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| Belgard an der Persante in alten Ansichten 1885-1945 | ||||||||||||||||||||||||||
| und in Erinnerungen von Fritz Schulze und Eleonore Gürge geb. Maaß | ||||||||||||||||||||||||||
| Teil 4 - Von Vorwerk zur Polziner Chaussee | ||||||||||||||||||||||||||
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| Blick aus Richtung Bahnhof nach Osten: rechts
die Gründerzeit-Bebauung an der Friedrichstraße, in der Bildmitte das Kino "Capitol" und die Schloßmühle Bellin, links die Wiesenstraße und dahinter der Mükepark, im Bildhintergrund der Turm der Marienkirche und der Poetensteig mit den Bäumen entlang der Leitznitz |
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| Junkers Luftbild Luftaufnahme Fliegeraufnahme Fliegerphoto Fliegerfoto | ||||||||||||||||||||||||||
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| Partie in der Gemarkung Vorwerk unweit der Persante, zweites Gebäude rechts Café und Restaurant "Persanteschlößchen" |
Das Ausflugslokal "Persanteschlößchen"
direkt an der Persante, wo meine Eltern als junge Eheleute öfters tanzen gingen und wir in den dreißiger Jahren manchmal Kaffee tranken |
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| "Martha Kupper zum Gedenken. Fast 4 Jahrzehnte,
von 1904 bis 1941, war Frau Kupper als tüchtige und in der Öffentlichkeit
beliebte Gastwirtgattin bekannt. Ihr Todestag jährt am 19. November
1970 zum elften Male. In Bulgrin Krs. Belgard am 14.4.1876 geboren, heiratete
sie später den damaligen Friseur und Dentist Otto Kupper, der ab 1904
das Stadtholzrestaurant als Pächter übernahm. In den zwanziger
Jahren erwarb das Ehepaar Kupper in Vorwerk ein Villengrundstück mit
großem Fischteich. Man richtete es als vornehmes Gartenrestaurant
ein und nannte es, da unmittelbar an der Persante gelegen, 'Persanteschlößchen'.
Als im Jahre 1936 Otto Kupper verstarb, führte seine Gattin unter Mithilfe
ihrer zwei Töchter und des Schwiegersohnes die Gaststätte bis
1941 weiter. Im Flüchtlingsstrom 1945 war auch die fast 70jährige
Frau Kupper mit ihren Angehörigen. Sie wohnte zunächst im Haushalt
ihres Schwiegersohnes in Husum und verstarb im gesegneten Alter von 83 Jahren
bei ihrer alleinstehenden Tochter Lotte Senne geborene Kupper in 224 Heide
/ Holstein." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 14, November 1970, Seite 4] "70. Geburtstag beging am 25. Oktober des Jahres Reg. Bauamtmann i.R. Herbert Pieper, jetzt 225 Husum, Lorenz-Lassen-Straße 26 wohnhaft. Pieper wurde in Martinshagen geboren, war von 1922 bis 1924 Kulturbauingenieur in Belgard und danach bis 1938 in Köslin beim Wasserwirtschaftsamt tätig. Die vorherigen zwei Jahre in der Persantestadt brachten ihm das Glück seines Lebens. Er fand Zuneigung bei der bildhübschen Margarete des 'Seegers' vom Persanteschlößchen und wurde alsbald Schwiegersohn des Otto Kupper und Frau Martha geb. Braunschweig. Bis 2. März 1945 war Pieper Kreisbaumeister in Belgard. Das Flüchtlingsschicksal verschlug das Ehepaar nach Husum, wo Pieper nach 43jähriger Amtstätigkeit im Jahre 1965 pensioniert wurde." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 14, November 1970, Seite 2] |
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| Blick bei Hochwasser auf die Brücke über die Persante bei Vorwerk |
An der alten Persantebrücke nach Vorwerk (Aufnahme vor 1914) |
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| Die Badeanstalt an der Persante mit Sprungturm und Angel zum Schwimmenlernen (rechts), im Hintergrund der Wasserturm an der Polziner Straße. Mein Vater erzählte, wie er vor dem Ersten Weltkrieg gemeinsam mit seinem Bruder Heinz in der Persante geschwommen war, und auch ich habe als kleines Kind mit meinem Vater einmal in der Persante gebadet. | Einweihung des Sprungturms des Turnvereins Belgard 1861 an der Badenanstalt an der Persante in Belgard-Vorwerk am 28. August 1927 |
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| Zur Aufnahme rechts: "Zur Förderung
des Schwimmens opferte der damalige Volksschullehrer Gustav Krause in seiner
Eigenschaft als 1. Vorsitzender des Turnvereins Belgard 1861 Freizeit, Kraft
und Geld. Sein Grundsatz: 'Jeder Turner ein Schwimmer, jeder Schwimmer ein
Retter.' Auf seine Anregung ließ der Turnverein an der Persante bei
Vorwerk einen hölzernen, etwa acht Meter hohen Springturm erbauen,
dem bald eine Umkleidebaracke folgte. Als Schwimmbecken diente die vom Baugeschäft
Wilhelm Utech zur Sand- und Kiesgewinnung ausgebaggerte Persante. Hier lernten
dann viele Schüler und Jugendliche das Schwimmen und Tauchen, wofür
sich Lehrer Krause verantwortlich fühlte. Es sollte aber nicht bei
dieser Errungenschaft bleiben. Immer wieder trat Lehrer Krause an die zuständigen
Behörden heran mit der Bitte, eine zeitgemäße Sportplatzanlage
mit Schwimmbad zu schaffen. Diese Forderung hatte alsbald Erfolg. Und wieder
im August, es war der 30. des Jahres 1930, war eine Schwimmbad-Einweihung.
Von dem bewilligten, vorbildlichen Projekt auf den Pferdewiesen am Poetensteig
wurde zunächst ein Schwimmbad seiner Bestimmung übergeben."
[Aus dem Lande Belgard, Nr. 83, August 1976, Seite 2] "Zum zwölften Todestag des Lehrers Gustav Krause. Am 18. Februar 1971 sind es zwölf Jahre, seit Belgards großer Sportler und Volksschullehrer Krause, früher Blumenstraße 29 wohnhaft gewesen, seine Augen für immer schloß. 1911 bis 1945 war Krause auf dem Gebiet des Turn- und Sportwesens wohl der beste Lehrer. Aus meiner Schulzeit, die 1916 endete, weiß ich, daß Lehrer Krause es bewerkstelligte, bei sonnigem Vormittag den Unterricht ins Freie zu verlegen oder Gymnastik auf dem Turnplatz zu treiben. Schon 1929 wurde er durch seine Schrift 'Pflege der Leibesübungen' populär. Mit Leib und Seele verschrieb sich Gustav Krause dem Turnverein Belgard 1861, dessen Vorsitzender er von 1919 bis 1933 war. Ihm und dem früheren Oberturnwart Otto Kölpin ist es zu verdanken, daß der TV damals einen neuen Schwung und Auftrieb bekam. Doch mit des Geschickes Mächten.... Durch die 1933 erfolgte Machtübernahme verlor Krause sein Vorstandsamt. Uneigennützig hatte er sich für seinen Verein mit großen Erfolgen eingesetzt, verbittert und in sich still geworden verbrachte er die weiteren Jahre seines Lebens. Mit einem Flüchtlingstransport kam Krause mit Familie nach Kiel. Es ist verständlich, daß Gustav Krause nicht mehr die rechte Freude an einem Lebensabend fand. Die Erlebnisse zuvor hatten den früher leicht und elegant Dahergehenden, den man stets freundlich und humorvoll begegnete, zu sehr geschwächt. Die letzte Zeit mußte er im Stuhlwagen gefahren werden. So endete das einst beschwingte Leben und Wirken eines großen Sportlers, der Belgards Jugend viel gegeben." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 17, Februar 1971, Seite 4] |
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| Das Eisenbahnviadukt der Reichsbahnstrecke von Belgard nach Neustettin über das Rote Fließ |
Das Reichsbahnviadukt aus einer ähnlichen Perspektive |
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| Das Eisenbahnviadukt der Kleinbahnlinie Belgard-Rarfin ("Der rasende Hinterpommer") über die Persante |
Das Kleinbahnviadukt aus einer etwas anderen Perspektive (Aufnahme vor 1914) |
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| Kleinbahnbrücke bei Roggow, im Hintergrund die Windmühle an der Polziner Chaussee bei Belgard |
Partie an der Überlandzentrale (im Hintergrund) links eines der Beamtenwohnhäuser |
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| "70. Geburtstag feiert am 21. August 1972
der frühere Gutsbesitzer Kurt Toebe, 605 Offenbach, Bettinastraße
17. Seit 10. November 1920 war das ca. 2.400 Morgen große, zwischen
Zadtkow und Vietzow Kr. Belgard gelegene Gut Neuhof sein Eigentum, bekannt
durch die Kartoffelzüchterei der Sorten 'Voran' und 'Ostbote'. Beim
Zusammenbruch 1945 blieben ca. 30.000 Zentner dieses Saatgutes zurück.
Große Freude hatte Toebe an seiner Kaltblut-Pferdezucht von Füchsen
mit weißen Mähnen. Als begeisterten Jäger und Heger sah
man ihn in vielen Jagdrevieren. Das Geweih seines besten 16-Enders wog trocken
12,5 Pfund. Heute denkt der 70-jährige, der damals zeitweise im Konzentrationslager
Buchenwald verbringen mußte und dessen Gattin Eva geb. Koerner am
23. Januar 1967 verstorben ist, wehmütig zurück, wie's daheim
einst war." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 35, August 1972, Seite 5] "Zuschrift von Kurt Toebe, Offenbach am Main, Bettina-Straße 17: Es muß auf Seite 5 im August-Rundbrief heißen: Züchter der Kartoffelsorten 'Ostbote' und 'Voran' war die Saatzucht Karl Raddatz-Hufenberg. Durch einen Vertrag mit Herrn Raddatz hatte ich einen Kartoffelzuchtgarten eingerichtet, in dem die o.a. Sorten vermehrt wurden." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 36, September 1972, Seite 8] |
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| Die Belgarder Überlandzentrale, wo ein Freund meines Vaters Erwin Maaß als Ingenieur arbeitete | Das Elektrizitätswerk von der Stadt aus gesehen, im Vordergrund die Schienen der Reichsbahnstrecke Schivelbein-Belgard-Köslin und der Kleinbahnlinie Belgard-Rarfin ("Der rasende Hinterpommer"). | |||||||||||||||||||||||||
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| Die Verwaltung der Überlandzentrale, im Hintergrund das mächtige Werksgebäude |
Die Überlandzentrale von Süden | |||||||||||||||||||||||||
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| Die Überlandzentrale von Westen, rechts im Hintergrund eines der Beamtenwohnhäuser |
Beamtenwohnhäuser der Überlandzentrale an der Persante |
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| Die Überlandzentrale von Südwesten, im Vordergrund die Brücke der Reichsbahnstrecke Schivelbein-Belgard-Köslin über die Persante |
Die Überlandzentrale von der Leitznitz aus gesehen |
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| Die Pommersche Genossenschaftsdarre an der Persante |
Geschäftsanzeige von Wilhelm Utech, der Ende des 19. Jh. unser Haus Marienstraße 15/16 erweiterte |
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| Zur Abbildung rechts: "Inserat aus der einstigen Belgarder Zeitung (Klemp-Nachfolger Johannsen). Wer erinnert sich dieser Firma an der Körliner Chaussee gegenüber dem Neuen Friedhof? Längst sind Besitzer Utech und Gattin nebst den vier Söhnen verstorben; indes lebt heute noch die hochbetagte Tochter Hannelotte Küster geb. Utech in 2000 Norderstedt, Falkenhorst 82." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 103, April 1978, Seite 5] | ||||||||||||||||||||||||||
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| Das Kreiskrankenhaus am Rostiner Weg, wo ich im Juni 1941 am Blinddarm operiert wurde und in meinem Krankenzimmer im Radio vom Angriff auf die Sowjetunion hörte, und wo ich im März 1945 in den ersten Wochen nach dem Einmarsch der Russen in Belgard zusammen mit meiner Schulfreundin Marli Beilfuß Zuflucht suchte | Blick von Nordenwesten auf das Gelände des Kreiskrankenhauses, hier das "alte Krankenhaus" (ehemaliges Garnisonslazarett) |
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| Vor dem evangelischen Krankenhaus | Der Kitzelpark (Krankenhauspark) zwischen Kreiskrankenhaus und Körliner Straße |
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| "Gedenken an Gemeindevorsteher Raddatz-Rostin. Wenn man die Rostinerstraße entlangging, vorbei am großen Exerzierplatz und der Domäne Schaffer-Uhlenburg, dann war man schon in dem idyllischen Bauerndorf Rostin. Alles fleißige und wohlhabende Hofbesitzer, deren Gemeindevorsteher seit jeher der am 22. Mai 1872 geborene Albert Raddatz war. Als tüchtiger Bauer und fleißiger Kirchgänger bekannt, übergab er im Jahre 1930 den Hof an seinen Sohn Hewald. Bis zum Frühjahr 1945 war es dem stets freundlichen und nationalgesinnten Manne vergönnt, auf dem üblichen Altenteil zu leben und zeitweilig seinem Sohn Hewald in der schweren Landarbeit behilflich zu sein. Dann ereilte den 73jährigen das Schicksal: Bei der Feldbestellung wurde er von betrunkenen Russen erschossen. Auch nach dieser Zeitspanne von über 25 Jahren wird es wohl noch Rostiner und Belgarder geben, die sich dieses gütigen pommerschen Landmannes erinnern." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 11, August 1970, Seite 4] | ||||||||||||||||||||||||||
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| Die Husaren- oder Artilleriekaserne an der Körliner Straße in Belgard, wo sich mein Vater Erwin Maaß als Zahlmeister bereits vor Kriegsbeginn im August 1939 stellen mußte. Hier war das 2. Bataillon des schweren motorisierten (und berittenen) Artillerie-Regiments 68 stationiert. | Die 1900 erbaute Artilleriekaserne ("Kaserne für
die reitende Artillerie"), auch "Alte Kaserne" genannt. |
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| "Nachdem anfangs der dreißiger Jahre
die alte (Rogzower Allee 96 gelegene) Kaserne von der Kösliner Schutzpolizei
geräumt war, wurde diese im Erdgeschoß von der Heeresstandortverwaltung,
im Mittelbau von der Heeresfachschule (V) und in der oberen Etage von dem
Kriegsgericht der 32. Infanterie-Division bezogen. Die HStV mit Oberstabszahlmeister
Stoike als Verwaltungschef hatte eine beachtliche Zahl von Angestellten,
wogegen das Kriegsgericht nur wenig Bedienstete, dafür umsomehr Besucher
von den Truppenteilen für die fast täglichen Verhandlungen hatte.
Die 'Angestelltenschaft' bei der Heeresfachschule (V) mit ihren sieben Klassenzimmern,
mit einem Dienstzimmer für den Truppenunterrichtsleiter und einem Geschäftszimmer
bestand nur aus einem einzigen Mann als Verwaltungsangestellten. Das war
damals der Verfasser dieser Zeilen, Fritz Schulze. Mein Chef war der im
Majorsrang stehende, in der Elisenstraße wohnende Studienrat "Bewährte Treue und Kameradschaft des 68. II. (s.mot.) Artl. Regts. Belgard - Der Bonner Generalanzeiger schreibt über das Veteranentreffen im Mai 1980: 'Bornheim-Waldorf. Als im Herbst 1939, kurz vor Beginn des Zweiten Weltkrieges, eine Abteilung des II.s.mot.Artl.Regts.68 im Vorgebirgsort Waldorf einquartiert wurde, dachte keiner der Soldaten, die damals ihre zweijährige Dienstzeit ableisten mußten, daran, daß diese Kameradschaft sich zu Freundschaft und lebenslangen Bindungen ausweiten würden, die über Jahrzehnte hinweg andauern. Dennoch müssen es die einheimischen Waldorfer Mädchen den jungen Rekruten, die aus allen Teilen Deutschlands ihren Dienst im Regiment versahen, besonders angetan haben. Immerhin kam es zwischen den Soldaten und 13 einheimischen Bräuten zu Eheschließungen. Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges hatte das 68. Artillerie-Regiment seinen Standort in Belgard a. d. Persante verloren und einige der früheren Angehörigen des Regiments erinnerten sich gerne an die schönen Zeiten im Vorgebirge. Aus diesem Grunde wurde 1948, also heute vor 32 Jahren, erstmals ein Wiedersehen mit den ehemaligen Kameraden und Angehörigen in Waldorf organisiert. Seitdem haben die Artilleristen sich mit Angehörigen 16mal im Vorgebirgsort getroffen, so auch nun in diesen Tagen. Tagungsstätte war das Hotel-Restaurant 'Zum Dorfbrunnen'. Die ehemaligen 68er sind allerdings stolz auf die Tradition ihrer Einheit, die bereits 1808 auf Befehl Napoleons gegründet wurde und am Rußlandfeldzug 1812/13 teilgenommen hat. Die bekannten Heerführer wie der spätere Generaloberst Freiherr von Fritsch und der Generalfeldmarschall von Kluge waren in den Jahren von 1928 bis 1930 und von 1930 bis 1931 Kommandeure des Regiments. Beim jetzigen Kameradschaftstreffen standen ein Besuch des Bundestagshauses, die Kranzniederlegung am Ehrenmal in Waldorf sowie ein bunter Abend im 'Dorfbrunnen' auf dem Programm. Bereits jetzt freuen sich die Teilnehmer auf das nächste Freundschaftstreffen." [Aus dem Lande Belgard, |
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| Gesamtansicht des Kasernenkomplexes von der Ecke Körliner Straße / Kasernenstraße aus | Die Artilleriekaserne vom Rostiner Weg aus gesehen | |||||||||||||||||||||||||
| "Von einem Kasinoabend im Juli anläßlich
der Manöver in den zwanziger Jahren. Unsere Rundbrief-Leserin Frau
Ruth von der Chevallerie schickte mir einen Erlebnisbericht über heiteres
Geschehen vor einem halben Jahrhundert. In Anbetracht daß ihr Gatte,
der verstorbene Generalleutnant Helmuth von der Chevallerie einstmals bei
den Belgarder Husaren im Dienst stand und mit Familie in Belgard wohnte,
gewinnt diese Erzählung Interesse bei den Lesern. Zu den damaligen
Manövern waren auch ausländische Offiziere zu Gast. In jenem Sommer
u.a. drei russische Offiziere, zwei freundliche, aufgeschlossene Frontsoldaten,
ihres Zeichens Majore und ein wenig erfreulicher Obersleutnant, ein Kommissartyp,
der seine Kameraden nie aus den Augen ließ und möglichst jedes
ihrer Worte zu erlauschen versuchte. Die beiden Russen hatten besondere
Freude am Alkohol und übertrafen unseren Kavalleristen bei weitem mit
dem Quantum, daß sie vertilgten. An meines Mannes Seite saß
wiederholt Major Timoschenko, der meinen Mann scheinbar ins Herz geschlossen
hatte. Er streckte ihm seine große Pranke entgegen und schüttelte
die erheblich schlankere Hand meines Mannes, wobei er ihn immer wieder einlud,
nach Rußland zu kommen. Schon gegen 23 Uhr waren die zwei russischen
Majore völlig vernebelt, da sie neben der Bowle immer noch Kognak aus
Wassergläsern tranken. Nur der Kommissartyp blieb eisern nüchtern
und beobachtete seine Kameraden. Später stand Timoschenko schwankend
auf und verließ den Kasinosaal. In der allgemeinen Fröhlichkeit
fiel das zunächst nicht auf, nur der russische Oberstleutnant wurde
langsam unruhig. Er stand auf und alarmierte die Ordonnanzen. Sofort erfuhren
es alle Offiziere und es begann ein großes Suchen im weitläufigen
Kasinogarten. Die Leutnants ergriffen die vielarmigen Silberleuchter mit
brennenden Kerzen und leuchteten hinter jeden Busch. Und siehe da: aus einem
Blättergewirr ragten überlebensgroße, derbe Schaftstiefel
heraus, an denen man den Major Timoschenko hervorzog. Er hatte sich, wie
mein Mann sagte, wie ein waidwunder Keiler in die Dickung geschoben. Vorzeitig
am nächsten Morgen waren die Herren Kameraden aus dem Osten abgereist.
Generalleutnant Helmuth "Zum 5. Todestag des General von der Chevallerie. Militärzeit in Belgard war die Beste. Am 1. Juni 1970 jährte der fünfte Todestag des Generalleutnants Helmuth von der Chevallerie, der auf dem Südfriedhof in Wiesbaden seine letzte Ruhe fand. Am 9.11.1893 wurde er in Berlin geboren. Wir Belgarder erinnern uns seiner als Leutnant der ersten Schwadron des Reiter-Regiments 5, wo er vom 'Freikorps Hindenburg' aus Kolberg kommend, 1922 bis 1927 in Belgarder Garnison stand. Er äußerte damals, daß die Belgarder Stationierung die beste seiner Militärzeit war. 1935 wurde der befähigte Offizier als Korps-Adjutant nach Hamburg beordert. Im Verlauf des letzten Krieges erlitt er in Ost und West mehrfache Verwundungen. Als Kommandeur der |
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| Blick vom Rostiner Weg auf die Artilleriekaserne | Die Husarenkaserne zu Zeiten der Totenkopfhusaren (die 1. u. 2. Eskadron des 5. Preußischen Reiter-Regiments war seit 1920 in Belgard stationiert und wurde im Jahre 1934 nach Stolp verlegt) | |||||||||||||||||||||||||
| "Zum großen Sammeln geblasen hat der
Traditionsverband des Kavallerie-Regiments 5 am 12. Juni 1971 in Hemer.
Dessen 1. Vorsitzender, Major a.D. Eberhard Grieser, schließt seine
Einladung an alle noch lebenden Regimentskameraden mit der Aufmunterung:
'Nun rangewichst und nicht gezittert'. Dieses Treffen veranlaßt zu
einem kurzen Rückblick auf die Belgarder Husarenzeit: Im Mai 1922 wurden
hier zwei Eskadronen aus dem Rheinisch-Westfälischen Kavallerie-Regiment
17 aufgestellt und beide trugen auf der Mütze zwischen den Initialen
den Leibhusaren-Totenkopf. Die damaligen Lanzenflaggen waren bei der 1.
Eskadron schwarz mit weißem, bei der 2. Eskadron weiß mit schwarzem
Totenkopf. Bekannte Offiziere: von Walther, von Mackensen (später General-Feldmarschall),
von Zanthier, Douglas, von Treskow, von Platen, Wasmuth, von der Chevallerie,
Schilling, von Kramer, von Brinken und von Bülow. Der einstige Kommandeur
des Leibhusaren-Regiments, Kronprinz Wilhelm, war oftmals in Belgard und
nahm auch an der Einweihung der Gefallenen-Ehrentafel des Regiments teil,
die in der Vorhalle unserer St. Marienkirche ihren Platz fand." [Aus
dem Lande Belgard, Nr. 21, Juni 1971, Seite 2] "40. Hochzeitstag feierten am 5. September 1972 Zollbeamter i.R. Werner Witt und Frau Elly geb. Priebe in 896 Kempten, Gesellenweg 3. Ehefrau Elly ist die Tochter des damaligen Gärtnereibesitzers Otto Priebe in Belgard, Färberstraße 6, die Werner Witt während seines ersten Dienstjahres bei der 2. Eskadron des Reiter-Regiments 5 in Belgard kennenlernte. Ja, da war es wirklich ein treuer Husar, wie im bekannten Schlager gesungen. Nach damaligen Bestimmungen bei der Wehrmacht durfte erst nach sieben Dienstjahren geheiratet werden, für Liebende eine gewiß lange auf Probe gestellte Zeit! So fand dann am 5. September 1932 die ersehnte Hochzeit statt. Superintendent Zitzke traute in der Marienkirche das 'schwergeprüfte' Paar, aus dessen Ehe zwei Kinder hervorgingen." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 36, September 1972, Seite 3] "Auf nach Berlin. Ehemalige Leibhusaren feiern 90. Jubiläum. Am 21. November 1972 jährt sich der Tag der Gründung des 'Vereins ehemaliger Leibhusaren zu Berlin' zum 90. Male. Dieser Gründung wird am 6. und 7. Dezember 1972 wie folgt gedacht: Am 6.12. zwischen 9 und 10 Uhr Kranzniederlegung am Grabe des Generalfeldmarschalls von Mackensen auf dem Friedhof in Celle (Patenstadt) durch eine Berliner Abordnung. Ab 18 Uhr des gleichen Tages Leibhusarentreffen in der Gaststätte 'Burghof' Berlin 41, Hauptstraße 85 in Nähe des Rathaus Friedenau mit gemeinsamen Essen und anschließender Feierstunde. Am 7.12. um 10.30 Uhr Stadtrundfahrt mit anschließend kameradschaftlichem Beisammensein. Anmeldungen zur Teilnahme sind an Kamerad P. Gelewski, 1 Berlin 41, Menkenstraße 26 und für Unterkünfte an Verkehrsamt Berlin 12, Fasanenstraße 7 zu richten. Diese Bekanntgabe dürfte interessieren, da Belgard viele Jahre Garnisonstadt der Leibhusaren war und viele Totenkopfreiter jetzt Leser des Rundbriefes sind." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 38, November 1972, Seite 2] |
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| "Friedrich der Große am 10.10.1744 an der Spitze der 'Totenköpfe' nach dem Gefecht bei Moldauthein durch das sie 'unsterblichen Ruhm' davontrugen" (erstes Motiv aus der Serienschein-Reihe "Aus vergangenen Tagen der Belgarder Totenkopfreiter vormals Leibhusaren in Danzig") |
"Ein alter Leibhusar: Generalfeldmarschall von Mackensen" Ein weiterer Serienschein (Notgeld) der Reihe "Aus vergangenen Tagen der Belgarder Totenkopfreiter vormals Leibhusaren in Danzig" (Generalfeldmarschall von Mackensen weilte oft bei "seinem" Kavallerie-Regiment 5 in Belgard) |
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| Im Gegensatz zu den "Kleingeldscheinen",
welche zwischen 1916 und 1922 auch in Belgard als Notgeld und damit als
offizielles Zahlungsmittel ausgegeben wurden, kamen seit 1918 für Sammler
bestimmte, graphisch anspruchsvoller gestaltete "Serienscheine"
auf den Markt. Die abgebildeten Scheine entstammen der dritten Serie "Aus
vergangenen Tagen der Belgarder Totenkopfreiter vormals Leibhusaren in Danzig"
mit den Werten 25, 50, 75 Pfennig, 1 und 2 Mark. "Husarenbrüste waren begehrt. Mit Übernahme der ehemaligen Artilleriekaserne durch das Reiter-Regiment 5, welches die Tradition der Danziger Leibhusaren fortführte, belebte sich schwunghaft der Handel mit Uniformen für Kinder. So konnte man zuerst im 50-Pfennig-Basar der Geschwister Sprenger, im Hause des Bäckermeisters Paul Raasch, Friedrichstraße, vollständige Husarenausrüstungen und auch Einzelteile dazu kaufen. Die Sortimentshäuser E. Runge, W. Maaß und E. Kaske folgten mit diesen Angeboten. Gleich zu Beginn dieser 'neuen Welle' erschien bei Firma Walter Maaß der Buchhändler F.W. Müller aus der Heerstraße und fragte: 'Habt Ihr schon Husarenbrüste?' Bald sah man bei allen Festlichkeiten die 'jüngsten Husaren' stolz den echten nachahmen. Ein besonderer Freund dieser uniformierten Stepken war Rittmeister Douglas, der, wenn eine Eskadron mit Musik, der Kesselpauker vorauf, durch die Stadt ritt und von den am Straßenrand stehenden 'jüngsten Husaren' gegrüßt wurde, mit einem Lächeln deren Gruß militärisch erwiderte. In meiner Eigenschaft als Pressevertreter kam ich bei Veranstaltungen auf dem Kasernenhof oder im Offizierskasino häufig mit dem leutseligen Offizier und ehemaligen Totenkopfreiter Douglas zusammen, dessen Ausspruch stets lautete: 'Wir bleiben was wir waren, die alten Leibhusaren!' Im Laufe der Zeit machte sieh dann auch bei Franz Jastrow im Standesamt durch vermehrte Aufgebote Belgarder Jungfrauen mit Liebhabern des Reiter-Regiments 5 bemerkbar, wie begehrt Husarenbrüste waren." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 3, Dezember 1969, Seite 6] "Goldene Hochzeit feierte am 14. Oktober 1971 das in 1 Berlin 42, von Richthofen-Straße 18 wohnhafte Ehepaar Paul Kranzusch. Kranzusch war beim Belgarder Reiter-Regiment 5 Oberbeschlagmeister. Seine Gattin ist die zweitälteste Tochter des damaligen Bauunternehmers Karl Dallmann, Belgard, Luisenstraße 18. Der "Wie Belgard im November 1918 die heimkehrenden Soldaten empfing. Unter Jubel zogen die Batterien in ihre geschmückte Garnisonstadt. Es war eine tolle Zeit, das Jahresende des Unglücksjahres 1918. Umso mehr ist anzuerkennen, und es spricht für den nationalen Sinn der Belgarder Einwohner, wie sie ihre Artilleristen feierlich und freudig inmitten der haßerfüllten marxistischen Welt begrüßten. Am 28. Dezember 1918 sollte die II/2 nach erfolgter Demobilisierung in Kolberg in ihre alte Garnison Belgard übersiedeln. Die Batterien bestanden jetzt nur noch zum Teil aus freiwillig verbliebenen, kriegserprobten Mannschaften, zum größeren Teil aus Wehrpflichtigen der Jahrgänge 1898 und 1899, mit denen die Batterien aus der Ersatz-Abteilung aufgefüllt waren. Der Abmarsch verzögerte sich dadurch erheblich, daß diesen Leuten die Geschicklichkeit der in vier Kriegsjahren sehr handfertig gewordenen alten Mannschaften fehlte. Über diesen Marsch und der empfangenen Eindrücke berichtet der noch wochenlang im Dienst gebliebene Leutnant a.D. Rubach in sehr anschaulicher Weise: 'Beim Abrücken gegen mittag setzte dichtes Schneetreiben ein, das zeitweise durch prasselnde Hagelschauer unterbrochen, den ganzen Nachmittag über anhielt. Wenn irgendwann Mann und Pferd während der Kriegsjahre bis auf die Haut durchnäßt waren, so wurde dieser Zustand auf diesem letzten, immerhin |
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| Die Klar-Stiftung, eine Einrichtung der Inneren Mission vor den Toren der Stadt |
Die als Klar-Stiftung bezeichnete Anlage an der Körliner Straße (Aufnahme Anfang der dreißiger Jahre), welche aus dem Johannishaus (Trinkerrettungsanstalt), der Einrichtung für Waisen und Fürsorgezöglinge (der eigentlichen Klarstiftung) und dem Ernst-Flos-Hof (einem Lehrlingsheim) bestand. Superintendent Dr. Emil Klar war der Initiator dieses Projektes und der Spendensammlungen für das Johannishaus (eingeweiht 1902) und die Einrichtungen für Waisen und Fürsorgezöglinge (1925). |
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| Die Klar-Stiftung hier bereits mit umfangreichen Erweiterungsbauten |
Der Gebäudekomplex der Klar-Stiftung an der Körliner Straße |
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| "Nachruf. Zwischen mir und dem Tod ist nur ein Schritt. Die Wahrheit dieses Sinnspruches hat alle überzeugt, die von dem so plötzlichen Ableben Traugott Pascheke erfahren hatten. Auf einem Spaziergang im benachbarten Wald erlitt Pascheke einen Herzinfarkt, den zweiten nach einem halben Jahr. Obwohl ärztliche Hilfe rasch zur Stelle war, gelang es nicht, sein Leben auf Erden noch zu retten. Eine andere Welt hatte ihn schon aufgenommen. Am 2. März 1905 erblickte Traugott Pascheke das Licht der Welt und verbrachte seine Jugendjahre, wo sein Vater Diakon und Hausverwalter der Dr. Klar-Stiftung an der Körliner Chaussee in Belgard war. Er begann seine Berufslaufbahn als Eleve bei der Landwirtschaftskammer in Stettin und war später, bis 1945 bei der Grünland-AG unter Direktor Fritz Baerwald tätig. Von 1934 bis zur Vertreibung 1945 war er Ratsherr in Belgard, danach in russischer Gefangenschaft. Ab 1949 war er Prokurist in Osterode / Harz und siedelte 1958 mit seiner Gattin Sigrid, Tochter des Gärtnereibesitzers Krueger aus Belgard, nach Speyer. Hier wurde er Buchprüfer beim Evangelischen Landeskirchenamt. Zudem war er seit 1958 erster Kreis- und Stadtverbandsvorsitzender des Heimkehrerverbandes Speyer und seit 1970 Landesschatzmeister des Sozialwerkes der Pommern in Rheinland-Pfalz. Durch seinen persönlichen Einsatz war Traugott Pascheke zum Vorkämpfer der deutsch-französischen Verständigung geworden. Für seine Verdienste um die Völkerverständigung wird ihm am 21. April 1978 die Ehrennadel des Landes Rheinland-Pfalz verliehen. Die Partnerschaft des Speyerer Stadtverbandes mit der CIAPG-Sektion in Chartres / Frankreich ist sein Werk. Zur Beisetzungsfeier des Verstorbenen am 27. November 1980 war auch eine Abordnung ehemaliger französischer Kriegsgefangener mit ihrer Fahne aus Chartres erschienen. In der fast überfüllten Trauerhalle und am Grabe sprach der neue, erst kurze Zeit in Speyer amtierende Pastor Tettenbach tiefempfundene Abschiedsworte zum plötzlicher Tode des segensreich gewirkten Traugott Pascheke, des aufrechten Christen und guten Deutschen." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 135, Dezember 1980, Seite 7] | ||||||||||||||||||||||||||
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| Das Gefallenendenkmal von Wilhelm Otto nach seiner Entfernung vom Marktplatz Anfang der dreißiger Jahre nun auf dem Neuen Friedhof an der Körliner Straße |
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| "Die in Belgard damals vorhandenen Sägewerke Utech, Trzebiatowsky, Schulz, Boden, Dallmann und Höhne gaben zeitweise Holzabfälle verbilligt ab. So zog man fast jeden Monat per Handwagen zu einem der erwähnten Holzplätze und deckte sich mit Brennmaterial ein. Wir fuhren mit dem vom Hauswirt geliehenen Handwagen zu dem Baugeschäft Wilhelm Utech an der Körliner Chaussee. Im Kontor erhielt man für 50 Pfennig einen Gutschein für eine Fuhre Schwarten oder Bretterabfälle. Von dem alten Platzmeister Schmidt wurden die Leute gut und reichlich bedient. Blaffig wurde er nur, wenn die jungen Leute im Büro den Kunden immer sagten: 'Diesen Schein geben Sie draußen dem Herrn Pumjetzki!' Wir dachten nichts Arges und redeten den Platzmeister auch so an. Erschrocken waren Großmutter und wir Jungens, als uns nun der Platzmeister anpfiff: 'Ick wa ju bal bi Pumjetzki, ick bin for Ihnen Herr Platzmeister Schmidt!' Wir entschuldigten uns und sagten, daß man uns den Namen drüben im Kontor genannt habe. 'Jo, derer Lümmels seggen tau mi all Dog anners, de voricht Woch hieß ick Piesebeck, jestern Mullach, un hüt' segge's Pumjetzki!', sagte erbost der Platzmeister Schmidt und warf wütende Blicke zum Fenster des Baubüros, von dem Gelächter der Angestellten hörbar war." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 18 März 1971, Seite 6] | ||||||||||||||||||||||||||
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| Die Kolberger Vorstadt, der westliche Teil Belgards | ||||||||||||||||||||||||||
| "Übersicht des westlichen Teils von
Belgard, den man die Kolberger Vorstadt nannte. Rechts von der Körliner
Chaussee gegenüber der Kaserne war der Lülfitzer Weg und zur linken
Seite lag die Domäne Uhlenburg, damals von dem Bauern Schaffner gepachtet.
Angrenzend lag der große Exerzierplatz für die Belgarder Garnison.
Von hier aus dröhnte häufig Kanonendonner, wenn das 1. Pommersche
Feld-Artillerie-Regiment "Körlin an der Persante, im Volksmund 'Klein Paris' genannt, war auch für Belgarder von jeher ein Anziehungspunkt. Viele zog es nach dem etwas versteckt in der Kösliner Straße gelegenen 'Klimbim', so nannte man die von den Eheleuten Müller und Sohn Paul bewirtschaftete Gaststätte 'Reichsgarten'. Zum Tanz spielten immer ein Pianist und ein Stehgeiger, Franz R. und Hans S. von der Belgarder Jungsturmkapelle. Und das zog! Wie gewöhnlich war die Damenwelt auch hier in der Mehrheit, was Veranlassung gab, für das nächste Mal einige flotte Tänzer aus Belgard auf den Plan zu bringen. So wurde der nächste Sonntagabend im Evangelischen Jünglingsverein geschwänzt und einige Freiwillige von der Jungsturm-Abteilung 38 für den 'Klimbim' 'abkommandiert. Den Höhepunkt des Tanzabends bildete ein Mondscheinwalzer. Aus einer Ecke des Saales blinzelte auf einem erleuchteten Lampion der gute Mond den Tänzern zu. Sonstige Beleuchtung war ausgeschaltet. Wie vorauszusehen sang und tanzte bei diesem Walzer alles mit, es war mehr ein Promenieren und Lustwandeln im trauten Dämmerlicht. Bei dem letzten Walzertakt ließ ein Witzbold in dem Gewühle unbemerkt ein Damen-Bekleidungsstück fallen. Als der Tanz beendet und der Saal wieder erleuchtet war, sah man inmitten der Tanzfläche die 'Unaussprechlichen in Rosa' liegen. Sie wurden, da sich niemand traute, Ansprüche auf das 'Verlorene' geltend zu machen, meistbietend versteigert. Der Zuschlag entfiel auf ein Körliner Fräulein, das vorwitzigerweise eifrig mitgeboten hatte und nun rechtmäßige Besitzerin dieses Bedarfsartikels wurde." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 4, Januar 1970, Seite 3] |
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| Blick von der Brücke Jägerstraße auf die Leitznitz, im Hintergrund die Brücke an der Kirchstraße (Aufnahme 1930) |
Blick von der Brücke Kirchstraße auf die Leitznitzpromenade in Richtung Jägerstraße |
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| Blick von der Wilhelmstraße in Richtung Kirchstraße, rechts hinter der Brücke, wo noch in meiner Kindheit ein Seiler seine Seilerbahn (oder "Reeperbahn") hatte, lag zu meiner Schulzeit hinter einer Hecke am Gymnasialpark der Turnplatz von Gymnasium und Lyzeum (Aufnahme vor 1914) | Blick auf Leitznitz und Leitznitzpromenade von der Wilhelmstraße aus in Richtung Kirchstraße |
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| Blick auf die Leitznitz in Richtung Kirchstraße von der letzten Brücke vor der Wilhelmstraße aus |
Blick von der Brücke Kirchstraße in Richtung Wilhelmstraße |
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| Leitznitz und Leitznitzpromenade kurz nach der Jahrhundertwende: Blick von der Brücke Jägerstraße auf die Brücke Kirchstraße |
Partie an der Leitznitz (vor 1910) | |||||||||||||||||||||||||
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| Promenade an der Leitznitz auf Höhe Wallstraße (Aufnahme um 1900) |
Leitznitz und Leitznitzpromenade etwas weiter in Richtung Kirchstraße, im Hintergrund die Brücke Kirchstraße |
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| Frauen beim Spülen der Wäsche in der Leitznitz | Ich erinnere mich daran, als Kind noch Anfang der dreißiger Jahre an der Leitznitz Frauen beim Spülen der Wäsche zugesehen zu haben. |
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| "Großer Waschtag vor über 60 Jahren
in Belgard. Solch Spektakel dauerte gewöhnlich drei Tage. Heute ist
es kein Problem, für eine Familie oder Einzelpersonen, Leib- und Haushaltswäsche
zu reinigen. Fast unglaublich erscheint dem Leser meine Schilderung, wie
so ein alle zweiwöchentlicher Waschtag vor über 60 Jahren in der
guten, alten Zeit in Belgard vonstatten ging: Dies war immer eine besondere
Begebenheit, und der ganze Aufwand erforderte drei bis vier Tage, oft auch
mehr, denn es hing ja stets vom Wetter ab. Da half dann die ganze Familie
mit, und oft wurde noch zusätzlich eine Waschfrau engagiert. Die Kinder
hatten zwei freie Schultage. Das war ja das schönste an der ganzen
Sache. Am Vortage wurde die auf dem Hofe befindliche Waschküche hergerichtet,
die hölzernen Waschbütten gereinigt und ein großer Bottich
mit Wasser gefüllt, wo dann die Schmutzwäsche bis nächsten
Morgen eingeweicht wurde. Wir größeren Kinder mußten von
der etwa 40 Meter entfernten Straßenpumpe Wasser schleppen. Im strengen
Winter war die Pumpe oft eingefroren, weil die Stadtverwaltung bei Frostgefahr
es versäumt hatte, diese mit Stroh und Decken einzupacken. Dann mußten
wir Wasser aus dem Leitznitzbach holen und, wenn dieser eine Eisdecke hatte,
hier erst ein Loch reinschlagen. Für den Herd mit großem Kupferkessel
oblag mir die Versorgung mit extra dickem Brennholz und Brikett. Als Beleuchtung
der Waschküche diente eine große Wachskerze oder eine kleine
Petroleumlampe, je nach dem, was der Mutter billiger im Verbrauch erschien.
In aller Frühe des nächsten Tages traten die Frauen mit Waschbrett,
Bürste und Schmierseife in Aktion, während wir Kinder uns auf
den Nachmittag vorbereiten. Dann ging es zur 'Spül an den Bach'. Mit
Handwagen zogen wir die in großen Körben befindliche Naßwäsche
zum 200 Meter vom Hause entfernten Bach, wo die Frauen die Lauge aus den
einzelnen Wäschestücken mehrmals spülten. Oft entglitt ihnen
ein Wäschestück und schwamm davon. Manchmal eroberten wir das
'Treibgut' zurück, trugen dann aber als Barfüßer blutende
Fußverletzungen davon, weil das Bachbett mit vielen Scherben, Blechbüchsen
und sonstigem Unrat, bisweilen auch Tierkadaver, versehen war. Gegenüber
der Spüle war ein großer Trockenplatz, und wenn dieser nicht
besetzt war, wurde die Wäsche sofort 'gewrungen' und aufgehängt.
Bei Eintritt der Dunkelheit wurde alles abgenommen und die noch nasse Wäsche
daheim auf dem Hof oder Hausboden aufgehängt. Meistens konnte am dritten
Tage die Fahrt zum Mangeln angetreten werden. Solche Wäschemangeln
befanden sich in mehreren Stadtteilen, und für uns war es angenehm,
daß Sattlermeister Ernst Söhnert, unserem Hause gegenüber,
ein solches 'Monstrum' in seinem rückwärtigen Hausanbau stehen
hatte. Dies war eine etwa fünf Meter lange, mit Steinen gefüllte
und großem Schwungrad versehene Wäschemangel mit Handdrehbetrieb.
Zwei Personen hatten schon tüchtig zu drehen. Als Benutzungsgebühr
zahlte man pro Stunde zwanzig Pfennig. Drehte man zu schnell und nicht gleichmäßig,
oft mit Rücksicht auf die noch wartenden Kunden, so wurde die Wäsche
knüllig, und Mutter mußte dann am, nächsten Tage noch einzelne
Stücke bügeln, wir sagten 'plätten'. Schnell ging es dann
zu 'Pamelmänne', so nannten wir Bäcker Hermann Krüger, um
für 30 Pfennig Plättkohlen zu kaufen. Das waren Überreste
vom kleinen Holzteilchen aus dem Backofen. Unser Bügeleisen wo ein
gußeiserner Wolf ohne Beine, wo hinein einige glühende Briketteile
mit den erwähnten Plättkohlen gelegt wurden. Durch Anpusten unterm
Schwanz hauchte der 'Plättwolf' dann meist staubige Asche aus seiner
'Schnauze', und wenn man nicht Obacht gab, wurde die saubere Wäsche
leicht bestäubt. Das war natürlich ärgerlich, jedoch wurde
dies immer in Kauf genommen. Wir Kinder waren der Arbeit wegen immer froh,
wenn diese Waschtage vorüber waren; doch die beiden schulfreien Tage
waren auch ganz schön. - F. Schulze" [Aus dem Lande Belgard, |
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| Der Poetensteig an der Leitznitz, wo ich mit meinen Eltern spazieren ging oder gemeinsam mit Schulkameradinnen mit dem Fahrrad zum Schwimmbad fuhr. | ||||||||||||||||||||||||||
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| Der Beginn des Poetensteiges gleich hinter der Brücke Wilhelmstraße, rechts müßte sich das St. Gertrud-Stift anschließen. |
Leitznitz und Poetensteig etwas weiter in Richtung Schwimmbad, wo ich auf dem Fahrradweg an der linken Seite der Leitznitz als Kind mit Herrn Kuchenbäcker, einem Angestellten aus unserem Geschäft, das Fahrradfahren lernte. | |||||||||||||||||||||||||
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| Am Beginn des Poetensteigs mit Blick in Richtung Wilhelmstraße |
Am Poetensteig in Richtung Schwimmbad und Rotes Fließ |
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| "Pfingstmorgen 1910 am Belgarder Leitznitzbach. Das ist jetzt genau 60 Jahre her. Damals machten wir drei Geschwister unter Aufsicht von Techniker Gerhard Krahe der als Untermieter bei uns im Hause Friedrichstraße 35 wohnte, befehlsgemäß einen Morgenspaziergang zu dem idyllisch gelegenen Leitznitzbach. Jeder von uns bekam den Auftrag, ein Stück der Fotoausrüstung zu tragen. Ich trug das große schwarze Tuch. Dort angekommen, bastelte der Herr Krahe sein Stativ und den Fotoapparat zusammen. Wir mußten mehrmals unsere Aufstellung und den vorgeschriebenen Gesichtsausdruck proben, bevor wir dann endlich 'abgenommen' wurden. Das Mädchen Charlotte wurde im späteren Leben die Gattin des früheren Justizoberinspektor Otto Gülzow und wohnt heute in 3392 Clausthal-Zellerfeld, Zellbach 16. Die Figur in der Mitte ist der Verfasser und Herausgeber der Rundbriefe 'Aus dem Lande Belgard'. Der Stepke Hans mit den weißen Strümpfen ist der in den zwanziger Jahren verstorbene Präparand und Leiter der damaligen Belgarder Jungsturmkapelle 38 'Freiherr von Lützow'." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 8, Mai 1970, Seite 2] | ||||||||||||||||||||||||||
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| Auf dem ersten Abschnitt des Poetensteigs, rechts von der Leitznitz der Spazierweg und links der Radfahrweg, der bis zum Schwimmbad asphaltiert war, ganz links der Zaun eines großen Gartens hinter einem Mietshaus für Angestellte der Belgarder Überlandzentrale, wo ich als Kind oft mit meiner Freundin Annemarie Krüger spielte. | Im Hintergrund die Brücke zur Kösliner Vorstadt auf der linken Seite der Leitznitz, wo ich auf dem Teich an der August-Petri-Allee Schlittschuhlaufen lernte, rechts die Einmündung des Koppelweges, wo gleich zu Beginn die Gärtnerei Gutzke lag. | |||||||||||||||||||||||||
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| Der Poetensteig tief verschneit | Partie an der Leitznitz (Aufnahme vor 1914) | |||||||||||||||||||||||||
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| Am Roten Flies: Poetensteig mit Schleuse | Schleuse und Brücke über das Rote Fließ | |||||||||||||||||||||||||
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| Das Belgarder Schwimmbad am Poetensteig wurde am Sonntag, 30. August 1930 eingeweiht und vom damaligen Regierungspräsidenten Dr. Cronau aus Köslin seiner Bestimmung übergeben. Hier lernte ich als Kind an der Angel des Bademeisters schwimmen. | In den ersten Kriegsjahren kam ich auch mit der Schule im Rahmen des Sportunterrichtes hierher, wobei wir zunächst mit den Fahrrädern über den Poetensteig gemeinsam zum Schwimmbad fuhren, um dann unter der Leitung unserer Sportlehrerin für Prüfungen wie etwa den Freischwimmer oder den Fahrtenschwimmer zu trainieren. | |||||||||||||||||||||||||
| "Es war ein heißer Augustsonntag des
Jahres 1930, der zum denkwürdigen Tag in der Geschichte der Persantestadt
Belgard wurde. Es galt, das mit großem Kostenaufwand auf einen Teil
des früheren Exerzierplatzes und der Pferdewiesen an der Polziner Chaussee
fertiggestellte Sport- und Schwimmstadion seiner Bestimmung zu übergeben.
Außer den Schulen und Sportvereinen nahm auch die Bevölkerung
an dieser einmaligen Veranstaltung regen Anteil. Eine wahre Völkerwanderung
belebte seit den frühen Morgenstunden den damals schon verkehrsreichen
Stadtteil. Auf dem Festgelände hatte ich Mühe, bis zur Tribüne
des Festkomitees vorzudringen, um als Vertreter von acht pommerschen Tageszeitungen
den Ablauf des Programms genau mitzubekommen. Plötzlich stand ich neben
der 'Spitze des Kreises', Landrat Dr. Janzen, der die Festansprache hielt.
Wenn ich auch nur einen Stehplatz bekam, so war ich doch vor der brütenden
Mittagssonne in Deckung und konnte alles gut beobachten und notieren, was
die Leute am nächsten Tage lesen sollten. Einige Programmpunkte waren
schon abgelaufen. Da kam plötzlich Unruhe und Bewegung in die Menschenmenge,
im nahen Bauerndorf Klempin stiegen Rauchwolken auf. Erst sah man ein Gehöft
in Flammen, dann zwei und in wenigen Minuten waren es wohl schon vier. Funkenflug
und Hitze des Tages trugen zur schnellen Ausbreitung des Feuers bei, begünstigt
durch die damals zumeist strohbedeckten Fachwerksgebäude. Der Landrat
kürzte seine Ansprache und begab sich sofort nach Klempin, Unbemerkt
folgte 'Presseschulze'. Im Affentempo über die Pferdewiesen, dann querfeldein
hatte ich das benachbarte Klempin erreicht. Die letzten hundert Meter legte
ich auf einer aus allen Richtungen zum Brandort eilenden Feuerspritze, meist
pferdebespannte ältere Modelle, zurück. Inzwischen hatte die Glutwelle
acht Gehöfte erfaßt und zum Teil eingeäschert. Im weiten
Umkreis der mehrfachen Brandstellen lief herausgetriebenes Vieh umher, gerettetes
Mobiliar und landwirtschaftliche Geräte lagen verstreut in der Gegend.
Die gut ausgefallene Ernte hatte man Tage zuvor fleißig eingefahren.
Die in Klempin ansässigen Störche waren, als ahnten sie kommendes
Unheil, schon abgezogen. Das verheerende Feuer entstand in der Scheune des
Bauern Lassahn und griff sodann auf die Gehöfte Hardtke, Syring, Clawien,
Manke, Krüger, Krause und Rubow über. Die Entstehungsursache war
bald geklärt: Kinder hatten in der offenen Scheune des Bauern Lassahn
mit Streichhölzern gespielt und sind, als plötzlich umherliegendes
Stroh brannte, mit lautem Geschrei davongelaufen. Inmitten dieses Bild des
Grauens stand Gemeindevorsteher Rubow im Gespräch mit Landrat Dr. Janzen.
Als dieser mich sah, meinte er verwundert: 'Sie waren doch eben erst bei
der Schwimmbad-Einweihung und jetzt sind Sie schon wieder hier?' - Ich weiß
heute nicht mehr, was ich hierauf geantwortet habe. Jedenfalls übergab
ich dem Landrat am nächsten Vormittag in seinen Zimmer im Kreishaus
als zusätzliche Beantwortung einige Zeitungen, in denen meine Berichte
über die zwei großen Geschehen am Vortage veröffentlicht
waren. Seitdem wußte Landrat Dr. Janzen noch mehr als bisher den Wert
der bei Behörden häufig gefürchteten Presse zu schätzen."
[Aus dem Lande Belgard, |
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| Im Hintergrund links eine Liegewiese, ein Flachbau aus Holz mit Umkleideräumen und einem kleinen Café, am Ende des großen Beckens ein Kinderbecken und eine weitere große Liegewiese. | Liegewiese und Kinderbecken des Belgarder Schwimmbades, wo ich im Sommer manchmal mit meinen Eltern, häufiger jedoch mit Schulkameradinnen oder auch mit meiner kleinen Schwester Anneliese baden ging. | |||||||||||||||||||||||||
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| Blick vom Sprungturm auf das große Becken und das Gelände des neu angelegten Schwimmbades |
Einige Jahre später, das Gelände nun eingewachsen | |||||||||||||||||||||||||
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| Der Sportplatz neben dem Schwimmbad, der neben dem Fußballplatz und den Laufbahnen mit allen weiteren Einrichtungen für Hoch- und Weitsprung, Kugelstoßen etc. ausgestattet war. | Hier fanden Ende der dreißiger Jahre bis in den Krieg hinein auch die alljährlichen Sportwettkämpfe der Hitlerjugend statt, an denen ich als unsportliches BDM-Mädchen nur sehr ungern teilnahm. | |||||||||||||||||||||||||
| "[....] Lehrer i. R. Rudolf Tober, in 495
Minden, Petershager Weg 14c, der am 17. April seinen 70. Geburtstag begeht.
Rudolf Tober hatte von Januar 1932 bis Juli 1940 in der benachbarten Gemeinde
Klempin die Lehrerstelle inne und war auch bekannt als Vorsitzender des
Turn- und Sportvereins in Siedkow. Als solcher wurde er stellvertretender
Fackelläufer zur Olympiade 1936 auf der Strecke Bad Polzin - Belgard.
Nach seiner Rückkehr aus dem Polenfeldzug wurde Rudolf Tober Schulleiter
in Rebkun Kreis Kulm bis zur Flucht 1945. Tober mußte viele Etappen
des Leidens durchmachen, bis er im März 1947 den Schritt über
die Elbe wagte und durch das Lager Ülzen wieder in den Schuldienst
kam. So zunächst bis 1957 in Banteln Kreis Alfeld und bis April 1965
in Hoyershausen. Seit der Pensionierung verbringt der ehemalige Schulmeister
mit Frau Liselotte geborene Ziehlke seinen ungetrübten Lebensabend
in der Weserstadt Minden." [Aus dem Lande Belgard, "74. Geburtstag feierte am 15. Oktober 1972 Klempnermeister Bruno Kutz in 237 Rendsburg, Schleußkuhle Nr. 19/21, früher Belgard, Ritterstraße. Als Geburtstagsgeschenk folgende Erinnerung: In den zwanziger Jahren spielte Bruno Kutz (im Belgarder Volksmund 'Löter' genannt) den Mittelläufer der 1. Mannschaft im VfB 1911. An einem Sonntag war diese Mannschaft zu einem Spiel nach Neustettin verpflichtet. Alles war zur Abfahrt am Bahnhof, nur 'Löter' hatte den Zug verpaßt. So fuhr man in gewisser Sorge, ein Bezirks-Ligaspiel mit 10 Mann nicht gewinnen zu können. Doch Wunder gab es damals schon! Als der Zug in Neustettin hielt, begrüßte 'Löter' schmuck im Sportdreß seine Mannschaft. Als Rennfahrer war er mit seinem Stahlroß mit dem Personenzug 40 Kilometer um die Wette gefahren. So wurde das Spiel für die Belgarder doch noch gewonnen." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 38, November 1972, Seite 4] |
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| Die Steingartenanlage hinter dem Schwimmbad mit einer vom Belgarder Künstler und Bildhauer Joachim Utech geschaffenen Sandstein-Skulptur, welche auf der Vorderseite Flora, die Göttin des Frühlings, auf der Rückseite den Winter als Kopf eines Greises mit langem Bart, zeigte (Aufnahme dreißiger Jahre). | ||||||||||||||||||||||||||
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| Sportanlage und Schwimmbad aus Richtung Südwesten,
rechts die Bäume entlang der Leitznitz, am oberen Ende der Baumreihen der Steingarten mit Utechs Flora und die "Eisbahn", d.h. die sogenannten Pferdewiesen, die im Winter von der über ihre Ufer getretenen Leitznitz überflutet und dann zugefroren waren. Hier sind vor dem Ersten Weltkrieg schon mein Vater Erwin Maaß und Onkel Heinz Maaß als Kinder Schlittschuh gelaufen. Im Kriegswinter 1943/44 erzählten die jungen Soldaten aus unserem Freundeskreis, daß die Eisfläche zeitweise abends auch beleuchtet gewesen sein soll (vermutlich mit Flakscheinwerfern). |
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| "Olympiaprüfung in Pommern. In Belgard
waren sämtliche Turnhallen der Stadt durch die Turner besetzt. An einem
Lehrgang, der das Kreisgruppenturnfest vorbereitete, nahmen 60 Turner und
35 Turnerinnen aus |
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| Junkers Luftbild Luftaufnahme
Fliegeraufnahme Fliegerphoto Fliegerfoto |
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| Das Wichernhaus, evangelisches Altenheim an der Kösliner Straße, wo ich als Kind mit meiner Großmutter Elfriede Alverdes manchmal eine Bekannte besuchte. Das Gebäude verfügte bereits damals über Einzelzimmer, in welche die Bewohner ihre eigenen Möbeln mitbringen konnten. |
Wichernhaus und Maria-Martha-Haus (rechts). Im Wichernhaus nahm ich ab 1943 als Vorbereitung auf mein späteres Zahnmedizinstudium in Greifswald bei einer alten Dame Lateinunterricht (die ersten lateinischen Worte, die ich hier lernte, waren "stella micat" - der Stern flimmert). |
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| Das Wichernhaus aus einer etwas ungewöhnlichen Perspektive |
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| Zum Wichernhaus: "In der Blumenstraße, später in Hindenburgstraße umbenannt, stand neben der Gustav Klemp'schen Buchdruckerei, Nachfolger Johannsen, ein villenartiger, roter Ziegelsteinbau. Hier wohnte der Kreisbaumeister Julius Kleedehn, dessen Name in Belgard einmalig war. Am 30. Oktober 1868 in Bad Polzin geboren, besuchte der junge Kleedehn das Gymnasium in Königsberg / Neumark und entschied sich beruflich für das Baufach. Die praktische Ausbildung erhielt er in Stettin, Gollnow, Deutsch Krone und auf der Technischen Hochschule in Charlottenburg. Seiner Militärdienstpflicht genügte Kleedehn beim Stettiner Pionier-Bataillon 17 und durch Ableistung von Reserve-Übungen. Dann war Kleedehn bis 1897 Architekt und Bauführer bei der Königlichen Ansiedlungskommission in Posen. Nach vierjähriger Tätigkeit als Amtsbaumeister in Recklinghausen folgte er einer Berufung zum Kreisbaumeister nach Belgard an der Persante. Diese seine Laufbahn wurde durch den ersten Weltkrieg unterbrochen, den Kleedehn teilweise als Hauptmann und Kompanie-Führer einer Landwehr-Pioniereinheit an der Ostfront mitmachte. Wegen einer sich zugezogenen Erkrankung wurde er im Verlauf des Krieges bei Kehl und Biebrich beim Brückensicherungskommando, späterhin beim Festungsstab Namur / Belgien und bis zum Kriegsende als Pionierlehrer an der Feldkriegsschule Kowno eingesetzt. Im Majorsrang trat Kleedehn im Jahre 1918 aus der Wehrmacht aus und man sah ihn wieder als Kreisbaumeister bei unserer Kreisverwaltung eifrig wirken. Nach seinem Entwurf wurde das neue Altersheim 'Wichernhaus' erbaut. Auch die in den zwanziger Jahren neuerbaute Kirche in Groß Rambin, zu deren Einweihung der damalige Reichspräsident von Hindenburg eine Altarbibel gestiftet hatte, wurde von Kleedehn entworfen. Sehr verdient machte er sich um die Ausgestaltung der Anlagen im Stadtholz, u.a. durch die Aufstellung eines Bismarckdenkmals nach seinem Entwurf. Der Belgarder Kreistag verlieh ihm im Jahre 1926 den Titel eines 'Kreisbaurates'. Oktober 1933 trat Kleedehn in den Ruhestand und verzog mit Gattin nach Rostock / Mecklenburg. Dort ist er am 2. September 1946, seine Gattin am 18. Mai des folgenden Jahres verstorben. Beide liegen dort beerdigt. Der Name Kleedehn, der vornehmen Charakter und Nationalbewußtsein ausstrahlte, wird von zwei Söhnen der Nachwelt erhalten: Oberst a.D. Günther Kleedehn, jetzt Hannover und Hans-Georg Kleedehn, jetzt in Ergoldsbach wohnhaft." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 3, Dezember 1969, Seite 1 und 2] | ||||||||||||||||||||||||||
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| Maria-Martha-Haus an der General-von-Massow-Straße in
der Nähe des Wichernhauses |
Das Maria-Martha-Haus (evangelische karitative Einrichtung für trinkende Frauen) | |||||||||||||||||||||||||
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| Der Eingang zur von-Scholtz-Kaserne am Schleeberg in der Kösliner
Straße, wo die jungen Soldaten aus unserem Freundeskreis
für die Zeit ihrer Ausbildung zum ROB stationiert waren (hier lag auch die Beobachtungsabteilung 362). |
Die Mitte der dreißiger Jahre gebaute von-Scholtz-Kaserne. Hier fanden während des Krieges öfter Konzerte statt, zu denen auch die Bevölkerung Zutritt hatte; so hörte ich dort u.a. den bekannten Cellisten Ludwig Hoelscher. | |||||||||||||||||||||||||
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| Vor dem Standortlazarett in der General-von-Massow-Straße in Belgard |
Das Lazarett in der General-von-Massow- Straße, wo ich während des Krieges mit dem Schulchor unter Leitung unseres Musiklehrers Hans Rogausch nach der Schule für die Verwundeten gesungen habe. |
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| "Wie Wilhelm Frankenfeld Pastor in Siedkow Kreis Belgard wurde. Patron von Kleist bestimmte es - Frankenfeld amtierte 49 Jahre. In früheren Zeiten mußte jede Kirchengemeinde ihren Pastor selbst besolden. Dies führte natürlich zu großen Unterschieden; denn bei größerem Grundbesitz der Pfarrgemeinde und vielen wohlhabenden Gemeindegliedern konnte die Besoldung ganz erfreulich sein, im umgekehrten Fall aber auch recht dürftig. Da konnte es den Pastoren nicht verübelt werden, wenn sie nach Pfarrstellen mit annehmbarer Besoldung trachteten. Eine solche Pfarrstelle schien damals Siedkow im Kreise Belgard gewesen zu sein, denn als dort im Jahre 1768 der Pastor verstorben war, gingen bei dem Kirchenpatron Jürgen-Ernst von Kleist auf Klein Dubberow mehr als vierzig Bewerbungen ein. Nun war da ein junger Pastor namens Wilhelm-Gottfried Frankenfeld, geboren als Sohn eines Organisten im Jahre 1742 in Kolberg. Der hatte das Gymnasium seiner Vaterstadt besucht, von 1760 bis 1765 in Halle Theologie studiert und danach noch ein Jahr Mathematik in Wittenberg. Nach dem Abschluß hatte er eine Stelle als Hauslehrer in Dorpat im Baltikum angenommen. Beim Antritt der Reise erkrankte er in Schivelbein, so daß er absagen mußte. Nach seiner Genesung nahm er eine Hauslehrerstelle in Schivelbein an. Dort erfuhr er von der vakanten Pfarrstelle in Siedkow und ohne sich mit einer sonst üblichen schriftlichen Bewerbung aufzuhalten, reiste er sogleich dort hin und stellte sich dem Kirchenpatron vor. Der befand sich aber zur Zeit in übler Laune, sei es durch die Qual der vielen Bewerbungen oder aus sonstigen Gründen und fuhr den jungen Kandidaten an: 'Er will wohl auch die Pfarre haben, da liegen schon 43 Briefe auf den Tisch!' Der Bewerber ließ sich jedoch nicht einschüchtern, sondern erwiderte ruhig mit dem Bibelspruch: 'Herr Patron, wo Aas ist, da sammeln sich die Adler.' Diese kecke und schlagfertige Antwort nahm den Patron sogleich für den Bewerber ein und verscheuchte seine schlechte Laune. Er ließ sofort anspannen und fuhr mit dem Kandidaten nach Siedkow, um ihm Kirche und das Pfarrhaus zu zeigen. In Siedkow wollte an diesem Tage ein Bauer seine verstorbene Frau beerdigen lassen und zwar vom Küster, da ja kein Pastor vorhanden war. Als er aber hörte, daß soeben ein Kandidat angekommen war, ging er eiligst ins Pfarrhaus um diesen zu bitten, eine Leichenpredigt für seine Frau zu halten. 'Na Herr Kandidat, will hei sik dat versöken?', meinte der Patron von Kleist auf plattdeutsch dazu. Der Kandidat Frankenfeld war sofort bereit, versah sein Amt, wie es sich in üblicher Weise im Trauerhause und auf dem Friedhof gehört. Dann hielt er noch in der Kirche eine zu Herzen gehende Predigt über einen ausgewählten Bibelspruch. Der Kirchenpatron, Jürgen von Kleist, hatte ihn bei allem genau beobachtet. Nach der Feier fiel er Frankenfeld um den Hals, küßte ihn und rief: 'Hei is us Paster!' Die offizielle Berufung erhielt W. Frankenfeld dann am 22. März 1769. Am 29. Mai wurde er in der Provinzialhauptstadt Stettin ordiniert und am 5. Sonntag nach Trinitatis in Siedkow in sein Amt eingeführt. Er amtierte dort 49 Jahre und trat 1818 in den Ruhestand. Im gesegneten Alter von 84 Jahren ist er dann 1826 verstorben. Anmerkung: Wie mir Besucher der alten Heimat vom Jahre 1979 mitteilten, hat diese Kirche bisher alle Stürme der Zeit überstanden." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 132, September 1980, Seite 10] | ||||||||||||||||||||||||||
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| Blick vom Turm der Belgarder Marienkirche in Richtung Polziner Straße, im Hintergrund der Wasserturm |
Der Belgarder Wasserturm hinter dem Schlachthof an der Polziner Straße (in den zwanziger Jahren erbaut) |
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| "Der in Heidelberg, Alte Eppelheimer Straße 84 wohnhafte 82jährige Carl Fuhrmann war letzter Besitzer der über die Grenzen Belgards hinaus bekannten Brauerei Fuhrmann in Bad Polzin. Sein Urgroßvater hatte das Unternehmen 1825 gegründet und genau hundert Jahre später übernahm Carl Fuhrmann diesen Familienbesitz. Durch jährliche Neu- und Umbauten und ständig vermehrten Bierausstoß entfaltete sich der Betrieb zur größten Privatbrauerei in ganz Pommern. Viel ließ sich der Besitzer die Betreuung der Belegschaft kosten, so u.a. eine siebenprozentige Gewinnbeteiligung. In Zusammenarbeit mit der Pommerschen Lebens- und Feuersozietät Stettin wurden für die Stammarbeiter Eigenheime sowie eine zusätzliche Altersversorgung geschaffen. Der Stadt Polzin überwies Carl Fuhrmann laufend Geldmittel für heimatlose Kinder und für das Georg-Hospital. Mit dem Zeitpunkt der Besetzung 1945 endete auch das unermüdliche Schaffen Fuhrmanns um sein Werk. Sein Wohnhaus wurde sofort in Brand gesteckt und Fuhrmann mußte in seinem eigenen Betrieb arbeiten und ab September 1945 in der von Russen enteigneten Stadtbrauerei Liegnitz über 8 Jahre weitere Zwangsarbeit leisten. Erst im Oktober 1953 wurde das Ehepaar Fuhrmann zum Aufbau in die Sowjetzone entlassen, doch setzten sich Fuhrmanns kurzentschlossen nach Westdeutschland ab. Im März 1957 übernahm Carl Fuhrmann eine Stelle in einer Heidelberger Brauerei, die er bis November 1960 innehatte. Im Oktober 1965 erlitt seine Gattin Erna geb. Danzinger einen Schlaganfall, der sie linksseitig lähmte und auf ein über sechsjähriges Krankenlager zwang, von dem sie am 29. Januar 1972 durch einen sanften Tod erlöst wurde. Wie so viele im 'einstigen Lande Belgard' begütert gewesene lebt auch Carl Fuhrmann jetzt als LAG-Rentner. Viele werden sich des vom Schicksal hart betroffenen Ehepaares Fuhrmann, Bad Polzin, in Achtung und Liebe erinnern." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 36, September 1972, Seite 2] | ||||||||||||||||||||||||||
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| Blick aus Richtung Süden vom Wasserturm über die Gärten der Bebauung an der Polziner Straße in Richtung Marienkirche, im Vordergrund links eine Bautischlerei / Möbelfabrik (Aufnahme aus den dreißiger Jahren) |
Der gleiche Blick aus Richtung Süden einige Gebäude weiter in Richtung Innenstadt, in der Bildmitte an der Ecke Polziner Straße / An der Binning der Belgarder Rummelplatz (Aufnahme Ende der dreißiger Jahren) |
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| Die vom Architekten und späteren Stadtplaner
Prof. Dr. Ing. Hans Bernhard Reichow aus Roggow im Kreis Belgard entworfene und in den Jahren 1928/29 errichtete Reihenhaussiedlung an der Polziner Straße. |
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| Mein Zeichen- und Kunstunterricht an der Oberschule war geprägt von der Person unseres damaligen Lehrers, des von uns allen verehrten Belgarder Bildhauers und Studienrates Joachim Utech. Seine nach eigenen Entwürfen in den zwanziger Jahren gebaute Villa am Mükepark oder die Flora, eine Skulptur in der Steingartenanlage hinter dem Schwimmbad, fanden ebenso wie die Reihenhaussiedlung von Hans Reichow wenig Gnade vor den meisten Belgardern. Herr Utech aber zeigte uns bei einem Lehrgang zu diesen Siedlungshäusern, daß hier etwas Modernes, der Zeit Angemessenes entstanden war, das man erheblich positiver betrachten konnte als es unsere Eltern taten. | ||||||||||||||||||||||||||
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| Blick aus Südwesten von der Persante über die Felder und Wiesen auf die Stadt Belgard, links hinter den Bäumen das Alten Amt (vor 1914) | Die alte Windmühle an der Polziner Chaussee (bis in die zwanziger Jahre in Betrieb, letzter Besitzer Max Ewert) |
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| "Vom Club 1893 der Belgarder Stahlroßreiter. 'Endsieger' war immer Heinrich Zemke. lm Vergleich zur Technik von heute dürfte es von Interesse sein, einiges aus der 'Blütezeit der Stahlrosse' in Erinnerung zu bringen. In Belgard zählte der seit 1893 bestehende Radfahrer-Club zu den angesehensten Vereinen unserer Stadt. Es war eine Pracht, den Club bei seinen Veranstaltungen im weißen Dress durch die Stadt fahren zu sehen. Voran eine Musikkapelle, meist war es die Jungsturmkapelle der Abteilung 38 'Freiherr von Lützow', die sich uneigennützig zur Verfügung stellte. Fahrwart Paul Schönwaldt, ihm zur Seite der langjährige 1. Vorsitzende Max Klotz, führten den Zug an. Es folgte die Bannergruppe mit dem gestickten wertvollen Samtbanner auf schwarz-weiß-rotem Grund und seinen vielen Fahnenbändern. Hinter der Bannergruppe fuhren die ewig jung gebliebenen Damen des Vereins, so unter anderen Fräulein Ilse Klotz, die Geschwister Klippstein und Fräulein Kücken. Dann kam der Troß, angeführt von den Senioren Johannes Bastian und Hermann Klippstein, die Rennfahrer mit ihren Favoriten Ewald Kriefall und Kurt Kupke, die Saalmannschaft und übrigen 'Pedäler'. Rückstrahler Heinrich Zemke, ein biederer, von stetem Humor beseelter Schuhmacher, klein und flink wie ein Wiesel, dem man seine 60 Lenze nicht ansah. Ab 10.00 Uhr abends traf man Zemke häufig im Ratskeller beim Einnehmen seines Schlaftrunkes: ein Weißbierglas mit verschiedenen edlen Tropfen, dazu Lager-Bier, was ihm der Wirt, Clubkamerad Klippstein, wunschgemäß reserviert hielt. Alljährlich am Himmelfahrtstag nachmittags startete der Club zu einem 30-Kilometer-Rennen auf der Strecke Polziner Chaussee - Boissin - Ristow - Wutzow und zurück. Am Ziel hatte sich die erwähnte Jungsturmkapelle eingefunden und geleitete den Verein, voran die mit Ehrenkränzen geschmückten Sieger, zum Clubsaal Ernst Wolter in der Blumenstraße. Dem letzten Ankömmling des Rennens winkte als Trostpreis eine Flasche Klarer. Als 'Endsieger' kam immer nur Heinrich Zemke in Frage. Anfangs beim Start raste er mit Volldampf mit, legte dann bei der ersten Station, Gasthof Beyrow in Boissin, eine 'Zwangspause' ein, bis die Rennfahrer auf ihrer Rückfahrt wieder vorbeigefahren waren. Dann dampfte Heinrich wieder los, und sichtlich ermattet landete er am gleichen Ziel. Zur Auffrischung seiner Kräfte nahm er sodann würdevoll den Trostpreis entgegen. Abends war Festball, natürlich nur gegen Vorzeigung der Einladung. Das Programm sah zunächst Reigenaufführungen auf den kleinen, vernickelten Saalrädern, das Dreiergespann, genannt Chikopost, sowie Radballspiele unter musikalischer Begleitung vor. Erwähnt sei noch, daß die 'rauschende Ballmusik' von der verstärkten Kapelle Schäbitz ausgeführt wurde. Sie war eigentlich die Hauskapelle von Café Arthur Klindt, doch für diesen Abend stand sie dem Radfahrer-Club immer zur Verfügung. Bis zu Beginn des 'Tausendjährigen Reiches' hielt der Radfahrer-Club seine Tradition aufrecht und wie so manche anderen Vereine wurde auch sein Schicksal mit der Wende der deutschen Geschichte besiegelt." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 33, Juni 1972, Seite 6] | ||||||||||||||||||||||||||
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| Belgard von Westen, in der Bildmitte der Schornstein
der Parkettfabrik "Germania", ganz links (halb abgeschnitten) der Schornstein der Belgarder Molkerei |
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| "Belgarder Molkerei. Cuno Burmeister, Gründer des Unternehmens und [....] sein Sohn Franz, der den Betrieb im Jahre 1919 übernahm und bis 1945 leitete. Franz Burmeister ist am 18. Januar 1978 in Bad Schwartau im Alter von 89 Jahren verstorben. Camembert: 'Belgarder Stern' in bekannt guter Qualität. Frühstückskäse: 'Belgarder Torröllchen' sehr bekömmlich. Brie: 'Pommernmeister'." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 140, Mai 1981, Seite 5] | ||||||||||||||||||||||||||
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| Ansicht von Westen (Aufnahme vor 1900) | Ansicht von Westen, in der Bildmitte die Belgarder Parkettfabrik (mit Schornstein) |
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| Parkettfabrik "Germania" Paul Trzebiatowsky & Sohn |
Der Rundholzplatz mit Kontor und Lagerschuppen | |||||||||||||||||||||||||
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| "Belgarder Prominenz als Gast bei der vom 25. Mai bis 12. August 1912 in Köslin, Danzigerstraße, unweit des Gollen stattgefundenen Industrie- und Gewerbeausstellung. [Man erkennt auf dem Foto den] Kaufmann Fritz Schmieder, Bäckermeister Collatz, Zimmermeister Richard Schulz, Schlossermeister Julius Fritzke, Apothekenbesitzer Gustav Maaß, Bürgermeister Dr. Paul Trieschmann, Baumeister Wilhelm Utech, Sattlerobermeister und Beigeordneter Robert Neitzel, im Volksmund "Robert der Kühne" genannt. Auch Wilhelm Schneemann war dabei." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 2, November 1969, Seite 6] | ||||||||||||||||||||||||||
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| Erste Seite eines Briefes vom 26.1.1947 von Magdalena Zitzke, Gattin des letzten Superintendenten der Kreissynode Belgard, Johannes Zitzke, zur Vertreibung aus Belgard |
Gedenkstein für die Gefallenen
und Opfer des Krieges aus dem Landkreis Belgard-Schivelbein, vom Landkreis Celle als Patenkreis am 19.9.1954 in den Triftanlagen in Celle errichtet |
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| Zur Abbildung rechts: "Dr. Bruns-Lutzig beging
Silbernes Dienstjubiläum. Am 3. Dezember 1972 konnte Zum Brief links: "Bialogard, 26.1.1947. Liebe Frau Pagel! Haben Sie sehr herzlichen Dank für Ihre lieben Grüße zum Weihnachtsfest. Wir erwidern dieselben von Herzen für Sie und all die Ihrigen für das neue Jahr, in dem wir nun schon einen Monat [ein Wort nicht lesbar] hinter uns haben. Gott der Herr lasse dies Jahr ein Gnadenjahr für unsere arme Welt werden. Dies Jahr haben wir uns gefreut, daß Sie nun endlich mit Ihrem lieben Mann vereinigt sind! Hoffentlich gelingt es Ihrer Klugheit und Gewandtheit bald wieder vorwärts zu kommen und ein neues Heim und Leben aufzubauen. Vereint wird es sicher besser gehen als wie bisher für Sie beide. Wie glücklich wird Brigittchen sein, beide liebe Eltern um sich zu haben. Hoffentlich geht es Ihren Geschwistern und Ihrer lieben Mutter auch gut und haben Sie alle den Abschied aus der Heimat überwunden und sich an das neue aber [ein Wort nicht lesbar] ruhige Leben gewöhnt. Leider sehen wir noch immer in das Dunkel wie bisher in bezug auf die Krankentransporte. Der letzte ging am 29. Dezember [1946]. Wie vorher Elly Neitzkes Transport ging dieser in die russisch besetzte Zone. In Schivelbein warten schon wieder |
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| Neben der Stadtsparkasse im Erdgeschoß des Neuen Rathauses, wo auch meine Eltern Kunde waren, sowie der Deutschen Bank und der Post in der Friedrichstraße, wo wir ein Konto bzw. Postscheckkonto für unser Geschäft unterhielten, war die Kreissparkasse das zweite öffentlich-rechtliche Geldinstitut in Belgard, das seine Geschäftsräume zuletzt in einem in den dreißiger Jahren errichteten großzügigen Neubau in der Heerstraße 33 hatte. Das untenstehende Sparbuch wurde von der Druckerei Gustav Schwenke in der Friedrichstraße 1 in Belgard gedruckt. Herr Schwenke hatte im gleichen Gebäude wie die Färberei Maronde eine Buchdruckerei und ein Papierwarengeschäft. Seine Tochter Irmgard war auf der Oberschule einige Jahre mit mir in einer Klasse, ihre etwas ältere, sehr attraktive Schwester Ursula war Ende der dreißiger Jahre Belgarder Maikönigin. | ||||||||||||||||||||||||||
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| Vorder- und Rückseite eines Sparbuches der Kreissparkasse Belgard, ausgestellt am 18. Februar 1935, bis 1945 geführt, Zinssatz 2,5 Prozent, Ausgleichsgutschrift 1956. "Kreissparkasse zu Belgard; Fernruf Nr. 603 u. 604 in Belgard; Postscheckkonto: Stettin Nr. 218; Sparbuch Nr. 13324; Hauptstelle: Belgard (Persante), Heerstr. 33; Zweigstellen: Schivelbein, Bad Polzin und Groß-Tychow; Nebenstelle: Groß-Rambin. Bringt das Geld zur Sparkasse! Laßt euer Geld nicht unnütz zu Hause liegen. Wer sein Geld zur Sparkasse bringt, schützt sich vor Verlusten durch Diebstahl, Brand usw. und nützt nicht nur sich selbst, sondern auch seinen Mitmenschen und dem Vaterlande. Buchdruckerei Gustav Schwenke Belgard (Persante)." | ||||||||||||||||||||||||||
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| "Sparbuch Nr. 13324 der Kreissparkasse zu
Belgard; Ausgefertigt unter Bezugnahme auf die Satzung am "Fünf Kilometer von Belgard entfernt, an der Straße vom Stadtholz nach Buchhorst, da liegt das alte Wenden-Runddorf Altlülfitz. In der Mitte des Dorfes stand die einklassige Schule. Die Straßenseite war mit einer Dornenhecke und kleinen Bäumen bepflanzt; rund um die Gehöfte breitete sich ein Wiesenteppich aus. Zum Ort gehörten 30 landwirtschaftliche Betriebe, vier Abbauten, zwei Gasthöfe und eine Schmiede. Da Altlülfitz viele ertragsfähige Wiesen hatte, lieferten die Bauern seit dem Jahre 1898 die Milch an die Molkereigenossenschaft nach Belgard. Im Jahre 1912 wurde der Ort an das Stromnetz der Überlandzentrale Belgard angeschlossen. Am 12. Januar 1920 wurde die gesamte Hoflage des Amtsvorstehers Ewald Maaß durch Kurzschluß eingeäschert. Noch im gleichen Jahre entstand der Bauernhof neu. Durch die Nähe an Belgard wurde Altlülfitz häufig von Spaziergängern (auch Hamstern) aufgesucht und wie gut schmeckte dann bei Rast in ländlicher Luft eine belegte Landbrotstulle mit einem Glas Milch oder auch ein aus drei Eiern mit Schinkenspeck bereitetes Gabelfrühstück zu solidem Preis, der heute garnicht denkbar ist. In kirchlicher Betreuung gehörte Altlülfitz zur St. Mariengemeinde in Belgard. Am 7.3.1945 besetzten die Russen das bis dahin wohlhabende Bauerndorf Altlülfitz und das große Leid begann." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 84, September 1976, Seite 8] "Unserm Rundbrief-Leser, Oberstudiendirektor a.D. und Abgeordneten des Bayerischen Landtages, "Nachklänge zum Tode von Ilse v. Schaumann-Grüssow. Schloß in Grüssow gehörte einst zu den schönsten im Landkreis Belgard. Hier waltete Willy Bobolz als letzter Inspektor bis 1946. Im Nachtrag zu der betrübenden Nachricht im Rundbrief Nr. 135 auf Seite 7 schreibt Leser Willy Bobolz aus 2210 Itzehoe, Fischdieck 19: 'Grüssow war 900 ha groß. Dem Vater der Verstorbenen, General v. Werder, wurde in Aner-kennung seiner Verdienste als Heerführer im Kriege 1870/71 das Gut Grüssow als Domäne geschenkt. Der General liegt in der Familiengruft in Grüssow beerdigt. Frau von Schaumann war als Gutsherrin bei ihren Leuten beliebt. So oft auch die Russen nach ihrem Einmarsch 1945 nachforschten, ob die Besitzern noch anwesend sei, wurde diese von keinen ihrer Leute verraten, bis sie schließlich 1946 Grüssow ver-lassen mußte.' Aus meinem mit Frau v. Schaumann geführten Schriftwechsel geht hervor, daß sie oft an Grüssow gedacht hat so u.a. wenn dort immer die Hubertus-jagd anging, an der auch das 5. Reiter-Regt. aus Belgard teilnahm, oder Landrat "Letzter Adjutant der 32. ID tot. Erneute Trauer im Hause v. Schaumann. Nachdem erst am 11. November 1980 die Seniorin der Familie Schaumann-Werder, früher Grüssow im Kreis Belgard, im Alter von 92 Jahren in München verstarb, war nun der Tod erneut zur Stelle. Unser Rundbrief-Leser Hans-Heinrich Voigt teilt mit, daß der letzte Adjutant der 32. Infanterie-Division (Löwen-Division) Hans von Schaumann-Werder im 72. Lebensjahre am 27.2.1981 verstorben ist. Er war Oberstleutnant a.D. und Erbe des zu Grüssow gehörenden Nachbargutes Ganzkow. Erst nach 11jähriger Gefangenschaft kehrte er aus Rußland zurück, während sein Kommandeur, Generalleutnant Boeck-Behrens noch im Jahre 1955 in russischer Gefangenschaft verstarb. Vermutlich hat diese Zeitspanne sowohl auch haben die Nachwehen des Krieges mit der Vertreibung beigetragen, daß seine, aus einer industriellen Stettiner Familie stammende Frau von Alsdorf, nicht mehr auf die Rückkehr ihres Ehemannes hoffte. So wurde dann der Verstorbene nach seiner Rückkehr, wie aus einer Todesanzeige ersichtlich, Weggefährte der Irmela von Bebra geborene Langenn-Steinkeller. Der frühere Heimatkreis-Bearbeiter Siegfried Gehrmann sowie der Rundbrief-Leser Kurt Hoffmann teilten dem Rundbrief den Tod ihres früheren Gutsnachbarn v. Schaumann mit; doch eine Todesanzeige seitens derer von Schaumann für das über ein Jahrzehnt bestehende Heimatblatt 'Aus dem Lande Belgard' wurde leider vermißt" [Aus dem Lande Belgard, Nr. 139, April 1981, Seite 3] Deutsche Siedlung GmbH - Belgard a. d. Persante Aufteilung von Gütern zum Zwecke der Ansiedlung und Seßhaftmachung von Landarbeitern, Handwerkern und Bauern - Anlieger-Siedlung Büro: Böhmerstraße 1, Fernsprecher: Belgard a. d. Pers. 404, nach Büroschluß: 405 und 406 "Die 'Deutsche Siedlung GmbH Belgard' war ein wichtiger Faktor für die heimische Bauwirtschaft. Eine Anzahl von Gütern im Kreise Belgard wurde anfangs der dreißiger Jahre besiedelt. Im Jahre 1932 wurde das 675 ha große Rittergut Battin in 55 neue Siedlerstellen aufgeteilt und zwar in 2 Vollbauernstellen von 60 bis 80 Morgen, 35 Bauernstellen von 40 Morgen und darüber, 16 Stellen zu 30 Morgen und 2 Handwerkerstellen von je 8 Morgen. Durch den Gedanken, die vorhandenen Wirtschaftsgebäude durch Um- und Erweiterungsbauten auszunutzen, die Wasserversorgung - der jetzt zur Versorgung sämtlicher Stellen benutzte Brunnen war 85 m tief! - die Lichtversorgung und die genossenschaflche Verwendung großer, für den einzelnen Siedler zu teuerer landwirtschaftlicher Maschinen, zwangen zu einer Dorfsiedlung, die architektonisch mit dem wundervollen Baumbestand des alten Gutes mustergültig wirkt. Es kamen besonders zwei Typen zur Verwendung. Der größere Typ bestand aus einem massiven Wohnhaus mit getrennter Stallscheune unter Pappdach und der zweite Typ aus Wohnung, Stall und Scheune unter einem Dach, wobei die Möglichkeit einer späteren Erweiterung berücksichtigt worden ist." [Aus dem Lande Belgard, Nr. 138, März 1981, Seite 4] "Beitrag zur Pflege heimatlichen Gedankengutes - Denziner Fuchskaten leben im Gedächtnis weiter. Günther Behling aus 2082 Tornesch, Uetersenerstraße Nr. 85, früher in Denzin, Kreis Belgard, schreibt: Mit großem Interesse lese ich die Heimatblätter 'Aus dem Lande Belgard'. Dann dämmert es immer in der Erinnerung, ich denke an mein Elternhaus in Denzin-Abbau, genannt Fuchskaten, an der Landstraße nach Naffin gelegen. Dort wurde mein Vater, Bauer Emil Behling am 26. März 1900 geboren und fast genau 45 Jahre später am 7. März 1945 von russischem Militär über Schneidemühl, Posen nach Budi, hinter Charkow, verschleppt, wo er im August 1945 an Unterernährung verstorben ist. Meine Mutter, Frieda Behling geborene Henning, ist am 17. Mai 1899 in Pumlow, Kreis Belgard geboren und verstarb am 5.6.1944. Die sechs Fuchskatengehöfte wurden 1945 von den Polen übernommen, sind dann aber später bis auf die Reste der Grundmauern verschwunden und von Unkraut und Gestrüpp überwuchert. Die Ländereien der ehemaligen Dorfbewohner wurden vom benachbarten Gut Grüssow mitbewirtschaftet. In besonderem Maße hat man hier eine neue Frucht, den Raps, angebaut, der nun gelbleuchtend die Gegend verschönert. Von 1940 bis 1945 besuchte ich das Belgarder Gymnasium und im Anschluß eine Fachschule für Landwirtschaft in Husum / Holstein. Ab Mai 1946 mußte ich fünf Wochen im Lager in Schivelbein verbringen. Seit 1955 war ich in Hamburg als Monteur und Kraftfahrer tätig. Zwei Jahre später eroberte ich das Herz der schönen Emilie Sievers aus Schleswig und werde mit ihr so Gott will, am "Beitrag zur Pflege heimatlichen Gedankengutes - Postalisches aus Belgard vor 60 Jahren. Frau Gertrud Rathsack aus 2822 Schwanewede, Osterholzerstraße Nr. 4, schreibt: Die Belgarder Rundbriefe sind mit viel Wissen und Liebe über unsere Heimatstadt geschrieben. Mein Vater, der in Belgard, Gartenstraße Nr. 29, ein Anwesen hatte, war Landwirt und Posthalter. Er hatte als Kriegsteilnehmer am 2. September 1918 den rechten Arm verloren und ist am 11. November 1934 in Belgard verstorben. Wir haben in Belgard über 40 Jahre den Postpaketwagen und die Postkutsche nach Podewils gefahren. Zuerst wurde Gutsbesitzer Kurt von Kleist in Kamissow bedient, dann der Nachbar, Gutsbesitzer von Braunschweig in Standemin und dann ging es zur Poststelle nach Podewils. Dort bei Frau von Holtzendorf bekam der Postkutscher von der Mamsell täglich ein Mittagessen und fuhr nach kurzer Pause dann weiter nach Rarfin, wo Gutsbesitzer Guse bedient wurde. Erich Baumann aus Belgard, Petristraße Nr. 4, hat diese Tour 15 Jahre hindurch gefahren. Die Postkutscher wurden nach 10 bis 15 Jahren von der Post als Postschaffner übernommen und waren dann im Beamtenverhältnis. In Belgard wurde der Postwagen noch bis zum Russeneinmarsch im Mai 1945 gefahren. Meine Mutter war Helene Ruske geborene Pagel. Meine Brüder: Alfred Ruske, Jahrgang 1921, wird als Unteroffizier seit |
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| mehr als 400 historische Ansichten und 50 Vergrößerungen weitere Motive und Vergrößerungen folgen Alle Bildunterschriften von Eleonore Gürge geb. Maaß Alle Texte von Fritz Schulze, Redakteur der ehemaligen Belgarder Zeitung ("Presse-Schulze"), im Heimat-Rundbrief Aus dem Lande Belgard der Jahre 1969 bis 1982 ![]() |
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| "Echte Kameradschaft beweist der nachstehende Pressebericht, entnommen der 'Kolberger Zeitung', Dezember-Ausgabe 1969. Zu Beginn der zwanziger Jahre war ich auch für diese Zeitung Berichterstatter für Stadt- und Landkreis Belgard / Persante. Jetzt nach fast fünfzig Jahren gedenkt der damalige Redakteur Erich Müller seines derzeitigen Mitarbeiters Fritz Schulze in so besonders schönen Weise. Dafür möchte ich Landsmann Müller, jetzt 5672 Leichlingen wohnhaft, hiermit herzlichen Dank aussprechen. '[....] Wir hatten unlängst von der Verbindungsaufnahme mit unserem alten Belgarder Berichterstatter, Schriftleiter Fritz Schulze (6202 Wiesbaden-Biebrich, Rathausstraße 37) berichtet. Als geborener Belgarder kennt Landsmann Schulze seine Heimatstadt Belgard natürlich wie seine Westentasche und er hat auch schon mancherlei Ereignisse aus der Belgarder Lokalchronik aufgezeichnet. Jetzt ist Landsmann Schulze sogar unter die Herausgeber von Heimatbriefen gegangen. 'Aus dem Lande Belgard' nennt er einen sogenannten 'Persönlichen Brief mit heimatlichen Erinnerungen'. Es gehört in der heutigen Zeit Courage dazu, als Herausgeber von Heimatbriefen auf den Plan zu treten. Freund Schulze scheint über die dazu gehörige Portion Courage zu verfügen, die beiden vorliegenden Briefe beweisen das. So möchten wir dem Belgarder Nachbarn von der Körliner Warte aus ein herzliches Glückauf zurufen. Besonders gelegen ist ihm an der Bekanntgabe von Adressen ehemaliger Belgarder Bürger. Sicherlich werden unsere Körliner Freunde ihm dabei behilflich sein können.'" [Aus dem Lande Belgard, Nr. 4, Januar 1970, Seite 2] | ||||||||||||||||||||||||||