee. Das 5. (Preußische) Reiter-Regiment war für drei Tage auf Winterübung. Ich, jung verheiratet, graulte mich entsetzlich zum ersten Mal allein in der Wohnung und lud mir zum Schutz eine Kusine aus Kolberg ein. Nach Rückkehr meines Mannes reiste Kusinchen am Abend wieder nach Kolberg zurück. Fahrzeit eine Stunde über Körlin - Dassow - Fritzow - Degow - Altramm. Trotzdem machte ich ihr ein Päckchen Reiseproviant zurecht. Sie lachte über diese meine Vorsorge, nahm aber dankend an. Es hatte inzwischen weiter geschneit. Der "Rasende Hinterpommer" fuhr zwar pünktlich um 20 Uhr aus Belgard ab, blieb stecken, wurde ausgeschaufelt, blieb wieder stecken und so fort. Meine Kusine war anstatt um 21 Uhr erst morgens gegen 3 Uhr daheim. Wie gut taten ihr die Schnittchen! Ja, ja, das war Hinterpommern, man mußte auf alles gefaßt sein!" [Aus dem Lande Belgard, |
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| Das Bahnhofsgebäude zwischen den Bäumen des Bahnhofsparks hindurch gesehen, links vom Haupteingang die Fensterfront von Meybems Bahnhofsrestaurant | Blick in das Belgarder Bahnhofsrestaurant. Besitzer war Herr Meybem, ein Freund meines Vaters. Hier kehrten wir manchmal ein, wenn wir sonntags vom Besuch des nahegelegenen Alten Friedhofs kamen. |
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| "Im Jahre 1903 wurde die Neuverpachtung
der Bahnhofswirtschaft Belgard von der Königlichen Eisenbahndirektion
Stettin öffentlich ausgeschrieben. Weit über hundert Bewerber
hatten sich darauf gespitzt, Pächter dieser schon immer bedeutsamen
Gaststätte des bekannten Umschlagbahnhofes der Persantestadt zu werden.
Von den 104 Bewerbern wurde Hugo Meybem als der beste Gastronom für
diesen Wirtschaftsbetrieb ausersehen. Es war zu der Zeit der ersten Weltkriegsjahre,
als die Züge noch in erster, zweiter, dritter und vierter Klasse eingeteilt
waren. Unser Bild zeigt eine Aufnahme vom damaligen Wartesaal |
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| Blick vom Bahnhof auf die Anfang der dreißiger Jahre entstandenen Bahnhofsanlagen, im Hintergrund erkennt man die Überlandzentrale | Der Bahnhofspark vom Bahnhof aus in Richtung Friedrichstraße gesehen, im Hintergrund ist das Elektrizitätswerk, die Belgarder Überlandzentrale, zu erkennen (Aufnahme Ende der dreißiger Jahre) | ||||
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| Der Bahnhofspark zwischen Bahnhofsvorplatz und Friedrichstraße, rechts hinter der Baumreihe die Bismarck-Allee (von der Friedrichstraße aus gesehen, Aufnahme Ende der dreißiger Jahre) |
Eigenth. der Dampfbierbrauerei A.G. Belgard a/Pers. Beschriftung auf einem alten Porzellanverschluß einer Bierflasche der Aktien-Bier-Brauerei Noeske & Kittelmann in der Kämpenstraße (Bismarck-Kanzlerbräu) |
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| "Traditionelle Novemberversammlung der 'Liedertafel'. Vereinswirt Ernst Wolter besorgt um 120 'Eisbeine'. Anfang November jeden Jahres hielt die 'Liedertafel 1852' ihre Jahreshauptversammlung ab. Diese und der Gesellschaftsball mit gesanglichen Darbietungen am Fastnachtsdienstag bildeten die Höhepunkte des Belgarder MGV. Erinnern wir uns heute des ersten Höhepunktes. Für diesen Tag beschlich den Vereinswirt Ernst Wolter immer die heimliche Sorge, die Oberteile von mindestens 120 Schweinefüßen aufzutreiben. Denn im Anschluß an die Hauptversammlung gab es Eisbein mit Erbspüree und Sauerkraut, als Mundwasser einen 'zweistöckigen Richtenberger'. Dieses 'Herrenmahl' spendete die Vereinskasse ihren 84 aktiven Sängern mit Inaktiven, Ehrenmitgliedern und einiger Prominenz. Des weiteren wurden an diesem Abend eine Anzahl Bierseidel mit Widmung solchen Sängern verliehen, die alle Übungsstunden und sonstige Veranstaltungen im vergangenen Jahre treu mitgemacht hatten. Viele ältere Sangesbrüder hatten in ihrer 'guten Stube' ein 'Paneelbrett' mit schon fünf solcher Seidel. Mir gelang es nur einmal, solchen Ehrenbecher im Jahre 1924 zu erhalten. Die Tagesordnung der Versammlung wurde immer flott abgewickelt, da schon der verlockende Duft des Essens die ganzen Räume des Falk'schen Gesellschaftshauses durchzog. Der Teilnehmerkreis bestand nur aus Männern, und so würzte manche gepfefferte Rede oder auch ein deftiger Witz den guten Schmaus. Zu Beginn trank man stets auf das Wohl des Ehrenvorsitzenden Gotthelf Kittelmann. Dieser war um die Jahrhundertwende Brauereibesitzer und brachte in seiner in der Kämpenstraße gelegenen Bierbrauerei als Verehrer Bismarcks ein vorzügliches 'Kanzlerbräu' heraus. Wie oft wurde in Sängerkreisen das gute Bier besungen. Die 'Liedertäfler' wurden dann mit einem 'Fäßle' des edlen Gerstensaftes erfreut. Als durch Zeitumstände der Brauereibetrieb eingestellt und Gotthelf Kittelmann mit zunehmendem Alter kränklich wurde, hielt er trotzdem seinen Sängern die Treue. Dafür wurde ihm zu Ehren eine weitere Strophe des Liedes: 'Wem bringe ich wohl das erste Glas?' im Einklang zur bestehenden Melodie gedichtet. Vater Kittelmann war gerührt, als in einer Gesangsstunde sich die Sängerschaft erhob und nach einigen Worten ihres Vorsitzenden, Lehrer Paul Gauger, anstimmte: 'Wem bring' ich wohl das leere Glas, wer lehrt mich das? Das leere Glas dem Kittelmann, der es nun nicht mehr füllen kann. Der gutes Bier aus Gerst' gemacht, ihm sei das leere Glas gebracht!' Als der unerbittliche Tod seine gleichaltrige Lebensgefährtin Charlotte nahm, führte sein regelmäßiger Gang zum alten Friedhof. Doch nur eine bestimmte Zeit. Dann geleitete ein überaus großes Trauergefolge den Patrioten Gotthelf Kittelmann zu Grabe. Die 'Liedertafel' verabschiedete sich von ihrem Ehrenvorsitzenden mit dem Gesang: 'Stumm schläft der Sänger, dessen Ohr gelauschet hat an anderer Welten Tor.'" [Aus dem Lande Belgard, Nr. 14, November 1970, Seite 5] | |||||
| mehr als 400 historische Ansichten und 50 Vergrößerungen weitere Motive und Vergrößerungen folgen Alle Bildunterschriften von Eleonore Gürge geb. Maaß Alle Texte von Fritz Schulze, Redakteur der ehemaligen Belgarder Zeitung ("Presse-Schulze"), im Heimat-Rundbrief Aus dem Lande Belgard der Jahre 1969 bis 1982 ![]() |
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| "Aus der Rundbrief-Statistik 1980. Im vergangenen Jahr 1980 wurden ca. 8.400 Rundbriefe, meist 10 und 12seitig versandt, dazu wurden ebenso viele Briefumschläge gebraucht, adressiert und frankiert. Zudem kam der laufende Schriftwechsel mit Telefonaten. Im Vergleich zum Vorjahre mußten Stippvisiten, das sind Hausbesuche und Sprechstunden, eingeschränkt und von der Tagesordnung abgesetzt werden, denn wir müssen Energie sparen! Wenn die 'Obolüsse' zeitgemäß bleiben und die Puste nicht ausgeht, besteht Mut und Hoffnung zum Weitermachen! Manchmal denke ich: 'Was wäre ich ohne meine Frau!'" [Aus dem Lande Belgard, Nr. 136, Januar 1981, Seite 2] | |||||