Frühe Vorfahren der Familie Maaß
Über die Vorfahren meiner Urgroßeltern Fraedrich ist uns kaum etwas bekannt, was über die Daten in meinem "Kleinen Ahnenpaß" (für mein Abitur 1944 in Belgard erstellt) hinausgeht. Jedenfalls kann man vermuten, daß diese auch schon vor der uns namentlich bekannten, in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts geborenen Generation im Kreis Belgard an der Persante lebten. Anders sieht es bei den Familien Maaß (ein in der Region weitverbreiteter Name), Alverdes und Mohr aus. So schreibt Carl Maass im Band 134 des Deutschen Geschlechterbuches unter der Überschrift "Maaß, Maass aus Henkenhagen in Pommern" auf Seite 381 bis 382 :

Wappen der Familie Maaß
"Soweit sich aus Urkunden nachweisen läßt, stammt das Geschlecht aus Henkenhagen in Hinterpommern, 16 km Kilometer östlich von Kolberg an der Ostsee gelegen. Man wird annehmen dürfen, daß die Vorfahren schon zu den ersten germanischen Siedlern in dem von slawischen Wenden dünn bevölkerten Lande gehörten, die durch weltliche Grundherren oder durch die geistlichen Stiftungen der Johanniter und Templer herangezogen wurden. Aus der Bauweise - dem Sachsenhaus - der Aufteilung der Feldmark in Hägerhufen, der friesischen Aufstallung des Viehs, dem lübischen Recht und der plattdeutschen Mundart glaubt man folgern zu können, daß die Kolonisten niedersächsischen und friesischen Stämmen angehörten. 1250 wurde die Stadt Kolberg gegründet. Von dem Bischof Hermann von Kamin erhielt die Stadt 1255 einen Wald mit dem Boltenhagen, dem später Ziegenberg genannten Ortsteile von Henkenhagen, auf ewige Zeiten überwiesen.

1573 war Marten Maaß (II) auf einem von seinem Vater ererbten Hofe als Vollbauer ansässig. Peter Maaß (V), der erste urkundlich nachweisbare Vorfahre, war höchstwahrscheinlich sein Urenkel. Bis 1945, bis zur Vertreibung durch Polen, war ein Bauernhof in Henkenhagen-Ziegenberg im Besitze seiner Nachkommen. Der Boltenhager Hauptstamm teilte sich, soweit sich ermitteln ließ, um 1700 in den Henkenhager und den Ziegenberger Stamm. Sicherlich zweigten noch weitere Familien aus ihm ab, denn es gab damals noch mehr Familien mit dem Namen Maaß. Aber diese konnten bisher nicht in die Stammfolge eingegliedert werden. Aus dem Henkenhager Stamm gingen um 1750 der Ulrichshofer, der Ostfriesische und der Henkenhager Ast hervor. Nur die Stammfolgen des Boltenhager Hauptstammes, des Henkenhager Stammes und des Ostfriesischen Astes sind hier zusammengestellt worden. Der Stammvater dieses Astes, Jacob Maaß (VIII a), ließ sich um 1770 in Hannover nieder. Drei seiner Söhne wanderten nach Aurich in Ostfriesland weiter, wo sie 1803, 1805 und 1811 Bürger wurden. Um 1830 zogen zwei Söhne von Christian Maaß (IX a) nach Leeuwarden in Westfriesland.

Die Deutung des Namens Maaß, der in den Ländern an der deutschen Ostsee und der Nordsee schon im Mittelalter verbreitet war - noch im 18. Jahrhundert auch als Vorname - ist unsicher. Er wird sowohl auf den Namen des Apostels Thomas (hebr. = Zwilling) zurückgeführt, als auch als Ableitung von dem altdeutschen Namen Mazo, der aus dem 8. Jahrhundert zum ersten Male urkundlich belegt ist (Brechenmacher), erklärt (mazo: Kürzung der Verkleinerungsform magitzo, Stamm mag, zu gotisch und althochdeutsch magan = mögen, vermögen)."


[?] Maaß (* um 1510, † vor 1573), Bauer im Boltenhagen von Henkenhagen (Kreis Kolberg-Körlin), auf einem Hof, der später Wolfskuhle, dann Ziegenberg und zuletzt Ulrichshof hieß.

Martin Maaß d. Ä. (* um 1540 in Kolberg/Körlin, † nach 1573 in Kolberg) [BoM Nr. 9472]. Sohn von [?] Maaß, 1573 Vollbauer auf dem väterlichen Hof im Boltenhagen von Kolberg (dem späteren Ulrichshof), der dem Jungfrauenkloster gehört hatte [DG 1963]. Wegen der Grenze zum Stadtwald lag er in Streitigkeiten mit der Stadt Kolberg [Stadt-Archiv Kolberg]. Seine Ehefrau ist unbekannt.

Peter Maaß d. Ä. (* um 1570) [BoM Nr. 4736]. Sohn von Martin Maaß d. Ä., Bauer im Boltenhagen von Kolberg (dem späteren Ulrichshof), Ehefrau unbekannt. Besaß 1606 mit dem Ulrichshof ("im Boltenhagen") einen Hof von einer Hägerhufe (40 ha) [DG 1963], 1609 wird im Kirchenbuch von Lassehne mit Peter Maaß erstmals ein Mitglied der Familie in Verbindung mit dem Ulrichshof in Henkenhagen erwähnt.

Jakob Maaß d. Ä. (*1601 [1611?] in Henkenhagen, † nach 1678 in Henkenhagen) [BoM Nr. 2368]. Sohn von Peter Maaß d. Ä., Bauer, Bauerrichter und Kirchenvorsteher. Er hatte drei Kinder: Peter Maaß d. J., *1640 in Henkenhagen, †1690 in Henkenhagen, Erbzinsbauer || Trine Maaß, *1643 in Henkenhagen || [?] Maaß, *1644 in Henkenhagen, ~15.12.1644 in Lassehne [DG 1963, S. 386]. Ehefrau unbekannt.

Peter Maaß d. J. (* um 1640 in Henkenhagen, † um 1690 in Henkenhagen) [BoM Nr. 1184]. Sohn von Jakob Maaß d. Ä., Erbzinsbauer der Stadt Kolberg auf dem Pachthofe Ziegenberg (dem späteren Ulrichshof). Ehefrau unbekannt. Er hatte sechs Kinder: Philipp Maaß, * in Henkenhagen, ~17.12.1662 in Lassehene || Martin Maaß d. J., * in Henkenhagen, ~1.3.1666 in Lassehne, †18.1.1737 in Henkenhagen, Kossät, hatte fünf Kinder || Christian Maaß, lebte in Henkenhagen, ~18.8.1669 in Lassehne, †12.11.1750 in Henkenhagen, Erbzinsbauer auf dem väterlichen Hofe, oo 20.11.1706 in Lassehne mit Trine Maaß, *1685 || †14.1.1755 in Henkenhagen, hatte sieben Kinder, Stammvater der Ziegenberger Linie || Jacob Maaß, * in Henkenhagen, ~1.9.1675 in Lassehne, †21.12.1737 in Henkenhagen, Zimmermann und Krüger in der Fischergemeinde Henkenhagen || Kaspar Maaß, * in Henkenhagen, Schiffer, wohnte 1726 bei seinem Bruder Christian auf dem Ziegenberge || Katharina Maaß, * in Henkenhagen, wohnte 1726 bei ihrem Bruder Jacob in der Fischergemeinde Henkenhagen [DG 1963, S. 386].

Martin Maaß d. J. (~1.3.1666 in Lassehne, †18.1.1737 in Henkenhagen) [BoM Nr. 592]. Sohn von Peter Maaß d. J., Kossät auf dem Hofe Nr. 130 (7/16 Landhufen = 35 ha) in Henkenhagen. Verehelicht am 4.10.1699 in Lassehne mit Trine Benemann, ~15.10.1671 in Lassehne [BoM Nr. 593]. Sie hatten fünf Kinder: Martin Maaß, 1743 Kossät auf dem väterlichen Hofe, verehelicht 1740 mit Katharina Hesse || Gabriel Maaß, *9.7.1703 || Christian Maaß d. Ä., *27.10.1705 in Henkenhagen, †19.12.1792 in Henkenhagen, Vollbauer und Kirchenvorsteher || Trine Maaß, *10.6.1709, verehelicht am 2.11.1730 in Lassehne mit Joachim Fischer, Bauer zu Rützow || Sophie Maaß, *1716, verehelicht am 10.1.1737 in Lassehne mit Martin Hesse, Kossät zu Henkenhagen [DG 1963, S. 387].

Christian Maaß d. Ä. (*27.10.1705 in Henkenhagen, †19.12.1792 in Henkenhagen) [BoM Nr. 296]. Sohn von Martin Maaß d. J., Kossät auf dem väterlichen Hof, seit 1770 Vollbauer auf dem Hof seines Schwiegervaters (70 ha), Kirchenvorsteher, leistete am 24.4.1761 vor dem Kolberger Magistrat den Eid als Bauernschulze [DG 1963, S. 387]. Verehelicht am 6.11.1732 in Lassehne mit Anne Lange (*2.1.1714 in Henkenhagen, †19.10.1786 in Henkenhagen) [BoM Nr. 297]. Sie hatten zehn Kinder: Philipp Maaß, *24.9.1733 in Henkenhagen || Christian Maaß d. J., *26.4.1735 in Henkenhagen, †3.12.1811 in Henkenhagen || Jacob Maaß d. J., *19.2.1738 in Henkenhagen, †24.3.1798 in Hannover, Möbeltischler, verehelicht am 11.8.1772 in Hannover mit Anna Louise Wilhelmine Sommer, *18.12.1750 in Linden, †4.8.1812 in Hannover || Martin Maaß, *7.9.1740 in Henkenhagen, †10.8.1820 in Henkenhagen, verehelicht mit Sophie Steinkrauß, *1742 in Henkenhagen, †8.9.1807 in Henkenhagen || Anna Maaß, *27.11.1742 in Henkenhagen || Catharine Maaß, *4.9.1745 in Henkenhagen, †21.7.1746 in Henkenhagen || Sophie Maaß, *16.10.1747 in Henkenhagen, †16.11.1751 in Henkenhagen || Dorothea Maaß, *24.4.1750 in Henkenhagen, †25.3.1751 in Henkenhagen || Barbara Maaß, *24.4.1752 in Henkenhagen, †9.5.1752 in Henkenhagen || Regine Maaß, *29.7.1754 in Henkenhagen, †7.8.1831 in Quetzin / Krs. Kolberg-Körlin, verehelicht mit Martin Mallwitz, *22.11.1746 in Quetzin, †29.9.1808 in Quetzin, Freischulze.

Christian Maaß d. J. (*26.4.1735 in Henkenhagen, †3.12.1811 auf dem Ulrichshof in Henkenhagen). Sohn von Christian Maaß d. Ä., 1757 Verwalter der Stadt Kolberg auf der Bergschäferei, 1763 Bauer auf dem Ulrichshof in Henkenhagen, nach seiner Teilung nach dem Siebenjährigen Kriege Erbzinsbauer auf dem Ulrichshof, Stammvater des Ulrichshofer Astes der Famile Maaß. Verehelicht mit Marie Elisabeth Glander (*18.4.1736 in Henkenhagen, †21.9.1807 in Henkenhagen) [Schacht 2002]. Sie hatten ebenfalls zehn Kinder.

Gottlieb Maaß (*19.9.1778 auf dem Ulrichshof in Henkenhagen, †7.12.1844 auf dem Ulrichshof in Henkenhagen). Sohn von Christian Maaß d. J., jüngstes von zehn Kinder Verehelicht im Jahre 1800 mit Johanne Finger (*23.3.1782 in Schübben bei Zanow, †29.9.1870 auf dem Ulrichshof in Henkenhagen) [Schacht 2002]. Sie hatten zwölf Kinder.

Wilhelm D. Maaß (*5.10.1804 auf dem Ulrichshof in Henkenhagen, †19.8.1887 auf dem Ulrichshof in Henkenhagen). Sohn von Gottlieb Maaß, als drittes von zwölf Kindern geboren. Verehelicht mit Sophie H. Busch (*13.8.1817 in Bullenwinkel bei Kolberg, †22.4.1842 auf dem Ulrichshof in Henkenhagen, wahrscheinlich nach der Geburt des vierten Kindes) [Schacht 2002]. Als erstes von vier Kindern wurde mein Urgroßvater Johann Eduard Leopold Maaß, *29.08.1838 auf dem Ulrichshof in Henkenhagen, † Dez. 1917 in Lülfitz, geboren, als zweites Kind sein Bruder Johann Hermann Maaß, *24.5.1839 ebenfalls auf dem Ulrichshof in Henkenhagen. Hermann gelangte durch seine Heirat (18.12.1861) mit Auguste Karoline Westphal, *20.12.1833 in Alt-Banzin / Krs. Köslin, †17.6.1903 in Köslin, in den Besitz eines alten Wendenhofes in Alt-Banzin, der seit dem 18. Jahrhundert der Familie seiner Frau gehörte.

Von Anne Lange (1714-1786), Ehefrau von Christian Maaß d. Ä. (1705-1792), sind die folgenden Vorfahren bekannt:

Hermann Lange [BoM Nr. 9504]. Vater von Joachim Lange, Bauer, 1563 Kirchenvorsteher.

Joachim Lange (*1570 in Henkenhagen) [BoM Nr. 4752]. Vater von Jacob Lange d. Ä., Bauer, besaß eine Hägerhufe (40 ha) [DG 1963]. Ehefrau unbekannt.

Jacob Lange d. Ä. (*1610 in Henkenhagen, †1674 in Henkenhagen) [BoM Nr. 2376]. Vater von Hans Lange, Bauer. Verehelicht mit Marie Saß (†1674 in Kolberg vor dem Mühlentor als Hexe verbrannt) [BoM Nr. 2377].

Hans Lange (*1640 in Henkenhagen, †1726 in Henkenhagen) [BoM Nr. 1188]. Vater von Jacob Lange d. J., Ehefrau unbekannt. Der älteste Hof in Henkenhagen [Kolberger Zeitung 1939].

Martin Treichel [BoM Nr. 1190]. Vater von Dorothea Treichel, Bauer zu Schreitstaken.

Jacob Lange d. J. (~16.2.1691 in Lassehne, †14.1.1767 in Henkenhagen) [BoM Nr. 594]. Vater von Anne Lange, Vollbauer. Verehelicht am 22.10.1712 in Schreitstaken (Krs. Köslin) mit Dorothea Treichel (*26.9.1689 in Schreitstaken, †11.1.1771 in Henkenhagen) [BoM Nr. 595].

BoM: Book of Maass. Auszüge hieraus von Michael Beuss in Form einer genealogischen Datenbank unter http://beuss.cjb.net veröffentlicht.

DG 1963: Ostfriesisches Geschlechterbuch. Fünfter Band 1963. Bearbeitet von Carl Maass, Oberstleutnant a. D., Aurich in Ostfriesland, Esenerstraße 10. Verlag C.A. Starke, Limburg an der Lahn 1963. Erschienen als Band 134 in der Reihe Deutsches Geschlechterbuch. Genealogisches Handbuch bürgerlicher Familien. Herausgegeben von Regierungs-Vizepräsident a. D. Dr. jur. Edmund Sturtz, Wermelskirchen im Rheinland, Friedhofstraße 6.

Schacht 2002: Angaben von Siegfried Schacht aus Riesa in Sachsen.

Herzlichen Dank an Herrn Siegfried Schacht aus Riesa in Sachsen für die ergänzenden Informationen zu den Vorfahren der Familie Maaß. Ein Ahne seiner Frau, Johann Hermann Maaß, geboren am 24.05.1839 als zweites von vier Kindern von Wilhelm D. Maaß und Sophie Busch auf dem Ulrichshof in Henkenhagen, war ein Bruder meines Urgroßvaters Eduard Leopold Maaß (29.08.1838 - Dez. 1917).

Herzlichen Dank an Herrn Gene Maas aus Riverside/USA, der uns Namen und Daten der Brüder von Martin Maaß d. J. (1666 - 1737) mitteilte. Auch er verfolgte die Spuren seiner Vorfahren bis nach Henkenhagen und Lassehne zurück, eine Genealogie seiner Familie findet sich auf seiner Website unter http://www.GeneMaas.net


Eleonore Gürge geb. Maaß