| Luftbildkarte für Kraftfahrer - Hinterpommern | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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STANDARD-Luftbildkarte für Kraftfahrer Deutsche Landschaft Plan 28 Hinterpommern Maßstab 1:500.000 ESSO ESSOLUB Deutsch-Amerikanische Petroleum-Gesellschaft Die Einzelpläne der STANDARD-Luftbildkarte sind in denjenigen Gebieten erhältlich die sie darstellen Großtankstelle August Stolzmann Gollnow in Pommern [Mitte der dreißiger Jahre] |
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| [Text auf der Kartenrückseite:] Hinterpommern Das Pommernland, dem Autowanderer heute noch weitgehend unbekannt, ist ein Kernland Deutschlands: eine nach Land und Volk einheitliche Landschaft und darüber hinaus in seiner großen Entwicklungsmöglichkeit ein deutsches Zukunftsland. Als fünftgrößte Provinz Preußens mit über 30.000 Quadratkilometern Fläche und etwa 2 Millionen Einwohnern hat Pommern die verhältnismäßig geringe Wohndichte von Von der Landschaft Der Name Pommern kommt wahrscheinlich aus dem Wendischen, er soll "Land am Meer" bedeuten. Das Odertal teilt Pommern in das westliche Vor- und das östliche Hinterpommern. Unser Kartengebiet umfaßt den größten Teil Hinterpommerns und einen Teil des polnischen Korridors. Greift die Ostsee stellenweise tief nach Vorpommern hinein, so ist die Küstenlinie Hinterpommerns glatt und ausgeglichen. Zwischen See und Festland lagert dort eine Dünenzone; hinter den Dünen erstreckt sich eine fortlaufende Reihe vom Meer abgesperrter Strandseen. In seiner Gesamtheit ist Hinterpommern eine schildförmige, flache Erhebung. Ganz allmählich steigt sie vom Meer her an und erreicht in der Gegend des Korridorgebiets ihre größten Höhen von etwas über 200 Metern. Zwischen den Hügelketten dieses Landrückens lagert die "Pommersche Seenplatte": anderthalb Dutzend größere und Hunderte von kleinen Gewässern, eine waldreiche Zone, die sich von Bütow bis nach Freienwalde zieht. Die Seen sind ein abflußloses Gebiet, das seine Niederschläge nur durch Verdunstung und Versickern abgibt. Das Land ist reich an Mooren. Fast alle Flußtäler sind breite Grünlandsmoore, im Winter weithin überschwemmt. Die Landstraßen durchqueren solche Täler auf Dämmen. Auch an die Seen lehnen sich vermoorte Flächen an; etwa 10 Prozent der gesamten Bodenfläche harren noch der Erschließung durch moderne Moorkultur. Urgeschichte und Geschichte Pommern hat drei Eiszeiten erlebt, in denen es von ungeheuren Gletschermassen überflutet wurde. Ohne die Stein- und Erdablagerungen, die diese Gletscher von den skandinavischen Gebirgen herübertrugen, würden heute die Ostseewogen bis ans deutsche Mittelgebirge branden. Allenthalben erblickt man noch mächtige Findlingssteine als Zeugen jener Urzeit. Hunderte von Tümpeln und Teichen sind dadurch entstanden, daß riesige Eisblöcke, in den Boden eingewühlt, allmählich abgeschmolzen sind. Nach dem Zurückweichen der Ostsee setzt in der Steinzeit die erste Besiedlung ein: Pommern wird germanisches Land. Nach starken Abwanderungen der Germanenvölker zur Zeit der Völkerwanderung dringen slawische Volksmassen in die verlassenen Gebiete. Mit den Kriegs- und Missionszügen Ottos von Bamberg und Heinrichs des Löwen setzt um das Jahr 1000 die Gegenbewegung ein. 1140 wird das erste Bistum gegründet; systematische Einwanderung von Sachsen, Friesen und Westfalen germanisiert das Land. Das 13. Jahrhundert wird die Zeit der Städtegründungen. Viele der heutigen Städte sind auf dem Boden alter Ringwälle der Wenden entstanden. Mit deutschem Recht beliehen, blühen die Städte rasch empor. Die Klöster, der Deutsche Ritterorden und der Templerorden teilen sich das Verdienst dieser Kolonisation. 1527 wird die Reformation eingeführt, die sich schnell durchsetzt. Von entscheidender Bedeutung ist der Dreißigjährige Krieg: noch heute singen die Kinder das alte Lied vom Marienkäfer und dem abgebrannten Pommernland. Der Vorstoß Wallensteins 1627 veranlaßt Schweden einzugreifen. Gustav Adolf besetzt Pommern 1630. Von da ab hat das Land fast zwei Jahrhunderte hindurch unter schwedischer Herrschaft gestanden. Mit dem Aussterben des pommerschen Herzogsgeschlechts werden die Erbansprüche der Hohenzollern rechtskräftig. Aber erst nach dem Sturz Napoleons wird 1815 das letzte schwedisch gebliebene Stück dem preußischen Staat einverleibt. Das in jahrhundertelangen Kriegen verödete Land wird unter dem Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm I. und Friedrich dem Großen neu kolonisiert. Niederländer und Westdeutsche werden in erster Linie angesiedelt. Friedrich der Große hat allein Von den Menschen Die pommersche Bevölkerung ist kerndeutsch; nur im Osten sind noch ganz geringe Reste von Kaschuben und Polen erhalten. Der Menschenschlag ist groß und stämmig, langsam in Wort und Bewegung. Für Heer und Marine hat er zu allen Zeiten ausgezeichnete Soldaten gestellt. Im Volkstum lebt viel Aberglauben; Märchen und Sagen von vergrabenen Schätzen, versunkenen Städten, von Hexen und weisen Frauen. Die Volkssprache ist ein niederdeutsches Platt. Die zahlreichen Kriege des Mittelalters verwandelten den freien Bauernstand zum größten Teil in Hörige und Leibeigene. Grund und Boden gelangten immer mehr in wenige Hände. Der noch heute in der Provinz vorherrschende Großgrundbesitz ist so entstanden. Selbst die Aufhebung der Lebeigenschaft nach den Befreiungskriegen hat noch zu einer Verminderung des Bauernstandes geführt. Das heutige Pommern hat mehr Gutsbezirke als Landgemeinden. Der Großgrundbesitz ist vielfach durch Fideikommiß gebunden. Der pommersche Landadel hat viele führende Männer der preußischen Geschichte hervorgebracht. Die Landsitze sind zur Zeit noch alte Schlösser mit Wassergräben und unglaublich dicken Mauern. An das Schloß schließt sich der Park; an den Gutshof lehnt sich das Dorf, d.h. die Katenhäuser der Landarbeiter. Von der Wirtschaft Siebzig Prozent der Bodenfläche sind Ackerland. Das ganze Leben der Provinz ist daher auf die Landwirtschaft zugeschnitten. Von den Produkten der berühmten pommerschen Viehzucht nennen wir nur die pommersche Mastgans - besonders Gänsebrust - und die Meiereierzeugnisse, die in ganz Deutschland in hohem Ansehen stehen. Im Gegensatz zu früher werden die großen Güter heute intensiv und rationell bewirtschaftet. Im Osten überwiegt Roggen und Kartoffelbau den Weizen und die Zuckerrübenkultur. Mit dem Kartoffelbau hängen Schweinezucht und Spiritusbrennerei zusammen. Viele große Güter haben Brennereibetriebe, deren Absatz durch den Spiritus-Beimischungszwang gesichert ist. Das System der polnischen Saisonarbeiter, das viel zur Entvölkerung der Provinz beigetragen hat, ist in den letzten Jahren abgekommen. Die ins Stocken geratene Siedlungsbewegung nimmt wieder zu. Aufteilung von übergroßem und lebensunfähigen Großgrundbesitz führt langsam zu einer gesunden Strukturwandlung der Provinz. Nicht nur das flache Land, sondern auch die kleinen Landstädte sind ganz auf die Landwirtschaft eingestellt. An zweiter Stelle hinter Land- und Forstwirtschaft steht die Fischerei als Haupterwerbsquelle der Küstenbewohner. Leider geht dies Gewerbe durch Verminderung des Fischbestandes stark zurück; groß ist die Armut in den kleinen Fischerdörfern. In den Binnengewässern wird in zunehmendem Maße Fischzucht getrieben. Kleine Hafenstädte wie Kolberg, zur Zeit der Hanse blühend, können heute große Schiffe nicht mehr aufnehmen. Auch fehlt ein aufnahmefähiges Hinterland. Klima Pommern ist Übergangsgebiet von See- und Landklima; je weiter man ins Binnenland kommt, um so stärker unterscheiden sich die Jahreszeiten. An der Küste haben wir späten Frühling, kühlen Sommer, schönen Herbst und verhältnismäßig milden Winter. Im Binnenland ist der Sommer wärmer und der Winter härter. Straßenverhältnisse Die großen Straßen sind im allgemeinen überraschend gut unterhalten. Dagegen sind die Nebenstrecken oft noch recht verbesserungsbedürftig. Neben dem festen Fahrdamm läuft gewöhnlich der lose Sommerweg, der beim Ausweichen und Überholen zu größter Vorsicht zwingt. Die meisten Chausseen sind von schattigen Alleen eingefaßt. Reisen durch den Korridor Notwendige Papiere für den Reisenden: Paß mit polnischem Visum für Hin- und Rückreise (bei längerem Aufenthalt in Polen ist ein polnisches Ein- und Ausreise-Visum erforderlich); - für den Kraftwagen: Triptyk, Internationaler Führerschein und Zulassungsschein, Internationales Heimatkennzeichen. Die privilegierten Durchgangsstraßen (Transitstraßen) können für die Durchreise nach Ostpreußen ohne Internationalen Führerschein und Zulassungsschein befahren werden. Notwendig ist aber: Paß mit polnischem Durchreisevisum (zweckmäßig gleich für Benutzung der beiden nachstehenden Transitstraßen ausstellen lassen), Triptyk und Internationales Heimatkennzeichen. Der Korridor ist ohne längeren Aufenthalt innerhalb 24 Stunden zu durchfahren. Am häufigsten benutzte Transitstraßen: 1. Lauenburg - Rheda (Reda) - Danzig - Dirschau (Tczew) - Marienburg. Dienstzeit an den Grenzzollämtern: Klein Boschpol (deutsch) und Strzebielino (polnisch) im Sommer 7 bis 0.30 Uhr, im Winter 8 bis 19 Uhr. 2. Schlochau - Konitz (Chojnice) - Stargard (Starogard) - Dirschau (Tczew) - Marienburg. Dienstzeit an den Grenzzollämtern: Niesewanz (deutsch) und Wladyslawec (polnisch) im Sommer 7 bis 24 Uhr, im Winter 8 bis 24 Uhr. Die Grenzstelle Marienburg (deutsche Seite) / Kalthof (Danziger Seite) ist durchgehend geöffnet, ebenso die Grenzstelle Ellerwald (deutsche Seite) / Einlage an der Nogat (Danziger Seite). Wenn die Transitstrecken nicht benutzt werden oder längerer Aufenthalt in Danzig genommen wird, müssen die internationalen Wagenpapiere mitgeführt werden. Grenzverkehr von Ostpreußen nach Danzig Notwendige Papiere: Paß (ohne Visum) und Triptyk.
Kraftfahrten in Hinterpommern Die STANDARD-Luftbildkarte dient nicht nur zur Orientierung. Sie zeigt durch die vollkommen neue Art ihrer Darstellung "das Gesicht der Landschaft" und erzählt in lebendiger, anschaulicher Sprache. - Die Straßen für den Kraftfahrer sind ihrer Bedeutung nach unterschiedlich gekennzeichnet. Wichtige Entfernungsangaben sind vermerkt. Somit erübrigen sich alle weiteren Erläuterungen. Es ist lediglich noch darauf hin zuweisen, daß STANDARD-Betriebsstoffe in allen auf der Karte genannten Ortschaften erhältlich sind. Gerade auf Reisen ist es ja so ungeheuer wichtig, stets zuverlässige und stets vollkommen gleichmäßige Betriebsstoffe zu erhalten. Das bereitet heute keine Schwierigkeiten mehr, denn STANDARD ist schlechthin überall vertreten. Wo das STANDARD-KUNDENDIENST-Zeichen aushängt, ist darüber hinaus eine besonders umsichtige, fachgerechte und aufmerksame Bedienung für Fahrer und Fahrzeug gewährleistet. Dort ist im Bedarfsfalle auch die anschließende STANDARD-Luftbildkarte erhältlich. In welche deutsche Landschaft den Kraftfahrer seine Reisen auch immer führen mögen, stets wird er "gut fahren", wenn er sich an STANDARD hält. STANDARD-BENZIN - der immer verläßliche, unübertroffen gute Betriebsstoff für normal verdichtete Motoren ESSO - aus deutschem Benzol, aus deutschem Spiritus und hochwertigem Benzin, kenntlich an seiner roten Schutzfarbe ESSOLUB - Vollschutz Motor Oel, erfüllt alle Anforderungen, die an ein Autooel gestellt werden müssen STANDARD-KUNDENDIENST - der fachmännische, zuvorkommende und stets vorbildliche Tankdienst Deutsch-Amerikanische Petroleum-Gesellschaft Sämtliche Rechte, Verlag und Herstellung F. Bruckmann AG, München |
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