Frühe Vorfahren der Familie Alverdes
Die Vorfahren der Familie Alverdes stammten ursprünglich aus Halberstadt. Ihr Name ist nicht etwa spanischen Ursprungs, sondern entstand entweder aus dem altgermanischen Albward, Alfward oder aus Alfhart (Alverd), also aus um die Jahrtausendwende in Sachsen und Niederfranken gebräuchlichen Namen, wobei im Verlauf der Jahrhunderte etwa aus Georg Alwards Sohn dann Georg Alfwardes bzw. Georg Alverdes wurde. Auf diese Weise entwickelte sich aus einem altsächsischen Vornamen, welcher zwischen 800 und 1200 im Münsterland häufig anzutreffen war, der Familienname Alverdes, der mit der Abwanderung des Bevölkerungsüberschusses aus dem bereits um das Jahr 1100 dicht bevölkerten Westfalen in Richtung Osten in die wenig erschlossenen und von Slawen nur dünn besiedelten Regionen Mitteldeutschlands gelangte, wo er in den folgenden Jahrhunderten in den unterschiedlichsten Schreibweisen (Alardus, Alberdes, Alerdes, Alewardes, Alfferdes, Alredes, Alverdes, Alverkes, Alverles, Alwerdes, Alwerdeß) insbesondere im Raum zwischen Hannover und Magdeburg und im nordöstlichen Harzvorland auftaucht. So finden sich dann auch - von drei Ausnahmen abgesehen - alle mit der Silbe Alve- beginnenden Ortsnamen (Alvelinhusen, Alvensleben, Alverdissen, Alvern, Alversdorf, Alverskirchen, Alverslohe, Alversrode, Alverthusen, Alvesen, Alvesheim, Alvesse, Alvessem), die ihre Bezeichnung einem einst dort lebenden Alfward oder Alfhart (Alverd) verdanken, in einem eng begrenzten Streifen zwischen Münster und Magdeburg und damit nahezu ausschließlich im Bereich jener west-östlichen Wanderungsbewegung (wobei etwa Alverdissen ursprünglich der Name eines Hofes gewesen ist, der einst den Alverdessen gehörte). Urkundlich verbürgt ist der Name Alverdes erstmals Ende des 13. Jahrhunderts in Heimburg bei Wernigerode, wo 1280 "Alverkes Housfrouwe und Kindere" als Lehnsleute genannt werden, Anfang des 14. Jahrhunderts in Stettin (Eintrag im ältesten Stadtbuch von Stettin, daß 1307 die Stettiner Bürger Peter Alverdes und 1309 Nicolaus Alverdes ein Haus am Fischmarkt besaßen, auf dem eine Rente ruhte, und 1324 Boldeke Alverdes seine auf Hinrich Sodenthins Hause liegende Rente abtrat) und in Halberstadt für das frühe 16. Jahrhundert (Claus Alverdes wurde 1510 vom Rat der Stadt als Mühlendiener angestellt und ab 1515 als "Bornemester" / Brunnenmeister beschäftigt, Albrecht Alberdes 1515 als Zeuge in einem Vertrag über den Verkauf eines Grundstückes genannt), jedoch läßt sich die Herkunft der Familie lediglich bis 1574 lückenlos zurückverfolgen.

Wappen der Familie Alverdes
"Im Staatsarchiv Magdeburg liegt ein 1590 von Dr. Konrad Alverdes [Vetter von Georg Alverdes d. Ä. 1574 - 1660] unterschriebenes und gesiegeltes Schriftstück, dessen Siegel die vorstehende Abbildung zeigt. Dasselbe Siegel befindet sich auf einem Faltbrief, den Leopold Alverdes um 1830 an seinen Verpächter schrieb (heute Staatsarchiv Marburg): Dieses Wappen wurde seitdem in mehreren Zweigen der Familie benutzt und kann deshalb als Familienwappen angesehen werden." [Alverdes 1987, S. III] Auch meine Großeltern Johannes Alverdes (1865 - 1936) und Elfriede Alverdes geb. Fraedrich (1876 - 1958) erinnerten sich an ein Familienwappen mit einem Einhorn.

Georg Alverdes der Ältere, *1573/74, † 11.5.1660 in Halberstadt, Bürgermeister von Halberstadt. Aus seiner ersten Ehe mit einer namentlich nicht bekannten Frau († 9.11.1627) gingen fünf Kinder hervor: Konrad Alverdes [Daten nicht bekannt] || Georg Alverdes d. J., * September 1609 in Halberstadt, † 18.4.1686 in Halberstadt, ∞ 18.6.1637 mit Dorothea Findelau || Christian Alverdes, † 4.8.1628 an der Pest || Katharina Alverdes, *10.9.1609 in Halberstadt, früh gestorben || Anna Alverdes, *2.10.1616 in Halberstadt, früh gestorben. Mit seiner zweiten, 35 Jahre jüngeren Ehefrau Anna Grove (oder Groven), * etwa 1609 in Halberstadt, † 8.2.1676 in Halberstadt, Tochter eines Halberstädter Patriziers, hatte Georg Alverdes d. Ä. ebenfalls fünf Kinder: Heinrich Alverdes, *20.4.1630 in Halberstadt, 1655 an der Universität Helmstedt immatrikuliert || Magdalene Alverdes, *16.5.1633 in Halberstadt, ∞ 4.11.1655 mit Caspar Silbersack || Hans Alverdes, *13.09.1635 in Halberstadt, † 21.4.1719 in Halberstadt, wohnte zunächst in der Peter-und-Paul-Gemeinde, zog vor 1715 in die Martinigemeinde, ehelichte am 8.7.1679 Salome Pieper, Tochter des Halberstädter Brauers Andreas Pieper || Anna Genoveva, *26.9.1639, † 1673, unverheiratet || Katharina Alverdes, *26.4.1643, ∞ 1671 mit Reinhard Denike.

Georg Alverdes d. Ä. wurde bereits 1615 als Bürgermeister genannt, saß 1629 im Rat von Halberstadt und war in den Jahren 1647, 1651, 1652 und 1655 wiederum Bürgermeister der Stadt: "Über seinen Beruf ist uns nichts bekannt. Er wohnte in der Martinipfarre, zog aber vor 1623 in die Paulsnachbarschaft. Dort hatte die protestantische Gemeinde schon lange Streit mit den restlichen katholischen Mönchen wegen der gemeinsamen Benutzung der Paulskirche. Kaiser Ferdinand läßt deshalb am 7.7.1623, also mitten im 30jährigen Krieg, einen Brief aus Wien an das Domkapitel schreiben und beschwert sich, 'daß die Vorsteher und Älterleute der evangelischen Gemeinde die Glocken mit Gewalt und ohne Bezahlung läuten, die Kirchenbänke für die Frauen umgerissen und die Türschlösser ausgetauscht hätten. Sie haben gedroht, die Pfaffen aus der Stadt zu jagen. Der Kaiser gebietet Euch .... die Anstifter zur Strafe zu ziehen und binnen zwei Monaten nachzuweisen, daß diesem Mandat in allem gehorcht ist.' Er nennt unter den Anstiftern auch ausdrücklich Georg Alverdes. Ob der nun bestraft wurde, ist nicht bekannt [....] Man wird sich unseren Stammvater wohl weniger als protestantischen Glaubenskämpfer, sondern eher als Vertreter städtischer Interessen in der Auseinandersetzung mit dem Klerus vorzustellen haben. Georg ist noch vor der Jahrhundertwende aufgewachsen und hat die guten Jahre bis 1618 in Frieden und Wohlstand erlebt. Er ist dann an verantwortlicher Stelle in die Katastrophe des großen Krieges geraten, hat all das Elend mit ansehen müssen und sicher sein ganzes bewegliches Vermögen verloren. Die Bevölkerung Halberstadts ging von etwa 12000 im Jahre 1624 auf ungefähr 3000 am Ende des Krieges zurück. Noch 1664 wurden nur 913 Haushaltungen gezählt, aber 787 wüste Häuser." [Alverdes 1987, S. 48-49]

"[....] Dann bricht der große Krieg aus, der Bischof, der tolle Christian, preßt sein eigenes Land aus, um ein Heer von 20.000 Söldnern zu finanzieren. Mit ihm zieht er für die protestantische Sache ins Feld und kommt elend um.

1625 setzt sich Wallenstein im Stift fest und läßt seine Soldateska auf die bekannte Weise Beute machen. Schon nach wenigen Wochen stehen in Halberstadt 288 Häuser leer, bald sind es 400, dann 800, die von ihren Bewohnern verlassen sind und ausgeräubert oder zerstört werden. Die Hälfte der Halberstädter ist also geflohen, hat versucht, sich dem unerträglichen Druck zu entziehen. Das Haus von Michael Alverdes steht leer und wird ausgeplündert, auch Konrad Alverdes hat Halberstadt verlassen, seine Witwe kehrt später zurück und muß noch viel Trübsal und Beraubung erdulden.

Bei den Zurückgebliebenen wird die Not so groß, daß 'die Leute am Lebensüberdruß starben, in Brunnen sprangen, oder sich sonst entleibten'. Zu allem Unglück kommt 1626 noch die Pest, an der in wenigen Wochen 3644 Menschen sterben. 1631 kommen die Schweden, werden als Befreier begrüßt, treiben es aber auch nicht besser. [....]" [Alverdes 1987, S. 12-13]

Georg Alverdes d. Ä. war ein Vetter des wohlhabenden, kinderlosen Dr. Konrad Alverdes, der sich im September 1563 gemeinsam mit seinem Bruder Christian als Student der Rechte in Wittenberg immatrikuliert, Doktor des alten deutschen und des noch älteren römischen Rechtes wurde (welches sich jedoch in der Folgezeit durchsetzen sollte), von 1581 bis 1612 in den Diensten der Grafen von Stolberg-Wernigerode stand, Ostern 1601 für 1500 Taler das Wohnhaus des Priors und zugleich Brauhaus des Dominikanerklosters an der Gröperstraße kaufte, zu jener Zeit einziges gemauertes und mit Schiefer gedecktes Gebäude Halberstadts (im Gegensatz zu den übrigen, lediglich strohgedeckten Fachwerkhäusern der Stadt), im Jahre 1610 die 1586 geborene und damit etwa 40 Jahre jüngere Katharina Lohden, Tochter des Gutspächters Heinrich Lohden und seiner Ehefrau Elisabeth geb. Peine, ehelichte und schließlich am 24.11.1626 an unbekanntem Orte verstarb. Er setzte Georg Alverdes' Sohn Georg, seinen ebenfalls kinderlosen Bruder Carsten (er bekam 1582 von seinem Vater Carsten d. Ä. Mühle und Wald, die er jedoch an seinen Bruder weiterverkaufte, stiftete der Johanniskirche ein Legat von 100 Gulden, starb vor dem 9.9.1600) und die Geschwister Sebastian, Anna, Elisabeth und Konrad (Kinder eines unbekannten weiteren Bruders) als Erben ein und brachte den überwiegenden Teil seines umfangreichen Vermögens in einen Fideikommiß ein, damit es auch über die folgenden Generationen als Ganzes erhalten bliebe und auf diese Weise die soziale Stellung der Familie Alverdes sichere, welche innerhalb von nur 100 Jahren von mittellosen Zuwanderern bis in das Patriziat von Halberstadt aufgestiegen war, die Söhne studieren und ihre Töchter in die angesehensten Familien der Stadt einheiraten lassen konnte. So verfügt Konrad Alverdes in seinem am 21. Dezember 1615 bei Andreas Unruh, notarius publicus und Syndikus der Kollegiatkirche St. Pauli zu Halberstadt niedergelegten und von Dr. med. Thimotheus Ulrich beglaubigten Testament:

"Nach Anordnung des Stifters sollten seine in und bei Halberstadt gelegenen Grundstücke: Haus, Hof, Mühlen, Aecker, Gehölze, Wiesen, Gärten und alles sonstige gegenwärtige und zukünftige unbewegliche und bewegliche Vermögen, insbesondere auch die Bücher und ganze 'Liberey' ein dauerndes, unveräußerliches und - mit Ausschluß der Mühlen - untheilbares Familien-Fideikommiß bilden, das stets unverringert und unbeschwert, ohne Abzug und Kürzung von dem jedesmaligen Fideikommißbesitzer seinem Nachfolger zu überliefern sei. Erster fideikomissarischer Erbe sollte sein 'seines Vetters Georgen Alverdes, Bürgermeisters zu Halberstadt, eheleiblicher, jetzt anderer [also zweiter] Sohn, auch Georg Alverdes genannt und alle seine ehelichen männlichen Leibeserben in descendente linea in infinitum.' Diesem sollten substituiert sein des Georg Alverdes d. Ä. 'jetzt dritter Sohn Christian Alverdes' und seine männlichen Abkömmlinge des Namens Alverdes, eventuell der ältere Sohn des Georg Alverdes d. Ä. oder des letzteren sonstige Söhne und deren Erben des Namens Alverdes und falls auch diese in Wegfall kommen, die übergangenen Agnaten und deren Erben - ordine successivo secundum gradus - dergestalt, daß bei Vermeidung des Verlustes des Fideikommiß stets nur Einer folgen und bei Erben gleichen Grades major natu. Doch sei dem letzten, mindestens vierzig Jahre alten Fideikommißinhaber gestattet, einen berechtigten Alverdes, der aus einem weiteren Gliede sein könne, sich jedoch tüchtig Kenntnisse in Schule und Universität angeeignet, namentlich Jura studiert haben müsse, durch Testament zum Nachfolger zu erwählen. Töchter und Frauen sollten ganz ausgeschlossen sein, doch solle zunächst des Stifters Ehefrau, dann aber auch die Witwe des jedesmaligen letzten Fideikommißinhabers den lebenslänglichen Nießbrauch des Fideikommisses haben. [....] Zu den von dem Erblasser eingesetzten Testamentsvollstreckern gehörte auch der Stadtrichter Julius Breitsprecher zu Halberstadt." [Küster 1899, S. 37-38]

Georg Alverdes der Jüngere, * Sept. 1609 in Halberstadt, † 18.4.1686 in Halberstadt, zweites Kind aus der ersten Ehe von Georg Alverdes d. Ä., wird in den Urkunden auch Jürgen und mit Nachnamen Alverß, Alberds oder Albers genannt. Er immatrikulierte sich im Jahre 1628 an der Universität Helmstedt, wurde 1646 "Bauermeister" (eine Art von Bezirksvorsteher) im Martinsviertel von Halberstadt, unterschrieb 1653 gemeinsam mit weiteren Bauer- und Innungsmeistern einen Beschluß zur Diätenerhöhung der Ratsherren, wurde 1676 Stadtkämmerer, wird zudem als Münz- und Zinsherr erwähnt und 1686 Consul genannt. Mehrmals (1673, 1677 und 1686) wurde er wie sein Vater zum Bürgermeister der Stadt gewählt. Wahrscheinlich ist er Kürschner oder Pelzhändler gewesen, da im Halberstädter Museum neben einem weiteren Wappen, welches das von Konrad Alverdes bekannte Bild zeigt, ein auf Glas gemaltes Familienwappen aus der Zeit um 1670 aufbewahrt wird, mit dem die Halberstädter Schützengesellschaft ihr verdientes Mitglied Georg Alverdes ehrte und welches im Wappenschild einen Hermelinpelz mit einem Schabeisen zeigt, so wie es damals von Kürschnern benutzt wurde. Neben seinem väterlichen Erbteil fällt ihm nach dem Tode seiner Tante im Jahre 1652 das große Vermögen des Dr. Konrad Alverdes zu. Georg heiratete am 18.6.1637 Dorothea Findelau, *10.12.1609 in Halberstadt, † 12.12.1688 in Halberstadt, Tochter des Güldenmeisters (Goldschmiedes) und Stadtkämmerers Peter Findel[au] († 1611 im Alter von 42 Jahren), dessen alteingesessene Familie das Haus "zum güldenen Stern" am Fischmarkt gegenüber dem Rathaus bewohnte, hatte mit ihr fünf Kinder, von denen der einzige überlebende Sohn Heinrich Alverdes war: Gertrud Alverdes, *25.3.1638 in Halberstadt || Katharina Alverdes, *7.9.1641 in Halberstadt, ∞ mit Stadtsekretär Karl Juncker, besaß 1697 als Witwe ein Brauhaus am breiten Weg || Konrad Alverdes, *12.1.1644 in Halberstadt, starb nach wenigen Monaten || Heinrich Alverdes, Senator und Zinsherr von Halberstadt, *18.4.1646 in Halberstadt, † 12.12.1700 in Halberstadt, ∞ mit Anna Baggun || Elisabeth Alverdes, *19.3.1648, ∞ 1667 mit Kaufmann Heinrich Frohwein, † 2.4.1682 in Wernigerode.

Dorothea Findelau bringt das Anwartsschaftsrecht auf ein Studienstipendium in die Familie ein: Der reiche, aber kinderlose Bürgermeister Arndt Meyer hatte mit seiner Frau Katharina Dibbe 1000 Taler gestiftet (Meyer-Dibbesche Stiftung), deren Zinserträge jungen Männern aus der Verwandtschaft auf drei Jahre als Stipendium für ein Studium zukommen sollten. Da Dorothea eine Nichte des Bürgermeisters war, gehörten ihre Nachkommen zum Kreis der Begünstigten und so wurden diese Stipendien in der Folgezeit auch mehrmals von der Familie Alverdes in Anspruch genommen. Noch die pommerschen Alverdes des 19. Jahrhunderts haben aus dieser 1609 gegründeten Stiftung Stipendien bezogen:

"Es ist an dieser Stelle zweier Stiftungen zu gedenken, auf welche die Nachkommen der Dorothea Findelau aus ihrer Ehe mit Georg Alverdes d. J. ein Anrecht haben. Dies sind die durch die Testamente des Bürgermeisters Arndt (Arnold) Meyer zu Halberstadt vom 21. August 1609, eröffnet am 10. Juni 1614 und seiner Witwe Katharina geb. Dibbe vom 8. Februar 1627, eröffnet am 14. Mai 1632 gestifteten und noch gegenwärtig durch den Magistrat zu Halberstadt verwalteten Stipendien. [....] bestimmt der Erblasser [Arndt Meyer], daß nach dem Absterben der Witwe aus der ungetheilten Erbschaft verschiedene Vermächtnisse abgetragen werden sollen. Bei der Aufzählung derselben heißt es wörtlich: 'Vors Fünfte weill ich bei Einem Erbarn Rade allhier zu Halberstadt Fünfhundert Thaler stehen habe, so jährlich mit Fünf und zwanzig Thaler verzinset werden. Soll solcher Post zu einem Stipendio verordnett und die jährlichen Zinsen jedesmal drei Jahr lang einem Studenten, bei dem es woll und nützlich angewendet. Aus mein und meiner lieben Hausfrauen Freundschaft wechselweise, doch das an meinen, Arndt Meyers Freunden der Anfang gemachtt, gegeben werden. Wenn aber unter beiderseits Verwandten Niemandt vorhanden, der solches Stipendy bedürftig. Soll ein Erbar Radt dasselbige einem andern Bürgerssohne, welcher es würdig und vermutlich woll anwenden werde, zu conferieren Vollmacht und gewalt haben.' [....] Die Witwe Meyer geborne Dibbe [....] setzt die nachgelassenen Kinder bzw. Kindeskinder ihrer sechs verstorbenen Geschwister [....] nach Stämmen zu ihren Erben ein, errichtet verschiedene Vermächtnisse und fährt dann fort: 'Zum Siebenten legire und vermache ich fünfhundert Thaler, so bey wolgemelten einem Erwesten Rath allhier albereits belegt, ingleichen den auch mein Ehewirt S. ebenmäßige andere dahin geliehene 500 Thaler zum gleichen legato verordnet, das von den jährlich darauf verschriebenen Zinsen ein junger Student, welcher an hohen Schulen studirt und meiner Freundschaft oder aus ermangelung dessen, so dazu qualificirt, eines andern Ehrlieben Bürgers Sohn, der dazu geschickt und aus dem etwas gutes zu erhoffen, unterhalten und demselben loco stipendii zugewendet werden sollte, jedoch dergestalt, daß solcher junger Student zu den Studiis Academicis an Alter, Verstandt und andern gehörigen qualiteten tüchtig genug und solches stipendium nicht zum sauffen, müssiggehen, oder anderen üppigkeiten anwende, vielweniger aber etwa aus Gunst einem Untüchtigen oder gar zu jungen gesellen solches gerreichet werden soll.' Es sind hieran noch Bestimmungen geknüpft, um die Absicht der Erblasserin zu erreichen, nämlich: 1. Wer das Stipendium begehrt, soll sich dem ministerio St. Martini und dem Stadtsyndicus oder dessen Vertreter zu einer Prüfung gestellen. 2. Die bestellten Ephoren sollen befugt sein, einem Unwürdigen das verliehene Stipendium zu jeder Zeit zu entziehen und solches einem Würdigen zu verleihen. 3. Die Zeit, auf welche das Stipendium verliehen wird, soll von dem glücklichen Fortgang der Studien des Stipendiaten abhängig sein. Zu Testamentsvollstreckern setzte die Erblasserin die 'beiden gegenwärtigen und zukünftigen regierenden und obersten Bürgermeister der Stadt Halberstadt, sowoll den welcher in, als außerden Eiden sitzet', sowie ihren Oheim Hans Oberkamff ein, nach dessen Tod sich die beiden Bürgermeister einen anderen aus ihrer, die Erblasserin, nächsten Verwandtschaft 'adjungiren' sollen. [....] Im Jahre 1832 ist von dem Stadtsekretär Köhler ein neues Verzeichnis der berechtigten Familien aufgestellt und ist demselben ein alphabetisches Register beigefügt. Danach haben auf die Stipendien außer der Familie Alverdes noch 87 Familien Anwartschaft [....] Von den pommerschen Alverdes haben aus diesen Stipendien Bezüge gehabt, welche freilich zur Zeit der Stiftung einen erheblich höheren Wert hatten als im Laufe des 19. Jahrhunderts: Georg Wilhelm Alverdes 1820, Michael Gottfried Ludwig Alverdes 1823 und der Sohn und der Enkel des ersteren, Heinrich Alverdes 1835 und Max Alverdes 1876." [Küster 1899, S. 49-51]

Heinrich Alverdes, ~18.4.1646 in der Martinikirche in Halberstadt, † 12.12.1700 in Halberstadt, Sohn von Georg Alverdes d. J., letzter Halberstädter Honoratior der Familie. Er studierte ab 1665 Jura in Jena, erhielt als erster Alverdes finanzielle Unterstützung aus der Meyer-Dibbeschen Studienstiftung (das Anrecht hatte die Familie durch die Einheirat seiner Mutter erlangt), besaß später zwei Brauhäuser und war als Gildemeister Vorsteher der einflußreichen Brauerzunft, kümmerte sich als Schöffe um die städtische Rechtspflege, wurde 1687 und 1691 in den Rat gewählt, hatte als Zinsherr die umfangreichen städtischen Kapitalien zu verwalten, war als Großkämmerer für die gesamten Finanzen der Stadt zuständig und zudem Senator von Halberstadt. Nach dem Tode seiner Eltern 1688 fiel ihm das fideikommissarisch gebundene Gut des Konrad Alverdes zu. Heinrich war in erster Ehe mit Elisabeth Krümmers, († vor 1681 in Halberstadt) verheiratet (am 24.10.1671 in der Halberstädter Martinikirche getraut) und hatte mit ihr drei Kinder: Katharina Gertrud Alverdes, *28.11.1676, sie starb bereits nach wenigen Wochen || Anna Dorothea Alverdes, *10.7.1679, ∞ 1696 mit Eberhard Sigismund Kleinschmidt, Amtsverwalter in Groß-Garmersleben, sie erwerben 1706 in Halberstadt das Baurecht || Konrad Georg Alverdes, * etwa 1682, Erbe des Fideikommiß', sein Name findet sich in den Matrikeln der Universitäten von Frankfurt (1702), Jena (1702), Helmstedt (1703), Halle (1704) und Leipzig (1704), im Jahre 1705 ist er "Candidat der Jurisprudenz", ∞ 10.2.1706 mit Katharina Sophie Lindt, Tochter des preußischen Hofrates und Vizedirektors der halberstädtischen Regierung. Gegen diese Heirat erhob Konrads Mutter Widerspruch (sein Vater Heinrich war bereits sechs Jahre zuvor gestorben), die offenbar erforderliche Zustimmung wurde jedoch durch die Genehmigung des für den Fideikommiß zuständigen Konsistoriums ersetzt.

"Konrad Alverdes hatte seinem Namen nicht Ehre gemacht. Nach den über ihn vorliegenden Nachrichten bekümmerte er sich schon auf der Hochschule nicht um die Wissenschaften, sondern ergab sich einem ausschweifenden Leben und macht in Folge dessen Schulden. Das entsprach freilich dem allgemeinen Treiben auf den deutschen Hochschulen Anfang des 18. Jahrhunderts. Bereits nach französischer Sitte gekleidet, den dreieckigen Hut auf dem langfrisirten Haar, führte der deutsche Student ein rohes, viehisches Schlemmer- und Säuferleben, dessen entnervende Eintönigkeit nur durch wüste Raufhändel und Kravalle unterbrochen wurde. Ein wissenschaftliches Streben konnte freilich auf den damaligen Hochschulen kaum einen Boden finden, da die große Mehrzahl der Universitätslehrer unwissende Pedanten waren.

Nachdem Konrad Alverdes sich in Halberstadt als Advokat niedergelassen, setzte er, vielleicht veranlaßt durch die unglückliche Ehe mit seiner Frau, welcher ein unsittliches voreheliches Leben vorgeworfen wird und deren in seiner Ehe geborenen Sohn er niemals als den seinigen anerkannte, sein verschwenderisches, lüderliches Leben fort. Er machte Schulden über Schulden. Sein, wie es in den Urkunden heißt, 'ansehnliches' Mobiliar und die baare Mitgift seiner Frau im Betrage von 1100 Thalern verbrachte er. Selbst ihre Kleider, Linnenzeug und Betten versetzte und verkaufte er. Dann verließ er, wohl 1709, seine Frau, die hilflos mit ihren kleinen Kindern zurückblieb, nachdem er von der Regierung zu Halberstadt für einen Verschwender erklärt worden, der Syndikus Beyer ihm und dem minderjährigen Albert Christoph Georg zum Kurator bestellt und über sein Vermögen schon 1707 der Konkurs eröffnet war, welcher erst nach seinem Tode beendet wurde. Am 3. Juni 1711 wurde hinter ihm wegen einer Wechselforderung des Amtsmanns Johann Maßmann zu Alten-Platow ein offener Arrest erlassen. Wo Konrad Alverdes sich seitdem aufgehalten hat, ist nicht bekannt. Er hat aber, nachdem er Halberstadt verlassen, seine noch bis zu seinem Tode dauernde zweite Ehe mit Eberhardine Johanne Augustine von Liebe, einem in der Mitte des 18. Jahrhunderts im Mannesstamm ausgestorbenen schlesischen Adelsgeschlechte angehörig, geschlossen. Dieser Ehe entstammte seine Tochter Wilhelmine Christiane. Aus welchem Rechtsgrunde seine erste Ehe gelöst worden, ist nicht bekannt. Konrad Alverdes starb im Elend Mitte April 1721 zu Friesdorf, einem an der Wipper gelegenen, zum Amte Rammelburg im Mansfelder Gebirgskreis des Regierungsbezirks Merseburg gehörigen Dorfe in der Schenke des Andreas Schmelzer, wo er längere Zeit krank gelegen hatte." [Küster 1899, S. 65-66]

Nach dem Tod seiner ersten Frau Elisabeth Krümmers ehelichte Heinrich Alverdes im Jahre 1681 in Halberstadt Anna Baggun, *25.4.1656 in Halberstadt, † 1727 in Halberstadt, Tochter des Halberstädter Ratsherren Andreas Baggun (bereits der Großvater saß im Stadtrat), die ihren Ehemann schließlich um 27 Jahre überlebte. Sie brachte das Eckhaus an der Einmündung der Harsleber Straße in den Holzmarkt mit in die Ehe, das ihre Großeltern im Jahre 1654 hatten bauen lassen und das als eines der schönsten Fachwerkhäuser Halberstadts galt. Aus dieser zweiten Ehe gingen zehn Kinder hervor: Johann Heinrich Alverdes, ~24.10.1684 in der Martinikirche in Halberstadt, 1702 bis 1706 Studium in Helmstedt, Halle und Leipzig (zunächst Theologie, dann Jura, Abschluß mit einer Disputatio Juridica in Leipzig), Advokat in Halberstadt, ∞ vor 1714 mit Marie Dorothee Drechsler (6.2.1686 - 17.4.1744), 1721 Amtsmajor für die Halberstädter Feldflur, die Vorstädte und benachbarten Dörfer, am 26.4.1727 Hof- und Regierungsrat in Halberstadt, ab 1738 im zweiten Senat, † 11.8.1747 || Anna Elisabeth Alverdes, *16.3.1686, † 2.9.1761, ∞ 1709 mit dem Oschersleber Pfarrer Benjamin Ernst († 1717) || Theodor Ehrenfried Alverdes, *9.2.1687, † 1728, Amtsverwalter in Groß-Garmerstedt, ∞ 16.10.1719 in Quedlinburg mit Sophia Eleonore von Hausen verw. Ottin:

"Die Beiden hatten zwei Töchter, von denen die Erste namentlich nicht bekannt ist. Die Zweite wurde am 3.8.1722 in Quedlinburg auf den Namen Dorothea Sophia getauft. Taufpate war der Dr. Christian Polycarp Leporin. Dieser Quedlinburger Stadtphysikus hatte eine Tochter, die sich so für Medizin interessierte, daß daß sie sich gegen große Widerstände der Professoren als erste Frau die Zulassung zum Medizinstudium erkämpfte. Als sie dann aber auch noch medizinische Würden erstrebte, waren die Halleschen Professoren so empört, daß erst ein Machtspruch Friedrich des zweiten die Zulassung zur Prüfung erzwang. Die Professoren versuchten daraufhin, ihr Vorurteil hinsichtlich des 'angeborenen Schwachsinns des Weibes' retten zu können, indem sie die mündliche Prüfung auf griechisch und lateinisch abhielten. Das Mädchen antwortete ihnen aber in beiden Sprachen so fließend und in fachlicher Hinsicht so vollkommen, daß sie das erste Fräulein Doktor in Deutschland wurde." [Alverdes 1987, S. 57]

Als viertes und fünftes Kind folgten Johann Andreas Alverdes, *25.5.1688, † 4.8.1689 || Sophie Juliane Marie Alverdes, ~13.12.1689 in der Martinikirche in Halberstadt, in erster Ehe ∞ 28.2.1719 in Halberstadt mit Ingenieur oder Baudirektor Georg Christoph Brun (laut August Küster "Brühe", laut Dorfsippenbuch Altenroda "Brause" geschrieben), in zweiter Ehe ∞ 19.11.1720 mit Georg Heinrich Zinck (* 1692 in Altenroda), einem bedeutenden Wissenschaftler seiner Zeit:

"Nach der Heirat lehrte Zinck an der Universität Halle Philosophie, Historie und Wappenkunde. Er wurde noch im gleichen Jahr zum Doktor promoviert und dann zum Fiskal (Staatsanwalt), später zum Kriminalrat im Saalkreis bestellt.

1731 wurde er zum Hofrat in Weimar ernannt, fiel aber dort 1735 beim Herzog in Ungnade und 'mußte in ein sehr unanständiges Gefängnis wandern, da er wenig Licht zu sehen und auch niemand von den Seinigen zu sprechen bekam'. Einer der Vorwürfe war, 'daß er mit seiner Frau nicht corpulieret worden' - in der Tat ist die Trauung weder in Halberstadt noch in Altenroda festzustellen, aber es wird merkwürdigerweise in den verschiedenen Quellen dafür ein festes Datum angegeben. 'Seine Frau und Kinder mußten sich sehr kümmerlich behelfen; es hatte aber eine Tochter [vermutlich aus erster Ehe] das Glück, an dem markgräflich Bareutischen Hofe als Hofjungfer unterzukommen' - und der Markgraf erreichte bei einem Staatsbesuch in Weimar 1738 die Freilassung ihres Vaters.

Der schlug sich dann eine Weile als 'Mädgenschulmeister' durch, beriet die Reuß'schen Grafen in Greiz und Eberstein und bekam einen Ruf nach Petersburg. Auf der Reise dorthin bot ihm die Universität Leipzig eine Professur, die er 1740 annahm. Er war der erste Professor für Kameralwissenschaften in Deutschland und wurde so der Begründer der Volkswirtschaftslehre, für die er 1742 ein Lehrbuch verfaßte. 1745 erhielt er einen Ruf an die Universität Helmstedt. Er soll nach 1750 noch zweimal geheiratet haben. Was aus Sophie Juliane Marie geworden ist und ob die beiden nun 'corpulieret' waren, ist noch unbekannt. Ihre Söhne hießen jedenfalls Zinck und kamen im Herzogtum Braunschweig zu Rang und Ehren." [Alverdes 1987, S. 58]

Sechstes, siebtes, achtes und neuntes Kind aus Heinrich Alverdes' zweiter Ehe mit Anna Baggun waren Johann Gottlieb Alverdes, *1690, † 1695 || Eleonore Dorothea Alverdes, *24.4.1692, † 1693 || Anna Justina Alverdes, *16.6.1693, blieb unverheiratet, † 7.3.1755 in Halberstadt || Johannes Albertus Alverdes, *20.11.1694, † 1754, studierte zunächst in Jena und schrieb sich am 3.3.1716 für drei Jahre an der Universität Halle ein, schloß das Studium jedoch nicht ab, sondern trat als Soldat in das Regiment Fürst Moritz von Anhalt-Dessau Nr. 22 ein, welches sein Standquartier in Stargard in Pommern hatte, ein:

"1721 war er Unteroffizier, 1722 Fähnrich, von 1723 ab Leutnant. Nach einem in Abschrift erhaltenen Schreiben des Fürsten Leopold von Anhalt-Dessau vom 30. März 1735 war Johann Albert Alverdes damals nicht mehr beim Regiment, doch muß er wieder eingetreten sein, da er nach eigener Angabe im September 1744 schon 23 Jahre Oberoffizier in diesem Regiment gewesen war. Noch 1741 und 1749 bezeichnet er sich als Leutnant Jean Albert von Alverdes im Anhalt-Dessauischen Regiment. Er wurde als Werbeoffizier beschäftigt und rühmt sich in einem, von Graßhoff trib. et cam advoc. zu Berlin gegengezeichneten Schriftstück vom Jahre 1736, bereits 103 Mann geworben zu haben, davon vier für das erste Glied des Leibregiments. In der That aber muß sein Dienstaustritt aus dem Heere schon vor 1744 erfolgt sein. Denn damals hatte er nach eigener Angabe bereits eine Auskultatorstelle und hiernächst eine 'Kriegsrathsbedienung' in Halberstadt erhalten, jedoch setzte er, da diese Anstellungen mit Gehalt nicht verbunden waren, seine Werbungen fort. Der Beruf eines Werbeoffiziers, dem sich Johann Albert Alverdes gewidmet, läßt von seinem Charakter nicht viel erwarten. Die Mittel, deren sich die Werber für ihre Zwecke bedienten, waren häufig gewissenlos, grausam und aller Humanität Hohn sprechend, namentlich bis 1733, wo allein durch Anwerbung das Heer nur mühsam ergänzt werden konnte. Durch das Kanton-Reglement von dem gedachten Jahre wurde jeder Preuße ohne Unterschied zum Waffendienste verpflichtet mit Ausnahme der Söhne des Adels, der Söhne von Bürgern, welche mindestens ein Vermögen von 6000 Thalern nachweisen konnten, der Predigersöhne, des einzigen Sohnes eines Elternpaares und der zu klein Gewachsenen. Das Werbesystem trat dadurch mehr in den Hintergrund. Johann Albert Alverdes, der auch wohl den Eintritt seines jüngsten Bruders und seines Neffen in das Heer beeinflußt haben wird, scheint nicht verheiratet gewesen zu sein, woran ihn, so lange er Werbeoffizier war, sein Beruf verhinderte." [Küster 1899, S. 68-69]

Zehntes und letztes Kind von Heinrich Alverdes aus seiner zweiten Ehe mit Anna Baggun war der Sohn Johann Friedrich Gottlieb Alverdes, *15.12.1698 in Halberstadt, † 12.9.1750 in Stettin (auf einer aus medizinischen Gründen angetretenen Reise nach Berlin), der zunächst in das in Halberstadt in Garnison liegende preußische Infanterie-Regiment Nr. 21 "Alt Dönhoff" eintrat, jedoch 1723 seinen Abschied nahm und bis 1729 in Halle Jura studierte, später nach Pommern ging, in Belgard an der Persante 1738 zweiter Bürgermeister (consul secundus, Stadtrichter / Justizbürgermeister) wurde und im Jahre 1740 das Belgarder Bürgerrecht erwarb. Er heiratete Elisabeth Neizel (vermutlich aus Belgard), mit der er einen Sohn hatte und wurde so zum Begründer der pommerschen Linie der Familie Alverdes.

Nach dem Tod seines Enkels Konrad Georg Alverdes im April 1721 erfolgte durch heftige Streitigkeiten unter den übrigen Nachkommen von Heinrich Alverdes im Verlauf von zwei Prozessen, drei Gesuchen um Auflösung bzw. Teilung des Fideikommisses an König Friedrich Wilhelm, Anrufung des Oberappellationsgerichtes in Berlin, Rechtsgutachten vom Halleschen Schöppenstuhl und der juristischen Fakultät in Wittenberg, einer Zwangsvollstreckung und drei Vergleichen die allmähliche Aufweichung und schließlich durch eine Aufteilung des Vermögens im Jahre 1730 die Auflösung des Fideikommisses:

"Beim Tode des Zinsherren gehören zum fideikommissarisch gebundenen Erbe noch mindestens zwei Wassermühlen, die Obermühle vor dem Burcharditor und die Untermühle mit großem Garten vor dem Johannistor. Außerdem sind da noch 9 Hufen Ackerland (67,5 ha), eine Holzung und zwei Wiesen. Schließlich hatte Heinrich noch eigenes, nicht gebundenes Vermögen, darunter zwei Brauhäuser und eine weitere, die Mittelmühle. Nach den Bestimmungen der Stiftung muß das Fideikommißgut ungeteilt an den jeweils ältesten Sohn übergeben werden. [....]

Heinrich stirbt 1700. Sein ältester Sohn ist Konrad Georg, der Verschwender. Unter Verletzung der Bestimmungen hat ihm seine Mutter schon 1702 die Obermühle und zwei Hufen Land übertragen. Teile davon hat er verkauft oder belastet. Es gibt deshalb Streit mit seiner Mutter, der durch zwei Vergleiche 1705 und 1707 beigelegt wird. Konrad Georg stirbt 1721. Sein einziger Sohn ist der 1706 geborene Albert Christoph Heinrich, nur hat Konrad seine Vaterschaft stets bestritten. Trotzdem setzt er ihn in einem 1707, also mit 25 Jahren, verfaßten Testament zum Erben ein. 1721 ändert er seinen letzten Willen, erklärt Albert für erbunfähig und benennt seinen Bruder Johann Heinrich als fideikommissarischen Erben. Damit ist hinreichend Zündstoff für heftige Erbstreitigkeiten geschaffen. [....]

Schließlich kommt am 8.3.1730 doch noch ein Vergleich zustande, der zwischen den drei Brüdern Johann Heinrich, Johann Albert und Johann Friedrich Gottlieb, deren Neffen Albert Christoph Heinrich und dessen Vormund Beyer abgeschlossen wird. Die beiden anderen Brüder waren inzwischen gestorben, die Schwestern nicht erbberechtigt.

Nach diesem Vergleich bekommen der Regierungsrat Johann Heinrich die Obermühle mit den Wiesen und dem Garten, viereinhalbe Hufen Ackerland, drei Wiesen, zwei Holzflecke im Huy und zwei Hufen vor dem Huy, der Leutnant Johann Albert die Untermühle mit 400 Talern Kautionsgeld und eine halbe Ackerhufe, der Unteroffizier Albert Christoph Heinrich erkennt das Nutzungsrecht des Regierungsrates an seinen Ländereien und das Testament seines Vaters von 1721, das ihn ja für erbunwürdig erklärte, unter folgenden Bedingungen an: a.) der Regierungsrat zahlt an den Unteroffizier 150 Taler jährlich und 112 Taler einmalig zur Anschaffung von Kleidern und zur Deckung von Reisekosten und Schulden, b.) der Regierungsrat bezahlt die Schulden des Unteroffiziers beim Syndikus Beyer, c.) der Regierungsrat zahlt an Konrad Georgs Witwe jährlich 15 Taler, während der Unteroffizier seiner Mutter 'aus kindlicher Liebe' jährlich 1 Taler 6 Groschen verspricht, d.) der Jurastudent erhält den lebenslänglichen Nießbrauch an einer Hufe, verkauft dieses Recht aber für 600 Taler an den Regierungsrat.

Die Meyer-Dibbesche Studienstiftung und Dr. Konrad Alverdessens Bevorzugung der Juristen als Rechtsnachfolger sind der Familie nicht gut bekommen. Allzu viele Juristen in der Familie sind bei Erbauseinandersetzungen nicht unbedingt nützlich. Auch das Familienvermögen dürfte unter den Streitigkeiten gelitten haben [....]" [Alverdes 1987, S. 61-63]

Johann Friedrich Gottlieb Alverdes, *15.12.1698 in Halberstadt, † 12.9.1750 in Stettin (im Alter von 51 Jahren auf einer aus medizinischen Gründen angetretenen Reise von Belgard nach Berlin), zehntes und letztes Kind von Heinrich Alverdes und seiner zweiten Frau Anna Baggun. Johann ging zunächst zum Militär, trat in das in Halberstadt in Garnison liegende preußische Infanterie-Regiment Nr. 21 "Alt Dönhoff" ein (ob er schon am pommerschen Feldzug des Regiments von 1815 teilgenommen hat ist nicht bekannt), war 1721 bis 1723 Unteroffizier in Halberstadt, nahm jedoch seinen Abschied und immatrikuliert sich am 7.12.1723 für ein Jurastudium an der Universität Halle. Während seines sechs Jahre währenden Studiums unterstützte ihn seine Mutter mit 30 Talern jährlich aus dem Fideikommiß. Am 6.3.1730 wurde ihm in einem Vergleich das Nießbrauchrecht an einer Ackerhufe auf der Halberstädter Feldflur zugebilligt, auf das er sich dann von seinem Bruder Johann Heinrich mit 600 Talern abfinden ließ. Hieraus hat er wohl die Mittel für seinen Lebensunterhalt bis zur Anstellung in Belgard entnommen, die erst 1738, also in seinem vierzigsten Lebensjahr, erfolgte. Er muß dann zwischen 1730 und 1738 nach Pommern gegangen sein, wo er in Belgard an der Persante im Jahre 1738 vom Magistrat zum zweiten Bürgermeister (consul secundus, Stadtrichter / Justizbürgermeister) gewählt wurde. Sein jährliches Gehalt betrug 66 Taler 16 ggl., wovon er im ersten Jahr noch den vierten Teil, die sogenannte Quarta, an die königliche Chargenkasse in Berlin abführen mußte, ihm dafür jedoch wahrscheinlich die Gebühren ganz oder teilweise zufielen. 1740 erwarb er das Belgarder Bürgerrecht.

"Nach der Matrikel von 1628 gehörten zum Stadteigenthum die Dörfer Lüllfitz, Rostin, Klempin, Naffin, Panknin und Darkow mit 82 2/3 Hakenhufen, 15 Kossäthen und einer Mühle. Im Jahre 1740 hatte die Stadt nur 1447, gegen Ende des Jahrhunderts 1710, im Jahre 1890 schon 7243 Einwohner. Gemäß dem Reglement d. d. Berlin vom 23. März 1720 war der Magistrat zu Belgard um 1740 zusammengesetzt aus dem consul dirigens Dubschlaff, dem consul secundus (Stadtrichter, Justizbürgermeister) Alverdes, dem Syndikus (Sekretarius, Archivarus) Barfknecht, einem camerarius (Kämmerer), zwei Senatoren, einem Stadtsekretair und Gerichtsaktuar. [....] Der Stadtrichter Johann Friedrich Gottlieb Alverdes [....] fand seinen Tod in Stettin am 12. September 1750 und zwar auf einer Reise, die er Ende Juli 1750 von Belgard aus nach Berlin angetreten hatte. Allem Vermuthen nach ist er auf dem Kirchhofe an der Jacobikirche zu Stettin beerdigt. Das Sterberegister der Jacobikirche aus jener Zeit fehlt. Die anscheinend sorgfältig geführten Register der übrigen Stettiner Kirchen enthalten nichts über den Sterbefall. Anscheinend hatte der Verstorbene die Reise nach Berlin zum Zweck der Heilung von einer Krankheit unternommen. Darauf deuten auch die durch diesen Todesfall veranlaßten amtlichen Berichte des Magistrats zu Belgard und des Landraths des Belgarder Kreises v. Kleist zu Groß-Tychow aus dem Anfang des Jahres 1751, worin es übereinstimmend heißt, daß der Stadtrichter Alverdes 'zu seinem officio nicht tanti gewesen' und deshalb der consul dirigens Dubschlaff das Richteramt wahrgenommen habe." [Küster 1899, S. 92]

Johann Friedrich Gottlieb heiratete Elisabeth Neizel, † vor 1771 (sie stammte vermutlich aus Belgard, wo es noch im 20. Jahrhundert mehr Neizels als Müllers oder Meiers gab), hatte mit ihr offenbar nur ein Kind, den Sohn Johann Friedrich Alverdes (*18.7.1740 in Belgard, † 10.11.1807) und wurde so zum Begründer der pommerschen Linie der Familie Alverdes.

Johann Friedrich Alverdes, *18.7.1740 in Belgard, † 10.11.1807 in Woldisch-Tychow/Krs. Belgard, besuchte die Belgarder Stadtschule, kam 1749 in die Prima und wurde nach dem frühen Tod seines Vaters Johann Friedrich Gottlieb Alverdes mit 10 Jahren Halbwaise. Ende 1754 ging er mit seiner Mutter nach Halberstadt, wo sie Unterstützung bei der Verwandtschaft ihres Mannes fanden, so daß der 15jährige Johann Friedrich 1755 das Waisenhausgymnasium in Halle besuchen, im Jahre 1759 auf die dortige Universität wechseln und Theologie studieren konnte.

"Johann Friedrich Alverdes war ein Knabe von zehn Jahren als sein Vater starb, sechzehn Jahre alt, als der für Pommern so verhängnisvolle Siebenjährige Krieg (1756 - 1763) begann. Die Festung Kolberg hatte in den Jahren 1758, 1760, 1761 drei Belagerungen durch die Russen zu bestehen und das wenig mehr als 30 Kilometer in der Luftlinie entfernt gelegene Belgard mußte notwendig von den kriegerischen Ereignissen berührt werden. Eine Reihe kleinerer und größerer Gefechte wurden um Kolberg herum zwischen den Belagerern und den zum Entsatz gesandten kleinen preußischen Truppenkörpern geschlagen. Die Russen machten außerdem zum Zweck der Versorgung ihrer Vorrathshäuser in Westpreußen planmäßige Raubzüge durch Hinterpommern. Zum ersten Male in den Kriegen Rußlands mit europäischen Mächten traten die, hauptsächlich zum Kundschafterdienst und zur Herbeischaffung von Lebensmitteln bestimmten, mit Kalmücken gemischten Kosacken auf. Weniger muthig als listig und schlau, überfielen sie mit Blitzesschnelle die unbewehrten Städte und Dörfer und führten, entsprechend ihrer asiatischen Abstammung, ihre Aufträge mit solcher Zuchtlosigkeit und Grausamkeit aus, daß die von ihnen angerichteten Verheerungen schließlich selbst auf den Gang des Krieges Einfluß übten. Die ohnehin schwache Bevölkerung Hinterpommerns, die beim Beginn des Krieges nur etwa 250,000 Köpfe zählte, verminderte sich im Laufe desselben durch Hunger, Krankheit und unter den Mißhandlungen der Kosacken und Kalmücken um etwa 59,000 Köpfe. Das Land war zu einer Wüste geworden, in der man kaum lebende Menschen oder Thiere sah. 1286 Gebäude waren zerstört. Die Landbewohner namentlich hatten sich in die Wälder zurückgezogen, die damals noch in größerer Ausdehnung als gegenwärtig das Land bedeckten und von wo aus die an den Bettelstab gebrachten und gequälten Bauern gegen ihre Peiniger oft eine erbitterte Selbsthilfe übten." [Küster 1899, S. 93]

Nach seinem Studium wurde Johann Friedrich Alverdes Hofmeister (Hauslehrer) bei der Familie von Versen in Burzlaff und von 1762 bis 1764 bei den von Platen in Rarfin/Kreis Belgard, nach seiner Rückkehr nach Belgard im Jahre 1764 Kantor (cantor scholae) und später Rektor an seiner alten Lateinschule, der mehrklassigen Stadtschule von Belgard, damals wohl eine Verbindung aus Lateinschule und deutscher Schreibschule mit einem Rektor und mehreren angestellten Lehrern, wobei der in der Regel wissenschaftlich vorgebildete Kantor sowohl den Musikunterricht an der Schule erteilte und den nicht nur aus Schülern gebildeten Kirchenchor leitete, als auch für den naturwissenschaftlichen Unterricht zuständig war:

"Er mußte den Stadtältesten vor seiner Anstellung vorsingen, was sie wenig befriedigte, aber mit einer langen lateinischen Rede konnte er ihnen imponieren. Jedenfalls nahmen sie ihn. Er hatte den lateinischen Katechismus, den römischen Schriftsteller Cornelius Nepo, Grammatik und Bibelkunde zu lehren, mußte Musik- und Schreibunterricht geben. Bei den höheren Klassen kam noch Poesie und Griechisch dazu. Daneben hatte er an den beiden Belgarder Kirchen umschichtig zu singen, und zwar Sonntags dreimal und an vier Wochentagen je einmal. [....] Dafür bekam er ein Jahresgehalt von 128 Talern, freie Wohnung in der Schule und das Recht ein Schwein vom Belgarder Schweinehirten umsonst in die Waldmast treiben zu lassen. [....] unser Kantor lehrte 'mit kräftiger Disziplin' - die hatte er vermutlich von seinem Unteroffiziersvater gelernt - so erfolgreich, daß er bald Rektor wurde, was aber sein Einkommen kaum erhöhte." [Alverdes 1987, S. 82]

Johann Friedrich Alverdes heiratete in Belgard Johanna Wilhelmine Luise Krause, † nach 1809, älteste Tochter des Brauers und Belgarder Stadtältesten Johann Georg Krause, der aus Königsberg stammte, sich in Belgard zunächst als Sattler niedergelassen und 1752 das Bürgerrecht erworben hatte, und seiner Frau Johanne Luise geb. Molle. Johann Friedrich Alverdes hatte mit Johanna Wilhelmine Luise Krause fünf Kinder: Charlotte Wilhelmine Alverdes, * wahrscheinlich in Belgard, † nach 1809 in Belgard, unverheiratet || Johann Friedrich Heinrich Alverdes, * 23.11.1771 in Belgard, † 21.11.1797 in Woldisch-Tychow/Krs. Belgard, am 5.10.1787 als "Belgardensis Pomeranus, theologiae cultor" am akademischen Gymnasium in Stettin aufgenommen, starb mit nicht einmal 26 Jahren nach langer Krankheit, wobei er in einem von seinem Vater selbst eingetragenen Vermerk im Sterberegister von Woldisch-Tychow "candidatus theologiae" genannt wurde. Sein Abgangszeugnis des Stettiner Gymnasiums über das von ihm am 22.3.1791 abgelegte Examen lautete:

"Joh. Friedr. Heinr. Alverdes aus Belgard in Hinterpommern. Sein Vater war ehemals Lehrer in der Schule zu Belgard, jetzt Prediger zu Woldisch-Tychow, unweit Belgard. Zuerst auf der Belgardischen Schule, hernach genoß er einige Zeit den Privatunterricht des Prof. Sell in Stettin, 3 ½ J. auf dem Gymnasium, will in Halle Theologie studiren, 18 ½ Jahre alt. Seine Fähigkeiten sind mäßig. Fleiß hat er in den letzten Jahren mehr bewiesen wie sonst, auch seine Sitten und Aufführung hat er in den letzten Jahren gebessert. Nach Untersuchung der schriftlichen Probearbeiten und Anhörung der öffentl. Prüfung wurde dem Alverdes das Zeugnis der Reife ertheilt, weil er in der lat. und griech. Sprache und in der Geschichte gute Fortschritte zeigte, auch in der hebräischen Sprache einen guten Anfang gemacht hatte, ob er gleich in der Geographie, Philosophie und Mathematik noch mehr Fleiß anwenden muß." [Küster 1899, S. 95-96]

Drittes, viertes und fünftes Kind von Johann Friedrich Alverdes waren der Sohn Wilhelm Carl Philipp Alverdes, * 4.12.1775 in Woldisch-Tychow, er ging früh nach Amerika und ist dort verschollen || Michael Gottfried Ludwig Alverdes, *17.6.1780 in Woldisch-Tychow, † 28.12.1851 in Köslin, besuchte ab 1795 in Stettin das akademische Gymnasium und ab 1805 gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Georg in Halle an der Saale die Universität, erhielt erst auf seine Beschwerde hin in den Jahren 1818/1819 eine verspätete Zuwendung aus der Meyer-Dibbschen-Studienstiftung und konnte vermutlich aus diesem Grunde sein Jurastudium nicht beenden, trat 1813 eine Stelle als "Bureaubeamter erster Klasse" bei der königlichen Regierung in Köslin an, nahm als Offizier an den Freiheitskriegen teil, wurde 1817 "Calculator" und dann Sekretär, ∞ mit Luise Meyer (*1.4.1800, † 15.2.1867), mit der er sieben Kinder hatte || Georg Wilhelm Alverdes, *14.4.1786 in Woldisch-Tychow, † 11.11.1834 in Köslin im Alter von 48 Jahren an Lungentuberkulose, besuchte wie sein älterer Bruder Michael Gottfried Ludwig das akademische Gymnasium in Stettin von 1800 bis 1805 (wo er sich am 19.10.1800 als "der Rechtsgelehrheit Beflissener" in das Album der Anstalt eintrug, in den Jahren 1790 bis 1805 der Professor für "Geschichte und Beredsamkeit" Johann Jacob Sell als Rektor wirkte, wo Georg Wilhelm bereits juristische Vorlesungen hörte und bis zur Vereinigung des "gymnasium academicum regium" mit dem Rathslyzeum am 6.5.1805 blieb), studierte gemeinsam mit seinem Bruder 1805/1806 in Halle Rechtswissenschaften, mußte das Studium jedoch 1806 wegen der Schließung der Universität abbrechen und konnte es nach dem Tod des Vaters 1807 nicht wieder aufnehmen, erhielt wie sein älterer Bruder eine verspätete Zuwendung aus der Meyer-Dibbschen-Studienstiftung erst in den Jahren 1820/1821 und damit zu einer Zeit, als er längst verheiratet war und im Beruf stand, trat 1806 in Köslin beim ehemaligen Hof- und späteren Oberlandesgericht in den Staatsdienst ein, war 1810 Referendar, 1813 Vorstand des Inquisitoriats (Untersuchungsgericht), bekam 1920 den Titel "Kriminalrat" verliehen, ∞ vor 1810 mit Friederike Charlotte Henriette Bandow (*23.7.1788 in Köslin, † 14.11.1846 in Köslin), jüngste Tochter des Registrators am Kösliner Pupillenkollegium (Vormundschaftsgericht) Johann Christoph Bandow und seiner Ehefrau Anna Sophie geb. Kerl, hatte mit ihr elf Kinder, ließ 1823 ein Haus mit großem Garten am Kösliner Friedrich-Wilhelm-Platz bauen.

Bereits zu Michaelis im Jahre 1772 war der Vater Johann Friedrich Alverdes als Pfarrer in Woldisch-Tychow/Krs. Belgard eingezogen, wo er bis zu seinem durch Schlagfluß (Schlaganfall) verursachten Tode am 10.11.1807 wirkte:

"Es ist dies ein etwa elf Kilometer südlich von Belgard, halbwegs zwischen dieser Stadt und Polzin an der Persante, damals dem Hauptmann Joachim Rüdiger von Kleist gehöriges, gelegenes Gut mit dreizehn Feuerstellen, worin der Pfarrer, der Küster, der Pfarrcolonus, vier Bauern, ein Kossäth und ein Krüger wohnten. Zu dem Gute gehörte Eichen- und Kiefernwald, auch die Fischerei in der Persante. Die unter dem Patronate der Güter Woldisch-Tychow, Ballenberg, Bolkow und Bergen stehende Kirche war der Synode Belgard zugetheilt. Tochterkirche war die etwa 5 - 6 Kilometer entfernte Kirche zu Vitzow, bei der die Dörfer Bolkow, Bergen, Ballenberg, Lankow, Wutzow und das Ackerwerk Lazenz eingepfarrt waren. Das war der amtliche Wirkungskreis des Johann Friedrich Alverdes. Dort hat er in ländlicher Abgeschiedenheit, in dem bescheidenen Pfarrhause unter Rohrdach, Freuden und Trübsal erlebt, bei kargem Einkommen seine Kinder erzogen und dort ist er verstorben. [....] Die Witwe des Verstorbenen hat nach der Pfarrchronik von Woldisch-Tychow 'als Folge des Krieges mit Frankreich' dort zwei Gnadenjahre gehabt. Als im November 1809 ein neuer Pfarrer anzog, verließ sie den Ort und hat sich wahrscheinlich in ihre Heimathstadt Belgard begeben, wo sie allem Vermuthen nach nicht lange nach ihrer Übersiedelung gestorben ist, das Kirchenbuch von Belgard giebt darüber keine Auskunft." [Küster 1899, S. 94-95]

Michael Gottfried Ludwig Alverdes, 17.6.1780 in Woldisch-Tychow, † 28.12.1851 in Köslin, zweitjüngster Sohn des Pfarrers Johann Friedrich Alverdes, wurde am 15.4.1795 als "humaniorum litterarum studiosus" am akademischen Gymnasium in Stettin aufgenommen, besuchte in den Jahren 1805 und 1806 gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Georg Wilhelm die Universität in Halle an der Saale, mußte sein Jurastudium jedoch abbrechen, als sich dort die Studenten gegen die französischen Besatzer erhoben und Napoleon daraufhin die Universität schließen ließ. Auch konnte er sein Studium nach der Wiedereröffnung nicht fortsetzen, da es der Familie nach dem Tode des Vaters 1807 vermutlich an den erforderlichen Mitteln fehlte und seine Bewerbung um ein Stipendium aus der Meyer-Dibbschen-Studienstiftung zunächst übersehen worden war, wodurch die ihm zustehenden Zahlungen erst auf seine Beschwerde hin - und vielleicht auch bedingt durch die allgemeine Finanznot nach den napoleonischen Kriegen - mit mehr als zehn Jahren Verspätung 1818/1819 geleistet wurden. Im Jahre 1813 trat er eine Stelle als "Bureaubeamter erster Klasse" bei der königlichen Regierung in Köslin an, nahm als Offizier an den Freiheitskriegen teil, wurde 1817 "Calculator" und dann Sekretär bei der Kösliner Regierung. Er heiratete Luise Meyer, *1.4.1800 in Köslin, † 15.2.1867 in Köslin, mit der er sieben Kinder hatte, womit er die erste pommersche Linie der Familie Alverdes begründete: Louis Alverdes, *1.9.1828, † 21.5.1887, besuchte das 1821 eröffnete Kösliner Gymnasium, ging dann zum Militär und später zur Eisenbahn (wird in seinem Sterbeeintrag Eisenbahn-Materialienverwalter genannt), ∞ mit Charlotte Alverdes geb. Dittberner († 10.8.1890), hatten eine Tochter Helene (* 23.10.1856 in Stettin) || Franz Heinrich Ferdinand Alverdes , *30.6.1830 in Köslin, † 2.10.1880 in Schlawe, Amtsgerichtssekretär in Köslin, ∞ in erster Ehe mit Bertha Henriette Antonie Alverdes geb. de Boër (*2.9.1827 in Anklam in Vorpommern, † vielleicht 1865), Tochter eines holländischen Schiffskapitäns aus Anklam, ein Kind [mein Großvater Johannes Ferdinand Wilhelm Alverdes, Oberrentmeister, *8.3.1864 in Schlawe/Pommern, † 22.2.1936 in Belgard, ∞ 9.4.1897 mit Elfriede Margarethe Elisabeth Alverdes geb. Fraedrich, *20.7.1876 in Viverow/Krs. Köslin, † 8.3.1958 in Halle/Saale, zwei Kinder], ∞ in zweiter Ehe mit der Lehrerstochter Ottilie Wietzke (*13.4.1844 in Pobanz/Krs. Bublitz, † in USA), sieben Kinder zwischen 1868 und 1880. || Drittes, viertes und fünftes Kind von Michael Gottfried Ludwig Alverdes waren Alexander Alverdes, *21.11.1832 in Köslin, † 5.5.1856 in Berlin, unverheiratet, Eleve an der Tierarzneischule in Berlin || Georg Friedrich Wilhelm Alverdes, *13.4.1842 in Köslin, verlor mit 9 Jahren seinen Vater, wurde von seiner Mutter in das Militär-Knabenerziehungs-Institut in Annaburg gegeben, lernte Maschinenbauer, leistete seine Wehrpflicht ab, ging als Betriebswerkmeister zur Niederschlesisch-Märkischen Staatseisenbahn in Cottbus, ∞ 14.6.1870 mit Marie Emilie Strehl (*14.7.1850), Tochter des Frankfurter Kaufmanns Strehl, hatten einen Sohn Max Georg Emil (*31.7.1872, besuchte das Pädagogium in Lähn, erscheint in den Berliner Adreßbüchern zwischen 1914 und 1940 als Ingenieur oder Reichsbahninspektor, wohnte zuletzt bei seiner Tochter in Berlin am Zehlendorfer Waldhüterpfad Nr. 6, keine 100 Meter vom Haus Fischtal Nr. 74a entfernt, wo Dr. Günther Alverdes, Verfasser von Neue Nachrichten von der Familie Alverdes bis zum Jahre 1987, als Schüler seine Schularbeiten machte und auf diese Weise die Familie kennenlernte) || Johannes Alverdes, *24.6.1847 in Köslin, † 16.2.1865 in Köslin als Oberprimaner des Kösliner Gymnasiums. || Seine beiden Töchter Helene und Anna († nach 1905) blieben unverheiratet, da es der Familie vermutlich an der für eine standesgemäße Heirat erforderlichen Mitgift gefehlt hat. Anna richtete in Köslin ein Pensionat für höhere Töchter ein, in dem auch meine Großmutter Elfriede Alverdes geb. Fraedrich (*20.7.1876, † 8.3.1958) gebildet werden sollte. Als ihr Neffe, mein Großvater Johannes Alverdes (*8.3.1864, † 22.2.1936), während seiner Tätigkeit als Zahlmeister-Aspirant beim "Fußartillerieregiment Nr. 10" in Straßburg im Elsaß zu seiner Tante nach Köslin auf Urlaub fuhr, verliebte er sich in meine Großmutter und verlobte sich umgehend mit ihr.

"Köslin ist als deutsche Stadt an Stelle des am Gollenberg gelegenen wendischen Dorfes Kossasitz mit einhundert Ackerhufen und zehn Hufen im Buchwalde - 'in silva quae Bucwaldt vocatur' - im Jahre 1266 durch Bischof Hermann von Kammin gegründet. Im Jahre 1286 war es noch mit Planken eingehegt, doch bereits 1310 durch Mauern, Mauerthürme und drei feste Thore nach deutscher Art geschützt. 1556 fürstbischöflicher Wohnsitz, war es in den Jahren 1574 - 1622 Residenz der pommerschen Herzöge. Die Stadt hat wiederholt durch die Pest, Feuersbrünste und Kriegsdrangsale, namentlich im dreißigjährigen und im siebenjährigen Kriege schwer gelitten. In den Jahren 1639/1640 zählte man 200 eingefallene Häuser und wüste Stellen. 1718 brannte die Stadt fast ganz ab. Es wurden 297 Häuser, sowie das von Herzog Johann Friedrich von Pommern an Stelle des 1278 gegründeten Cisterzienser Nonnenklosters erbaute Schloß nebst Schloßkirche und Rathaus in Asche gelegt. König Friedrich Wilhelm I. gewährte bedeutende Mittel für die Wiederherstellung der Stadt, gründete auch das dortige Hofgericht für die alten Kreise des Kösliner Regierungsbezirks. 1747 wurde in Köslin ein Consistorium und ein Pupillenkollegium eingerichtet und im Jahre 1816 wurde der Ort, dessen mittelalterliche Befestigung seit dem Brande von 1718 allmälig niedergelegt worden, der Sitz der Regierung des Kösliner Regierungsbezirks. Ein Gymnasium wurde dort 1821 gegründet. Die Stadt hatte im Jahr 1791 3070, 1812 3802, 1831 6541 und 1890 17,838 Einwohner. Bürgermeister derselben war in den Jahren 1816 - 1857 der mit Georg Wilhelm Alverdes befreundete E. A. Braun." [Küster 1899, S. 107]

Michael Gottfried Ludwig Alverdes und Luise Meyer waren die Eltern meines Urgroßvaters Franz Heinrich Ferdinand Alverdes, *30.6.1830 in Köslin, † 2.10.1880 in Schlawe, Amtsgerichtssekretär in Köslin, ∞ mit Bertha Henriette Antonie Alverdes geb. de Boër (*2.9.1827 in Anklam in Vorpommern, † vielleicht 1865), Tochter eines holländischen Schiffskapitäns aus Anklam, mit der er ein Kind (meinen Großvater Hans) hatte: Johannes Ferdinand Wilhelm Alverdes, Oberrentmeister, *8.3.1864 in Schlawe/Pommern, † 22.2.1936 in Belgard, sein Vater und seine Mutter starben früh, er verpflichtete sich auf zwölf Jahre zum Militär, war als Zahlmeister-Aspirant beim "Fußartillerieregiment Nr. 10" in Straßburg im Elsaß (ebenso wie sein Stiefbruder Hermann Karl Otto Alverdes), ∞ am 9.4.1897 in Köslin mit Elfriede Margarethe Elisabeth Alverdes geb. Fraedrich (*20.7.1876 in Viverow/Krs. Köslin, † 8.3.1958 in Halle an der Saale), sie hatten zwei Kinder, wohnten noch einige Jahre in Schiltigheim bei Straßburg, wo am 27.6.1898 ihr erstes Kind, die Tochter Bertha, meine Mutter, geboren wurde. Nach Beendigung seiner Straßburger Militärzeit kehrten sie nach Pommern zurück, wo er eine Anstellung beim Regierungspräsidium in Köslin erhielt, später war er Oberrentmeister an der Kreiskasse in Belgard an der Persante. Nach dem frühen Tod seiner ersten Frau ehelichte sein Vater Franz Heinrich Ferdinand Alverdes die Lehrerstochter Ottilie Wietzke (*13.4.1844 in Pobanz/Krs. Bublitz, † in USA), die ihm zwischen 1868 und 1880 sieben Kinder schenkte und nach seinem Tode 1880 mit sechs ihrer Kinder (vermutlich nach 1893) in die USA nach St. Paul am Mississippi im Staate Minnesota auswanderte (einer der Brüder soll später Hotelbesitzer in New York gewesen sein): Georg Alverdes, *28.6.1868 in Schlawe, Kaufmann in St. Louis am Mississippi (Bundesstaat Missouri) || Hermann Karl Otto Alverdes, *14.5.1871 in Schlawe, Feldwebel und Proviants-Applikant beim kaiserlichen Proviantamt in Straßburg im Elsaß, wo er erstmals um 1890 (ebenso wie sein Stiefbruder und mein Großvater Johannes Alverdes) als Zahlmeister-Aspirant erwähnt wird, später zur deutschen Schutztruppe nach Südwest-Afrika kam und am Krieg gegen die Hereros teilnahm [Hermann Alverdes: Mein Tagebuch aus Südwest. Erinnerungen aus dem Feldzuge gegen die Hottentotten. Oldenburg & Leipzig, Stalling 1906 - damaliger Verkaufspreis 3 Mark].

Mein Tagebuch aus Südwest - Einband Mein Tagebuch aus Südwest - Titelblatt Mein Tagebuch aus Südwest - Widmung Mein Tagebuch aus Südwest - Vorwort Mein Tagebuch aus Südwest - Inhaltsverzeichnis Mein Tagebuch aus Südwest - 1. Abschnitt Mein Tagebuch aus Südwest - Schlußwort

"[....] Er kam dann als Zahlmeister-Aspirant nach 'Deutsch-Südwest' und nahm an einem der grausamsten Vernichtungsfeldzüge der kurzen deutschen Kolonialgeschichte teil. Er veröffentlichte darüber 1906 'mein Tagebuch aus Südwest', das man heute in der bayerischen Staatsbibliothek in München ausleihen kann. Er widmete es 'dem deutschen Volke und seinen in Südwestafrika gefallenen tapferen Söhnen'. Selber in der Etappe, schildert er den Feldzug sehr lebendig und anschaulich, man liest das Buch durchaus mit Vergnügen. Etwas schwer tut sich unsereiner mit dem Hurrah-Patriotismus, aber wir späteren wissen ja, was daraus entstand. Und, ob wir wirklich klüger geworden sind, steht noch sehr dahin. Die 'tapferen Söhne' trieben die hoffnungslos unterlegenen Hottentotten in die Wüste, wo das Volk bis auf winzige Überreste zugrunde ging. Hermann stellt auf Seite 264 mit leichter Empörung fest, 'alle Eingeborenen hassen uns Deutsche von Grund ihrer Seele als fremde Eindringlinge', aber das waren sie ja schließlich auch! [bei diesem Zitat handelt es sich jedoch nicht um eine Äußerung des Verfassers Hermann Alverdes selbst, sondern um eine Passage aus einem längeren Artikel der Swakopmunder Zeitung, den er als Ergänzung dem letzten Kapitel seines Buches hinzugefügt hat] Und auf Seite 23 schreibt er über die Hereros: 'Freiwillig hat sich bisher keiner der schwarzen Gesellen ergeben. Die unausgesetzte Verfolgung durch unsere braven Reiter hat sie aber schon zahm gemacht. Täglich werden jetzt Gefangene eingebracht, die sich freiwillig gestellt haben. Alles große stattliche kräftige Gestalten, schokoladenbraun mit nicht unangenehmen Gesichtszügen, in denen selbst jetzt noch ein ungebrochener Hochmut und Stolz sich charakteristisch offenbarte.' Er war verständlicherweise im Zeitgeist befangen, äußerte gelegentlich aber auch Kritisches über die Engstirnigkeit der Buren, vor allem aber natürlich über die Kritiker der deutschen Kolonialpolitik. Von dem Land war er so begeistert, daß er sich sofort als Farmer niedergelassen hätte, wenn er gesund geblieben wäre." [Alverdes 1987, S. 88-89]

Hermann Alverdes heiratete am 28.12.1894 in Schlawe Paula Arnols (*30.7.1870 in Erfurt, † 16.2.1942 in Düsseldorf) und hatte mit ihr zwei Kinder, Charlotte Alverdes (*7.11.1895 in Straßburg im Elsaß) und den späteren Schriftsteller Paul Alverdes (*6.5.1897 in Straßburg, † 28.02.1979 in München). Während seiner Jahre bei der Schutztruppe in Deutsch-Südwest-Afrika schickte Hermann Alverdes seine Frau und seine Kinder nach Köslin, wo sie in engem Kontakt mit der Familie meines Großvaters Johannes Alverdes lebten. Meine Mutter Bertha Maaß erzählte oftmals, wie sie mit ihrem Vetter Paul Alverdes in Köslin gespielt und in der Zeitung das Geschehen in Südwest-Afrika verfolgt hatte (Paul Alverdes, Mitglied des jüngeren Münchner Dichterkreises, als Autor vor allem von der Teilnahme am Ersten Weltkrieg geprägt und mit Erzählungen wie "Die Pfeiferstube" [1929] oder dem Märchen "Das Schlaftürlein" [1938] bekannt geworden, gab ab 1934 gemeinsam mit Karl Benno von Mechow die von den Nationalsozialisten zunächst geduldete und im Verlauf des Krieges schließlich verbotene Zeitschrift "Das Innere Reich" heraus, welche während der dreißiger Jahre ein Forum für zahlreiche Schriftsteller der sogenannten "Inneren Emigration" bildete). In einem Brief an meine Mutter vom 7.12.1958 erinnert sich Paul Alverdes an diese gemeinsame Kindheit in Köslin: "Liebe Cousine Bertha, Dein freundlicher Brief hat manche Erinnerung an unsere gemeinsame Kösliner Zeit in mir geweckt. Ich erinnere mich sehr gut an Deine Eltern und auch an Deinen Bruder, der eine Vorliebe dafür hatte, einem mit dem Zeigefinger nach den Augen zu zielen und dazu 'pik' zu sagen. Auch an die Neutorstraße erinnere ich mich und an ein halbverwildertes Gelände hinter dem Haus, in dem wir mit unserer Mutter wohnten, und an ein Rinnsal, das es durchfloß. Wir ließen Schiffe darauf schwimmen. Ferner gab es da eine gewisse Elli im Haus, in die ich heftig verliebt war. Auch an eine geheimnisvolle steinalte Tante unseres Namens erinnere ich mich, die im Hause eines Bäckers wohnte. Sie rauchte schwarze Zigarren, und wir gingen Ostern zum Stippen zu ihr, was sich lohnte. Es tut mir leid, daß Du soviel Bitteres und Unverwindbares hast auf Dich nehmen müssen, wie wir alle. Daß Pommern polnisch sein soll, darüber komme ich nicht hinweg. [....]"

Weitere Kinder meines Urgroßvaters Franz Heinrich Ferdinand Alverdes, und seiner zweiten Frau Ottilie Wietzke waren Franz [Frank] Alverdes, *15.1.1873 in Lauenburg, Buchbinder in St. Paul am Mississippi (Bundesstaat Minnesota), lebte später in Portland (Oregon), seit Ostern 1895 verheiratet, seine Tochter Alice (er hatte noch mehrere Kinder) heiratete einen Mr Truman und hatte mit ihm die Kinder Georg und Walter. "Franz Alverdes ist Inhaber der Rettungsmedaille, die ihm im Jahre 1893 verliehen wurde, nachdem er während seiner vorwurfsfreien Militärdienstzeit im 128. Infanterie-Regiment zu Danzig als Ordonnanz ein in die Mottlau gestürztes Kind mit eigner Lebensgefahr aus den Fluthen gerettet hatte." [Küster 1899, S. 105] || Luise Alverdes, *27.10.1874 in Lauenburg, Ehefrau von Gärtnereibesitzer A. Hildebrand, hatten einen Sohn Henry, sie lebten in St. Paul || Helene Alverdes, *17.11.1876 in Lauenburg, lebte in St. Paul || Anna Alverdes, *9.5.1878 in Schlawe, lebte in St. Paul || Anton Alverdes, *14.5.1880 in Schlawe, Schriftsetzer in St. Paul.

Eleonore Gürge geb. Maaß
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Alle Angaben zu den frühen Vorfahren der Familie Alverdes und den pommerschen Ahnen meines Großvaters Johannes Alverdes sind den folgenden Büchern entnommen:

Dr. Günther Alverdes: Neue Nachrichten von der Familie Alverdes bis zum Jahre 1987. Selbstverlag, Rheinbach 1987.

August Küster: Nachrichten über die Familie Alverdes bis zum Jahre 1899. Als Handschrift gedruckt. Druck von Herrcke & Lebeling, Stettin 1899.

Dr. Günther Alverdes (*1928), Sohn von Wilhelm Alverdes, Inhaber einer großen Gärtnerei in Frankenhausen in Thüringen, plante als Nachkomme der thüringisch-sächsischen Linie der Familie Alverdes ursprünglich lediglich eine Fortsetzung der Genealogie August Küsters bis in die Gegenwart, ergänzte dessen Nachforschungen dann jedoch noch um die Ergebnisse seiner eigenen, umfangreichen Recherchen.

August Küster (1822-1906), Landgerichtsrat a. D. aus Stettin, seit 1884 im Vorstand der pommerschen Gesellschaft für Geschichte und Altertumskunde, war mit Anna Marie Henriette Alverdes (*11.2.1824 in Köslin, † 10.3.1889 in Stettin) verheiratet, der Tochter von Georg Wilhelm Alverdes (*14.4.1786, † 11.11.1834), einem Bruder meines Ur-Urgroßvater Michael Gottfried Ludwig Alverdes (*17.6.1780, † 28.12.1851). Dieser widmete er seine Nachrichten über die Familie Alverdes: "Dem Andenken seiner geliebten, unvergeßlichen Frau Marie geb. Alverdes geb. zu Köslin am 11. Februar 1824, gest. zu Stettin am 10. März 1889 in innigster Dankbarkeit und Verehrung gewidmet vom Verfasser." [Küster 1899]
Nachrichten über die Familie Alverdes bis zum Jahre 1899
"Küsters Arbeit ist unersetzlich, weil er noch aus Quellen schöpfen konnte, die heute verschüttet sind. Bei der Spurensuche wurde mir immer wieder schmerzlich bewußt, welche gewaltigen Verluste der letzte Krieg auch bei den Dokumenten gekostet hat." [Alverdes 1987, S. 94]